OS X Yosemite und ein angebliches Privatsphäre-Problem

OS X Yosemite ist nun bereits ein paar Tage verfügbar. Die Menschen probieren Dinge aus – und finden welche, die scheinbar gar nicht in den Privatsphäre-Gedanken passen. Im Fall von Yosemite stürzt sich die Washington Post auf die Spotlight-Suche, die mehr über den Nutzer preisgeben soll, als dieser vielleicht möchte. Startet man eine Spotlight-Suche, werden zahlreiche Informationen, wie zum Beispiel der Standort oder die drei zuletzt genutzten Apps an Apple gesendet. Hier sieht man eine Bedrohung der Privatsphäre, allerdings ist dies nur die eine Seite der Geschichte.

OS X Yosemite

Richtig ist, dass diese Daten gesendet werden, allerdings werden diese nicht mit dem Nutzer verknüpft, sondern mit einer Session ID, die alle 15 Minuten gewechselt wird. Der Nutzer kann auf diese Weise nicht wirklich getrackt werden. Auch ist kein Muster über einen Zeitraum zu erkennen, da die ID eben alle 15 Minuten gewechselt wird.

Wer sich dennoch Gedanken macht, dass er eventuell über die Spotlight-Suche getrackt werden könnte, kann die Vorschläge auch einfach deaktivieren, die Möglichkeit bietet Apple immerhin. In einem Statement gegenüber The Verge erklärt Apple diese Verschleierung der privaten Informationen über die Spotlight-Suche:

We are absolutely committed to protecting our users‘ privacy and have built privacy right into our products. For Spotlight Suggestions we minimize the amount of information sent to Apple. Apple doesn’t retain IP addresses from users‘ devices. Spotlight blurs the location on the device so it never sends an exact location to Apple. Spotlight doesn’t use a persistent identifier, so a user’s search history can’t be created by Apple or anyone else. Apple devices only use a temporary anonymous session ID for a 15-minute period before the ID is discarded.
We also worked closely with Microsoft to protect our users‘ privacy. Apple forwards only commonly searched terms and only city-level location information to Bing. Microsoft does not store search queries or receive users‘ IP addresses.
You can also easily opt out of Spotlight Suggestions, Bing or Location Services for Spotlight.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

13 Kommentare

  1. Meine Güte jetzt versucht man aber auch Apple aus allem einen Strick zu drehen. Missgunst kann sehr destruktiv sein.

  2. Was macht denn die Suche mit dem Standort und den letzten drei genutzten Apps? Also was ist der Grund warum diese Daten gesendet werden?

  3. das ist nicht so harmlos wie du es hier darstellst.
    https://fix-macosx.com/ und https://twitter.com/taknil/status/523376363911536641 zeigen, dass es durchaus sinnvoll ist diese Option abzustellen.

  4. @AI: Der Screenshot von taknil zeigt, dass nach jedem Tastendruck ein Request an die Server von Apple abgeschickt werden, die den Request vermutlich in Richtung Bing durchpipen, und damit quasi eine predictive Search durchführen. Monitor doch mal deinen Traffic, wenn du deinen Cursor in die Searchbar von Google setzt, und einige Tasten drückst. Da wird auch jeder Traffic direkt als Request an Google weitergeleitet, welches daraus dann die predictive Search generiert.

    Und fix-macosx.com sagt eigentlich nur genau das, was Apple selbst zum Privacy Management sagt: Wenn man nicht will, dass Spotlight nach Hause telefoniert, soll man die Option lieber deaktivieren. So what?

  5. Typisch, mal wieder muss der Benutzer aktiv werden und es abstellen, weil die Datensammelei im Standard eingeschaltet ist.

  6. Wolfgang D. says:

    Viel nerviger sind die nicht abstellbaren „Top Suchvorschläge“ im OSX 10.10 – Itunes, die immer aufklappen.

    Bei diesemanderen Privacy-Zeugs wird man ja gefragt und kann es abwählen. Wer auf den Automatik-Knopf klickt, ist selber schuld.

  7. michael_cgn says:

    Wer glaubt, er könne anonym im Internet sein, ist doch einer Illusion aufgesessen.

    Es geht doch eher darum, die Überwachung und Kontrolle tranzparent zu machen und die Verwendung dieser Daten gegen die Menschen zu verhindern (was ja Ziel der kriminellen Aktivitäten von Stasi-Organen wie NSA, BND usw. ist.).
    Selbst wenn Apple, Google und Co. nicht mit der Stasi zusammen arbeiten würden (was sie getan haben – sieh Snowden – auch wenn sie es leugnen), würde diese Dienste sich die Daten beschaffen können.

    Hinzu kommt die Sammelwut, um darüber die Interessen der Menschen verwerten zu können. Auch hier müssten die User aufgeklärt werden, welche Daten wer über sie gesammelt hat, und was wer damit machen kann. Es muss ein Recht auf digitale Selbstbestimmung her – eine sinnvolle Nutzung des Internetz, ohne Daten zur Verfügung zu stellen, ist ja auch nicht möglich.

  8. „Der Nutzer kann auf diese Weise nicht wirklich getrackt werden. Auch ist kein Muster über einen Zeitraum zu erkennen, da die ID eben alle 15 Minuten gewechselt wird.“ Und? Das ist irrelevant. Die Frage ist, warum überhaupt Dinge getrackt werden, die nicht funktionsbedingt sind.

  9. Hier wird offensichtlich eine Späh-Funktion schön geredet….

  10. Hier wird offensichtlich eine Suchfunktion schlecht geredet…

  11. Späh-Funktion schön geredet? Meine Güte, selbst wenn es lang und breit erklärt wird schreiben die Trolle nur Schwachsinn. Spotlight sucht z Bsp in der Umgebung nach Kinos wenn man einen Film sucht, zeigt die Adresse auf einer Karte an, wenn man eine eingibt, etc. Wer’s nicht will schaltet es ab.

  12. Da ist es wieder. Anscheinend haben alle Dreck am Stecken. Wer „sicher“ sein will, sollte einfach alle Geräte weg werfen und Telefon und Internet abmelden. Nun kann nur noch das Haus einstürzen. Meine Fresse, wie man jede eigentlich nützliche Funktion so schlecht reden kann. Manche Leute leiden wirklich unter Verfolgungswahn. Zumal man sich ja offenkundig Mühe gibt Datenherkünfte zu verstecken und zu anonymisieren. Aber die Geier von Datenschutz und Presse finden immer etwas.