OnePlus One: Erfahrungsbericht

Gastbeitrag von Tobi. Ich habe, dank eines der diversen Gewinnspiele, relativ früh einen Invite zur Bestellung eines OnePlus One-Smartphones bekommen. Somit konnte ich mir das Gerät vor etwa drei Wochen bestellen und nutze es seitdem als mein Hauptgerät. Der Bestellprozess ist für einen chinesischen Hersteller butterweich. Der Onlineshop akzeptiert PayPal und alle gängigen Kreditkarten.Foto 04.06.14 16 40 54

Versendet wird aus einem deutschen Zentrallager per DHL – das Gerät war am nächsten Tag da. Zusätzliche Zollgebühren fallen also nicht an. Da gibt es europäische Hersteller, die das nicht so gut im Griff haben. Ein wenig ist das natürlich auch dem umstrittenen Invite-System zu schulden, denn bestellen kann nur derjenige, der eine explizite Einladung dazu bekommen hat. Entweder über eines der Gewinnspiele oder von jemandem der bereits ein OnePlus One hat.

Preislich liegt das Gerät bei 269 Euro für die 16 GB Variante und bei 299 Euro für die 64GB Variante. Wenn man den Markt betrachtet, ist das ein fairer Preis. Die technischen Daten sind mit denen des Samsung Galaxy S5 oder dem HTC One M8 vergleichbar und diese Geräte kosten wesentlich mehr. Wie die das machen? Die offizielle Erklärung ist: Verzicht auf Marketingbudgets und mit der Hardware wird kein Gewinn gemacht. Wie die Firma dann ihr Geld verdient? In den ersten 2 Jahren sieht der Businessplan vor, vom Risikokapital zu leben und Marktanteile zu gewinnen. Gut für den Kunden. Ob es auch gut fürs Geschäft ist, muss sich zeigen.

Das Gerät selbst ist von den reinen technischen Daten (detailliert unten) mit anderen Flaggschiffen auf Augenhöhe. Ein brillanter 5,5″ Full HD Screen, Quad-Core Snapdragon 801, 3 GB RAM und eine 3100 mAh starke Batterie lassen keine Wünsche offen. Und auch das Design ist in meinen Augen sehr ansprechend. Es liegt einfach gut in der Hand – ein Handschmeichler sozusagen. Ich habe in letzter Zeit einige Android-Smartphones ausprobiert und festgestellt, dass dies ein entscheidender Faktor ist. Das Nexus 5 war mir zu kantig, beim LG G2 gefällt mir das Material der Rückseite nicht. Das ist beim One übrigens leicht texturiert, nicht rutschig – einfach angenehm.

Natürlich ist das Gerät gross. Grösser als HTC One oder LG G2 – Note 3 mässig gross. Aber das ist okay denn dafür bekommt man auch einen grossen Bildschirm und durch die abgeflachten Kanten wirkt es trotzdem nicht klobig. Ich kann das One gut handhaben, es in die Tasche stecken und bei mir tragen. Dennoch bin ich mir sicher, dass es viele geben wird, denen es zu gross ist.

Das One hat Hardwaretasten unterhalb des Displays, kapazitiv. Die muss man nicht benutzten, denn CyanogenMod – das Android ROM welches standardmässig auf dem One läuft – bietet einem auch die Option an, konfigurierbare Softwaretasten zu verwenden. Ich nutze die Hardwaretasten und habe lieber ein wenig mehr Bildschirmfläche.DSC_3408

Die Hardware des One ist solide und der Gesamteindruck lässt nicht vermuten, dass man es mit einem Preisbrecher zu tun hat. Vom Lautsprecher (JBL) bis zur Kamera (Sony) sind überall wertige Komponenten verbaut – Hardwaretechnisch lässt das One kaum Wünsche offen. Über einen MicroSD-Kartenslot und kabelloses Laden hätte ich mich noch gefreut. Wasserdicht ist es auch nicht und das Gehäuse ist grösstenteils aus Kunststoff.

Dafür ist die Rückseite des Gehäuses auswechselbar. Der Zubehörshop ist noch nicht online, aber OnePlus hat bereits einige Varianten der Rückseite vorgestellt, die später nachbestellbar sein werden – darunter Exoten wie Jeansstoff und Echtholz. Die Batterie ist übrigens, trotz abnehmbarer Rückseite, nicht auswechselbar. Das ist für mich bei einem 3100 mAh starken Akku aber auch kein Faktor mehr, denn den bekomme ich in der Regel auch an einem langen Tag mit heftiger Nutzung nicht alle.

Empfangstechnisch liefert das One solide Leistung ab. Sowohl im 3G/LTE-Bereich und im WLAN gibt es keinen Grund zur Beanstandung. Dem One fehlt das in Deutschland verwendete LTE Band 3 (800Mhz), das von T-Mobile und Vodafone verwendet wird um ländliche Gebiete mit LTE zu versorgen (genauso wie es beim iPhone 5 der Fall war). Mich betrifft das nicht, da um Hannover herum sehr weitläufig LTE mit 1800Mhz ausgebaut ist, ich kann mir aber vorstellen das es Gegenden gibt, in denen das schon schade ist.

Oben habe ich es schon erwähnt, auf dem One läuftder CyanogenMod. Das Android ROM ist eigentlich als Custom ROM zum Nachinstallieren bekannt, hier kommt es als derzeit einzige Option direkt ab Werk installiert. Den ersten stabilen Release des finalen Builds gab es erst Anfang Juni.

Bis dahin war die Software eher als Betaversion zu sehen, mit Ecken und Kanten. Seitdem Update Anfang Juni gibt es nur noch wenig bis gar nichts zu meckern. Die paar Bugs, die in den entsprechenden Foren noch von den Usern entdeckt werden, nimmt das CyanogenMod-Team sehr ernst und antwortet meistens innerhalb weniger Tage.

Obwohl meine Präferenz eher Stock-Android ist, wie es auf dem Nexus 5 zu finden ist, denke ich, dass der CyanogenMod eine gute Wahl ist. Optisch ist es nah am originalen Android, zudem bringt ein paar sinnvolle Ergänzungen mit, wie eine Theme Engine, Gestensteuerung, Sprachaktivierung etc. Man kann das OnePlus durch doppeltes Tippen auf das Display aus dem Schlaf holen und durch doppeltes Tippen auf die Statusleiste wieder schlafen legen.

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Per ‚OK OnePlus‘-Sprachbefehl kann man aus dem Standby heraus Google Now aktivieren und es gibt ein paar Shortcut-Gesten – zum Beispiel kann man einen Kreis auf dem Display malen, um direkt die Kamera zu starten. Ausserdem gibt es einen Screenrecorder, mit dem man einfache Screencasts direkt auf dem Gerät erstellen kann und vieles mehr. Eine runde Sache.

Generell sind die Einstellungsmöglichkeiten vielfältig. Es gibt Leistungsprofile die man per NFC aktivieren lassen kann, die Benachrichtigungs-LED lässt sich minutiös konfigurieren, ebenso wie die Schnelleinstellungen und die Benachrichtigungsanzeige. Wer Root-Zugang benötigt, der kann da schnell zu kommen, dank entsperrtem Bootloader und eigenem TWRP Release sind sämtlichen ROM-Spielereien Tür und Tor geöffnet. Ich habe meins gerootet, da ich mir mit der App Titanium Backup  gerne mal ein Vollbackup ziehe.

Fazit: Das OnePlus One ist ein Smartphone, welches ich ohne weitere Vorbehalte jedem empfehlen würde, der mit der Grösse klarkommt. Selbst wenn es hundert Euro teurer wäre. Für einen neuen Hersteller ist das ein erster Schuss, der gut sitzen könnte, sofern Sie die Produktionskapazitäten hochgefahren bekommen und in naher Zukunft einfach jeder frei bestellen kann. Glaubt man den inoffiziellen Äusserungen soll das über die Sommermonate soweit sein.

Spezifikationen OnePlus One:

  • 5,5 Zoll FullHD IPS-Display
  • Qualcomm Snapdragon 801 (2,5 GHz, Quad-Core)
  • 3 GB RAM
  • 16/64 GB interner Speicher
  • 13 MP Kamera hinten
  • 5 MP Kamera vorne
  • 3.100mAh Akku
  • CyanogenMod
  • 2G/3G/4G
  • 152,9mm x 75,9mm x 8,9mm

Wenn ihr Fragen zum OnePlus One habt, findet Ihr mich als @dertobi auf Twitter, alternativ nutzt die Kommentarfunktion.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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97 Kommentare

  1. Ein Invite für das 64 GB SANDSTONE BLACK wäre nicht schlecht, aber scheinbar gibt es nirgends mehr welche …

  2. Haben will. Bitte Bitte einen Invite für das 64 GB SANDSTONE BLACK. 🙂

  3. Wassergeschützt ist das ONE nicht.

    @Dirk Das Note 2 passt dann sicher nicht in den Kenu airframe. Das One braucht schon die maximale Breite.

  4. Gibts die Möglichkeit von dir einen Invite zu bekommen? wäre sehr nett 🙂

  5. Hat er doch schon geschrieben, dass das nicht geht. Wer lesen kann…

  6. „Wer Root-Zugang benötigt, der kann da schnell zu kommen, dank entsperrtem Bootloader und eigenem TWRP Release sind sämtlichen ROM-Spielereien Tür und Tor geöffnet.“ Vielen Dank! Auf so eine Info habe ich gewartet 😀

  7. Nur das wir mal drüber gesprochen haben:

    Deutschland T-Mobile/Deutsche Telekom 20 (800 MHz) / 3 (1800 MHz) April 2011

    Band 3 ist also 1800 und nicht 800Mhz.

  8. Schade, daß die Akkulaufzeit nicht erwähnt wurde. Ich habe in einem anderen Blog gelesen, daß es wohl nach einem Update Probleme mit erhöhtem Akkuverbrauch gab. Mal schauen, was da in Zukunft noch an Tests gemacht wird. Vielleicht kommt ja mal eine Variante mit DUAL-Sim raus. Die hat ja mittlerweile jeder große Hersteller (außer Apple) im Programm. Und Invites für einen Gerätekauf? Für mich nur Marketingbullshit.

  9. Hi Tobias, toller Bericht. Hat richtig Spaß gemacht ihn zu lesen.

    Als Ingress Spieler bin ich sehr an der Qualität der GPS Sensors interessiert. Kannst du dazu vielleicht noch was schreiben? Wie schnell hat man einen fix und wie genau ist es?

    Gruß, Thomas

  10. Ernst Haft says:

    Was soll diese Halterung bringen? Während der Fahrt darf man das Smartphone auch damit nicht benutzen und wenn man steht, kann man es auch in die Hand nehmen.

  11. Tobias Bischoff says:

    Der Akku hält in meinen Augen genau so lange wie man es von der Größe zu erwarten hat. Nach 12 Stunden intensiver Nutzung hat man noch so 30 Prozent (bei etwa 4 Stunden screen on time). Mittlerer Nutzung kommt man also zwei Tage hin.

    GPS ist sehr genau und schnell da. Ingress spiele ich nicht aber ich navigiere hin und wieder damit. Dafür taugt im übrigen auch so eine Halterung

    😉

  12. netter beitrag tobi. allerdings sehe ich auch in absehbarer naher zukunft keine möglichkeit regulär an das teil zu kommen. ausser man fangt an zu betteln einen invite zu bekommen, wie man ja hier wieder sehen kann.
    ich hab mit das „schwestermodell“ oppo find7 gekauft und kann mich nicht beklagen. antutu test erbringt das es noch kurz vorm m8 liegt. kreise zeichnen, tap tap (bildschirm an bei 2 mal antippen) und „ok oppo“ kann ich auch hier machen.
    die verarbeitung ist auch klasse und der akku ist wechselbar. zwar hat das find7 1 gb weniger ram, aber dafür ist das telefon selber erhältlich.
    warum ich das opo in den augen hatte? wegen den covern aus holz. die finde ich mal richtig fett.
    aber noch mal danke für deinen bericht.

  13. Hallo falls noch ne Einladung übrig ist würde ich mich sehr freuen Liebe Grüsse Hans

  14. Hallo,
    auch ich würde mich, falls noch ne Einladung übrig ist, sehr freuen

  15. Rüdiger Pauli says:

    Ich bin es nicht gewohnt auf diese Art etwas zu kaufen. Komme damit einfach nicht klar.
    Vielleicht bin ich ja auch schon zu alt dazu 🙁
    Nun, wie auch immer, vielleicht kann mir der Verfasser dieses Berichts helfen und mir erklären, wie ich trotzdem an dieses Handy komme.

  16. Ich würde mich gerne meinen Vorredner anschließen. Eigentlich ist mir so ein Bettelkommentar nicht meine Art, aber da mein kleiner 15 Monate alter Sohn heute morgen mein Nexus 4 ins Nirvana geschickt hat bin ich auf der Suche nach einer Einladung.

  17. Alles bekannt gewesen…
    Die eigentliche Frage, wann es das Teil für die Massen gibt bleibt natürlich unbeantwortet. Das heißt, weiterwarten…

  18. Danke für den Bericht! Bin auch sehr hinter dem Dingen her ;). Für nen Invite wäre ich auch dankbar (info@thomas-stolz.de)

  19. Sehr schöner Erfahrungsbericht. Und dann auch noch aus Hannovers Satellitenstadt … ;-).
    Das Teil taugt wirklich für Navi?! Das wäre etwas, wo ich wirklich verlässliche Leistung bräuchte. Da kackt das Fairphone leider völlig ab …

  20. drsokrates says:

    Vielen Dank für den guten Bericht!
    Kannst du denn nun weitere Invites verteilen und hast noch einen für mich übrig?
    LG

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