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PayPal startet das Generosity Network als Alternative zu GoFundMe

PayPal startet mit dem Generosity Network eine neue Online-Bettel-Plattform – ein neues Spenden-Netzwerk. Vergleichbar ist das Ganze weniger mit Plattformen wie Kickstarter und IndieGoGo, sondern mehr mit etwa GoFundMe. Im Wesentlichen halten dort Menschen die Hand auf, die Geld für unterschiedlichste und häufig persönliche Zwecke benötigen.

Ihr lest da bei mir einen zynischen Unterton heraus? Ja, ich halte von Crowdfunding bis auf wenige Ausnahmen nicht viel. Zumal es zu viel Missbrauch kommt bzw. bereits gekommen ist. Es ist leider häufig, dass sich Menschen tragische Geschichten ausdenken und ans Mitgefühl anderer appellieren, sich aber einfach nur bereichern wollen. Und das ist bei Plattformen wie GoFundMe oder eben PayPals neuem Generosity Network im Grunde überhaupt nicht überprüfbar.

Das schließt keinesfalls aus, dass es dort unterstützenswerte Projekte geben kann. Jene herauszufiltern, ist aber schwer. Immerhin: PayPal begrenzt die maximale Geldmenge, die eingesammelt werden kann, im Generosity Network auf 20.000 US-Dollar. Zunächst visiert das Generosity Network in erster Linie die USA an. Wer dort eine Kampagne startet und Spenden sammelt, erhält das Geld direkt auf sein PayPal-Konto.

Zu finden ist das neue Generosity Network direkt hier. Auf den ersten Blick fallen mir da direkt ein paar „verdächtige“ Kampagnen ins Auge, die zwar kurze tragische Geschichten erzählen, aber so wenig nachprüfbare Details liefern, dass direkt die Alarmglocken klingeln sollten. Eigentlich ist das schade, da in so einem Dickicht dann die Kampagnen untergehen, die wirklich Unterstützung verdienen würden.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Wird in Amerika ja wohl tatsächlich häufig verwendet, wenn man den Fehler gemacht hat, sich ein Bein zu brechen oder Krebs zu bekommen, ohne die finanziellen Mittel für die Behandlung zu haben.

  2. Jonas Wagner says:

    Das pauschal zu verurteilen finde ich nicht gut. Man sollte natürlich immer gut überlegen, wem man Geld schenkt. Und das Risiko, dass das Geld nicht für das verwendet wird wovon man selbst ausgeht („kauft der Obdachlose Schnaps mit meinen 2 Euro?“ Aus meiner Sicht ist das seine Sache) oder was der „Bedürftige“ behauptet, ist immer da.

    Aber es kann Situationen geben, wo durch alle Raster und sozialen Netze fällt, auch bei uns und besonders in Ländern mit schwachem Sozialsystem wie die USA.

    Ich sehe das eher so, dass die Plattform als System genutzt wird um Geld einzusammeln. Verlinkt wird jedoch von anderen Quellen darauf und eben dort sollte ein ausreichendes Vertrauensverhältnis vorhanden sein. Wenn ich zB jemandem seit Jahren auf Twitter folge, die Person etwas einschätzen kann und die dann plötzlich in eine Notsituation kommt und Geld braucht, kann ich guten Gewissens das Generosity Network nutzen.

    Wenige werden sagen „okay, heute will ich mal was Gutes tun, jetzt bummle ich mal durch das Generosity Network und überlege wem ich mit meiner Großzügigkeit helfen könnte“.

  3. sorry, aber das hier:

    Es ist leider häufig, dass sich Menschen tragische Geschichten ausdenken und ans Mitgefühl anderer appellieren, sich aber einfach nur bereichern wollen. Und das ist bei Plattformen wie GoFundMe oder eben PayPals neuem Generosity Network im Grunde überhaupt nicht überprüfbar.

    Ist genauso seriös wie die Querdenker usw.

    Es ist gerade in den USA (aber nicht nur) die Sozialleistungen sehr eingeschränkt und wahnsinnig viel läuft da z.B. über spenden. Meinungen sind gut, aber bei so pauschalen Aussagen fehlt einfach die Seriosität und etwas hintergrund.

    • André Westphal says:

      Leider stimmt das genau so. Da gibt es sogar einige Fälle, die dann groß in den US-News gelandet sind. Etwa Menschen, die vorgaben Obdachlosen zu helfen und sich von dem Geld, dass sie angeblich für jene einsammelten fette Autos und schöne Reisen sicherten.

      Das heißt nicht, dass alle das so machen. Aber es ist nahezu unmöglich zu prüfen, wer sich selbst die Taschen vollmachen will mit ner kleinen Story und wer da ernsthaft anderen hilft oder in einer Notlage steckt. Da ist eine Spende meiner Ansicht nach im Zweifelsfall bei einer seriösen Organisation besser aufgehoben.

      • Jonas Wagner says:

        Ja, seriöse Organisation oder eben Personen denen ich vertraue.
        Und dann kann das die richtige Plattform sein, um diesen Personen meine Unterstützung zukommen zu lassen.

      • Ja, aber genau das ist Pauschalisierung. Es gibt keine belastbaren Beweise für diese „These“ . Tritt mal ein bisschen von dieser Meinung zurück und lies diesen Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/GoFundMe

        Zitat: von 2010 bis 2020 – wurden mehr als 9 Milliarden US-Dollar von über 120 Millionen Spendern vermittelt.

        Ich will nicht behaupten das das alle „etliche“ Spendenaufrufe sind, aber ich behaupte bedeuten ! mehr etliche als fake.

        Und das mit der Kontrolle funktioniert schon bei stattlichen Leistungen gelegentlich nicht.

        Gruß Final

  4. etliche = ehrliche 😉

    Schönes Wochenende

  5. Schwarze Schaafe gibt es immer und ueberall. Ob nun der Bettler nebenan der sein gesammeltes Geld im Mercedes nach Hause faehrt oder irgendjemand der eine Fake Geschichte auf GoFundMe konstruiert.

    So etwas wird es immer geben. Aber das haelt mich nicht davon ab meinem Magengefuehl zu folgen und trotzdem geben.

    Ich selber habe bei Twitter einmal davon gesprochen, dass ich Geld brauchte um meinen Teil der Ausbildung zu bezahlen. Nach 3 Tagen war die volle Summe auf meinem Konto und ich konnte sogar noch Fahrt und Essenskosten davon bezahlen.

    Da funktioniert das Netzwerk etwas seriøser da die Leute mich kennen, einschaetzen koennen.

    Btw. ist das meiste wieder zurueckgezahlt aber viele haben geschrieben dass sie kein Geld zurueck haben wollen.

    Ich finde Spenden gut und jeder sollte sich im Klaren sein dass es 100 mal den richtigen erreicht und eben immer der 1 dabei ist der nicht der Richtige ist. Pech gehabt. Weiter.

  6. Wenn es für Nutzer nur leicht genug ist etwas zu geben, dann kann man das sehr sinnvoll nutzen.
    Auch eine Webseite wie diese hier könnte einfach einen „Hat mir gefallen/geholfen“-Button unter jedem Beitrag haben; klickt man ihn, zack, kann man 50cent oder einen Betrag seiner Wahl geben. Fertig. zwei Klicks.

    So kann man als Community-Mitglied leicht „Danke“ sagen ohne Abos oder andere Hürden. Flattr war mal so ein Konzept was leider kaputt gemacht wurde bevor es sich durchsetzen konnte.

    So etwas nun pauschal zu verurteilen weil es natürlich – wie überall im Leben – Betrüger gibt, finde ich nicht richtig. Es darf schon jeder mündig genug sein, um zu prüfen, wem man Geld überweisen möchte.

    Mein größter Kritikpunkt wäre eher, dass es paypal ist und diese gerne mal Konten für den Kontobesitzer sperren (Eingänge aber weiter zulassen) weil erst mal geprüft werden soll, ob alles seine Richtigkeit hat (oder das als Vorwand genommen wird?) – Das ist dann eine blöde Situation wenn man das Geld wirklich braucht und viele geholfen haben und man dann über Wochen nicht dran kommt – und auch keinen wirklichen Support oder andere Hilfe bekommt. Da wäre also mal spannend zu erfahren, welche Regeln hier aufgestellt werden für so eine Unterstützungsplatform und wie sie sich von einem PayPal-Konto mit PayPal-Me-Link unterscheidet?

    • Wird wohl so laufen wie immer bei Paypal. Irgendwo geht eine Kontrollleuchte an, ein Techsupport-Lemming in Indien sperrt das Konto, man muss sich tage- oder wochenlang mit dem Support herumschlagen, währenddessen stiehlt Paypal das Guthaben, spekuliert weiter damit und verdient Geld. Diese Firma ist ein Müllhaufen und sollte nicht unterstützt werden.

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