
Die Xbox Series X (hier mein Erfahrungsbericht zur Konsole) ist auf dem Papier leistungsfähiger als die Sony PlayStation 5 (hier ebenfalls mein Bericht). Allerdings ist es nun dazu gekommen, dass die ersten Spiele in direkten Gegenüberstellungen an der PlayStation 5 performanter laufen. Microsoft hat nun zur Lage Stellung bezogen.
Laut Microsoft stehe man aktuell ganz am Anfang einer neuen Konsolengeneration. Entwickler würden die Leistung der Hardware derzeit nur an der Oberfläche ankratzen. Man sei sich der Probleme bewusst und arbeite aktuell eng mit seinen Partnern zusammen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Unangenehm dürfte Microsoft die aktuelle Situation definitiv sein: Immer wieder betonten die Redmonder vor dem Launch beider Next-Generation-Kontrahenten, dass die Xbox Series X die leistungsfähigste Konsole der nächsten Generation sei.
Congrats to the @AMD team on the announce of their Radeon RX 6000 series GPUs today!
We're thrilled to keep our 15 year partnership going into the next generation & proud Xbox Series X|S will be the only next gen consoles with full RDNA 2 integration.https://t.co/NgbLei3PVI pic.twitter.com/IPZCsBy8vj
— Xbox (@Xbox) October 28, 2020
Tatsächlich bieten auch nur die Xbox Series X|S volle RDNA-2-Unterstützung. Deswegen hatte Microsoft extra abgewartet und lag bei der Verteilung der Dev-Kits und der Produktion der Hardware leicht hinter Sony. Allerdings bleibt aktuell offen, was da genau den Unterschied zwischen der vollen RDNA-2-Unterstützung der Xbox Series X|S und dem unvollständigen Support der PlayStation 5 eigentlich ausmacht. Laut einigen Entwicklern, die anonym bleiben wollen, hätten sie jedenfalls deswegen deutlich später Zugriff auf die Entwickler-Tools von Microsoft erhalten. Erst ab Juni 2020 habe man Titel für die Xbox Series X zur Zertifizierung einreichen können.
Außerdem habe Microsoft seine Game Developers Kits (GDK) neu aufgezogen, was selbst bei einfachsten Prozessen neue Eingewöhnung bedeute. Einige Entwickler seien generell einfach der Meinung, dass die Dev-Kits von Sony überlegen seien und man es da wesentlich einfacher habe. Selbst die begleitenden Dokumentationen seien bei Sony besser gestaltet. Zumindest sieht es im Ergebnis danach aus, als ob die Entwickler nicht nur mehr Zeit gehabt hätten ihre Games für die PlayStation 5 zu optimieren, auch die dafür notwendigen Werkzeuge sind offenbar leichter nutzbar.
Wie man es nun aber auch betrachtet: Microsoft hat da etwas zu tun, denn für das Image der „leistungsfähigsten Konsole der nächsten Generation“ ist es schlecht, wenn der direkte Konkurrent mit schwächerer Hardware vorbeizieht.