Porno-Abmahnung aufgrund Streaming entpuppt sich als ausgewachsene Abmahnwelle

Vor ein paar Tagen berichteten wir hier über die „erste Porno-Abmahnung wegen Streamings„.  Ein Benutzer wurde abgemahnt, weil er sich auf der Plattform Redtube einen Pornofilm angeschaut haben soll. Die abmahnenden Rechtsanwälte teilten mit, dass die Mandantin (The Archive AG) vor dem LG Köln den Internet-Service-Provider des Abgemahnten “gemäß § 101 Absatz 9 auf Auskunft” in Anspruch genommen hätten.

redtube-4

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Hielt man den Spaß erst einmal für einen Einzelfall, so kristallisiert sich mittlerweile heraus: das Ganze ist eine Abmahnwelle. In unserem Beitrag meldeten sich Betroffene zu Wort und Rechtsanwalt Christian Solmecke ließ heute morgen über Twitter verlauten: bereits am Nikolaustag haben sich 300 Betroffene gemeldet, die eine Abmahnung im Kasten hatten. Sie alle bekamen eine Abmahnung der Regensburger Kanzlei U+C, die in der Vergangenheit schon bei Abmahnungen im Bereich der Erotikfilme aktiv gewesen sein soll.

Die abgemahnten Nutzer sollen nun 250 Euro zahlen: 149,50 € Rechtsanwaltsgebühren zuzüglich einer Pauschale von 20 € für Post und Telekommunikation. Hinzu kommen 15,50 € Schadenersatz und 65 € an Aufwendungen für die Ermittlung. Der Streitwert ist mit 1080,50 Euro angesetzt worden. Die Kanzlei Wilde Beuger Solmecke sieht das Anschauen der Filme über ein Streamingportal nicht als Straftat an:

Aus unserer Sicht haben die Nutzer hier keine Straftat begangen. Anders als es zum Beispiel bei Kino.to der Fall war, werden die Filme auf Redtube nicht offensichtlich rechtswidrig (im Sinne des Urheberrechts) verbreitet. Sofern also beim Anschauen der Filme überhaupt eine Kopie auf dem eigenen Rechner erfolgt, ist diese als legale Privatkopie gemäß § 53 Urheberrechtsgesetz einzustufen. Hinzu kommt, dass die einzige Kopie, die hier überhaupt angefertigt wird, lediglich in einer wenige Sekunden langen Zwischenspeicherung im flüchtigen Zwischenspeicher des Computers (RAM) besteht. Solche Kopien sind meiner Meinung nach gemäß § 44a Urheberrechtsgesetz erlaubt.

Solmecke weiter:  “Es ist noch ist völlig offen, wie die Kanzlei an die IP-Adressen der Nutzer gekommen ist. Denkbar ist, dass die Plattform die Adressen selbst herausgegeben hat. Klar ist schon jetzt, dass das Landgericht Köln die Herausgabe der IP-Adressen gestattet hat. Soweit ersichtlich, sind viele Telekom Kunden von den Abmahnungen betroffen. Die aktuellen Abmahnungen beziehen sich auf das Anschauen von Filmen im August 2013, ich gehe davon aus, dass nun kontinuierlich weitere Abmahnungen folgen werden.“

Ich bin gespannt, was hier nun genau passiert, denn der Bereich Streaming ist groß, sehr groß – und er umfasst nicht nur Pornofilme.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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89 Kommentare

  1. Seit Jahren flattern mir immer wieder irgendwelche Abmahnungen ins Haus, seit dem Spar ich mir den Anzünder für den Kamin. 🙂

  2. „Es ist noch ist völlig offen“ ?

  3. Wie sind die rechtssicher an die IPs gekommen?!

  4. Interessant, dass die Abgemahnten bei der Telekom sind. Rückt die Telekom besonders leicht die Nutzerdaten heraus? Und unsere kommende Regierung (vor allem auf Druck der CDU/CSU) möchte auch noch die Vorratsdatenspeicherung einführen. Dann wird das massenhafte Abmahnen noch einfacher.

  5. Ich frage mich nur, was am Streaming falsch sein soll, wenn es sich nicht um Raubkopien handelt. Müsste man dann nicht auch abgemahnt werden, wenn man eine Mediathek nutzt?

  6. U+C ist schon einschlägig bekannt und hat dabei auch schon gerichtlich einen auf den Deckel bekommen. Vom Abofallen-Abzocker zum verurteilten Massenabmahner:

    http://www.shopbetreiber-blog.de/2013/08/12/massenabmahner-und-ihre-anwalte-haften-personlich/

  7. Es geht also um Urheberrecht, habe ich das richtig verstanden?

  8. Wie ist den die Lage bei Youtube? Kommt in Zukunft noch eine viel größere Welle auf und zu?

  9. Mache ich mich jetzt auch strafbar, wenn ich spotify nutze? ist ja auch streaming -.-

  10. Ich könnte mir vorstellen das Redtube selber mit drinsteckt, gehen wir davon aus das sich 300 abgemahnte gemeldet haben wird die dunkelziffer auch bei 2000 und mehr sein, da sind wir schnell im Millionenbereich…..

  11. Es geht hier nur um die Monetarisierung des Schamreflexes bzw.die eiskalte Kalkulation, dass Ehemänner und Partner lieber zahlen als mit ihren Frauen über Rechtanwaltsbriefe zu diskutieren.

  12. Es wird immer dubioser:

    In Tauschbörsen haben die Rechteinhaber gute Chancen den tatsächlichen Nutzer hinter der IP Adresse ausfindig zu machen.

    Beim Streaming sieht man aber in der Regel nicht, wer sich den Film XYZ gerade anschaut. Der Einzige, der hier einen schönen Überblick hat, ist der Betreiber des Servers bzw. der Internetseite!

    Jetzt frage ich mich natürlich, wo hat denn die Anwaltskanzlei bzw. der Rechteinhaber diese Information her, dass die IP Adresse Xxx.xxx.xxx.xxx zum Zeitpunkt X auf der Seite Y den Film Z geschaut hat? Der Internetzugangsprovider (Telekom) weiß das nicht. Die naheliegendste Lösung wäre:

    Die XXX-Seite wird direkt vom Rechteinhaber als eine Art Honeypot betrieben, und entsprechend hat er Zugang zu allen Zugriffsdaten.

    Quelle:

    http://bulaland.de/index.php/erste-abmahnung-von-streaming-keine-panik/

  13. 250€/Abmahnung * 2000 Abmahnungen = 500.000 €

    Naja knapp am „Millionenbereich“ vorbei. Dennoch würde ich auch sagen, dass Sie den vermutlich anpeilen.
    Da könnte man glatt in Versuchung kommen, doch noch auf ein Jura-Studium umzuschwenken. So viel Geld auf so einfache (und zu verurteilende) Weise… nicht schlecht!
    Vor allem wenn man bedenkt, dass nur 6,2% davon tatsächlich Schadensersatz sind.

  14. Wenn eine Abmahnung ins Haus flattert.. Zahlen oder nicht?

  15. …und sicher nicht unabsichtlich, damit im Erotikbereich anzufangen. Ich würde schätzen, dass weniger als die Hälfte der Betroffenen tatsächlich offen zugeben würden, wo sie unterwegs waren – und sich somit wehren könnten.

  16. Hinfahren uns so einem Rechtsverdreherpack mal richtig auf die Fresse hauen – DAS würde sicherlich Wirkung zeigen.
    Alles andere zieht in unserem „Rechtsstaat“ wohl nicht mehr.

  17. @nasabaer: glücklicherweise geht das nicht. Nicht das Du da hingehst und dann steht da einer vom Klitscko Format und haut Dir auf….

    Einfach ein dummer Kommentar.

  18. …zu dem Schüttel-Kino von Zuhause aus. Mir fehlen in dem Artikel folgende Hinweise;

    „Wer bezahlt, erkennt an.“ –> Wenn dann nach der 5. Abmahnung sich der Denunzierte Rechtsrat sucht ist es zu spät, Geld bekommt man nicht mehr zurück

    Abmanhanwälte spekulieren , wie Aboabzocker in ihrem Handwerk darauf, das wegen sozialer Verwerflichkeit – dumm da zu stehen, das eine Art Ablassgeschäft entsteht.

    Das es zu Verfahren kommt, halte ich für ausgeschlossen. Es ist wahrscheinlicher, das diese Spezies von Elendsjuristen sich in den Mund schießt.

    —-> http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Freiherr_von_Gravenreuth

  19. @Jo: Wenn die Seite ein Honeypot des Rechteinhabers wäre, begeht man aber beim Anschauen eines Videos keine Urheberrechtsverletzung, denn der Anbieter hat ja die Rechte für die Verbreitung.

  20. Na wenn das die Runde macht, dürfte der Großteil der deutschen Bevölkerung Abmahnungen bekommen.
    Auf YouTube ein nicht lizensiertes Video geschaut -> Abmahnung
    Auf einer Homepage ein nicht lizensiertes Bild angesehen -> Abmahnung
    Eine Homepage, die man besucht spielt im Hintergrund nicht lizensierte Musik ab -> Abmahnung
    Dafür darf man aber für jeden USB-Stick, jede Festplatte und jedes Speichermedium Gebühren an die GEMA abdrücken. Einfach mal wegen Generalverdacht.
    Diese Kanzlei versucht hier nur schnell Kohle zu machen, eigentlich sollte der Gesetzgeber mal etwas gegen die Abmahnindustrie unternehmen, die den Kragen anscheinend nicht voll genug bekommen kann.

  21. Na ist doch toll: So tötet man Online-Geschäfte. Streaming: tot. Cloud-Speicher im Ausland (besonders in den USA): tot. usw.
    Wenn Betreiber UND Provider so leicht (einfach ein Gericht fragen) IPs herausgeben, dann ist das IT-Geschäft bald in eglicher Hinsicht mause-tot.
    Weiter so.
    So machen Juristen (Regierung) Juristen (faulen Rechtsanwälten) Arbeit und dem Rest der Wirtschaft den Garaus.

  22. VPN, Hide my IP

  23. Bin gespannt, wann die ersten Honeypot-Seiten mit einem pixelgroßen, versteckten Porno online gehen. Da kann man richtig mit verdienen. Der Nutzer streamt, ohne es zu merken, und dubiose Briefkastenfirmen verdienen sich eine goldene Nase.

  24. ich würde, falls ich abgemahnt würde zurück klagen, 5000€ wegen täuschung:

    pornos sind laut gesetz nicht schützenswert
    streaming ist NICHT illegal
    absatz 9 zielt auf „gewerbliches ausmaß“-> eher für den hoster, man selbst hätte max. einen schaden einer dvd zu zahlen, aber nicht gewerblich ôo

  25. Also laut Stichcode bin ich Nr. 8774…
    Das sind dann 8774 * 250,-€ = 2.193.500,-€
    Und ich bin mit sicherheit nicht der letzte…
    Selbst wenn nur jeder 100-te zahlt weil er Panik hat, lohnt ich das Abzocken schon.

    Ich gebe lieber die 250,- für den Anwalt aus, als für die U + C …

  26. @Michi

    Und du hast den Film auch gesehen? Also jetzt nur um ein „wir schicken mal an alle“ auszuschliessen.

  27. Ich glaube ja fast, daß das eine Werbekampagne von RedTube ist. Wollen wir wetten, daß sich deren Zugriffe ordentlich vervielfacht haben?!

  28. @ nasabaer

    Guter Kommentar 🙂 ..:)! Ethisch eventuell diskussionswürdig, aber unzweifelhaft klasse :)!

  29. @Guntram: Wohl eher schlechte Presse. Ich denke da wird xhamster mehr Besucher bekommen^^ Naja.. ab jetzt sollte man p0rn und andere Streamingangebote nur noch mit dem Torbowser ansurfen.

  30. Ich glaube, daß nur Nutzer von der Telekom betroffen sind,
    wenn ich das alles so richtig gelesen habe.
    Dann wird auch dort der Informant sitzen, der die Nutzerdaten heraus gab.

    Ich bin auch davon überzeugt, daß diese Abmahnwelle keinen Erfolg haben wird.

  31. Und wieder wird hier Unsinn erzählt, vor allem von thelegend66943
    – „pornos sind laut gesetz nicht schützenswert“ Altes Webmärchen – ging da um einen bestimmten Einzelfall und stimmt so NICHT
    – „streaming ist NICHT illegal“ Dazu gibt es noch KEIN Urteil und KEIN Gesetz, stimmt also so nicht!
    – „gewerbliches Ausmaß“ darum gehts hier nicht. Der Abmahner bleibt ja unter der 150€ Grenze und haut noch andere „Ermittlungsgebühren“ drauf.

    Und wenn „Bjørn“ schon mehrere Abmahnungen erhalten hat, wird er sich bald über die ersten Schreiben vom Gericht freuen können. So ein Abmahner kann noch nach Jahren Klage erheben wenn er gerade Freizeit hat, kostet ihn ja nichts.

  32. Wer nicht nur rumheucheln, sondern handeln will, sollte seinen faulen Hintern mal wieder ins Reallife schwenken. Mit einem Kommentar unter „Caschys Blog“ oder einem virtuellen Daumen nach oben ist es nicht getan !

    Geht mal wieder auf die Straße, startet eine Unterschriftenkampagne oder schreibt eurem Bundestagsabgeordneten mal einen Brief !

    Immer diese Heuchelei. Virtuell können sie sich alle aufregen, aber dann über die Montagsdemonstranten in der Einkaufsstraße lachen…

    • Da ist was dran. Die Mehrheit der Deutschen haben gerade eine Partei in den Bundestag gewählt, die eine flächendeckende Vorratsdatenspeicherung einführen will. Das macht es den Massenabmahnern noch leichter.

  33. @ Mike

    Ich muss nur auf mir rechtskräftig zugestellte Briefe reagieren. Also Einschreiben, Amtsgericht etc.

  34. Das ist bei dem realen Streitwert auch mehr ein Sturm in Wasserglas. Man kann sich ja mal den Spass machen und in einen Gerichtskostenkalkulator Streitwerte eintragen. Real bei der illegalen Beschaffung eines solchen Filmes sind die Kaufkosten des Films, da wären 50€ schon hoch angesetzt. In der Gesamtsumme, würde man mit Bausch und Bogen verlieren (also Wort-Case-Sznario) würde man da auf ~400€ Gesamtkosten, also Prozesskosten samt Honorare der Anwälte beider Parteien etc. kommen.

  35. @Full ack: So einfach ist das leider nicht. Müssen ist relativ. Aber ein sogenanntes Postausgangsbuch reicht leider auch erstmal, um zumindest den Anschein zu erwecken, dass ein Schreiben an Dich rausgegangen ist. So habe ich das zumindest mal verstanden. Anwaltswelt halt. 🙁

  36. Warum werden dann nur Redtube streamer abgemahnt?

  37. Ab und zu soll es ja vorkommen daß der ein oder andere Brief bei der Post verloren geht. Niemand ist verpflichtet einer Abmahnung zuzustimmen. Im Gegenteil bei Zuwiderhandlung gibts das nächste mal noch ne Vertragsstrafe.

    Wir Deutschen lassen eh alles mit uns machen. Ob es das Bankgeheimnis ist, die neue Gesundheitskarte, Vorratsdatenspeicherung, Rasterfahndung mit Handynummern, kannste schauen wo du willst. Hier sagt keiner was. Ob man CDU oder SPD wählt ist auch vollkommen wurst, da ist die eine wie die andere.

    Das Problem ist doch jeder denkt nur, ihn betrifft es ja nicht, komme was wolle, was geht mich das an. Na dann, wollen wir hoffen das es dabei bleibt. Auf unsere Demokratie können wir wirklich Stolz sein. Ich sehe nicht das ich da eine Wahl habe. Entweder gewinnt die eine Seite oder die andere und beide vergessen nach der Wahl ihre Mehrheitsbeschaffer und verlassen die Tiefflugebene.

  38. @ J2C

    Ah, interessant. Man liest ja oft „Mit Nicht-Reagieren signalisierst du stillschweigend deine Zustimmung, also muss du widersprechen“. Wär‘ ja voll der Irrsinn! Kennt man aber aus „The Simpsons“ :D. Soweit ich weiß, ist so ein Szenario im Real-Life nie passiert.

  39. Was hier versucht wird ist doch klar. Die Kosten in einem Rahmen halten, in dem viele einfach so zahlen. Denn mit Porno zur Frau / Freundin rennen und zum Anwalt. Da sind sie dann zu feige.

    Das Problem. Wie die Leute an die IP gekommen sind läßt sich nur feststellen, wenn man die Leute selber vor Gericht zieht. Ist bekannt ob das schon jemand macht?

    So. Und wer dann noch genügend Kohle hat, der kann weiter klagen und feststellen lassen ob Streams eine Urheberverletzung sein können, in dem Fall. Ist ja nicht kino.to Und wenn das so sein sollte, dann ist zumindest für deutsche User ein Streamingprtal irgendwann tabu, denn die Anwälte werden sich weiter dumm und dämlich verdienen.

  40. Ich weiß schon, warum ich in diesem Rechtsstaat nur noch mit VPN unterwegs bin…

  41. Ich sehe auch gerade, diese AG sitzt natürlich in der Schweiz und nicht in Deutschland. Und die Inhaber sind wieder über zig Ecken „verschleiert“

  42. Der letzte Satz dieses Blogbeitrages macht mir am meisten Kopfzerbrechen und bringt es auf den Punkt. Eine riesen Sauereiist das was hier wieder abgezogen wird. Bin gespannt was da noch rauskommt.

  43. Hier https://www.xing.com/profiles/Tom_Urmann kann sich jeder mal bei dem Herrn Rechtsanwalt bedanken… Unmöglich das ganze..

  44. @Abe
    Und schon wieder falsch. Der Abmahner kann sich vor Gericht einen Streitwert ausdenken, der z.B. die Produktion des Films umfasst, beispielsweise 25.000 Euro. Das kann man dann wieder bestreiten und das Gericht festlegen lassen, dann kommt sagt der Richter z.B. „wir halten 5000 für angemessen“. Und schon kannst Du an Deine Kostenrechnung eine Null anhängen….
    Nie vergessen: vor Gericht entscheidet nicht gesunder Menschenverstand, sondern wer die Paragraphen besser verdrehen kann.
    @Full ack
    Es geht nicht um Zustimmung bei Nichtreaktion. Wenn Du nichts machst, fährt der Abmahner automatisch die nächsthöhere Maßnahme los, in der Hoffnung, dass spätestens bei Mahnbescheid oder Klageerhebung gezahlt wird. Und spätestens auf diese Briefe musst Du reagieren. Wenn der Abmahner aber vorher schon mitkriegt, dass Du nicht so einfach mitmachst, wird er bei unklarer Rechtslage VIELLEICHT aufgeben, um sich gehorsamere Opfer zu suchen.
    @TheRave
    Schon mal gemerkt, dass selbst das Finanzamt kaum noch Einschreiben verschickt? Es gibt Gerichtsurteile wo klar geurteilt wurde, dass auch normae Briefe bei Nachweis der Absendung allgemein als zugestellt gelten, weil der Prozentsatz „verschwundener“ Briefe verschwindend gering ist. Verrückt, aber ist so. Du kannst nicht beweisen, einen Brief NICHT bekommen zu haben. Die andere Seite kann aber nachweisen, ihn eingeworfen zu haben. Und Richter sind faul und ziehen immer alte Urteile heran, um selber keins sprechen zu müssen.

    nasabaer hat schon recht – dieser Mafia würde man nur beikommen, indem sich öfters mal genug Leute per Facebook oder so zu einer sportlichen Veranstaltung mit Baseballschlägern verabreden….

  45. Da mich das Thema schon interessiert, habe ich in einigen Law Blog mal nachgelesen. Die Masche ist glasklar. Abzocken. Denn:

    Hinter der CH verstecken sich 2 sehr bekannte Abmahnanwälte aus Rhein-Main und Berlin. Dazu eine Firma aus Offenbach, die dafür auch schon lange bekannt ist.

    Die Anwaltskanzlei verlangt die Überweisung nach CH und nicht zur Kanzlei nach Deutschland, wie sonst üblich. Sehr komisch. Die Sache mit der IP ist schon merkwürdig, aber was, wenn man einfach mal mit zB 100.000 IPs zum Gericht nach Köln geht, die haben ja die Genehmigung für die Adressen gegeben und einfach ins Blaue schiesst?

    Es muss ja jemanden geben, die hin und wieder mal einer der großten Free-Porno-Websites besucht. Das ganze dann noch vor Monaten (August) und fertig ist es. Die Kohle ist ja eh in der Schweiz.

  46. Hätten die Betroffenen den Film mal im Laden geklaut… 😉

  47. Ist interessant was da so langsam sein „könnte“. Alle Abgemahnten sind (zur Zeit bekannt) ausschl. Telekomkunden. Die Benutzerkennung bezieht sich nämlich auf den Telekomaccount, die in der Abmahnung steht. Kein Account bei redtube.

    Mehrere Leute haben jetzt auch bericht, am besagten Tag auch Mails der Telekom bekommen zu haben, in denen darauf hingweisen wird, dass von ihrem Account unerwünschte Zugriffe auf Fremdcomputer erfolgten. http://www.it-recht-deutschland.de/?p=281391 Oha. Ein Virus, der Zugriffe generiert um die Grundlage von Abmahnungen zu sein? Ein interessanter Fall.

  48. Jomei, danke für den Link, das ist ja spannend wie ein Krimi. Inzwischen gigt es ein Update:
    http://www.it-recht-deutschland.de/?p=281420
    „Es scheint daher sicher, dass die Abgemahnten vorliegend entweder Opfer einer “Phishing”-Falle oder eines Virus geworden sind, ggfs. sogar beides, denn es erscheint uns nicht ausgeschlossen, dass über die Seite “retdube.net” (oder eine andere, ähnlich klingende Seite, von der derzeit noch keine Kenntnis besteht) auch Malware auf ein unzureichend geschütztes System aufgespielt wird.“

  49. Ok, falls es noch jemanden juckt 🙂 die IPs kommen wohl von solchen skimmed traffic Dienste. Mit involviert ist nämlich die Website movfile.net und retdube.net. Beide kurz vorher in Panama registriert. Dazu der Trafficverkäufer Trafficholder.com, der in den Logfiles der betroffenen User auftaucht. So greift man dann die IP ab.

  50. Das ist wiedermal eine moderne Abzocke von vielen um einfach für eine Abmahnung sich ein Vermögen anzuheufen mit wenig aufwand nichts anderes ist es. Für jeden den es betrifft : ruhig bleiben, Brief öffnen und lesen dann beiseite legen und nicht BEZAHLEN ! Man muss erst auf solche Briefe sich melden wenn ein Brief von ser Staatsanwaltschaft kommt sonst nicht darauf reagieren.

  51. Kann jemand vielleicht einen größeren Zusammenhang mit Firmwaredatum 10/2013 erkennen? Mir fehlt da jede Kompetenz.

    http://hilfe.telekom.de/hsp/cms/content/HSP/de/3388/FAQ/theme-323378321/Speedport-W-723V-Typ-B

    …..seh‘ schon Gespenster 😀

  52. Da kommt man ins Grübeln :(. Am 2. Oktober musste ich einen Speedport resetten.

    Naja, muß nichts bedeuten…

  53. Vpn wie hdma bitte vermeiden!
    Die App Peer-Block schützt einen vor ganz vielen IP berreichen 1.000.000.000 IPv4 Adressen habe ich in der Blockliste.

    Nicht Zahlen, nicht melden und kein Anwalt einschalten!
    DIE WERDEN NIE KLAGEN da bei 50.000 Ab,mahmungen ca. 5-10% Zahlen!

  54. @GuteType

    Würden wir vor die Tür gehen, bräuchten wir die Pornos nicht.

  55. Ein herrliches Bild :D! Hose/Rock durchlüften, vor’s hypothekenbelastete Eigenheim treten und Senor Dingdong die große weite Welt zeigen 😉

  56. @ Mike 7. Dezember 2013 um 19:48 Uhr

    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Finger von der Tastatur lassen.

    Es ist und war schon immer so, dass Behörden, also auch das Finanzamt, bei Postsendungen pre Gesetz priveligiert waren und sind.
    Bei Behörden gilt eine Postsendung 3 Tage nach der Aufgabe zur Post als zugestellt.

    Das gilt aber nicht für Postsendungen im privaten Bereich. Bestreitet man dort den Zugang eines Schreibens, muss der Versender das Gegenteil beweisen. Daher gibt es auch Einschreiben mit und ohne Rückschein, per Einwurf oder Übergabe.

    Bei Abmahnungen ist es nur so, dass als Voraussetzung für eine Klage ein Abmahnschreiben nicht abgeschickt werden muss. Eine Klaage kann sofort eingereicht werden. Konsequenzen kann es dann wegen der Kostentragung haben. Darüber sollte sich jeder dann aber selbst informieren, weil es hier den Rahmen sprengen würde.

  57. @Mike >> VPN, Hide my IP

    Einfachste Lösung. Das Problem dabei ist wir lassen diesen Parasiten unserer Gesellschaft freien Raum geben, um ihr nichtsnützendes Dasein weiter zu führen.
    Das ist gerade die Ursache dafür, dass Parasiten in unserer Gesellschaft Oberhand gewinnen, weil diese keiner bekämpft.

  58. All diese GEMA, GEZ, Abmahn-Branche sind schlimmere Parasiten als Hartz4, weil sie freien Lauf bekommen und ganz oben einnisten.

  59. Gerechtigkeits-MAN says:

    Wie wäre es mit einer Sammelklage gegen die Bundesregierung, die hat uns das alles mit ihrer nicht eindeutigen Gesetzgebung eingebrockt. Wäre so einfach gewesen. Sharing = Straftat… Streaming = Keine Straftat… oder auch Beides eine Straftat. Ist mir egal. Aber dann wäre Klarheit in dieser Angelegenheit…und es gäbe keine unberechtigten Abmahnungen, zumindest keine die auch nicht ohne anwaltliche Inanspruchnahme abgeschmettert da ignoriert werden könnten. Normalerweise wäre auf Grund ihrer immer wieder so schlampigen Gesetzgebung die Bundesregierung durch eine Sammelklage auf alle für die Privatnutzer anfallenden Anwaltskosten nebst Zusatzkosten plus Zinsen und Schadensersatz zu verdonnern. Oder die Regierung soll es zulassen nach Nachbesserung und dann klarer Gesetzeslage die Kosten, die sie uns eingebrockt hat steuerlich geltend zu machen… wenn allerdings nur Nutzer der Telekom betroffen sind… dann liegt der verdacht nahe dass sich die Telekom rechtswidrig verhält falls sie die Nutzerdaten überhaupt rausgegeben haben sollte. Ach das ist nicht geklärt.

  60. Warum macht die Regierung nichts dagegen?

  61. Kann es sein, dass die Abmahner auf Redtube Werbeanzeigen buchen und über die eingebetteten Javascripts Referer und IP mitloggt und so an die IPs kommt wie hier vermutet

    http://www.ratgeberrecht.eu/urheberrecht-aktuell/abmahnung-streaming.html

  62. Weil das Internet für uns alle Neuland ist und die alle 0 Plan dem Thema haben? Oder vielleicht, weil wir mit unserer Gleichgültigkeit mitmachen. Betrifft ja immer nur die anderen.

  63. Wenn die damit durchkämen, könnte man das Web gleich dicht machen! Wenn für User unerkennbar ist, dass es sich um nicht autorisiertes Material handelt und sie dennoch haftbar gemacht werden, kann niemand mehr IRGEND ETWAS ansehen, ohne eine Abmahnung fürchten zu müssen.

    Vermutlich dachten die Anwälte bzw. ihre Auftraggeber: wir probieren es mal im Porno-Sektor, da werden viele lieber zahlen als damit die Öffentlichkeit einer Klage zu riskieren…

  64. Sammelklagen gibt es in Deutschland nicht, vor allem nicht gegen eine (von uns) gewählte Bundesregierung. Man sollte also vorher schon mal schauen, wo man sein Kreuzchen macht… Und welch Wunder, ratet welchem Berufsstand zumindest viele Abgeordnete angehören… genau, Anwälte.

    Die Deckelung der Abmahnkosten wird auch immer wieder mit fadenscheinigen Begründungen ausgehebelt, Problem ist halt auch, dass die meisten nicht das Geld (und die Nerven) haben, so etwas gerichtlich auszufechten.

    Und bei den Abmahn-Wellen vor drei bis vier Jahren im Bereich Filesharing hat sich eigentlich schon schön herauskristallisiert, dass die Jungs immer ganz schnell mit der Herausgabe der IP-Daten sind (man erfasst ja auch bei einer Flatrate trotzdem noch die Verbindungsdaten, ganz vorbildlich).

    Wichtig ist, sowas immer und immer wieder Publik zu machen, der breiten Öffentlichkeit zuzutragen.

    Gar nicht reagieren ist übrigens kein probates Mittel: Wie gesagt, Postausgangsbuch und eidesstattliche Versicherung der Anwaltsgehilfin, dass das Schreiben in die Post gegangen ist, und der schwarze Peter ist beim Beschuldigten.
    Es geht hier auch nicht um Straftaten, es geht um zivilrechtliche Ansprüche. Und die abmahnende Kanzlei bzw. deren Mandat hat das Recht auf eine Unterlassungserklärung (ob man die in der von denen zugesandten Form übernimmt ist ein ganz anderes Thema), ansonsten können die ganz schnell mit einer Einstweiligen Verfügung um die Ecke kommen. Das wird deutlich teurer.
    So zumindest mein Wissensstand von vor ca. drei Jahren dazu.

  65. *Und bei den Abmahn-Wellen vor drei bis vier Jahren im Bereich Filesharing hat sich eigentlich schon schön herauskristallisiert, dass die Jungs immer ganz schnell mit der Herausgabe der IP-Daten sind… bezog sich auf die Drosselkom. Lag aber sicherlich teilweise auch daran, dass dort immer noch ein großer Teil der Anschlüsse ist.

  66. Ich bin wirklich schockiert, dass ein Gericht hier Daten zu IPs hat rausgeben lassen, obwohl keine Straftat vorliegt. Ein Glück, dass ich beim Surfen immer Zenmate einschalte, dann bin ich vor so etwas geschützt…

  67. @ FlyingT:
    Nee, hab den Film nicht gesehen und auch nicht den link vom Brief eingegeben…
    Sonst hängen die mir wirklich noch was an…
    Ich denke das war eines dieser Pop Up Werbe Fenster…
    Von Redtube habe ich bis dato noch nie gehört, musst erst mal googeln…

    Das ist eine Pauschal Abzocke, um zu sehen wer alles zahlt…

  68. Ottokar 10.12.um 1 Uhr
    Wie wäre es wenn ein juristisch versierter Betroffener eine Sammelklage gegen diese
    Anwälte starten würde.Bin sicher daß viele Betroffene mitmachen würden.

  69. Wer gibt mir die Garantie das youtube und andere streaming portale Gratis und Legal sind wie kann ich die unterscheiden?? Man sollte solche seiten erst nicht zulassen oder anklickbar machen. Man sollte die leute ehrlicherweise nicht so viel wegnehmen oder kontrolieren das kann schlecht enden irgendwann mal, auch irgendwann ist mal schluss.

  70. @Angelo: Ob Du die Portale von legal und illegal unterscheiden kannst, interessiert doch keinen. Im Gegenteil, umso besser.

    Unwissenheit schützt ja auch nicht vor Strafe (typisch deutsches Sprichwort, wie ich finde).

  71. Ich habe auch so einen Brief bekommen. Wusste garnicht was das für eine Seite ist, bis ich mich hier durchgelesen habe. Bin aber nicht bei der Telekom was das ganze merkwürdig Aussehen lässt. Zumal der Brief an meine alte Adresse geschickt worden ist, wo jemand wohnt den ich kenne. Dieser gab mir den dann! Komische Spielchen. Naja hab’s mal meinem Anwalt weitergegeben!

  72. Was mich stutzig macht ist Folgendes. Hier wird ja angegeben, das Urheberrecht misachtet zu haben, weil man ein geschütztes Werk kopiert hat. OK, das geschieht nun mal für sehr kurze Zeit im Zwischenspeicher. Woraus besteht ein Film? Er besteht aus vielen Einzelbildern, klassisch 24 pro Sekunde. Wenn das so. Zwischenspeichern illegal sein soll, dies von einem Gericht auch so bestätigt wird, kann das Internet abgeschaltet werden. Alles, was ich mir im Netz anschaue, wird zwangsläufig zwischen gespeichert, ob bild.de, otto.de, ikea.de usw. Dann würde ich schon mit dem Anschauen einer Website eine Urheberrechtsverletzung begehen, richtig?

    LG,

    Rudi Carrera

  73. Nö. Am Anfang der kriminellen Wertschöpfung muß ja erst irgend ein halbseidener Rechteinhaber/Dienstleister stehen, der abzocken wil. Mit ein paar albernen Traffic-Logs helfen Dir dann die grenzdebilen Richter aus Köln/München/Hamburg etc. , von einer eilfertigen Drosselkom Deine Daten zu bekommen, und ab geht’s :.

  74. Nun spanend, womit man plötzlich beschäftigt wird!

    Da ich auch so eine ominöse Abmahnung via E-Mail erhalten habe und bei einem anderen Provider als der Telekom bin, beschränkt sich das nicht auf die Telekom!

    Ich habe sogar zwei Abmahnungen erhalten. Als Absender ist einmal ein Alias „Rechtsanwälte, espersen@gmx.de“ und „Rechtsanwaltschaft, karinzupi@gmx.de“ angegeben. Jedes Mal also von einer anderen E-Mail Adresse versendet und nicht von den benannten Rechtsanwälten.
    Ich werde in den mails nur mit dem Anfangsbuchstaben meines Vornamens und dem Nachnamen angesprochen. Z.B. F.Horten. Ist das bei anderen auch so? Die Zip Datei habe ich nicht geöffnet aufgrund möglicher Viren.

  75. Habe heute auch eine Abmahnung bekommen, was mich daran so Verwundert, sind die Daten.
    1. die IP Adresse stimmt nicht überein
    2. der Zeitraum am 25.12 2013 um 21.04 Uhr
    3. war nie auf diesen Portalen
    4. sind hie Honorare höher als die Strafe
    5. der Absender schaut mir sehr nach Privat aus und nach einem Abzocker.

    Ich sollte mal meine Zeit Maschine zur Reparatur bringen dann passiert mir so etwas nicht mehr.

    Ich halte das für eine riesen Abzocke, ist ja bald Weihnachten….

  76. Hallo Mitstreiter,

    heute habe ich von „Rechtsanwälte“ (pasqualebitondi@virgilio.it) folgende Email erhalten:

    Sehr geehrte/r …,

    Grund unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus begangene Urheberrechtsverletzung an dem Werk Hot Stories. Unserer Mandantin The Archive AG steht das ausschließliche Recht zu, dieses Werk zu vervielfältigen (§§ 16, 94 f. UrhG). Dieses Recht wurde durch das Streamen des betreffenden Werkes über Ihren Internetanschluss verletzt.

    Folgende Daten konnte die seitens unserer Mandantschaft beauftragte Ermittlungsfirma feststellen und beweissicher dokumentieren:

    Datum/Uhrzeit: 06.12.2013 24:24:15
    IP-Adresse: …
    Produktname: Hot Stories
    Benutzerkennung: …
    Anbieter: Redtube

    Unsere Mandantin hat daher vor dem Landgericht Köln Ihren Internet-Service-Provider gemäß § 101 Abs. 9 UrhG auf Auskunft in Anspruch genommen. Das Landgericht hat für diesen Vorfall sowohl die Rechtsinhaberschaft als auch die ordnungsgemäße Erfassung der Rechtsverletzung und Funktionsweise der Ermittlungssoftware bejaht. In dem Beschluss mit dem Aktenzeichen 233 0 173/13 wurde Ihrem Internetserviceprovider die Herausgabe Ihrer Daten gestattet.

    Die beim Streamen des genannten Werkes technisch notwendige Zwischenspeicherung stellt ein Vervielfältigen nach § 16 UrhG dar und steht ausschließlich dem Urheber bzw. dem Rechteinhaber zu. Hierfür spielt es keine Rolle, ob das Werk dauerhaft oder nur vorübergehend gespeichert wird. Eine rechtmäßige Nutzung der Raubkopie (§ 44a UrhG) ist ohne Genehmigung des Urhebers nicht möglich (vgl. AG Leipzig, Urteil vom 21.12.2011 – Az. 200 Ls 390 Js 184/11). Eine erlaubte Vervielfältigung zum privaten Gebrauch (§ 53 UrhG) kommt hier von vornherein nicht in Betracht, da eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet worden ist. Daher hat unsere Mandantschaft gegen Sie einen Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz (§ 97 UrhG). Weiterhin hat unsere Mandantschaft gegen Sie den Anspruch auf Vernichtung aller bei Ihnen noch befindlichen rechtswidrigen Kopien (§ 98 UrhG).

    Aufgrund der Zuordnung der oben bezeichneten IP-Adresse zu Ihrem Internetanschluss besteht ein Anscheinsbeweis dafür, dass der Inhaber für die Rechtsverletzung verantwortlich ist. Dies hat der Bundesgerichtshof jüngst in seiner Morpheus-Entscheidung am 15.11.2012 bestätigt (Az. I ZR 74/12). Als Anschlussinhaber müssen Sie sich auch das Verhalten Dritter zurechnen lassen. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 12.05.2010 (Az. I ZR 121/08) entschieden, dass der Betrieb eines nicht ausreichend gesicherten WLAN-Anschlusses adäquat kausal für Urheberrechtsverletzungen ist, die unbekannte Dritte unter Einsatz dieses Anschlusses begehen. Im Rahmen der sekundären Darlegungs- und Beweislast ist von Ihnen darzulegen und zu beweisen, dass ausreichende Sicherungsmaßnahmen getroffen wurden. Als Anschlussinhaber haften Sie daher zivilrechtlich für die Rechtsverletzung. Die unerlaubte Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Werke wird gemäß § 106 UrhG zudem mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren bestraft.

    Namens und in Vollmacht unserer Mandantin fordern wir Sie hiermit auf, die gegebenenfalls noch vorhandene rechtswidrige Kopie unverzüglich von Ihrem Computer zu löschen. Weiter fordern wir Sie auf zur Ausräumung der Wiederholungsgefahr eine Unterlassungserklärung gegenüber unserer Mandantin abzugeben, für deren Eingang in unserer Kanzlei eine Frist bis spätestens 16.12.2013 notiert wurde. Die Unterlassungserklärung muss hier im Original mit Unterschrift vorliegen. Eine Kopie oder eine Übermittlung per Telefax ist nicht ausreichend. Die Unterlassungserklärung muss ausreichend strafbewehrt, unbedingt und unwiderruflich sein. Ein entsprechender Formulierungsvorschlag mit einer Vertragsstrafenregelung nach dem gängigen Hamburger Brauch ist in der Anlage beigefügt. Sofern Sie beabsichtigten, diesen abzuändern (§ 97 a Abs. 2 Nr. 4 UrhG), weisen wir darauf hin, dass nur eine Unterlassungserklärung mit einer ausreichenden Vertragsstrafe die Wiederholungsgefahr beseitigt. Im Falle von Änderungen der Unterlassungserklärung tragen Sie das Risiko, dass diese von uns nicht akzeptiert wird.

    Gemäß § 97a Abs. 3 UrhG besteht weiterhin ein Kostenerstattungsanspruch gegen Sie. Sie haben unserer Mandantin den durch die unerlaubte Verwertung entstandenen Schaden zu ersetzen, den wir hier mit 87,69 Euro beziffern. Weiterhin haben Sie die Kosten der Ermittlungsfirma zur Feststellung der Rechtsverletzung, die Gerichtskosten des Verfahrens vor dem Landgericht Köln und die anteiligen Aufwendungen, die Ihrem Provider gemäß § 101 Abs. 2 UrhG zu erstatten waren zu ersetzen. Hierfür sind 70,00 Euro anzusetzen. Die erstattungspflichtigen Kosten unserer Beauftragung bemessen sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und werden wie folgt beziffert:

    Gegenstandswert: 4122,00 Euro
    Geschäftsgebühr §§ 13, 14, Nr. 2030 VV RVG: 185,61 Euro
    Pauschale für Post und Telekommunikation: 37,65 Euro
    Schadensersatz: 87,69 Euro
    Aufwendung für Ermittlung der Rechtsverletzung pauschal: 70,00 Euro

    Die Beweisdaten sowie die Bankdaten und unsere Kontaktdaten ersehen Sie in der angehängten Datei.

    Mit freundlichen Grüßen

    Kanzlei U + C Rechtsanwälte URMANN + COLLEGEN Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

    Ich denke es machen sich jetzt auch noch die Trittbrettfahrer auf, um vom Kuchen etwas abzubekommen, oder?
    PS: ich bin auch bei der Drosselkom

  77. nein- wir sind gar nicht bei der Telekom und ich habe gar keine ip adresse auf meinem Namen(hier läuft alles über meinen Mann). Die email ging jedoch an mich, ich habe sie gelöscht. Tage zuvor stand es grad im örtlichen Tagesblatt, den Anhang nicht zu öffnen und auch nichts zu zahlen.

  78. Stefan Musil says:

    Solange wir solche „netten“ Mitbürger wie U+C + Auftraggeber + Konsorten unter uns dulden und einfach nur den Kopf wegdrehen wenn sie wieder eine neue Hürde des asozialen Benehmens nehmen, solange wird es immer wieder eine neue ScheissIdee geben.

    Ich habe mal in so eine Abzockersache recherchiert und dabei kam raus, dass der Betreiber einen unwesentlichen Teil seiner Freizeit damit verbringt sich selbst bzw. sein Business vor Gericht zu verantworten.

    Die Typen sind auf Grund der Rechtslage in Deutschland so was von aalglatt, da hilft wirklich nur noch das Mittel der nonverbalen Gewalt anzuwenden…

    Vor einiger Zeit konnte man die „Abmahner“ und Abzocker noch auf einen Personenkreis von ca. 11 Personen abgrenzen, die deutschlandweit für „Unterhaltung“ gesorgt hatten.

    Im Grunde genommen ist das ja auch von Userseite mit einfachen Mitteln nachzuvollziehen. Man schaut einfach in die Internetauftritte der Abzocker und Abmahner bzw. in den Teil der Abzocker E-Mails in denen Daten über die Herkunft der Mail stehen und ermittelt die IP-Adresse des Betreibers. Via Whois Abfrage bekommt man dann eine Aussage dazu, wen die Domain oder die Mailserveradresse gehört und grenzt weiterhin über die IP Adresse den Standort ein. So entwickelt sich nach kurzer Zeit ein Verständnis über Verbindungen und Zusammenhänge. Man weiß also wer mit wem zusammenarbeitet, sich zuarbeitet. Sollte es dann unerwarteter Weise zu einem Gerichtstermin kommen, stellt man einfach die richtigen Fragen, deren falsche Beantwortung vor Gericht diese netten Menschen in das rechte Licht rücken.

    Man kann sich auf eines immer wieder verlassen, Erfolg macht auf Dauer zuerst arrogant und dann blind. Genau das ist dann die rechte Zeit um einfach den Finger in die Wunde zu legen und diese „netten“ Menschen dann mal von ihrer Wolke auf der sie gerade fliegen wieder runter auf den Boden der Tatsachen zu bringen.

    Die hier umseitig geschilderte Honeypot Strategie oder „Mann in der Mitte“ Strategie ist, zwar sicherlich vordergründig erst einmal erfolgreich, aber in jedem Fall auch endlich.

    Es gibt zur Zeit keine Vorratsdatenspeicherung in Deutschland. Die Provider halten Ihre Logs in der Regel maximal 7 Tage am Leben. Bevor so ein Abmahner erst einmal erfolgreich den Rechtsweg bemüht und in Folge beim Provider dann die Offenlegung der Daten durch hat, vergeht einiges an Zeit. In der Regel dauert so etwas länger wie 7 Tage. Wenn diese Abmahnbriefe kommen, ist man also gut beraten das Datum des Briefes und des „Vorfalls“ abzugleichen. Ist der Zeitraum zu kurz, dann haben wir wohl so ein Honeypot Phenomen und die Typen basteln sich ihren scheiss Brief aus ihren eigenen Serverlogs zusammen. Was lernen wir daraus ? Wenn einer den Moralisten raushängen lässt und mit erhobenen Zeigefinger von sich selbst ablenkt, ist man gut beraten sich den Typen mal genauer anzuschauen…

    Dieses Konzept hat sich bei mir selbst, als auch bei anderen schon erfolgreich gezeigt.

    Wenn es eines Tages plötzlich in der Nähe dieser asozialen Zusammenrottung von Scheinmoralisten dunkel wird, es nicht um den Schatten derer handelt, es brummt und „poff“ macht, dann ist es entweder eine spontane Mutation vom Hulk oder die Summe an Schlechtigkeit die diese Typen gerade spontan heimsucht um auf ihre ganz spezielle Art Dankbarkeit zu zeigen.

    Am einfachsten verdient die Welt eben ihr Geld mit der Dummheit und Scham der Menschen. Das haben diese Typen einfach bis zur Perfektion ausgetestet.

    Man sollte sich von diesen zweckoptimierten Moralisten nicht erschrecken lassen, sondern einfach die ganze Sache ins Licht rücken, so wie das hier auf dieser Seite gerade passiert.

    Wer Hilfe braucht der muss sich einfach melden…

    …und U+C + Auftraggeber und Konsorten, probiert ein Theater mit mir ruhig aus, es wird für euch nicht gut enden. …und das ist keine Drohung sondern einfach nur ein ehrliches Versprechen. Wir lassen so viel Licht auf euch scheinen das ihr euch wünscht wieder im Dunkel der Nacht zu verschwinden…

    Lieben Gruß
    Stefan

  79. Fraglich wo alle die Filme überhaupt herkommen! Denn ich selbst besitze das Urheberrecht auf 580 Filme und finde 5 davon bei RedTube! Nach Kontaktaufnahme, Weiterleitung von den Videolinks und Hinweisen, wer, wo und was ich mache, sowie dem Hinweis, dass ich alleinig das Urheberrecht daran besitze, bekam ich die Antwort: „Wir werden die Filme nicht löschen! Bitte senden sie und ihren Personalausweis, Anschrift, Telefonnummer etc etc zu!“ So, nun kann sich jeder Abgemahnte mal selbst ein Bild von der Plattform und den Rechtsanwälten machen!

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