Nintendo ist ernüchtert vom Markt für Mobile Gaming

Nintendo hat mit Mobile Gaming seine Erfahrungen: Die Handhelds des Unternehmens sind traditionell stets Marktführer gewesen. Daran konnten weder Sega noch Sony je etwas dran rütteln. Anders sieht es nun im Bereich Games für Smartphones und Tablets aus. Da ist man bei Nintendo eher ernüchtert und will sich in Zukunft zurückhalten.

Ursprünglich wollte Nintendo jedes Jahr zwei bis drei Mobile Games veröffentlichen. Nun haben die Japaner aber klargestellt, dass sie nicht unbedingt vorhaben mit neuen Titeln um sich zu schmeißen. Aufgrund der Äußerungen brach der Aktienkurs des Unternehmens zeitweise um 4 % ein. Vermutlich verliert Nintendo auch die Lust an Smartphone-Spielchen, weil man mit der Switch nun wieder auf Erfolgskurs ist. Als Nintendo damals nämlich seinen Push in Richtung Spiele für Android und iOS startete, sah es mit der Wii U nicht allzu rosig aus.

Statt seinen Mobile Games hat die Corona-Krise ebenfalls eher der Nintendo Switch und „Animal Crossing: New Horizons“ einen Schub verpasst. Kein Wunder, dass die Motivation da gesunken ist, in anderen Ökosystemen zu wildern. Zuletzt veröffentlichte Nintendo im Herbst 2019 „Mario Kart Tour“, ein kontroverses Monetarisierungs-Vehikel, für mobile Endgeräte. So schnell wird man da nun wohl keine weiteren Titel nachschieben.

Nintendo hat da auch mit verschiedenen Monetarisierungsoptionen experimentiert: Etwa konnte man „Super Mario Run“ über einen Einmalkauf freischalten, während „Mario Kart Tour“ mit einem Abonnement arbeitet. „Animal Crossing: Pocket Camp“ hingegen, eines der populärsten Mobile Games von Nintendo, arbeitet mit einem Freemium-Modell – auch wenn Abos nachgeschoben wurden.

Nun will man sich bei Nintendo dann auch auf bereits veröffentlichte Spiele konzentrieren, statt neue Games nachzuschieben. Nintendo hat gegenüber Publishern wie Square Enix auch den Vorteil, dass das Unternehmen nicht nur an den eigenen Games für Konsolen verdient, sondern auch an Lizenzeinnahmen. Dadurch ist das Interesse natürlich nur noch größer, sich auf die Switch zu fokussieren und jene attraktiv zu halten.

Nun rechnet man damit, dass Nintendo zwar weiterhin Mobile Games veröffentlichten wird, es könnte sich aber mehr um Alibi-Veröffentlichungen handeln, um die Aktionäre bei Laune zu halten. Die eigentliche Aufmerksamkeit soll den eigenen Plattformen gelten. Meine Meinung: Das ist mir deutlich lieber – ich schätze Nintendo als Hersteller und befürworte, wenn sie sich auf ihre im Gameplay starken First-Party-Titel für die Switch fokussieren, statt sich dem Monetarisierungs-Wahn im mobilen Segment hinzugeben.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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16 Kommentare

  1. Christoph Bartels says:

    …und ich bin ernüchtert von den Mobile Gaming Apps von Nintendo…

    Damals, nach der Apple Keynote, gab es einen richtigen Hype. Mario kommt aufs Smart(i)Phone!
    Nur war es am Ende nicht das Mario was sich alle erhofft hatten. Genauso mit allen weiteren Games…

    Wer nicht das passende Angebot schafft, muss sich über mangelnde Nachfrage nicht wundern.

    • Nintendo sitzt da halt etwas in der Zwickmühle. Auf der einen Seite wollen sie sich verständlicherweise nicht ihren eigenen Konsolen Markt kanibalisieren, und auf der anderen Seite funktioniert das Preisniveau das man bei Konsolenspiele erzielen kann bei Smartphone Apps schlicht nicht. Mal ganz abgesehen von der bisher eher fragwürdigen Umsetzung der entsprechenden Apps.

  2. Sehe da den Unterschied eh nicht, bisher veröffentlichte spiele sind allesamt nur Alibi Games die durchweg einfach nicht gut sind. Hätte man ein echtes Mario oder Mariokart veröffentlicht, hätte man auch echten Erfolg 🙂

  3. Was verdient Nintendo denn an Pokèmon Go?

  4. Naja, wer will schon kastrierte Ableger mit „Pay to Win“ oder „Pay to Play“ Ausrichtung?
    Dass das bei den Nutzern nicht so gut ankommt, war ja abzusehen.
    Und dass sie mit vollwertigen Smartphone Versionen ihre eigenen Geräte nicht kannibalsieren wollen, auch das war zu erwarten.

  5. Bei den verstümmelten Titeln ist das auch kein Wunder. Die kommen einem vor wie Trailer für die „richtigen“ Versionen auf Nintendo’s Konsolen.

  6. Ich glaube, dass Nintendo im Mobile Gaming (zumindest auf dem Smartphone) nicht wirklich gut aufgehoben ist. Stecken sie viel Zeit und Geld in ein richtig geiles Spiel (z.B. vollwertiges Mario) ist kaum einer bereit mehr als 2€ zu zahlen. Dann bleibt wieder nur ein Pay2Win-Spiel und das will dann auch wieder keiner.

  7. Ich spiele eigentlich nicht so viel aber immer wieder gern Mario Kart mit den Kindern auch wenn diese mittlerweile über 20 sind :).
    Vor ein paar Tagen habe ich mir Mario Kart auf mein S7 installiert, muss aber sagen das dort der Spaß irgendwie auf der Strecke geblieben ist.
    Klar neue tolle Grafiken, aber warum muss ich das Kart mit dem Finger auf dem Display steuern und kann dafür nicht einfach das Gerät bewegen.
    Das spielen mit der Wii gefällt mir da immer noch besser und das Teil wird immer noch in regelmäßigen Abständen an geschmissen.
    Vielleicht würde es mehr Spaß machen wenn die Steuerung überarbeitet würde und das Bild auf dem Fernseher übertragen würde.

  8. Was ist honor of King und Monster Strike? Kann es sein das es die auf iOS nicht gibt?

  9. Ich wette wenn Nintendo einen Bluetooth N64-Controller für iOS für 99 Euro/Dollar auf den Markt bringt und dazu komplett unkastrierte, aber neu gemasterte N64-Games, wie Super Mario, zu je 9 Euro, könnten sie Milliarden machen.

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