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Nintendo: Mobile Games sacken mehr als 1 Mrd. US-Dollar von Spielern ein

Nintendo hat mit seiner Switch einen Coup gelandet: Ich gönne der Hybrid-Konsole den Erfolg, auch wenn sie nicht zu meinen persönlichen Spielgewohnheiten passt. Die Mobile Games des Unternehmens sehe ich skeptischer, da die Monetarisierung über aggressive In-Game-Mikrotransaktionen und  z. B. in „Mario Kart Tour“ über den (meiner Ansicht nach) vollkommen überteuerten Gold Pass für 5,49 Euro im Monat vonstattengeht. Doch der Plan scheint aufzugehen, denn Big N soll mit seinen Mobile Games zusammengenommen bereits über 1 Mrd. US-Dollar durch Spieler-Ausgaben eingenommen haben.

Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls die Marktforscher von Sensor Tower Intelligence. Die genannte Summe verteilt sich international über den Apple App Store und Google Play sowie diverse Titel wie eben das erwähnte „Mario Kart Tour“, „Dr. Mario World“ oder auch „Fire Emblem Heroes“. Nimmt man die Spiele zusammen, dann wurden die Mobile Games von Nintendo bisher über 452 Mio. mal heruntergeladen.

Schien mir in Deutschland eher unterzugehen, ist aber offenbar international ein Kracher: Das Gros der Einnahmen stammt aus „Fire Emblem Heroes“ – 61 % bzw. 656 Mio. US-Dollar. Für 12 % der Einnahmen steht dann das auch in meinem Bekanntenkreis beliebte „Animal Crossing: Pocket Camp“. Es folgt „Dragalia Lost“ mit 11 % Anteil an den Gesamteinnahmen. Diese App kannte ich persönlich gar nicht – sie fehlt aber auch in Deutschland bisher in den App Stores.

Überraschend: „Mario Kart Tour“ hat dann vergleichsweise wenig im Verhältnis zu Nintendos Top-Verdienern eingenommen – 86 Mio. US-Dollar. Es folgt „Super Mario Run“ mit 76 Mio. US-Dollar und an letzter Stelle dann „Dr. Mario World“ mit 4,8 Mio. US-Dollar. Diesen Titel kann man dann also eher als Flop bezeichnen.

Schaut man sich die unterschiedlichen Märkte an, dann ist Nintendo in seinem Heimatmarkt Japan am erfolgreichsten. Dort erwirtschaftete man 581 Mio. US-Dollar der Gesamtsumme von 1 Mrd. US-Dollar – also 54 %. Der zweitwichtigste Markt sind die Vereinigten Staaten mit 316 Mio. US-Dollar bzw. 29 %.

Auch interessant ist dabei, dass die Download-Zahlen der Apps keinen so großen Bezug zu den Einnahmen haben. Etwa wurde Nintendos Bestverdiener, „Fire Emblem Heores“, wesentlich seltener heruntergeladen als etwa „Super Mario Run“ oder „Super Mario Kart Tour“. Im Durchschnitt scheinen die Spieler aber in dem RPG deutlich mehr Geld auszugeben.

Für die Zukunft ist damit zu rechnen, dass Nintendo weiter mit unterschiedlichen Monetarisierungsmodellen wie Abonnements, Mikrotransaktionen und vielleicht ja auch wieder Einmalzahlungen für ein komplettes Spiel experimentieren wird.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Die einen kaufen sich jeden zweiten Tag für 5,- Zigaretten, die anderen einmal im Monat für 5,- Coins bei Mario 😉

  2. Ich persönlich habe auch lieber klassische Vollpreis Spiele, aber der massive wirtschaftliche Erfolg der „kostenlosen“ dafür aber mit InApp kaufen überzogenen Apps gibt den Anbietern leider Recht.

  3. Ich finde das schlimme bei mobile games ist nicht, dass sie geld verdienen wollen, sondern dass die spiele anfangs echt spaß machen und man es nach einem gewissen fortschritt so dermaßen schwer hat, dass man dazu gedrängt wird geld auszugeben. So hat man zwar ein spiel, das einem spaß macht aber man praktisch nicht mehr weiterkommt ohne unmengen an geld auszugeben.

    • Unmengen an Geld ist das Stichwort, es ist ja nicht so das man für 10€ einen großen Erfolg verbuchen kann, da muss man schon +100€ ausgeben.
      Da zahle ich doch lieber 10-20€ für ein Skin und das Spiel hat dafür keine PayWall …

  4. André Westphal says:

    Das eigentliche Problem ist aus meiner Sicht, dass das „Gameplay“ (muss man leider in Anführungsstriche setzen) um die Monetarisierung herum gebaut wird – und das merkt man bei 99,9 % der Mobile Games leider extrem. Deswegen handelt es sich meist nur um sinnlose Klickerei ohne einen Ansatz von Tiefe. Das einzige, was man investieren muss, sind Zeit und / oder Geld – irgendwelche spielerischen Entscheidungen treffen oder Fähigkeiten anwenden, muss man nicht mehr.

  5. Henryk Musolf says:

    Mobile Games sucken einfach und haben auch bei Weitem nicht die Tiefe wie gut produzierte Spiele am „festen Ort“. Wenn man schon was zockt, dann am PC oder an der Konsole zuhause. Wenn ich unterwegs bin, muss ich noch wie ein „Smombie“ tun.

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