Radon: einfache Inhalte teilen via Ultraschall

Radon_IconHeutzutage kann vieles so einfach sein. So gut wieder jeder hat ein Smartphone dabei und ist jederzeit in der Lage, unterwegs Informationen per Internet abzugreifen. Findet man dann was Interessantes im Netz, dann teilt man es gern mit seinen Freunden. Das passiert entweder über Messenger, etc. die alle auf das mobile Netz zugreifen, über Bluetooth oder WiFi-Direkt oder aber inzwischen auch via NFC (Near Field Communication). Wem aber war bewusst, dass die Dinger sogar über Ultrasschall kommunizieren/Daten austauschen können? Eben! Radon beweist es Euch. Auch wenn die Möglichkeiten noch gering ausfallen…

Vermutlich werden viele Leser nun dazu tendieren, zu denken, dass dieses Thema niemanden sonderlich interessieren würde, da man auch einfach viel zu wenig davon hört – quasi nix. Das möchte ich ändern, denn sogar Google hat das Thema anscheinend so sehr interessiert, dass man die Technik klammheimlich in seine „Nearby“ API integriert hat. Der Abschnitt liest sich wie folgt:

Nearby uses a combination of Bluetooth, Bluetooth Low Energy, Wi-Fi and near-ultrasonic audio to communicate a unique-in-time pairing code between devices. The server facilitates message exchange between devices that detect the same pairing code. When a device detects a pairing code from a nearby device, it sends the pairing code to the Nearby Messages server for validation, and to check whether there are any messages to deliver for the application’s current set of subscriptions.

Wie das Ganze funktioniert? Nun, das menschliche Ohr kann Frequenzen zwischen 20 Hz und 20 KHz verarbeiten. Alles, was drüber oder drunter liegt, wird von der Mehrzahl der Menschen einfach nicht gehört. Kinder sind ein gutes Beispiel, da sie häufig Geräusche wahrnehmen, die ihre Eltern oder Großeltern einfach nicht hören können. Deren Gehör ist nicht mehr so sensibel. Der Trick ist, dass man Daten nun zwischen 17 und 18 KHz versendet und niemand stört sich daran. Das hat man bei Azoft R&D erprobt und in eine App – Radon – umgesetzt. Folgendes Video demonstriert, wie das funktioniert:

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/GPntMT_8UuQ

Dadurch, dass Google die Funktion bereits in seine API integriert hat, kann jeder, der mindestens die Google Play Services 7.8 installiert hat, auf dieses Feature zurückgreifen. Startet man die App, fragt diese danach, Berechtigung für die Nearby API zu erlangen. Danach beginnt sie sofort nach Inhalten zu scannen, die verschickt werden könnten. Der Haken: Mehr als URLs und Text lässt sich aufgrund der Technik nicht versenden, der Einsatzbereich fällt ergo recht schmal aus. Wenn nun ein anderes Gerät Radon öffnet, empfängt dieses direkt die Informationen und öffnet URLs sofort im Browser oder zeigt den empfangenen Text an.

Sollten doch einmal Internetinhalte benötigt werden, greift die App einfach zur Datenverbindung. Wie in der Quelle habe auch ich beim Test der App mit Huawei P9 und Nexus 5, alle Datendienste deaktiviert. Bluetooth und NFC sind bei mir eh immer aus. Das Öffnen der URL „http://www.stadt-bremerhaven.de“ klappte ausgezeichnet. Gehört hab ich auch nix 😉

Wollt Ihr die App selbst testen, dann navigiert zum Play Store. Dort ist sie kostenlos erhältlich:

Radon - Share using Ultrasound
Radon - Share using Ultrasound
Entwickler: Nam Nghiem
Preis: Kostenlos
  • Radon - Share using Ultrasound Screenshot
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Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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10 Kommentare

  1. CamelCase says:

    Nur ein weiterer Beitrag zur akustischen Umweltverschmutzung a la Ultraschall-Marderschreck und Co.

  2. Karl Kurzschluss says:

    Da wird sich mein Kater aber „bedanken“, wenn das Smartphone irgendwelchen Schall verschickt, den ich nicht hören kann. Als ob’s nicht schon genug Möglichkeiten gäbe, Inhalte zu teilen.

  3. Also sehe ich dann an der Reaktion meines Hundes, dass die Menschen auf der Parkbank nebenan gerade Daten tauschen.

  4. Schon beim Beitrag lesen, war mir klar, dass unter den ersten Kommentaren mindestens ein „Mimimimimi“ ist… 🙂

    Danke für den Artikel, auch wenn das Einsatzgebiet wirklich klein ist, finde ich sowas immer durchaus interessant und spannend.

  5. @me: Ich bin kein großer Fan von „einfach machen, was machbar ist“ und dann, wenn es Probleme gibt, sagen „ups, DAS konnte ja keiner ahnen!“. Gerade im Bereich akustische/optische/Strahlenverschmutzung könnte man ja mal ein wenig sensibel sein und nachdenken, ob die Technologie Nachteile haben könnte.

    In diesem Fall sehe ich das nicht besonders kritisch, aber es gibt genug technologische Ansätze in allen möglichen Bereichen der Naturwissenschaft, die man vielleicht vorher genauer beleuchten und hinterfragen sollte, bevor man sie flächendeckend auf die Menschheit loslässt.

  6. An die Nörgler, ihr solltet dann aber auch den Fernseher, Radio u.s.w. abstellen. Denn das können die lieben Haustiere schließlich auch hören.

  7. Star Craftler says:

    meine Fresse. Ich hab so ein Signalzeug studiert und kann euch sagen, dass ihr alle mal euren Aluhut aufsetzen könnt. Die US-Wellen die dabei rauskommen oder generell von eurem Handy rausgehen sowie ankommen sind NICHTS, aber auch GAR NICHTS. Und mal ehrlich… die US-Wellen da sind in ein paar Metern weg und niemand hört je wieder von Ihnen. Das ganze heißt Dämpfung und habt ihr wohl auch in eurem Hirn.

  8. Es gibt ja schon einige Apps die seit einigen Monaten die Nearby API integriert haben – zum Beispiel Pocketcasts. Hier muss erst einmal der Nutzer in Aktion treten damit es aktiv wird, also kann ich die Kritiken absolut nicht nachvollziehen. Es ist ja kein Feature was rund um die Uhr aktiv läuft.

    Ich kann zu dem Thema die jüngste I/O Session empfehlen in der neben der Nearby API auch das im Artikel erwähnte neue Feature erklärt wird.
    https://youtu.be/Acdu2ZdBaZE

    Google betrachtet es als eine „Ergänzung“, die insbesondere dann von Vorteil ist wenn Geräte kein NFC besitzen und aus Sicherheitsgründen sichergestellt werden soll dass sich die Geräte in einem Raum befinden. Bluetooth allein hat dafür eine zu große Reichweite. Aus dem Grund nennt Google es auch „Earshot“.

  9. Getestet und für nervend empfunden.

    Das ist noch schlimmer, wie ständig Netzteile oder alte Röhrengeräte zu hören. 😉

    Ich hoffe jetzt nicht überall Aufsteller aufgebaut werden, die damit irgendwelche URLs verbreiten wollen. Hoffentlich bleibt es nur eine kurzlebige Spielerei.

  10. Demnächst wenns mit Biohacking los geht nutzt man dann Hunde und Katzen um Ultraschall Datenübertragung abzufangen? Dysotopie und so…

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