Nvidia bereitet sich wohl auf die Aufgabe der ARM-Übernahme vor

Nvidia wollte den Chip-Entwickler ARM für 40 Mrd. US-Dollar übernehmen. Zwischenzeitlich kam es jedoch zu einigen Hürden, denn der Deal wurde von mehreren Kartellbehörden intensiv geprüft bzw. befindet sich aktuell noch in der Prüfung. Nun berichtet Bloomberg, dass sich Nvidia bereits darauf vorbereite, dass die Übernahme scheitern werde.

So soll Nvidia Partnern bereits mitgeteilt haben, dass man nicht mehr damit rechne, die Übernahme abschließen zu dürfen. Der aktuelle Besitzer von ARM, die japanische SoftBank, wägt daher inzwischen ab, ARM an die Börse zu schicken. Seit der Übernahme-Ankündigung im September 2020 stand die Übernahme unter keinem guten Stern, denn Wettbewerbswächter rund um die Welt, etwa aus China, Großbritannien und den USA, kritisierten das Abkommen und kündigten umfangreiche Prüfungen und mögliche Auflagen an. Somit ist bisher auch noch kein Ende gefunden.

Die U.S. Federal Trade Commission klagte sogar im Dezember 2021: Man argumentierte, Nvidia würde durch die Übernahme zu mächtig, da die Kontrolle über zukünftige ARM-Chip-Designs dann bei Nvidia läge. Letztere wiederum warfen stets ein, ARM bei der Entwicklung keine Vorschriften machen zu wollen. Dennoch vermuteten viele Marktbeobachter und Hersteller, dass Nvidia ARM langfristig in eine Richtung lenken würde, die natürlich vor allem den eigenen Bedürfnissen entgegenkäme.

ARM selbst stellt keine Prozessoren her, entwickelt aber Designs, die man dann an unzählige Partner lizenziert. Etwa nutzen Apple, Samsung, Qualcomm und eben Nvidia die ARM-Architektur für Chips als Basis. Öffentlich steht Nvidia immer noch zu den Übernahmeplänen und auch SoftBank gibt an, optimistisch zu sein. Allerdings machen die Unternehmen da wohl nur gute Miene zum bösen Spiel und bereiten intern längst alternative Szenarien vor, die immer wahrscheinlicher werden.

Nicht nur die Behörden, auch Nvidias Partner und Rivalen wie Qualcomm, Microsoft, Intel und Amazon sind gegen die Übernahme und haben ihre Bedenken entsprechend öffentlich zu Protokoll gegeben. Am 13. September 2022 würde das Abkommen zwischen ARM und Nvidia quasi verjähren. Dass der Deal bis dahin abgeschlossen sein könnte, gilt als unwahrscheinlich. Sollten die Genehmigungen länger andauern, würde sich die Frist aber automatisch verlängern, insofern weiter Interesse durch beide Parteien bestünde.

SoftBank und ARM dürften so oder so 2 Mrd. US-Dollar von Nvidia einstecken, selbst wenn die Übernahme nicht abgeschlossen wird. Ich selbst gehe auch seit den Querelen Ende 2021 davon aus, dass die Übernahme abgebrochen werden muss.

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7 Kommentare

  1. Nvidia bereitet sich wohl auf die Aufgabe der ARM-Übernahme vor
    Klingt das nicht ein bisschen arg holprig, wäre nicht etwas wie „NVIDIA wird ARM wohl doch nicht übernehmen“ oder „NVIDIA bricht wohl die Übernahme von ARM ab“ schöner?
    Nur meine Meinung.

  2. Peter Silie says:

    Das amerikanische Kartellamt kann darüber entscheiden ob eine amerikanische Firma eine ausländische übernimmt?
    Ist das in der BRD und EU ähnlich?

    • Ja – und nicht nur das amerikanische Kartellamt kann da mitentscheiden! Auch alle anderen ähnliche Ämter in allen Staaten, in denen beide Firmen tätig sind können und müssen mitentscheiden!

  3. Bei einer marktbeherrschenden Stellung haben viele Kartellbehörden weltweit Einpruchsrechte

  4. Wäre es nicht eher so, das jede Firma, die aktuell ARM kaufen würden wollen, Kartellämter im Nacken hätte? Immerhin ist Arm aktuell ein wichtige Größe

    • .. außer es ist eine Firma (oder Organisation), die mit der Branche nichts direkt zu tun hat und in keiner Konkurrenzsituation zu Partnerfirmen oder Konkurrenten steht.

      • Gunar Gürgens says:

        40 Milliarden?
        Ich schau mal kurz in den Geldbeutel. Ach brauch ich nicht, ist ja Monatsende…

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