Recht auf Vergessenwerden: Bing startet Bearbeitung von Anfragen

Das vom Europäischen Gerichtshof im Mai geurteilte Recht auf Vergessenwerden wird vor allem mit Google in Verbindung gebracht. Aber auch die anderen Suchmaschinen müssen unter Umständen Einträge aus den Suchergebnissen löschen. Bing bietet hierfür seit Juli ein entsprechendes Formular an, mit dem man die Löschung beantragen kann. Und jetzt reagiert Bing auch auf die ersten Anfragen, wie Reputation VIP mitteilt.

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Reputation VIP betreibt forget.me, einen Dienst, der die Löschung für Privatpersonen übernimmt. Seit Ende Juli gingen über diesen Dienst 699 Anfragen zu Bing-Löschungen ein, diese beinhalteten 2.362 Urls. 79 dieser Anfragen wurden nun beantwortet, allesamt wurden allerdings abgelehnt.

Bing macht 22 Prozent der Löschanfragen bei forget.me aus, der Rest entfällt auf Google. Die Gründe für Löschanfragen könnt Ihr der oben eingebundenen Grafik entnehmen, wie bei Google kristallisiert sich auch bei Bing die Verletzung der Privatsphäre als häufigster Löschgrund heraus.

Von den 79 beantworteten Anfragen bei forget.me bezogen sich 77 auf Posts in sozialen Netzwerken. Die Löschung aus der Suche lehnt Microsoft mit der Begründung ab, dass man bei den sozialen Netzwerken selbst für eine Löschung sorgen könnte. Zwei der Anfragen wurden hingegen ohne Begründung abgelehnt, beziehungsweise wurde darauf verwiesen, dass sie nach der gesetzlichen Regelung nicht gelöscht werden müssen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Wäre es nicht viel sinnvoller derartige Ansprüche gegenüber den Quellen zu haben ?
    Damit wäre dann alles weg was indexiert werden könnte und damit wesentlich sauberer

  2. @Most: Das Urteil wurde gesprochen: Nein!

  3. Ja, und was wenn die Quellen nicht reagieren? Dann können verleumderische Sachen auch weiter gefunden werden.

    Ja, das System ist nicht optimal, aber besser als keinen Handhabe zu haben alle mal.

  4. @Most
    Da gibt es ein Problem.

    Der EuGH hat folgendes festgestellt:
    Nein, Wahrheiten und Fakten darf man nicht löschen.
    Ja, diese über eine Websuche zu finden kann man verbieten.

    Es ist absurd. Um die Geschichte nicht zu verfälschen darf die Quelle der Nachricht nicht gelöscht werden. Zeitungsartikel, Blogeinträge, etc. Um die Reputation des „Benannten“ aber wiederherstellen zu können, ist es jetzt erlaubt die Quellen nicht mehr auffindbar zu machen.

    Zensur nennt man das. Es gibt es noch, aber man verbietet einfach hinzusehen.

  5. @Texymex
    Dass diese Zensuroption offenbar zum Großteil von Menschen genutzt werden, die nicht wollen, dass man ihr wahres Gesicht sieht, lassen wir dabei unter den Tisch fallen, was?

    Politiker lassen löschen, damit keiner erfährt, dass sie mal als korrupt überführt wurden. BILD-Redakteure lassen löschen, damit keiner sieht, was sie für Meinungen hatten. Fernsehverkäufer lassen löschen, damit keiner merkt wie sie mal Hunderttausende über den Tisch gezogen haben…. Verleumdung, ne ist klar.

    Bisher wird diese Waffe genutzt um unliebsame Wahrheiten zu entfernen. Damit keiner merkt was man für ei Betrüger, Lügner und Dieb war oder vllt noch sein könnte.

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