Polizei in San Francisco will in Notfällen bewaffnete Roboter einsetzen

Leider ist es nicht Detroit, sonst wären Hoffnungen geweckt: Stattdessen will San Francisco in den USA in Notfällen Roboter einsetzen, die in Extemsituationen sogar Kriminelle töten könnten. Darum gibt es nun natürlich eine entsprechende Kontroverse, wie AP News berichtet. Wer hier mit humanoiden Robotern mit Feuerwaffen rechnet, ist jedoch auf dem Holzweg.

Vielmehr will man die entsprechenden Roboter beispielsweise mit Sprengstoff ausstatten und auch Tränengas oder Blendgranaten wären sicher vorstellbar. Auf diese Weise könnte man gewalttätige Kriminelle dann handlungsunfähig machen, wenn Menschenleben auf dem Spiel stünden. Gegner der Maßnahmen vertreten die Ansicht, die US-Polizei werde immer stärker militarisiert.

Die Polizei in San Francisco hält dagegen, dass man die Roboter nur in sehr spezifischen Szenarien einsetzen wolle, wenn es darum gehe, Unschuldige zu retten, ohne weitere Personen in Gefahr zu bringen. Nur wenige, hochrangige Polizeibeamte sollen die Befugnis erhalten, wirklich tödliche Angriffe über die Roboter auszuführen.

Es gab durchaus schon derartige Einsätze in den Vereinigten Staaten. 2016 setzte die Polizei in Dallas einen Roboter mit Sprengstoff ein, um einen Scharfschützen zu töten, der in einem Hinterhalt zuvor fünf Beamte erschossen hatte.

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22 Kommentare

  1. Schöne Zukunft.
    Bewaffnete Roboter die nicht zögern werden jeden Befehl auszuführen.
    Funktioniert solange gut, solange Regierungen noch funktionieren und nie wieder in Diktaturen/Autokratien abgleiten.
    Wie Wahrscheinlich ist das (Murphy’s law)?

    • Absolut. So gut die Intention der Polizei auch sein mag, das ist eine extrem gefährliches Spiel mit den Feuer…

    • Tutnixzursache says:

      In der Quelle steht „remote controlled“, es handelt sich also eher um eine ferngesteuerte Drohne. Der Auslöser wird immer noch von einem Menschen betätigt.

    • Hallo Krtek, „Funktioniert solange gut, solange Regierungen noch funktionieren und nie wieder in Diktaturen/Autokratien abgleiten.“ wenn sie in Diktaturen abgleiten werden solche und andere , heut „undenkbare“ maßnahmen eh durchgesetzt. Dann lieber schon heute, mit richtervorbehalt z. B. also nicht einfach ein höherer Polizeibeamte odr Staatsanwalt , sondern ein unabhängiger Richter muß sein OK geben. Soviel Zeit muß dann auch in Gefahrensituationen sein und wenn man sowas wie Roboter zur Bereinigung von Gefahrensituationen einsetzen will muß man eben auch die Strukturen aufbauen damit immer schnell ein Richter da ist der entscheiden kann. Und solange der Roboter nur ein ferngesteuertes Werkzeug ist sitzt ja am „Abzug“ immer noch ein Mensch – das ist für mich eher wie ein ferngesteueerter Roboter den man in ein marodes Chemiewerk schickt um keine Menschen zu gefährden also ein durchaus sinnvoller einsatz. Der Umgang mit Gewaltkriminellen ist wohl der einzige Bereich in meinem ansonsten sehr liberalem Meinungsbild wo ich mit konservativen Kreisen übereinstimme: Straftäter sollen ruhig Härte spüren. Meine Symphathie und Empathie ist immer bei den Opfern (an erster Stelle) und den Helfern (an zweiter Stelle). Täter, vor allem Gewalttäter, haben sich für mich aus der menschlichen Gesellschaft verabschiedet.

  2. Das Beispiel mit Dallas zeigt, dass ein solcher Einsatz sinnvoll und gerechtfertigt sein kann. In den USA laufen ein paar wirklich üble Kerle mit Schiesseisen herum. Da würde ich als Polizist auch lieber den Blechkollegen vorschicken.

    • Aber ist wirklich die Antwort mit Gewalt die richtige Reaktion auf die Kerle mit den Schießgewehr? Wie lange geht das gut? Den der Roboter hat kein Gewissen, wird sich nicht währen wenn sein „Gebieter“ im befiehlt einen ganzen Wohnblock zu vernichten. Wir wissen wozu Regierungen oder oft auch nur einzelne Behörden fähig sind. Auch, oder gerade, in Ländern wie den USA…

      • Der Roboter hat kein Gewissen – korrekt. Man sollte aber annehmen, dass der Polizist – der den Roboter remote bedient – eines hat.
        Und sein Gebieter kann, wenn er kein Gewissen hat oder sonstig gestört ist, auch heute schon ohne Roboter einen „Wohnblock vernichten“. Der Roboter ist da weniger das Problem.

        • Hallo Al Bundy, falls der Roboter autonom oder auch nur teil-autonom handeln sollte kommt es auf die Algorithmen an die sein „Verhalten“ steuern. Die drei Asimovschen Robotgesetze z. B. und ganz wichtig saubere Definitionen. Wenn „Mensch“ z. B. univeersell definiert wird ohne Unterschied des Phänotyps und sonstiger auf die Herkunft deutender merkmale könnte ein Roboter in seinem Urteil weniger rassistisch sein als mancher vollzugsbeamte (nicht nur in den USA).

    • Eine andere Möglichkeit wäre ja, Schusswaffenbesitz für die Zivilbevölkerung illegal zu machen.
      Ach ne, warte, es geht ja um Amerika…

    • Hallo Black mac, „den USA laufen ein paar wirklich üble Kerle mit Schiesseisen herum. “ das haben sich die USA mit ihren Waffengesetzen und Lobbyisten wie der national Rifle Association aber selber zuzuschreiben. Ja, auch ich bin (s. mein Kommentar oben ) für den Einssatz von Polizeirobotern in sehr kontrolliertem Umfang. Aber es sollte endlich der Besitz von Schußwaffen in den USA viel stärker eingegrentz und reglementiert werden. Das ist dann die andere Seite der Medaille.

      • „Entwaffnet die Gangs, dann reden wir über die waffenbesitzenden Bürger“ – wäre mein Einwand, hätte ich die US-Staatsangehörigkeit.
        Regierungen sorgen für Zustände, unter denen der legitime Anspruch der Bürger auf Sicherheit immer mehr zur Erduldung technokratischerer Lösungen führt.

        • Und die Gangs kommen wie genau an ihre Waffen?
          Könnte es vielleicht sein, das in einem Land, in dem der zivile Waffenmarkt geradezu überschwemmt wird mit (para-)militärischen Waffen möglicherweise auch die eine oder andere ursprünglich legal erworbene Waffe ihren Weg in falsche Hände findet?
          Und könnte es sein, das Dein Argument nur Whataboutism ist? Denn egal in welchem Land – Hardcore-Kriminelle werden immer bewaffnet sein, weil es ihnen eben scheißegal ist, ob sie damit Gesetze brechen.

          Du könntest auch ebensogut fordern, das der Staat erst mal dafür sorgen soll, das alle Porschefahrer die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten, bevor Du Dich daran halten willst.

          • Bewaffnete kriminelle bei der Entwaffnung zu schonen und stattdessen den gesetzestreuen Bürger zur Abgabe zu zwingen ist nicht nur in Zeiten zunehmender home invasions zynisch. Man fragt sich, ob manche Waffenhasser nicht mit Räubern und Mördern sympatisieren und jene, welche einfach in Frieden leben wollen, insgeheim verachten.

            • Hallo qbrick, „Man fragt sich, ob manche Waffenhasser nicht mit Räubern und Mördern sympatisieren und jene, welche einfach in Frieden leben wollen, insgeheim verachten.“ Es gibt ein Gewaltmonopol des Staates und das aus gutem Grund. Niemand – übrigens auch die Polizei und andere Strafverfolgungsbehörden – dürfen nicht Verfolgungs-, Gerichts- und Strafvollzugsinstanz in Personalunion sein. Das nennt man Gewaltenteilung. Von daher Waffen gehören nicht in Bürgerhand. Freiheit bedeutet nicht, eine Waffe tragen zu dürfen. Was für ein Gesellschaftsbild hast du bitte im Kopf ? Hätte ich nicht das „Glück“ gehabt aufgrund einer Schwerbehinderung nicht zum Militärdienst herangezogen zu werden hätte ich den dienst mit der Waffe verweigert. Ja, und das auch noch heute unter dem eindruck von Ukraine und Russlands Hegemoniebestrebungen oder dem Clan-Unwesen in einigen deutschen Städten. Gewalt ist und war nie eine Lösung. Wie aber weiter oben schon geschrieben: ich bin in Sachen Strafvollzug an überführten Tätern dann durchaus eher konservativ: wer eines Verbrechens, insbesondere eines Gewaltverbrechens überrführt worden ist und rechtskräftig verurteilt wurde dem soll die Strafe auch gern wehtun – ich könnte damit Leben Häftlinge z. B. zur Arbeit zu verpflichten und aus dem Lohn den Opfern entshädigung zu leisten sowwie das gesamte – nicht nur das durch eine Straftat erworbene – Vermögen eines Straftäters einzuzihen um die Opfer zu entschädigen – und zwar ganz ohne Zivilprozeß sondern einfach per richterspruch im Strafverfahren . Und Gefängnis muß nur Minimalstandard sein, von Wegen TV oder gar Internet in der zelle und so das muß nicht sein, und Essen auch nur das existenzminimum. Also ich bin bestimmt kein Mensch der Mitleid mit Straftätern hat. Aber Waffen in Allgemeinbesitz sind keine Lösung, sondern Teil des Problems der Gewalteskalation in der Gesellschaft.

  3. Das ist schon im einsatz, und es ist auch kein Roboter sondern ne Drone auf ketten.

  4. „Sie haben 20 Sekunden Zeit, die Waffe wegzuwerfen“… nette Anspielung auf RoboCop / ED 209 André.

  5. Wenn man mal den Alltag der Polizei in den USA sieht denkt man vielleicht etwas anders über die Sache. Jeder von denen möchte Abends zu seiner Familie nach Hause kommen! https://www.youtube.com/@PoliceActivity

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