Recht auf Vergessenwerden: BBC wird alle gelöschten Links der Seite sammeln und veröffentlichen

Das vom Europäischen Gerichtshof geurteilte Recht auf Vergessenwerden sorgt immer wieder für Diskussionen. Die einen schreien Juhu, die anderen Zensur. Fakt ist, dass Google Links zu Artikeln aus dem Suchindex entfernen muss, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Wie BBC heute bekannt gab, wird es in den nächsten Wochen eine BBC-Unterseite geben, die alle bei Google entfernten Links der Seite listet. So verfährt auch Wikipedia bereits. Google informiert die Seitenbetreiber, wenn ein Link durch das Recht auf Vergessenwerden bei Google entfernt wird.

Google Office

Bei BBC sind bisher 46 Artikel aus dem Suchindex verschwunden, teilweise nicht gerechtfertigt, wie David Jordan, BBC Redaktionschef, angibt. Er ist der Meinung, dass man sich mehr um ein Recht auf Erinnerung kümmern sollte. Auch müsse der Prozess, der zur Löschung der Links führt, anders ablaufen.

Nachdem Google bereits dafür kritisiert wurde, dass die gelöschten Links den Seitenbetreibern mitgeteilt werden, dürfte die Kritik gegenüber BBC nicht geringer ausfallen. Im Prinzip wird durch eine Auflistung dieser Links, das ganze Thema, das eigentlich still und heimlich verschwinden sollte, noch einmal schön auf dem Silberteller präsentiert. Auch eine Form von Protest.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Sehr schön! Weiter so! Fickt die scheiß EU und ihre Zensur!

  2. Zustimm, es müssen einfach andere Lösungen für sowas her.

  3. In Deutschland gabs schon klare Fälle wo das „Recht auf Vergessen Werden“ von Personen des öffentlichen Interesses missbraucht wurde…

  4. Super?? Danke BBC

  5. Bitte :).

  6. Sehr löblich. Schöner wäre es freilich, wenn es eine Seit gäbe, die diese ganzen „bei uns wurde dies nicht mehr bei Google angezeigt“ sammeln und aufbereiten würde, denn bis jetzt braucht man ja eine Vermutung, wo man was finden könnte.

  7. Die Einträge für Wikipedia sind mehr als interessant – das wenigste davon hat irgendwie mit „Persönlichkeitsrecht“ zu tun…

  8. Wow, schöne schwarzweiß Malerei. Leider wird BBC nicht wirklich verstanden von den meisten. Sie sind nicht gegen das Löschen aus den Suchergebnissen, sondern gegen die Art und Weise wie es festgelegt wird. Im Übrigen gibt es ein schönes Beispiel wann es sehr wohl Sinn macht, nämlich wenn es um eindeutige Falschaussagen geht, die sich aber durch die weitere Existenz in den Suchlisten verbreitet. Beispiel (sorry daß es ein politisches Beispiel ist): In einer TV Sendung (glaube, es war ein ÖR) versuchte ein Moderator einer Frau aus der AfD eine Aussage in den Mund zu legen, die ausländerfeindlich war. Sie distanzierte sich von dieser Aussage immer wieder, dennoch wurde es als Aussage der AfD dargestellt. Obwohl ein Gericht die Sendung verdonnerte dies in einer Folgesendung zurückzunehmen, was sie taten, wird weiterhin die erste Sendung zitiert. So zuletzt beim einem Wochenmagazin, das die 5 skurrilsten Thesen der AfD auflistete. Und eben jene war auch dabei.
    Oder weniger politisch in Bezug auf Deutschland: Bush Juniors Irakkrieg mit „Massenvernichtungswaffen“. Man findet sehr viel dazu, auch wenn der informierte Leser weiß, daß es sie nicht gab. Um das aber zu finden, wird es schwieriger. Es gibt also Fälle, wo zum Wohle der Wahrheit ein Löschen nötig wäre, damit eine Lüge sich nicht verbreitet.
    ABER natürlich muß genau diese Beschränkung gewährleistet werden. Und so verstehe ich den Protest vom BBC.

    @Conrads:
    Ein wunderbarer Beleg wie man in Schubladen denken kann. Ich halte wenig vom EU Moloch, aber so pauschal wie Du es beschreibst, kann man es nicht sehen.

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