Qualcomm würde gerne Chips an Huawei liefern

In diesem Jahr wird noch das Huawei Mate 40 erscheinen. Das letzte seiner Art, denn es wurde Berichte bekannt, dass es wohl das letzte Smartphone von Huawei mit High-End-Kirin-Chip sein werde. Grund hierfür sind die Sanktionen der US-Regierung, die es Huawei unmöglich machen, mit Partnern aus den USA oder solchen zusammenzuarbeiten, die US-Technologien einsetzen. Deswegen wird TSMC, ein Chip-Auftragsfertiger und Partner der Chinesen, für Huawei zwar noch bereits getätigte Bestellungen abwickeln, dann wird jedoch Feierabend sein. Ein herber Schlag für Huawei und Partner, die ein großes Auftragsvolumen verlieren.

Das Wall Street Journal berichtet aktuell, dass es eine Qualcomm-Präsentation erhalten habe, in der das Unternehmen bei der US-Regierung Lobbyarbeit für die Aufhebung der Beschränkungen und den Verkauf von Snapdragon-Prozessoren an Huawei betrieb. Sprich: Qualcomm baggert an der Regierung, dass man Huawei Prozessoren verkaufen darf.

Das aktuelle Verbot werden laut Qualcomm Huawei nicht daran hindern, notwendige Teile zu beschaffen, und könnte „Milliarden Dollar“ für Unternehmen wie MediaTek und Samsung bedeuten – die US-Unternehmen flöten gehen. Die Aufhebung des Chip-Verbots würde amerikanischen Unternehmen theoretisch helfen, wettbewerbsfähiger zu bleiben.

Es könnte zu einer „raschen Verschiebung des Marktanteils von 5G-Chipsätzen“ kommen, wenn Qualcomm eingeschränkt wird, während seine ausländischen Konkurrenten dies nicht sind, so Qualcomm.

Einigen wenigen Unternehmen ist es gelungen, durch Lizenzen Ausnahmen vom US-Verbot zu erreichen, so z. B. Intel und Micron. Qualcomm unternimmt offenbar bald auch einen Versuch. Die Erfolgschancen dürften geringer als bei Intel sein. Smartphones stellen einen wichtigen und großen Teil des Geschäfts von Huawei dar – das ist bei Notebooks etwas anders. Eine so große Ausnahme könnte als Schwächung des Verbots angesehen werden. Es wäre auch lächerlich inkonsequent.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. Milliarden Dollar für Mediatek wäre absolut Positiv damit ein ernsthafter Konkurrent zu Qualcomm entsteht. Der aktuellen Mediatek Dimensity 1000+ ist schon nahe an der Leistung des Topmodells von Qualcomm SD865. Leider wird Mediatek abseits von Low Budget von den Herstellern bisher kaum beachtet. Immerhin fängt Xiaomi & Vivo jetzt an die ersten Topmodelle mit Mediatek SoC zu produzieren.

    Beim Image Prozessor liegt MTK noch zurück. Hier könnte Huawei seinen führenden Image Prozessor an MTK lizenzieren.

    Die Preise die Qualcomm für den SD865 verlangt sind unverschämt und der kommende SD875 wird nochmal deutlich teurer.

    • Bei MTK ist (war) ja nicht nur die Leistung ein Nachteil, sondern auch die Verfügbarkeit von Treibern, so dass du später, wenn der Hersteller den Support eingestellt hat, nicht einmal die Chance hattest, auf ein 3rd-Party-Android umzusteigen. Gab es einfach nicht.

      • Genau deswegen hole ich mir kein Smartphone mit Mediatek-SoC. Hat sich die Treiber-Situation eventuell schon verbessert? Android Upgrades sind langsam bei vielen Geräten normal geworden.

  2. Überall wo die Politik eingreift geht es am Ende ordentlich schief.

    LG Bernhard

    • Sehschlange says:

      Das sehe ich so nicht. In diesem speziellen Fall sogar überhaupt nicht!

      Es ist legitim und auch egal, ob Privatpersonen ihre unwichtigen Daten einem Smartphonehersteller anvertrauen, der eng mit der Chinesischen Regierung zusammenarbeitet. Die interessieren sich nicht für Urlaubsfotos, Nacktbilder oder den Zugangsdaten zum Girokonto.

      Bei einem Anbieter von Infrastruktur sieht das schon ganz anders aus.

  3. in dem fall geht es den US firmen und der US Regierung nur um Amerika First….. Das liest man doch eindeutig raus. US Firmen könnten Milliarden verlieren

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