Caschys Blog

Oral B iO – Revolution in der täglichen Zahnpflege?

Bereits vor Monaten angekündigt, ist die neue Generation elektrischer Zahnbürsten von Braun Oral B seit kurzem endlich erhältlich. Die Preise für die laut Hersteller „revolutionäre“ iO-Technologie reichen dabei von gut 300 € bis 400 €, je nach Ausstattung. Dabei liegen die Unterschiede hauptsächlich beim mitgelieferten Zubehör, dem eingebauten Display und der Anzahl der Putzprogramme.

Schon aus beruflichen Gründen war es für mich daher an der Zeit, um einen Blick auf die Geräte zu werfen. Das mir vorliegende Modell ist eine iO mit 7 Putzprogrammen und wurde von mir privat gekauft.

Die iO-Serie markiert dabei tatsächlich einen „Neuanfang“ für Oral B, so wurden erstmals seit Jahrzehnten der Antrieb und das Design der Bürstenköpfe geändert. Während sich die Vorgängermodelle der vergangenen Jahre nur über neue Lademöglichkeiten und Zubehör unterschieden haben, änderte sich beim Antrieb und der eigentlichen Putzleistung wenig.

Um die Vor- / Nachteile der neuen Bürste besser verstehen zu können, müssen wir ein wenig in die Entwicklung der vergangenen Jahre zurückschauen. Häufigster Fehler der Patienten beim Zähneputzen ist, dass einfach viel zu kurz geputzt wird. Dies hatte man auch bei Oral B sehr früh erkannt und einen Timer eingeführt, der die Patienten regelmäßig an die Mindestputzdauer von 2 Minuten erinnern sollte.

Der nächste Schritt war die Einführung eines externen Displays, welches diese Daten sehr anschaulich dargestellt hat. Für mich eine der genialsten Einfälle, leider war man bei Oral B der Meinung, dass es dieses Display im Zeitalter der Smartphones nicht mehr brauchen würde und stattete die Bürsten stattdessen mit Bluetooth und einer Handyhalterung aus. Damit war für viele Nutzer die anschauliche Darstellung dahin.

Ich kenne zumindest niemanden, der über einen längeren Zeitraum täglich sein Smartphone an den Spiegel geklemmt hat. Offensichtlich hat diese Tatsache auch bei Oral B zum Umdenken geführt, sodass man mit dem neuen Modell ein Display an Bürstenhalterung an sich eingeführt hat. Dieses Display gibt neben der Anzeige des Putzmodus und des Batteriestandes auch die Putzdauer wieder. Zum Abschluss des Putzvorgangs wird man mit einem netten Smiley belohnt – zumindest wenn man ordentlich geputzt hat. Die Verbindung zum Smartphone steht selbstverständlich trotzdem noch zur Verfügung. Insgesamt ein klarer Pluspunkt für die neue Generation.

Kommen wir zum Putzen selbst. Über die Putzleistung selbst, mag ich keine Aussage treffen, da ich keine klinischen Studien durchführen kann, aber all jenen, denen bisher die Oral-B-Zahnbürsten mit ihrem, doch recht ruppigen Antrieb, zu laut waren, sei gesagt, dass die iO-Serie hier nahezu einen „revolutionären“ Sprung gemacht hat. Der Antrieb der neuen Bürsten ist fast so leise und angenehm, wie der einer Schallzahnbürste. 

Bisher finde ich, dass der Hersteller alles richtig und mit der neuen Serie eindeutig in die richtige Richtung geht, aber es gibt auch Anlass zur Kritik – und das nicht zu wenig.

Als erstes, ist da der exorbitant hohe Preis zu nennen – 300 € bis 400 €, da frage ich mich ernsthaft, wer das bereit ist zu zahlen. Wenn ich als Kunde aber soviel Geld ausgegeben habe, erwarte ich auch ein Premiumprodukt und das bekomme ich nur zum Teil. Was mich direkt beim ersten Auspacken gestört hat, ist der billige Kunststoff am Antrieb, mit etwas Druck, lässt sich dieser eindrücken und ich möchte gar nicht wissen, was damit bei einem Sturz auf den Boden passiert.

Noch ärgerlicher finde ich die Tatsache, dass auch in dieser Generation davon ausgegangen wird, dass jedes Familienmitglied eine eigene elektrische Zahnbürste besitzt. Anders ist es für mich nicht zu erklären, warum es nicht möglich ist, Benutzerprofile anzulegen. Im Klartext heißt das, wenn meine Frau mit meinem Handstück putzt, werden ihre Putzleistungen in meine Statistik eingetragen. Liebes Oral-B-Team, ich verstehe, dass ihr Geld verdienen müsst, aber das kann nicht euer Ernst sein.

Dieser Umstand setzt sich auch bei den Aufsteckbürsten fort. Früher konnte man mit einem Ring seine Bürste farblich kennzeichnen, das ist nun auch nicht mehr möglich. Und apropos Bürste, dass diese nochmal teurer geworden sind – geschenkt. Aber dass man diese Teile aufgrund ihres schrägen Fußes nirgendwo mehr hinstellen kann, geht in meinen Augen auch nicht.

Das Thema Standfestigkeit ist ohnehin so eine Sache: Hat bei euch mal jemand die Bürste irgendwo abgestellt (ich meine nicht auf der Ladestation, wo sie magnetisch gehalten wird)? Demjenigen müsste aufgefallen sein, dass der Fuß nur eine sehr geringe Auflagefläche bildet, sodass das ganze eine wackelige Angelegenheit ist. Mitbewerber Philips zeigt, dass das deutlich besser geht.

Wie sieht nun nach drei Tagen mein erstes Fazit aus? Der Antrieb ist super und eine klare Verbesserung. Auch das subjektive Reinigungsgefühl empfinde ich als sehr angenehm. Die Rückkehr eines Displays ist klasse, trotzdem bleibt die iO ein Luxusprodukt. Eine Oral B für 20 € – 40 € wird wahrscheinlich nicht soviel schlechter putzen, als dass der zehnfache Anschaffungspreis gerechtfertigt wäre.

Ach ja, noch ein Wort zur aktuellen Version der Oral-B-App, zumindest in der iOS-Version scheint sich da in der aktuellen Variante ein Fehler eingeschlichen zu haben. So soll die Zahnbürste eigentlich bis zu 20 Putzvorgänge speichern können, um diese dann bei der nächsten Verbindung zur App zu übertragen – dies funktioniert im Moment leider nicht.

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