Heute fiel das Embargo und die Medien dürfen erste Tests der Sony PlayStation 5 veröffentlichen. Ich selbst hatte bisher keine Chance mich mit der Konsole direkt zu beschäftigen und muss wie ihr bis zum 19. November 2020 ausharren. Meinen Test der Xbox Series X findet ihr hingegen hier. Dabei nehmen die ersten Tests der PS5 im Übrigen denjenigen den Wind aus den Segeln, die mahnend die Leistung des SSDs als Heilsbringer beschworen hatten.
So ist es kein Geheimnis, dass die Xbox Series X objektiv die technisch überlegene Hardware mitbringt: Die GPU ist wesentlich leistungsfähiger, der GDDR6-RAM ebenfalls größtenteils schneller angebunden. Auch die CPU ist etwas potenter. Dazu kommt, dass die Xbox Series X in der Lage ist, stets maximale Taktraten anzulegen. Die PlayStation 5 hingegen muss mit einem beschränkten Power-Budget auskommen. PlayStation-Fans, denen das schwer im Magen lag, argumentierten damit, dass die PlayStation 5 dafür das schnellere SSD mitbringe. Wie sich nun herausstellt, ist das aber zumindest zum Launch wohl nur auf dem Papier ein Vorteil.
Denn in einem Ladezeiten-Vergleich musste Gamespot überraschenderweise feststellen, dass die Xbox Series X vom internen SSD Spiele schneller lädt als die PlayStation 5. Das zog sich durch alle getesteten Titel wie beispielsweise „Red Dead Redemption 2“. Dazu ist jedoch zu sagen, dass dies auf die spezifische Herangehensweise an die Abwärtskompatibilität zurückzuführen sein könnte. Fakt ist jedoch, dass die PS5 bei Nutzung der Abwärtskompatibilität derzeit längere Ladezeiten aufweist, als die Xbox Series X.
Ansonsten urteilt Gamespot aber im Test, dass die PS5 eine „exzellente Konsole“ sei. Die Abwärtskompatibilität sei gut, auch wenn es da noch einiger Verbesserungen bedürfe. Viel Potenzial hätten auch die adaptiven Trigger und das haptische Feedback. Jedoch weist man darauf hin, dass es nun nicht mehr an Sony, sondern an den Entwicklern läge, diese Funktionen auch einzubinden. Da werden Erinnerungen an das Touchpad des DualShock 4 wach, das am Ende nur als übergroßer Button endete, weil Third-Party-Entwickler damit nichts anzufangen wussten.
Auch The Verge durfte sich die PlayStation 5 bereits vornehmen. In Punkten ausgedrückt vergibt man dort 8,5 von 10 Punkten. Lob erntet der DualSense-Controller aber auch das User-Interface wird sehr begrüßt. Tatsächlich sehe ich selbst Sony da auch wieder in beiden Belangen in der nächsten Generation vorne. Allerdings bedauert man bei The Verge, dass die PS5 kein Feature wie Quick Resume mitbringe. Auch die üppigen Dimensionen der Konsole stoßen eher auf Ablehnung. Insgesamt hinterlasse die PlayStation 5 aber einen großartigen ersten Eindruck
Engadget wiederum vergibt 87 von 100 Punkten. Kritisiert werden bei den Kollegen die Verarbeitung des Gehäuses, die eingeschränkte Abwärtskompatibilität und der ab Werk geringe Speicherplatz. Allerdings ist man auch hier restlos begeistert vom DualSense, von den kurzen Ladezeiten und auch vom Launch-Lineup. Vom Ständer der PS5 ist man hingegen weniger überzeugt und kritisiert Sonys Bauweise, bei der man mehr Stabilität begrüßt hätte.
Begeistert zeigt sich, sieht man vom kontroversen Design ab, auch Games Radar. Abermals ernten vor allem der Controller und die Benutzeroberfläche viel Lob. Da muss auch TechRadar einstimmen, welche den DualSense gar als Revolution feiern. Angemerkt sei dabei, dass die Tests allgemein aber noch keine wirkliche Begeisterung für Sonys Tempest 3D Audio Tech entwickeln konnten. Vielmehr liest man mehrfach den Wunsch, Sony hätte es einfach bei Dolby Atmos belassen sollen.
In Deutschland kam unter anderem der YouTuber PietSmiet vorab in den Genuss der Konsole. Er ist nicht so glücklich darüber, dass ab Werk lediglich 648 GByte Speicherplatz frei sind und derzeit noch keine Erweiterung des Speicherplatzes für PS5-Titel möglich sei. Insgesamt sei sein Fazit aber sehr positiv und vor allem auf Exklusivtitel freue er sich nun.
Auch 4Players, für eine kritische Haltung bekannt, hat sich die PlayStation 5 angesehen. Abermals gönnt man dort das meiste Lob dem neuen Controller, also dem DualSense. Doch auch insgesamt sehe man die PlayStation 5 aufgrund der stärkeren Launchtitel vor der Xbox Series X. Beiden Konsole fehle aktuell aber noch eine Killer-App, die den Kauf wirklich erzwinge.
Zum Schluss noch die Gamestar, ebenfalls ein Magazin aus deutschen Landen, das ich früher gerne gelesen habe, heute aber etwas zu boulevardesk in seiner Herangehensweise finde: Leistung sei nicht sie Stärke der Sony-Konsole, dafür offenbare die PlayStation 5 aber andere Qualitäten. Auch hier lobt man nämlich die benutzerfreundliche Oberfläche sowie natürlich den DualSense. Feststellen muss man aber auch hier im Fazit, dass (wie auch bei der Xbox Series X) zum Launch noch Spieleknaller fehlen.
