ReadOut!: Text-to-Speech App will als Vorleser Karriere machen

Nutzt ihr Googles Text-in-Sprache? Ich selbst habe mir als Kind zwar gerne etwas von meinen Eltern vorlesen lassen, bevorzugt griechische Sagen und Geschichten über Robin Hood, aber mittlerweile habe ich diese Vorliebe hinter mir gelassen. Wer ungern Texte liest, vielleicht eine Sehbehinderung hat oder unter Umständen gemeinsam mit jemandem einen Artikel konsumieren will, greift aber unter Umständen auf das Feature zurück. In diese Kerbe schlägt auch die werbefinanzierte App ReadOut! für Android, geht aber einige Schritte weiter.

So kann Readout im Grunde alles vorlesen, was ihr in die App schmeißt: Sei es ein Artikel aus dem Web, oder eine selbst geschriebene Nachricht. Die App ist kostenlos, blendet allerdings Werbung ein. Jene prangt am unteren Rand der App und bewegt sich mit dem Störfaktor deswegen im Mittelfeld: Fällt durchaus stark auf und aktualisiert sich auch überaus häufig (in meinem Fall erschien rund alle 2 Minuten eine neue Anzeige), schränkt ansonsten die Benutzerfreundlichkeit aber nicht ein.

Wer keine Lust auf die Werbung hat, kann für 2,99 Euro auch Premiumnutzer werden. Dann verschwindet nicht nur die Werbung, sondern man erhält auch bevorzugten Kundendienst, kann so viele Texte speichern, wie man will (andernfalls sind es maximal zwei) und darf außerdem über eine Anmeldung via Google / Facebook geräteübergreifend seine Texte synchronisieren.

ReadOut! nutzt dabei den vorinstallierten Dienst des jeweiligen Geräts für die Text-zu-Sprache-Ausgabe.Wer also andere Stimmen wünscht, musst selbst auf die Suche gehen. Tonhöhe und Geschwindigkeit sowie eben die Sprache an sich sind aber direkt in der App anpassbar. Wie bekommt man nun denn die Inhalte zu ReadOut, die man sich vorlesen lassen will? Dafür empfiehlt der Entwickler Sven Ziegler einfach die Teilen-Funktion der Qeullen-App. Aber es geht natürlich auch ganz oldschool via Copy-and-Paste – z. B. aus WhatsApp heraus.

Funktioniert das Spielchen? Ja, ich habe mal bei einigen meiner Stamm-Websites und auch hier aus dem Blog z. B. einfach aus Chrome Inhalte mit ReadOut geteilt und sie werden dann eben in der App vorgelesen – wie es ja auch sein soll. Wenn ihr das wollt, markiert die App den Teil, der gerade vorgelesen wird, in der Farbe Grün. Es wird auch automatisch weiter durch den Inhalt gescrollt. Auch das Vorlesen eigens eingegebener Texte, funktioniert tadellos.

Die Qualität der Sprachausgabe, die Art der Stimme, die Betonung, etc. beeinflusst ReadOut! wie gesagt, nicht, da auf eure Standardlösung für TTS (Text-to-Speech / Text-zu-Sprache) zurückgegriffen wird. In meinem Fall eben dann auch Google Text-in-Sprache. In der App-Beschreibung nimmt der Entwickler den Mund jedoch etwas zu voll, indem etwa vorgeschlagen wird: „Gerade keine Zeit den Kindern etwas vorzulesen? Ob Gutenachtgeschichte oder zwischendurch, „ReadOut!“ liest Ihrem Kind eine Geschichte vor, wenn Sie gerade keine Zeit dazu haben.“ – ein realistisches Anwendungsszenario ist das freilich nicht. Das sollte man schon aufgrund der Roboter-artigen Stimme, die gern mal bei Betonungen oder Zahlenangaben daneben greift, vermeiden. Es sei denn ihr seid wirklich extrem faul und hättet auch kein Problem damit, wenn der Terminator am Kinderbett für die Abendunterhaltung zuständig wäre.

Ansonsten macht ReadOut! aber genau das, was die App eben verspricht: Texte vorlesen und das auch ohne Probleme. Tatsächlich fand ich die Funktion ganz praktisch, als ich beim Abwaschen stand und mal einen Artikel aus der FAZ konsumieren wollte. Klar, es gibt auch andere Apps mit ähnlichen Funktionen, aber ReadOut! ist definitiv eine nette und unkomplizierte Option. Der Entwickler hat gegenüber uns auch versprochen die App noch weiterhin zu pflegen und gerne auf Rückmeldungen zu gewünschten Features einzugehen. Mir hat gut gefallen, dass man sich auf eine Funktion fokussiert und diese auch benutzerfreundlich ausführt. Die App ist sehr gradlinig und ohne unnötigen Ballast. Das sagt mir persönlich immer sehr zu. Falls ihr ReadOut mal antesten wollt, findet ihr die App direkt bei Google Play.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. *Text-to-Speech-App :p

  2. Danke für die Review meiner App! 🙂

  3. Danke für den Tipp.
    Gleich die Premium Version gekauft.

  4. Hab versucht, mir mitReadOut Text-Inhalte der Android-App Presseschau (https://play.google.com/store/apps/details?id=it.pinenuts.rassegnastampa) vorlesen zu lassen und zwar den Zeitungsartikel http://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/putin-ueberrumpelt-westen-mit-vorschlag-zur-ukraine-15203404.html per Teilen. Fehlermeldung „Sorry, but we couldn’t extract any content from the supplied URL“.

    Wenn ich den Artikel per Teilen an meine Zwischenablage übergebe, ist dort die URL des Artikels und die oben angegebene URL zur App.

    Wenn ich den Artikel per Teilen an die App Pocket übergebe, wird er mir vorgelesen.

  5. André Westphal says:

    @bat also wenn du z. b. die URL direkt aus Chrome nimmst, geht es reibungslos – ich hab ja auch bewusst die FAZ getestet.

  6. Hallo @bat,

    ich gucke mir die Presseschau-App mal an und versuche den Fehler zu reproduzieren. Klappt das nur mit dem einen Artikel nicht, oder ist das generell ein Problem mit der Presseschau-App in Kombination mit ReadOut?

  7. Es scheint daran zu liegen, dass beim Teilen aus der Presseschau-App 2 URL übermittelt werden. Ich habe jetzt die zweite URL in der Zwischenablage entfernt und die erste URL aus der Zwischenablage per Teilen an ReadOut! gesendet. Das wurde korrekt vorgelesen.

    In Pocket ist dieser Umweg nicht nötig.

  8. App an sich ist ja schon mal ganz Gut
    Bis TTS einen Hauch von Menschlichkeit bekommt dauert es aber wohl noch ein bisschen 😉

  9. Hmm – ich hatte gehofft, dass die App hier vielleicht irgendwas besser kann als die diversen anderen tts Apps – hab ich’s überlesen?

  10. Hallo @meeee,

    was genau verstehst Du denn unter besser machen? Ich gehe als Entwickler der App natürlich voreingenommen an die Bewertung, aber meiner Meinung nach ist meine App von der Bedienbarkeit deutlich besser als die anderen Apps. Manch andere Apps sind von der Bedienung so umständlich, oder Funktional so eingeschränkt, dass immer etwas für mich nicht gepasst hat.

    Was genau gefällt Dir denn an den diversen anderen TTS Apps nicht?

  11. Meine Beiträge werden sehr oft vom Automatismus des WordPress-Spamfilters ‚verschluckt‘ (gibt keine Whitelist) mit der Folge, dass die spätere manuell Freischaltung meine Option, bei weiteren Kommentaren eine Mail Nachricht zu bekommen, nicht greift. Lästig.

  12. Hallo @bat,

    ich habe gute Neuigkeiten für Dich. Ich konnte den Fehler reproduzieren und beheben. Das nächste Update wird mit den FAZ-Artikeln aus der Presseschau keine Probleme mehr haben. Sind Dir noch weitere Nachrichtenseiten aufgefallen, die nicht funktioniert haben?

  13. @Sven Ziegler

    Ich lese keine anderen Nachrichtenseiten und bei den 10 Tageszeitungen, die ich mir über Presseschau anschaue, wird das Problem überall das gleiche sein, dass Presseschau diese Eigenwerbung mit in den Text seines Teilens aufnimmt.
    Wenn du mich über diesen Fett vom nächsten Update informierst, teste ich auch andere Tageszeitungen in Presseschau. Mittlerweile hat die Benachrichtigungsoption gegriffen.

  14. @bat

    Was genau meinst Du mit „diesen Fett“? Sieht nach Autokorrektur aus, aber ich kann es dennoch nicht entschlüsseln.

    Ich habe auch ein paar andere Anbieter in der Presseschau-App getestet und die funktionieren, zumindest mit meiner neuen Entwickler-Version, jetzt tadellos.

  15. Sorry: ich diktiere meine Texte im Handy und da wird manches falsch geschrieben und von mir nicht rechtzeitig entdeckt.
    „Fett“ sollte „Thread“ heißen.

  16. @bat

    Die neue Version 2.7.0 von ReadOut! wurde gerade veröffentlicht und sollte nach und nach im Play Store verteilt werden. Jetzt solltest Du Dir die Artikel aus der Presseschau-App anhören können. Falls nicht, würde ich mich über eine kurze Nachricht Deinerseits freuen. 🙂

  17. @Sven Ziegler

    Ja, Vorlesen klappte gut. Sehr einfach. Danke!

  18. Prima, freut mich zu lesen. 🙂

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