OpenStreetView: OpenStreetMap ab sofort auch mit Bildern von den Straßen dieser Welt

artikel_osvOpenStreetMap ist eines der beeindruckendsten Crowdsourcing-Projekte unserer Zeit. Die Nutzer sorgen dafür, dass die Karten aktuell gehalten werden, sie können auch selbst die Karten bearbeiten. Das Ergebnis ist etwas ähnliches wie Google Maps, nur eben ohne die wirtschaftlichen Interessen dahinter. Mit OpenStreetView wird OpenStreetMaps nun auf das nächste Level gehoben. OpenStreetView besteht aus mehreren Komponenten und kann von jedem, auch ohne OSM- / OSV-Account genutzt werden. Wer sich auch selbst beteiligen möchte, kann dies natürlich tun, nicht nur über die für Android und iOS zur Verfügung stehenden Apps, sondern man kann auch ein vorhandenes (oder extra dafür besorgtes) ODB2-Dongle ins Auto packen und mit OSV verbinden.

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Dreh- und Angelpunkt für OpenStreetView ist aber die Webseite, wo man nicht nur Einblick in seine eigenen Veröffentlichungen erhält, sondern alle Aufnahmen betrachten kann. Um die eigenen Veröffentlichungen zu sehen, muss man sich logischerweise anmelden. Wer bereits einen OSM-Account hat, bekommt diesen automatisch mit OSV verknüpft.

Die mobilen Apps sind für die Aufzeichnung von Trips konzipiert, optimiert für die Fahrt mit dem PKW, aber auch bei Radtouren oder Wanderungen zu gebrauchen. Hier kommt auch die Verbindung mit dem ODB2-Dongle ins Spiel. Über die Fahrzeuginformationen können Strecken besser aufgezeichnet werden, vor allem, wenn der GPS-Empfang schlecht ist, wie beispielsweise in Tunneln oder stark bewachsenen Gebieten. Eine „Liste“ (ein Eintrag) mit kompatiblen ODB2-Dongles gibt es an dieser Stelle.

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Über die Apps kann man die Strecken aufzeichnen und auch hochladen, auf Wunsch passiert dies automatisch, sobald man wieder eine WLAN-Verbindung hat. Die App kann dem Fahrer aber auch während der Aufzeichnung helfen, integriert ist nämlich eine Erkennung für Verkehrszeichen. Diese werden nicht serverseitig ausgelesen, sondern direkt in der App. Mit einem Update soll dann noch ein Warnhinweis integriert werden, falls man selbst zu schnell unterwegs ist.

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Ein JOSM-Plugin steht ebenfalls bereits zur Verfügung, allerdings noch in einem frühen Beta-Stadium. Alle Infos, falls Ihr denn selbst aktiv werden möchtet, findet Ihr in der Ankündigung von OpenStreetView. Auf der Webseite kann man bereits erste Ergebnisse sehen. Dass sich dies alles noch am Anfang befindet, erkennt man spätestens daran, wenn man das erste OpenStreetView-Bild öffnet, das auf dem Kopf steht. 😉

Auf jeden Fall ist OpenStreetView eine sehr interessante Alternative zu Googles StreetView-Angebot. Mal sehen wie hier die Datenschützer reagieren. Gerade in Deutschland wurde StreetView durch jene sehr stark ausgebremst, allerdings hat man hier auch einen konkreten Ansprechpartner, den man für Aufnahmen belangen könnte. Ist bei einem Crowdsourcing-Projekt nicht unbedingt gegeben, wobei hier natürlich dann OpenStreetView selbst dennoch zur Verantwortung gezogen werden könnte.

OpenStreetCam
OpenStreetCam
OpenStreetCam
OpenStreetCam
Entwickler: Telenav GmbH
Preis: Kostenlos

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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15 Kommentare

  1. Interessante Sache. In Deutschland natürlich durch den letzten Absatz getrübt. OpenStreetView wird vermutlich jegliche Haftung von sich weisen und auf den User schieben.

  2. Gerade mal paar Bilder angeschaut: es scheint einen Algorithmus zu geben, welcher z.B. Kennzeichen unkenntlich macht. Dabei werden aber z.B. in Deutschland auch Autobahnschilder unkenntlich gemacht, was eher nicht Sinn der Sache ist.

  3. wie würde Open Street View beim Radfahren oder gar Wandern funktionieren? Ich sollte das Gerät ja auch irgendwie halbwegs stabil halten und möglichst gut nach vorne gerichtet.
    Ich finde den Ansatz sehr interessant, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass es wirklich so einfach ist. Tatsächlich muss ja immer die Bewegung und die Neigung rausgerechnet werden.
    Aber tolle Idee, mal schauen, was dabei rauskommt.

  4. Dürfte für Datenschützer eh immer schwieriger werden, überall mehr und mehr Fotos, keine zentralen Plattformen… man sollte langsam mal die Gesetze anpassen, und vor allem im ganzen Land für SCHNELLE Internetanbindung sorgen.

  5. OpenStreetView macht ja nur alle paar Meter nen Foto. Wenn du jetzt nicht Downhill oder total betrunken fährst, sollte das kein Problem sein.

  6. Warum stehen die Bilder denn auf dem Kopf? 😀
    Siehe über Text-> Dreh- und Angelpunkt für OpenStreetView ist aber …..

  7. sieht für mich sehr nach einem Mapillary-Klon aus, sehe in dieser App hier keine Vorteile. Und mit Google Street View sind beide nicht wirklich vergleichbar, da es keine 360° Bilder sind sondern solche in Fahrtrichtung.
    Jetzt weiß ich wenigstens warum Scout GPS von Telenav vernachlässigt wurde.

  8. Haha! Bei StreetView gabs damals in Deutschland ein Riesengeschrei, und Google musste mit hohem organisatorischem Aufwand Verpixelungsaufträge abarbeiten.

    Und hier kann jeder ungefiltert reinwerfen was er will?

  9. Markus Maier says:

    StreetView hätte gar nix tun müssen, das war reiner Goodwill oder besser Eigennutz (lieber die Volksseele beruhigen und zahlreiche klickende Werbekunden behalten)

    https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__59.html (Stichwort Panoramafreiheit)

  10. Ey David, informier dich vorab oder lass es einfach sein. Ansonsten kommt nur unqualifiziertes Halbwissen bei raus und du verbreitest Unwahrheiten.

    Ansonsten hättest du gesehen, dass Kennzeichen etc verpixelt sind.

  11. Ey Mr.C, vielleicht ging es ihm auch nur um das idiotische Häuserverpixeln.

  12. Eike Justus says:

    Ey Mr. C, bist du hier der Chefkommentator/Zensor oder was treibt dich um? David hat sich informiert, nämlich auf dieser Seite (wofür die ja da ist, oder?). Und zu der Information hier hat er eine zweifelnde Frage gestellt, vielleicht mit einem spöttischen Unterton. Hast du vielleicht erwartet, dass er erst deine Kommentare verinnerlichen muss und keinesfalls in Frage stellen darf? Einfach niedriger hängen, sich selbst nicht so wichtig nehmen!

  13. Genau wie Anon sagt: Es ging mir um das idiotische Häuserverpixeln.

  14. Wundert mich, dass OSM da eine eigene Datenbank aufbaut und es nicht zu einer Zusammenarbeit mit Mapillary gekommen ist. Da gab es sogar schon ein tolles JOSM-Plug-In.

  15. OpenStreetView ist übrigens ein Projekt von TeleNav und hat mit OSM eigentlich nichts zu tun, abgesehen von der Möglichkeit die Accounts zu verbinden und die Erlaubnis die Fotos für OSM zu verwenden.
    Ein ähnliches Projekt ist Mapillary von einem schwedischen Start-up, dass schon seit einigen Jahren aktiv ist. Dort gibt es bereits eine ziemlich gute Abdeckung in Deutschland und auch dessen Fotos dürfen für OSM verwendet werden.

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