Patente: Samsung versucht Einhandbedienung, Apple die Gesichtserkennung

Patent-Beschreibungen großer Unternehmen sind oft eine spannende Sache. Sie zeigen, was sich die Unternehmen so ausdenken und oftmals auch wieder verwerfen. Nur weil ein Patent vorliegt heißt dies nicht, dass die Beschreibung auch umgesetzt wird. In diesem Fall versucht sich Samsung in der einhändigen Bedienung großer Displays. Apple hingegen möchte bestimmte Inhalte nach Gesichtserkennung anzeigen.

Samsung_Patent_Einhand_01

[werbung] Das von Samsung beschriebene Patent wäre eine Wohltat für Nutzer von Geräten, deren Displays immer größer werden. Der Nutzer legt einen Wirkungskreis fest, typischerweise der Bereich, der mit dem Daumen auf dem Display erreicht werden kann. In diesem Wirkungskreis werden dann Menüs und Buttons angezeigt und sind somit stets einhändig erreichbar.

Samsung_Patent_Einhand_02

Samsung beschreibt diesen Bereich als „Comfort Zone“. Die Steuerung des Musikplayers, die Anzeige von Icons und selbst die Tastatur könnten sich dann nutzerspezifisch in diesen Bereich legen. Ein weitaus praktischerer Entwurf als das, was Samsung beim Galaxy Note 3 anbietet. Dort kann man die gesamte Display-Anzeige verkleinern, um diese einhändig erreichen zu können. Nicht unbedingt logisch, hat man ja extra ein großes Display.

Apple wurde nun ein Patent zugesprochen, das bereits 2008 eingereicht wurde und sich mit Gesichtserkennung beschäftigt. Die Anwendung der Gesichtserkennung geht dabei weit über das schnöde Entsperren eines Gerätes hinaus. Geht es nach Apple, werden bestimmte Dinge angezeigt oder verborgen, je nachdem, wer auf das Display schaut.

Apple_Patent_Gesicht_01

Kommt beispielsweise ein Anruf auf dem Gerät an, wird überprüft, wer auf das Display blickt. Hat die Person nicht die Berechtigung, einen Anruf entgegenzunehmen, bleibt das Display schwarz. Erkennt das Gerät den Besitzer, gibt es das normale Anrufer-Bild. Ebenso könnte es sich mit Benachrichtigungen verhalten. Auf dem Lock-Screen wird nur etwas angezeigt, wenn der Nutzer erkannt wird.

Apple_Patent_Gesicht_02

Hierzu passt auch die Übernahme von PrimeSense. Diese kam zwar 5 Jahre nach der Einreichung des Patents, die Technologien von PrimeSense könnten aber viel dazu beitragen, Gesichtserkennung sicherer zu machen. Bei bisher im mobilen Bereich eingesetzten Erkennungen genügt oftmals ein Foto, um die Erkennung zu umgehen. Eine 3D-Abtastung eines Gesichts wäre da ein großer Fortschritt.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. Das ist natürlich klassisches Broken Design. Wir beheben ein Problem was überhaupt erst durch die „abartig“ großen Bildschirme entstanden ist. Anstatt jetzt mal leistungsfähige, handliche Geräte für Menschen mit kleineren Händen zu entwickeln verfrickeln wir lieber weiter Android. Aber besonders bei Samsung baut man ja lieber erstmal so groß wie nur irgendwie geht und denkt dann an passende Anwendungsfälle und Software.

  2. Genail! Ein Patent zur Einhandbedienung…andere nennen dies eben „4 Zoll“ und zeigen wie es geht.

  3. @Martin: Große Displays bringen aber auch viele Vorteile.
    Aber auch auf einem kleinen Display sehe ich ein ähnliches Bedienmuster wie auf den Bildern. Bei kleinen Displays stört mich auch häufig, dass ich zuviel Inhalte mit meiner Hand verdecke, vielleicht hilft die Idee von Apple da etwas. Aber auch auf einem kleinen Display sehe ich ein ähnliches Bedienmuster wie auf den Bildern. Bei kleinen Displays stört mich auch häufig, dass ich zuviel Inhalte mit meiner Hand verdecke, vielleicht hilft die Idee von Apple da etwas.
    Mich nervt an iOS das die Autokorrektur nur für Rechtshänder abgestimmt ist, da hoffe ich bei Samsung auf eine gespielte Umsetzung der GUI Anpassung.

    PS: Mein Nexus 7 kann ich locker mit einer durchschnittlichen Männerhand bedienen.

  4. Ich habe das note 3 von dem in diesem Artikel geschrieben wurde und muss sagen das ich nicht verstehe wieso ein Handy unbedingt mit einer Hand bedient werden muss. . Zudem ist der Smartphone Markt so überschwemmt mit Telefonen das sich bestimmt für jedes Bedürfniss etwas finden lässt. Ich habe als zweit Handy ein ios gerät mit welchen ich durch die kleinen Abmessungen nicht mehr gut zurecht komme. Fazit: Jedem das seine !

  5. Ich habe die Icons schon lange so angeordnet. Kann ich das als prior art geltend machen? Krieg ich jetzt Geld von Samsung?

  6. Ich hatte ein Windows Phone Handy und bin jetzt gezwungenermaßen wieder bei Android.
    Ich muss sagen, dass WP das Konzept der Einhandbedienung bisher am besten umsetzt. Leider werden die Apps aktuell eher in Anlehnung an die iOS oder Android Pendanten gestaltet, so dass der Luxus oder Daumenbedienung verloren geht.

    Für die, die es nicht wissen, bei WP sind eigentlich fast alle Bedienelemente am unteren Bildende. Die Hauptmenüpunkte werden per seitenwisch durchgegangen. Somit störte mich beim Lumia 920 eigentlich nie das große Display. Bein HTC one muss ich öfter mal umgreifen. Daher finde ich es gut, dass hier mal drüber nachgedacht wird… aber ganz ehrlich. Einfach die Menüs nach unten machen ist schon eine super Hilfe. Sieht anfangs komisch aus, gewöhnt man sich aber dran. Dann muss auch nicht so ein Ultra mega Konzept her, was alle bekannten Eingabemethoden über Bord wirft.

  7. Und LG hat beides schon ziemlich gut ungesetzt.

  8. Finde den Fehler!
    Samsung Handy und Einhandbedienung

  9. Finde die Pointe!
    In Micha’s Kommentar!

  10. coriandreas says:

    So, jetzt sind also die Reviere und Zielvorstellungen abgesteckt:
    Samsung versucht sich mit Einhandbedienung, der klassisch mechanische Weg, für jeden verständlich und billig implementierbar.
    Apple will mal wieder ein großes Ding landen mit Gesichtserkennung, ist aber auch nichts Neues.
    Google wurde gar nicht erwähnt. Die arbeiten sich ja an Sachen ab, von denen Normal-Mensch gar nicht zu träumen wagt: Gedankenerkennung. Ich wette, in den geheimen X Labs basteln sie schon daran, genauso wie an Quantum Computing und Robotern.

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