NSA: Millionenzahlungen an Yahoo, Facebook, Microsoft und Google

Der britische Guardian kommt wieder mit neuen Enthüllungen rund um die NSA-, beziehungsweise PRISM-Geschichte ums Eck. Die NSA musste nach einem Gerichtsurteil Geld an die Firmen zahlen, nachdem ein Gericht festgestellt hatte, dass einige Methoden der NSA verfassungswidrig waren. Zu den Unternehmen, die im Bericht des britischen Guardians auftauchen, gehören Microsoft, Google, Facebook und auch Yahoo. Das im Oktober 2011 verhängte Urteil wurde Mitte dieser Woche von der Obama-Administration freigegeben. Die Zahlungen in Millionenhöhe sollten zur Deckelung von Kosten genommen werden, die die teilnehmenden Firmen durch den Aufwand der Implementierung neuer, konformer Technologien hatten.

nsa

Auf die Tatsache angesprochen, reagierten die Unternehmen recht unterschiedlich. Yahoo bestätigte, dass man diese Ausgleichszahlungen angenommen hätte, Facebook hingegen will keine Zahlungen entgegen genommen haben. Microsoft gab sein Standard-Statement aus, dass man nur auf behördliche Anordnung und nach Prüfung Daten herausgebe, Google beantwortete keine spezifischen Fragen, sondern gab nur die allgemeine Aussage heraus, dass man keinem Dienst wie PRISM und ähnlichem angeschlossen sei oder zugearbeitet habe. Man warte weiter auf eine Antwort der US-Regierung, in der es um Googles Wunsch geht, Behörden-Anfragen transparent veröffentlichen zu können.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

11 Kommentare

  1. ny alesund says:

    ich frage mich ab wann nummernschilder mit dieser kombination N-SA XXXX verboten werden? (N-SU XXXX wird ja nicht mehr ausgegeben… der rest ist euerer fantasier überlassen)

  2. Terroristen und Verbrecher benutzen also Google als Standardsuchmaschine für ihre Bombenanleitungen, nutzen aber auf jeden Fall ein Microsoftsystem?

  3. Autsch. „Obama-Administration“. Zu meiner Zeit hieß das noch Kabinett.

  4. Korrektor! says:

    Da fehlt noch APPLE und AOL fehlen in der Headline bzw. im Artikel 😉

  5. Stasi 2.0 Zeitalter. Signal Intelligence heißt, das man den Menschen als Fehlerquelle rausgeschmissen hat und deswegen gegenüber den Russen den Kalten Krieg gewonnen hat. Ein wenig kommt man aber von dem Weg ab – denn es mutieren nun Firmen und Dienstleister zu IMs und werden dafür bezahlt. Ok man hat gesehen die Konsumenten das bezahlen zu lassen geht nicht – also dann soll es der US Steuerzahler Subventionieren – der das auch eigentlich nicht wissen sollte – weil er dafür nicht seine Stimme gegeben hat.

    Und so gibt es zudem noch gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit, zb. Ein Buch vom CFR Think Tank von Google CEO Eric Schmidt und dem State Department Jungen Jared Cohen.

  6. @Zetapeta
    die firmen werden nicht dafür bezahlt, sondern dazu gezwingen und nun haben sie durch ein gerichtsurteil entschädigung dafür bekommen, dazu gezwungen zu werden, illegale aktivitäten zu betreiben

  7. Hä? Wie jetzt? o_O

    Die NSA wurde dazu verdonnert, den genannten Unternehmen quasi eine Aufwandsentschädigung zu zahlen für die von der NSA geforderte Implementierung von ausspähkompatibler Technologien, weil dies doch rechtswidrig war?

    Vielleicht liegts ja schon an meinem zweiten Bierchen, aber ich erkenn grad beim besten Willen nicht die Logik dahinter. Klärt mich mal einer bitte auf!?^^

  8. @thelegend66943

    Stimmt die IMs bei der Stasi wurden nicht gezwungen – oder wie jetzt?

    Das das überhaupt möglich ist, Hoheitliche Aufgaben – in dem Fall Ermittlungen mit oder ohne Tatverdacht, also Polizeiarbeit mit machen zu müssen ist eines Rechtsstaats-unwürdig.

    Ich bin auch dagegen zu sagen, die armen Mitarbeiter der Internet Provider wurden gezwungen. Weil „die Mitarbeiter“ nach dem Drehtürprinzip ihre 4 Jahre State Department machen, z. B Jared Cohen und dann zu Google Ideas und auch noch im CFR unterwegs sind – dem Think Tank der wiederum Präsidenten Berater und Medien verbindet.

  9. @ unbekannt

    Es gibt Entschädigung seit jeher für aufgezwunge Arbeit von Firmen mit der Regierung aus einem Gesetz – wir wissen aber nicht wie viel Euro und für was nur das etwas geflossen ist. Also könnte es von Google Algorithmen für Xkeystore und Glasfaserkabel Alles sein oder auch nur simple arbeitskosten für ein zwei Daten sein

    • Ich bin nicht vollends im Thema drin, aber ich weiß nicht, wenn ich mir so die Nachrichten der letzten Tage und Wochen so angucke scheint doch einiges schief zu laufen: Hieß es nicht auch, dass Informationen über Benutzer dieser Dienste auch richterliche Beschlüsse voraussetzen? Lagen die nicht vor oder wurde so viel Druck erzeugt bis man die Beschlüsse hatte? Warum können diese Beschlüsse dann jetzt auf diese Art und Weise ‚kassiert‘ werden und vor allem welche Auswirkungen wird das auf zukünftiges Vorgehen der NSA haben? Schaut man nach Großbritanien wo von der Regierung befohlen wurde durch die Polizei Festplatten einer Zeitung zu zerstören, kann man doch nichts gutes mehr hoffen. Die gleiche Regierung die einen schützen soll wendet diese Form der ‚Gewalt‘ an um Informationen zu vernichten. Vorher wurden andere Zeitungen unter Druck gesetzt die Informationen von Snowden nicht zu drucken. Alles unter dem Deckmantel der ’nationalen Sicherheit‘. Ein absolutes Totschlagargument. In Deutschland sollte es dann plötzlich Anschlagsversuche auf Hochgeschwindigkeitsstrecken geben. Ist es wahr oder einfach nur ein verzweifeltes Ablenkungsmanöver? – Mir fällt immer diese eine Geschichte von Spon ein, wo jemand etwas auf Facebook gepostet hatte, weil in der Nähe seiner Heimatstadt eine ‚Niederlassung‘ der NSA ist. Der hat tatsächlich Besuch von (Polzei)Behörden bekommen. Finde ich schon sehr zweifelhaft dieses Vorgehen……
      Aus meiner Sicht, zumindestens was diese Nachrichten angeht eine eher unruhige Woche.

  10. @tux Anders als hierzulande wird in den USA beim Regierungswechsel üblicherweise ein Großteil der Verwaltung in Washington ausgetauscht, meist durch Parteigänger des jeweiligen Präsidenten.