Sicherheitsexperte Jacob Appelbaum präsentierte auf dem Chaos Communication Congress (30C3) Methoden, die von der NSA zur umfassenden Überwachung eingesetzt werden. Über die Hardware-Implantate in Computern berichteten wir bereits, aber auch Smartphones können ohne Probleme überwacht werden, insbesondere das iPhone. Bereits 2008 hatte die NSA eine hundertprozentige Erfolgsquote, wenn es darum ging, iPhones auszuspionieren.
Das entsprechende Programm nennt sich DROPOUTJEEP, in ihm wurde Malware entwickelt, die dafür sorgt, dass Dateien vom iPhone ausgelesen werden können und ein Remotezugriff auf weitere Funktionen ermöglicht wird. Die NSA kann so Emails, Voicemails und SMS auslesen, hat zudem Zugriff auf Standorte, das Mikrofon und die Kamera des Geräts. 2008, als die Methode aufkam, war es noch nötig, physikalischen Zugriff auf das iPhone zu haben, um die Malware auf das Gerät zu bringen.
Es wurde damals aber bereits daran gearbeitet, dass die Malware ihren Weg auch auf anderen Wegen auf die Geräte kommt. Unklar ist, ob man damit bereits erfolgreich war, ausschließen sollte man es jedoch nicht. Das iPhone steht mit seiner leichten Angreifbarkeit übrigens nicht alleine da. Android und BlackBerry Geräte waren ebenfalls Ziel der NSA-Attacken, es ist also nicht so, dass man mit einem Gerät sicherer unterwegs ist als mit einem anderen.
Ab 44:30 geht der iPhone-Part im Video los. Wer eine Stunde Zeit hat, kann sich aber auch das ganze Video ansehen. Eine sehr aufschlussreiche Zusammenfassung der Möglichkeiten, die die NSA hat. Bedenkt man zudem, dass bisher nur ein Bruchteil der verfügbaren Informationen an die Öffentlichkeit gelangt ist, muss man sich schon fragen, wie dies all die Jahre geheim gehalten werden konnte.