PC-Markt baut im ersten Quartal 2020 trotz Home-Office-Boom weiter ab

Das Coronavirus hat für einen regelrechten Home-Office-Boom gesorgt. Dadurch hat sich auch die Nachfrage nach einigen Produkten erhöht. Dem PC-Markt hat das aber offenbar wenig geholfen, denn im ersten Quartal 2020 sanken die Auslieferungsmengen gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 dennoch um 9,8 % ab.

Zu diesem Ergebnis kommen zumindest die Analysten der IDC, welche hier die Auslieferungsmengen traditioneller PCs untersucht haben, zu denen sie neben Desktop-PCs auch Notebooks und Workstations zählen. Im ersten Quartal 2020 wurden demnach 53,2 Mio. Rechner ausgeliefert. Zu den reduzierten Auslieferungsmengen sei es auch gekommen, weil viele Hersteller mit der Zulieferkette aus China Probleme gehabt hätten.

So hätten die gesunkenen Auslieferungsmengen also gar nicht in erster Linie an mangelnder Nachfrage gelegen, sondern vielmehr an mangelndem Nachschub, da das Coronavirus in China die Produktion hemmte.

Je nach Hersteller zeigten sich die Auswirkungen da aber unterschiedlich. Negative Auswirkungen seien aber für den Rest des Jahres ebenfalls wahrscheinlich. So habe das Coronavirus viele Menschen vor finanzielle Herausforderungen gestellt, sodass neue PCs erst einmal nicht auf der Einkaufsliste stünden. Allerdings könnte es danach dann wieder einen Aufschwung des Marktes geben, wenn viele Anwender sich dann möglicherweise entscheiden ihr Home Office aufzupeppen, um sich vorzubereiten, sollten sie nochmal in die Situation geraten vorwiegend von zu Hause aus arbeiten zu müssen.

Blickt man nun speziell auf Europa, dann hielten sich die Einbußen im direkten Vergleich mit beispielsweise Asien sogar in Grenzen. Die Nachfrage nach Notebooks stieg an, doch es konnte eben die Nachfrage schlecht gedeckt werden, was dann zu einer Abnahme der Auslieferungsmengen im einstelligen Prozentbereich führte.

Schaut man sich die einzelnen Hersteller an, dann bleibt Lenovo der Marktführer. HP hatte da mit einem höheren Minus zu kämpfen, denn die Lieferprobleme waren beim Zweitplatzierten dramatischer. Dell wiederum konnte minimal wachsen (um 1,1 %), denn man konnte seine guten Beziehungen zu den Zulieferern ausspielen und hatte im Verhältnis weniger mit Lieferproblemen zu kämpfen.

Acer hatte da ebenfalls Glück, denn man hatte zuvor wohl ausreichend Lagerbestände aufgebaut. Düsterer sah es für Apple aus, deren Auslieferungsmengen im ersten Quartal 2020 im direkten Vergleich mit dem ersten Quartal 2019 um 20,7 % abfielen. So wirkte sich der Shutdown in China auf Apple besonders dramatisch aus.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden.

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28 Kommentare

  1. Ist schon schwierig, eine simple Tabelle abzulesen.
    Dell gewinnt hinzu, aber wir lernen: Das Unternehmen müsse ein Minus hinnehmen.

  2. Je mehr Informationen man sich anschaut, desto weniger weiß man:

    „Nachfrageboom bei PCs, Notebooks – und Haarschneidern“

    Spiegel-Meldung vom 01.04.2020

    Ist halt wie mit Gesichtsmasken und Corona. Am Anfang der Krise wurde uns abgeraten, Gesichtsmasken zu tragen und heute wird uns dringend dazu geraten.

    • Gesichtsmasken:
      Hat mehrere Gründe. Zum einen sollte genügend Material für Medizin und Pflegepersonal vorliegen, daher nicht alle drauf stürzen, zum anderen helfen sie deutlich mehr wenn Infizierte sie tragen umd andere nicht anzustecken. Gesunde werden nur marginal geschützt durchselber Tragen. Jetzt kommen wir in Bereiche von Infiziertenzahlen, bei denen das Tragen Sinn macht um einen neuen Schub zu vermeiden und um die Einschränkungen zu lockern. Vorher waren dazu die Produktionen auch nicht hoch genug.

      • Wenn Masken helfen, die RKI-Rate zu verringern, wären sie vor allem auch in den Zeiten sinnvoll gewesen, in denen die RKI-Rate um ein Vielfaches höher war als heute. Der wahre Grund ist der erste von Dir genannte. Und diesbezüglich finde ich die widersprüchlichen Aussagen zur Wirksamkeit von Masken respektlos gegenüber der Bevölkerung. Oder anders gesagt, für wie blöd müssen die Politiker uns denn halten, um uns so manipulieren zu wollen!? Gerade in solchen Zeiten sind Ehrlichkeit und Transparenz wichtig. So erzeugt man diese jedoch nicht.

        • Respektlos überhaupt nicht. Pflegepersonal wäre ein großer Infektionsherd. Hinzukommt, wenn etwas Mangelware ist, sorgt man für eine Verteilung die der Allgemeinheit am besten zugute kommt und nicht denen, die am meisten Geld haben oder am schnellsten vor Ort sind.
          Abgesehen davon, der wichtigste Grund ist der, das Masken andere schützen, weniger den Träger.

          • Fraggle, Du hast völlig recht bezüglich des Sinns von Masken. Aber Tandeki hat ebenfalls recht, nur sprecht ihr über zwei völlig unterschiedliche Dinge. Tandeki beschwert sich zurecht, wenn auch am falschen Platz hier in diesem Blog, dass wir zu Beginn der Pandemie schlicht und geniert angelogen wurden. Mit ein wenig Recherche findest du im Netz noch Aussagen zB unseres Gesundheitsbanklehrlings, dass „richtige“ medizinische Masken für Gesunde nutzlos, schädlich, was weiß ich sind. Inzwischen raten dieselben Leute, man solle sich notfalls das gehortete Klopapier ums Maul binden — besser wäre es gewesen, man hätte dasselben ihnen Anfang März mit demselben gestopft … 🙂 Die Regierung wollte schlicht verleugnen, dass sie Anfang März, dank Kommunalwahlen, Apres-Schi und Karneval, nachdem der Außenmini noch großkotzig medizinische Schutzgüter nach China karren ließ, mit heruntergelassenen Hosen(anzügen) dastand.

      • Die Maske funktioniert nicht einseitig, entweder sie schützt generell, oder generell nicht. Es gibt keinen rationalen Grund, warum sie bei Infizierten eine Schutzwirkung haben soll, aber nicht andersherum.

        Es sind einfach keine da und unsere Regierung zu dämlich, um in acht Wochen eine deutsche Produktion für Papiermasken zu errichten.

    • Die PC-Zahlen sind für letztes Quartal. Wie du schon richtig sagst, wird das im nächsten Quartal wohl anders aussehen.

      • Habe ich auch gedacht. Diverse Mäuse, Videokonferenz-Kameras oder Office-Monitore waren oder sind derzeit nicht zu kriegen. Okay, ein Teil mag an den Lieferschwierigkeiten aus Asien liegen. Und vielleicht ist der Rest ein kurzes Strohfeuer, denn danach ist der Markt erst recht gesättigt. Im Betrieb sorge ich auch dafür, dass selbst die stationären Büroarbeitsplätze nach und nach mit Laptops & Dockingstation ersetzt werden — wie wertvoll das war für die, die schon welche hatten, zeigten die letzten Wochen. Der klassische PC hat eigentlich ausgedient. Und tatsächlich, mit einer nachgerüsteten SSD, rennt auch ein i5 von 2013 noch mehr als schnell genug für jede Office-Anwendung.

      • Rüdiger B. says:

        Ich persönlich bezweifel, dass die Leute jetzt die Läden stürmen um sich nen PC zu kaufen weil sie ja nun zuhause arbeiten müssen. In jedem Haushalt stehen PC oder Notebook. Häufig wird der Firmen-PC einfach abgestöpselt und zuhause wieder angeschlossen. Weil er schon sämtliche Software/Einstellungen besitzt.
        Was ich mir vorstellen könnte:
        Das Einige sich Hardware anschaffen um sie als notwendige Investition bei der Steuer einzureichen wenn die Pendler-Pauschale schon weg fällt. Ob das die Zahlen merklich pusht? Bleibt abzuwarten.

        • Ich kann Dir aus der Praxis sagen das macht niemand. Der Firmen PC bleibt schön da wo er ist.

          Die Firmen haben wie verrückt Notebooks gekauft und als diese faktisch europaweit ausverkauft waren noch eine Menge Mini-PCs.

          • 😉 Richtig, abschrauben geht in der Regel nicht. Ich kenne Einrichtungen (bewusst sage ich nicht welche, das würde verunsichern ;-), die haben alle verfügbaren Laptops zusammen gekratzt (11, sic!!), die wichtigsten Aktenordner in Bananenkisten gepackt, mit denen nun zumindest die notwendigen laufenden Arbeiten daheim verrichtet werden (i.d.R. irgendwas mit Geld überweisen) und den Rest der Belegschaft zwar offiz. ins Homeoffice defacto aber in den Urlaub geschickt haben. Spannend wird sein, ob diese Einrichtungen, das als Anlass nehmen, ihre sehr analoge Arbeit zu überdenken 😉

            In Österreich bleibt die „Pendlerpauschale“ auch für Homeoffice-Zeiten. Ich hoffe mal sehr, dass das auch hier so kommt. Mein VBB-Jahresticket kann ich ja auch nicht einfach aussetzen, so dass mich zB zumindest das HO ohne Möglichkeit, das Pendeln abzusetzen, definitiv mehr kostet (von Strom etc. ganz abgesehen). Gleichwohl bin ich froh, nicht täglich mit der S-Bahn fahren zu müssen … Grusel.

  3. tomasioBLITZ says:

    Ist jetzt aber keine großartige Erkenntnis sondern das hätte man antizipieren können: Die Wirtschaft geht für alle den Bach hinunter – da wird der PC Markt mit teurer Hardware erst recht nicht boomen….

  4. Mein Desktop Rechner ist mittlerweile 5 Jahre alt und rennt seit dem mit Linux wie am ersten Tag. Alles läuft flüssig und leise.
    Gut, die SSD mit 128GB wird langsam zu klein aber sonst habe ich nicht das Bedürfnis die Kiste grundlegend zu erneuern. Warum auch? Der Rechner funktioniert, vielleicht wird ne neue SSD eingebaut mehr aber nicht.
    Warum also was neues kaufen?

    • Ist bei mir auch so. Mein „großer“ Rechner ist ein Dell mit nem i7 870, der kam September 2009 auf den Markt, ist also über 10 Jahre alte Technik. Ich habe vor Jahren lediglich eine separate Grafikkarte mit leisem Lüfter nachgerüstet, ne GT1030 und eine günstige SSD eingebaut. Und das Ding genügt meine Ansprüchen völlig. Surfen, Bürokram, Musik und ein paar ältere Steam-Titel laufen 1a. Skype, HomeOffice, Videokonferenzen – alles kein Problem. Klar sind die Kisten heute deutlich besser. Die Sache ist nur: Der hier ist gut genug.
      Ich bin schon ne Weile dabei, hab mit nem 8086er mit irgendwas um die 4 oder 5 MHz angefangen und die Sprünge von Generation zu Generation waren meinem Gefühl nach gewaltig. Mit einer 10 Jahre alten Kiste hätte man damals nix reißen können. Aber irgendwann kam ein Punkt, an dem der persönliche Nutzen für mich, schnell auf eine neuere Generation zu springen, kleiner wurde. Und zwischenzeitlich kann ich bequem ganze Generationen überspringen, ohne das Gefühl zu haben, einen neuen Rechner zu benötigen. Denke, das geht vielen so. Besonders das Aufkommen von SSDs hat nochmal dafür gesorgt, dass man ältere Rechner deutlich länger verwenden kann.
      Ich habe hier auch noch ein altes Notebook mit nem Core2Duo, auf dem habe ich Linux Mint installiert und eine 128 GB SSD eingebaut, ebenfalls eine günstige, die nun auch schon älter ist. Und was soll ich sagen – das Ding bootet in weniger als 10 Sekunden (letzte BIOS-Meldung bis zum Login) und auch hier erfüllt das Teil seinen Einsatzzweck ganz wunderbar.

      Allerdings muss ich dazu sagen: Ich spiele auf diesen Systemen nicht. Dafür habe ich ne PS4 und noch ein paar alte Klassiker wie das SNES, Sega Saturn etc.
      Für einen PC-Spieler geht meine Rechnung freilich nicht auf.

  5. Vielleicht liegt es einfach daran, dass keine PCs mehr komplett vom Hersteller gekauft werden, sondern sich die Leute diese selbst zusammenstellen. Zugegeben, betrifft nicht den Notebook Markt, aber den Desktop wohl zum Teil schon.
    Firmenumfeld könnte anders aussehen, aber ich kenne keinen in meinem Umfeld, der sich den PC nicht selbst zusammenbaut oder von mir erstellen und montieren lässt. Und ich mach das (noch nicht 😉 ) gewerblich.

    • Naja, es hat auch eine Verschiebung hin zum Tablet/Smartphone für den allgemeinen Officebedarf der Privatleute gegeben. Die Emailgeschichten kann man heute komfortabel am Smartphone erledigen, und größere Sachen wie Briefkorrespondenz und PDF Erstellung kann man wenn das Handy nicht reicht gut mit dem Tablet machen. Selbst kleinere Excelsachen brauchen heute keinen Desktop oder Laptop mehr. Gedruckt wird mit dem wifi Drucker, Fotos in der Drogerie.

      PC lohnt sich somit eigentlich nur noch zum spielen oder für berufliche Zwecke. Der eigentliche Homeuser Markt des letzten Jahrzehnts ist verschwunden.

      Sieht man auch an den Aldi PCs, da hat man sich um 2000 rum drum geprügelt, 2010 hat es gereicht, wenn man schnell da war und 2020 stehen die Dinger wochenlang im Regal und werden mit mehreren hundert Euro Nachlass verramscht, weil die Dinger niemand mehr braucht.

      • Wo kann man denn bitte E-Mail Geschichten komfortabel am Smartphone erledigen? Wenn man drei Mails am Tag bekommt geht das vielleicht gerade noch so aber das wars dann auch.

        • Mal anders gedacht. Aktuelle Smartphones sind von der Leistung her gesehen in der Lage einen klassischen Office bzw. Multimedia PCs zu ersetzen. Eingabegeräte wie Tastatur, Maus, Trackpad lassen sich idR problemlos per Bluetooth verbinden. Ja selbst Ausgabe Geräte wie Drucker und Bildwiedergabe über HDMI (Adapter) sind möglich.

          Es mangelt jetzt nur noch an der Software, die es ermöglicht per standardisiertem Dock das Smartphone an ein einfaches Desktop Terminal zu koppeln, welches nur noch für Ein und Ausgabe zuständig ist. Voilla, ein persönliches Rechenzentrum für die Hosentasche.

    • Das ist eine sehr, sehr kleine Nische der Eigenbau. Der ist sogar so klein, dass er in vielen Statistiken nicht mal erwähnt wird, da er keinen nennenswerten Einfluss auf die Zahlen hat.

  6. Ich fordere die Bundesregierung unter Leitung der BKIn Merkel auf, ein Soforthilfepaket zu schnürren und eine PC-Abwrackprämie einzuführen. Weiters ist die Industrie gefragt. z.B. muss Microsoft Windows und Office so entwickeln, dass bei einer neuen Version ein neuer PC fällig wird. Stichwort obsolete Entwicklung.

  7. Moin André, was für ein cooles Glück hast du denn auf dem Schreibtisch?

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