Qualcomm Quick Charge 5 vorgestellt: Nun auf über 100 Watt ausgelegt

Qualcomms Schnellladestandard aus dem Jahr 2017, Quick Charge 4+, bekommt einen Nachfolger: Quick Charge 5 verbessert die Effizienz gegenüber dem Vorgänger sowie die maximale Ladeleistung. Gegenüber Quick Charge 4 ist man gut viermal schneller.

Quick Charge 5 soll Geräte innerhalb von fünf Minuten von 0 auf 50 Prozent bringen. In etwa 15 Minuten soll das typische Endgerät dann voll geladen sein – ist natürlich auch immer abhängig von der Akkukapazität. Hierfür setzt Qualcomm auf eine Ladeleistung von über 100 Watt – ähnlich wie sie Oppo und andere BBK-Unternehmen letztens vorstellten – hier bleibt die Ladetechnologie jedoch unter zahlreichen Namen dem eigenen Konzern vorbehalten.  Der Power-Delivery-Standard ist derzeit auf maximal 100 Watt gedeckelt.

In Quick Charge 5 sind künftig Eingangsspannungen von über 20V möglich. Von der verdoppelten Spannung profitiert man auch, da es nun möglich ist – Oppo hat es vorgemacht – einen großen Akku in zwei kleinere Zellen zu splitten. So verdoppelt man schon auf ganz natürlichem Wege die Ladegeschwindigkeit bei gleichbleibenden Auswirkungen, wie beispielsweise Temperatur, auf den Akku. Neben kabelgebundenem Laden ist die Ladeinfrastruktur mit dem Qualcomm SMB1396 und dem SM1398 auch auf kabelloses Laden ausgelegt.

Gegenüber Quick Charge 4+ sei nach Qualcomms Aussagen die Effizienz um 70 Prozent gesteigert worden. Auch eine Abwärtskompatibilität behält man bei: So lässt sich mit dem Quick-Charge-5-Netzteil Hardware mit untergeordneten Standards auf deren Maximalgeschwindigkeit laden und auch USB-Power-Delivery wird unterstützt. Aber auch mit Quick Charge 5 ausgestattete Geräte lassen sich mit alten Netzteilen (siehe Tabelle) laden:

So ist ein Quick-Charge-5-Netzteil darauf ausgelegt sowohl sämtliche Quick-Charge-Standards seit Quick Charge 2 als auch Power Delivery zu unterstützen. Das Netzteil stellt dazu mindestens 20 Volt sowie 5A zur Verfügung – je nach Ladestandard passt man die Leistung adaptiv an.

Neben der Effizienz hat man bei Quick Charge 5 auch Mechanismen implementiert, welche die Batterielebensdauer verlängern sollen. So achtet man auf die Ladetemperatur, welche bis zu 10 Grad Celsius unter der von Quick Charge 4 liegen soll. Mit über 12 Spannungs-, Strom- und Temperaturschutzvorrichtungen behält man den Ladevorgang „im Auge“ und schützt außerdem vor Überspannung.

 

Quick Charge 5 soll im 3. Quartal 2020 auf ersten Endgeräten anzutreffen sein. Neben dem Snapdragon 865 sowie 865 Plus unterstützt man auch künftige – hauseigene – Premium-SoC.

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Felix Frank

Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Student auf Lehramt. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Das schöne ist, dass man da voll auf USB-C PD-PPS setzt – also eigentlich einen vorhandenen Standard nur zertifiziert.
    Da ist zB das Baseus BS-E915 schon kompatibel und manchmal für 27€ zu haben 🙂

  2. Richard Rosner says:

    Herzlichen Glückwunsch. Bei 100 W is mehr ist der Akku dann nach nem Jahr durch…

    • Glaubst Du wirklich sowas haben die Ingenieure die das Verfahren entwickelt haben nicht bedacht?

      • Richard Rosner says:

        Natürlich haben sie das. Nennt sich Kapitalismus im Endstadium.

        Auch wenn es die wenigsten Hersteller öffentlich zugeben, aber auch schon deutlich langsamere Schnelladetechniken sind nicht dazu gedacht, sie ständig zu nutzen. Um solche Leistung auch langfristig auszuhalten bräuchte es grundlegend andere Akkutechnologien. Zumal es die ohnehin braucht für höhere Energiedichten.

        • Mit aktueller, und wohl auch zukünftiger, Schnellladetechnik kannst Du mindestens mal 4-5 Jahre problemlos Dein Smartphone laden bevor es zu nennenswerten Leistungseinbußen kommt.

          • ich fänd das geil, wenn man das 4-5 Jahre gar nicht laden müsste, bevor es zu nennenswerten Leistungseinbußen kommt

          • Richard Rosner says:

            Das wage ich doch sehr stark zu bezweifeln. Das mag vielleicht im Labor funktionieren. In der Realität ist aber meist nach eher 2-3 Jahren Schluss.

  3. Ich freue mich auf das erste Ladegerät mit Drehstromanschluss

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