PayPal öffnet Seafile-Konto, widerspricht Behauptungen

Paypal Artikel LogoKeine gute News-Woche für PayPal. Das Unternehmen hatte den PayPal-Account des Cloud-Anbieters Seafile mit teils nicht nachvollziehbaren Bemerkungen geschlossen, gar von Datenüberwachung war die Rede. Ein absolutes Unding und ein Vertrauensbruch. Die Meldung wurde nun von PayPal kommentiert. Man teilte uns gegenüber mit, dass das Konto wieder geöffnet sei. Interessanterweise geht man nicht konkret auf das ein, was Seafile kommunizierte. Datenschutz stelle den Kern des PayPal-Geschäftsmodells dar. PayPal verlange nicht und habe auch noch nie von einem Händler verlangt, dass dieser in die Privatsphäre seiner Kunden eindringt.

Als weltweit tätiger Bezahldienstleister müsse sich PayPal einen genauen Überblick über die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens verschaffen und dabei auch klären, wie dieses Unternehmen geltende Gesetze und Regulierungen erfüllt. Es handelt sich dabei unter anderem auch um Gesetze und Regulierungen, die sich auf das Teilen oder das Verbreiten illegaler Inhalte beziehen, sowie um Richtlinien von Banken und Kartennetzwerken, die in die PayPal-Zahlungungsabwicklung involviert sind.

PayPal prüfe diese Fragestellungen nach eigenen Aussagen auf Einzelfallbasis. Auch das sind Aussagen, die in keiner Weise mit denen von Seafile übereinstimmen. Letzten Endes entschuldigt man sich aber für die falsch eingeschätzte Situation.

Schon schräg, dass im Laufe der Prüfung kein einziger Mitarbeiter dabei war, der mal den Dienst und seine Tätigkeit nachvollziehen konnte, trotz der Klarstellung des Anbieters…..

Update: Auch Seafile hat ein Update draußen. Es bleibe ein blöder Nachgeschmack und man schaue sich weiterhin nach Alternativen um. Richtig so:

Ja, unser PayPal Konto ist wieder freigeschaltet. Wir haben heute Nachmittag einen Anruf von PayPal bekommen. PayPal hat sich für den Vorfall entschuldigt. Sie hätten in unserem Fall falsch entschieden. Wir seien eindeutig kein “High Risk Business” und hätten PayPals Fragen auch ausreichend beantwortet.

Theoretisch dürften wir wieder PayPal Zahlungen entgegennehmen. Ein blöder Nachgeschmack bleibt allerdings. Es hat sich einfach richtig schlecht angefühlt, als wir am Samstag alle aktiven PayPal Abos kündigen mussten. Wir finden es zwar gut, dass PayPal hier so viel Größe zeigt und einen Fehler eingesteht. Aber auf unserer Seite ist das Vertrauen in PayPal erst mal so sehr erschüttert, dass wir uns nicht vorstellen können, wie wir PayPal guten Gewissens wieder einsetzen sollen. Wir schauen uns zur Zeit weiterhin nach Alternativen um.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

20 Kommentare

  1. paypal ist eh ein drecksverein laut meinen erfahrungen.

    -> paypal kontaktiert, weil ich eine frage hatte. konto gesperrt. ich sollte irgendwelche nachweise hochladen.

    – erste nachricht an den kundenservice wurde mit nem standard bausatz beanwortet
    – zweite nachricht ebenfalls eine vorgefertigte antwort, wobei kein bisschen auf mein problem/stellungnahme eingegangen wurde
    – dritte nachricht, also meine stellungnahme als PDF hochgeladen. weil du hast ja nur die möglichkeit ein dokument hochzuladen. das wird doch gelesen, wenn ich ja denen was sende, was die unbedingt brauchen. was meint ihr wurde das gelesen? 🙂
    – vierte nachricht nochmals als PDF zu den benötigten dokumenten hochgeladen. wurde ebenfalls total ignoriert
    – paypal angerufen, ach ja sie haben uns ja einiges zukommen lassen. ich werde das überprüfen -> konto frei!

    im endeffekt wurde meine frage immer noch nicht beantwortet und ich habe mich mit der sperre ca 3 wochen rumärgern dürfen. voila!

    service pur!

  2. Mäuseturm says:

    PayPal ist unseriös, war schon immer unseriös und wird immer unseriös bleiben. Wer sich auf PayPal verlässt, wird früher oder später dumm da stehen.

    Was glaubt PayPal, dass es ist? Polizei, Staatsanwalt und Richter in Einem?

    In einem Rechtsstaat gilt im Fall illegaler Angebote, dass es einen Kläger gibt, eine ermittelnde Polizei und den Staatsanwalt und dann ein Urteil von einem unabhängigen Richter.

    Es sei nur mal an den Rossmann-Fall erinnert, wo PayPal mal eben alles gesperrt hat, weil sich Rossmann erdreistet hat, in Deutschland legale kubanische Zigarren auf völlig legalem Weg zu verkaufen – nur weil PayPal das nicht in den Kram passte….

    Nicht der erste Fall und ganz gewiss nicht der letzte

  3. @Gr4t15
    Sobald man wegen irgendwas den Support kontaktieren muss, wird es wirklich sehr mühselig und schwierig. Ich ärgere mich jedesmal dass mit 100% Sicherheit mindestens die erste Antwort von Paypal aus einem Textbaustein besteht, der garantiert absolut nichts mit meiner Frage zu tun hat.

    Das ist schlicht und ergreifend absolut dreist. Andere Firmen könnten sich das nicht leisten, diese wären bei einem derart desaströsen Support längst vom Markt verschwunden. Da sich Paypal aber mehr oder weniger ein quasi Monopol erarbeitet hat, wird sich daran so schnell nichts ändern.
    Aber die anderen Anbieter machen es Paypal nicht gerade schwer, auch noch mittelfristig diese Position halten zu können. Wenn ich da an solche Produkte wie paydirekt denke, weiß ich ehrlich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Wie können Menschen die in den entsprechenden Entscheidungs- und Kontrollpositionen sitzen ernsthaft ein derart schlechtes Produkt als Konkurrenz zu einem etablierten, weit verbreiteten Mitbewerber auf den Markt bringen und erwarten, dass das auch nur ansatzweise erfolgreich sein wird?

  4. PayPal ist wirklich ein Fall für The Coon. Was die da abziehen ist schon harte Verarsche. Ich bin aber dennoch ein PayPal Fan.

  5. Als Käufer hatte ich bisher keine Probleme mit Paypal. Als Verkäufer aber um so mehr. Da werden Konten gesperrt, Guthaben eingefroren und vieles mehr. Seit dem verzichte ich komplett auf Paypal (ich verkaufe nur privat ab und an was per Ebay-Kleinanzeigen), aber lieber verkaufe ich den Artikel nicht als eine Zahlung mit Paypal zu akzeptieren.

  6. Paypal ist ein asozialer Drecksladen, der auch gegen Zivilcourage vorgeht. So hatte Paypal z. B. auch die Konten von Wikileaks und der Wau-Holland-Stiftung gesperrt.

  7. Hätte ich jetzt offen gestanden nicht mit gerechnet.
    Ob ich an Seafiles Stelle PayPal jetzt noch vertrauen könnte? Die Geschäftsbeziehung kann doch so gar nicht gut funktionieren. Da leidet doch der Ruf drunter. Ich glaube, ich würde mich an deren Stelle mittelfristig von PayPal als Partner/Kunde trennen.

  8. Caschy, warum fasst du bestimmte Firmen wie Paypal oder Apple eigentlich mit Samthandschuhen an? Liegt das an den kostenlosen iPhones als Dauerleihgaben und den Paypal-Spendenlinks auf jeder deiner Seiten?

    Schon auffällig, wie unterschiedlich die Überschriften bei dir und anderen Medien immer formuliert werden. Z. B. Bei Caschy:

    „Paypal widerspricht Behauptungen“

    Dagegen z. B. die Überschriften bei Heise und golem:

    „Paypal rudert zurück“
    „Paypal entschuldigt sich…“

    Den gleichen Samthandschuh-Stil gibt’s in all deinen Artikeln zu Apple.

  9. Lieber Troll. Wir waren die Ersten, die das Thema überhaupt angepackt haben, denk mal drüber nach. Und lies mal Texte, anstatt unter X Namen Überschriften zu mokieren. Alternativ wäre es auch für dich eine Lösung, einfach mal das Internetkabel zu ziehen. Haben sicher alle was von. Alternativ bleib doch bei deinen Medien, die du nennst. Die sind ja alle so hart und korrekt – nicht wie bei gekauften Bloggern. Genau, gekauft. Von allen. Apple, Paypal, Microsoft. Einfach von allen! #plonk

  10. Seafile schmeißt auch PayPal raus, siehe Update auf der Seafile Seite:
    https://seafile.de/wichtige-informationen-zu-app-seafile-de-und-zu-lizenzkaeufen/

  11. @Reinhold: Danke, hab ich als Update mit reingenommen!

  12. Kein Problem, weiter so mit eurem Blog…!!

  13. MarcusRiecht says:

    Marcus: Gratulation. Solch dummer Kommentar auf einem der transparentesten Blogs in Deutschland. Da sieht man gleich was du für einer bist 😛 Was für Deppen 😀

  14. Willkür ist bei Paypal Programm. Es gab schon genug Leute die berichtet haben das Paypal das Konto einfach sperrt. Da muss man sich schon fragen mit welchem Recht Paypal einfach mal so ein Konto für Monate sperren kann.
    Schließlich kann davon auch eine Existenz abhängen. Als Paypal noch zu eBay gehörte kam man an Paypal praktisch nicht vorbei. Wer sein haupteinkommen zu dieser Zeit mit Hilfe von eBay erwirtschaftet hat konnte Insolvenz anmelden wenn Paypal das Konto gesperrt hat.
    Ich konnte mich deshalb noch nie so richtig mit Paypal anfreunden und nutze den Dienst nur wenn es keine Alternative gibt.

  15. Wolfgang Denda says:

    Dafür dass PP mit Kundengeldern arbeitet, ist deren Support stark nachbesserungswürdig. Aber auch die Hausbanken lassen einen immer dann im Stich, wenn man sie wirklich mal braucht. Also was soll’s, vertrauenswürdige Geldinstitute gibt es nicht.

    Aber nach dem Publicityfail von Number26 hätte ich einem etablierten Unternehmen schon viel mehr Fingerspitzengefühl zugetraut.

  16. That´s it:
    „American Way Of Life“

    Erst schießen dann fragen

  17. @svenp
    War bei mir 2 mal der Fall. Wenn dein Geld bei PayPal liegt (ist zwangsläufig so wenn du viele Kunden ausserhalb Deutschlands hast, oder auch wenn du in Deutschland viel bei eBay verkaufst), bist du dann völlig am Arsch. In der Zeit musste ich durch mehr Hürden springen als ein Zirkuslöwe in seinem ganzen Leben. Bei mir war das Konto aber nur 6 Wochen eingefroren. Wenn du davon Miete und andere Rechnungen bezahlen musst dann gute Nacht.
    Ich habe aber dann einen Tipp bekommen: einfach mal mitteilen dass man die Sache seinem Anwalt übergibt. Das scheint dort schnellere Mechanismen in Gang zu setzen.

    Heutzutage nutze ich kein eBay und PayPal mehr und bin froh darüber. Beides Scheiss Vereine die verrecken können. Zuletzt habe ich drei Jahren mal wieder PayPal für eine Spende an GPSies genutzt weil kein anderer Weg möglich war.

  18. Wolfgang Denda says:

    @Kalle
    Banken gehen mit ihren Kunden auch nicht besser um, das wird aber nicht, oder nur selten, öffentlich. Meine Bank hat es jedenfalls nicht auf einen Prozess samt Grundsatzurteil ankommen lassen, und den stillen Vergleich gewählt.

  19. Ja, Banken haben Dreck am stecken und kündigen auch mal unrentable Sparverträge oder verweigern eine Kontoeröffnung. Aber ich kenne keine Bank die ohne mit der Wimper zu zucken wochen- oder monatelang finanzielle Mittel, die ihr nicht gehört, für sich behält. Das wäre ja auch rechtswidrig.

  20. Wolfgang Denda says:

    @Kalle
    Reicht doch, jemandem wie Kirch aufgrund von Hörensagen die Kreditlinie zu kündigen, um ein laufendes Unternehmen von heute auf morgen zu töten.