Das Thema E-Scooter und Hoverboards ist in Deutschland kein leichtes. Das liegt einfach daran, dass es derzeit (Stand Ende Februar) verboten ist, die Gerätschaften auf Straßen zu fahren, die der Straßenverkehrsordnung unterliegen. Mit Glück wird sich dies aber zeitnah ändern. Über das Für und Wider mag man sich vortrefflich streiten können. Die einen sehen einen E-Scooter als Luxus-Gadget, die anderen als Alternative zum Fahrrad. Kommt auch immer drauf an, was man so macht im Leben.
Manche Menschen sind auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Auto angewiesen, anderen reicht ein Fahrrad, ein Mofa oder eben der E-Scooter. Ich bin in Dortmund-Nord groß geworden, da gab es direkt die U-Bahn, Realschule, Supermarkt, Bücherei, alles was ich bis in meiner frühen Kindheit und angehenden Jugend wollte, war in unmittelbarer Fußnähe.
Da brauchte ich nicht einmal ein Fahrrad. Das sieht heute anders aus, ich wohne an der Stadtgrenze zu Bremerhaven und hier braucht man eigentlich für alles ein Auto, wenn man nicht ewig mit dem Bus längere Strecken fahren möchte. Hier würde ich mir gerne flott die Zulassung eines E-Scooter wünschen, denn obwohl ich ein Fahrrad besitze, würde ich eher die elektrische Lösung nehmen. Macht auch einfach mehr Spaß.
Ich selber bin in den letzten Wochen mit dem Ninebot Segway ES2 herumgedüst. Natürlich nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, die derzeit in Deutschland herrschen (man stelle sich vor, das Fahrrad oder Rollschuhe würden erst jetzt erfunden).
Der Ninebot Segway ES2 ist ein Klapp-Elektroroller, nicht zu verwechseln mit dem sehr ähnlichen Modell Xiaomi M365 (erkennt man beispielsweise daran, dass der M365 Luftreifen hat und direkt an der Lenkstange geklappt wird). Segway ist als Firma vielen Menschen ein Begriff, allerdings assoziieren einige damit einfach nur die „Segways“, die man in manchen Städten für eine Tour mieten kann. Segway war lange Jahre eine amerikanische Firma, wurde aber bereits 2015 vom chinesischen Konkurrent Ninebot übernommen. In Ninebot wiederum hängt Xiaomi mit drin.
Der Ninebot Segway ES2 könnte es schwer haben in Deutschland, denn er fährt bis zu 25 km/h pro Stunde, ohne Führerschein sollen in Deutschland Lösungen bis Geschwindigkeiten von 20 km/h erlaubt werden. Hier könnte man ja, was dieses Thema betrifft, eine Firmware verteilen, die eben jenes reguliert. Je nach Gewicht des Fahrers und dessen Fahrweise kommt man auf eine Reichweite von maximal 25 Kilometern. Will man den Li-Ionen-Akku wieder aufladen, dann geht man 3,5 Stunden an die Steckdose. Menschen bis zu 100 Kilo können auf dem Ninebot Segway ES2 Fahrt aufnehmen.
Der Roller wiegt 12,5 Kilo und ist klappbar, d.h. die Lenkstange lässt sich leichtgängig herunterklappen und das Ganze kann in der Hand transportiert werden. Bei 12,5 Kilo Gewicht sicher nicht allzu lange. Erwähnenswertes? Der Ninebot Segway ES2 hat eine integrierte Beleuchtung. Nach vorne, nach hinten und seitlich. Kann man sogar via App auf dem Smartphone beeinflussen, falls man auf Effekte steht. Man setzt beim Elektroroller auf Vollgummireifen mit 8 Zoll vorne und 7,5 Zoll hinten und verbaut ein Dämpfungssystem mit Doppelfeder vorne und hinten sowie eine elektrische und eine mechanische Bremse (laut Datenblatt max. 4 Meter Bremsweg, ich hätte aus dem Bauch heraus etwas weniger getippt). Das Gerät verfügt auch über eine Rekuperationsfunktion in drei Modi. Wählt man eine hohe Energierückgewinung, so wird stärker abgebremst, sobald man vom Gas geht.
Der Ninebot Segway ES2 wirkt sehr stabil und gut verbaut. Besitzern stehen drei Stufen zur Verfügung (Normal, Sport und Sport+), wovon die erstere zum Einstieg ideal ist. Man hat aber schnell raus, wie die Kiste gefahren und gelenkt wird. Auf Gelände mit Schotter – denn dort testete ich auch – war durch die Dämpfung dennoch ordentlich zu fahren. Der Fahrer sieht alles bequem auf einem Display am Lenker, mittig zwischen Brems- und Gas-Schalter gelegen. Hier ist auch der Anschaltknopf des Ninebot Segway ES2.
Dieser Schalter ist mit mehreren Funktionen ausgestattet. So tippt man beispielsweise kurz auf den Power-Button, um das Licht hinten und vorne zu aktivieren. Drückt man den Knopf gar zweimal, so schaltet man durch die eben genannten Modi, die quasi eine Begrenzung darstellen, wenn man nicht manuell Gas gibt. Speed Limit, Standardmodus und Sport – 15, 20 und 25 km/h. Das Display zeigt euch auch den Stand des Akku an sowie die aktuelle Geschwindigkeit. Das Display ist gut im Hellen lesbar, Bremse und Gas leichtgängig zu bedienen. Losfahren tut der Roller freilich nicht von alleine, wenn man den Gashebel drückt.
Man muss schon aufsteigen und mit etwas Schwung antreten. Solltet ihr kein Fan der eben genannten Modi sein, so gibt es In-App auch eine justierbare Cruise Control, quasi ein Tempomat, der sich aktiviert, wenn 5 Sekunden eine konstante Geschwindigkeit gehalten wird. Das sind zwar einige Möglichkeiten, wie das Fahren selbst geht dies aber schnell in Fleisch und Blut über. Zur Bremse sei noch gesagt: Es gibt sie am Lenker als Schalter, ihr könnt aber auch einfach hinten auf das Schutzblech treten.
Die App als solches koppelt sich via Bluetooth mit eurem Ninebot Segway ES2. Keine Meisterleistung, aber ausreichend. Hier lässt sich das Energierückgewinnungsniveau in drei Stufen regeln, die Leuchten sowie Crusie Control regeln. Nutzer können zudem den eingeschränkten Modus regeln, dieser erlaubt das Begrenzen der Geschwindigkeit von 0 bis 15 km/h. Logischerweise findet der Fahrer hier auch Informationen zur Batterie vor – Prozentwert, Leistung, Status und die womöglich verbleibenden Kilometer, die gefahren werden können – wobei diese ja auch von Beschaffenheit der Strecke abhängig ist. Von daher kann ich euch gar nicht pauschal sagen, wie weit ihr kommt, wenn ihr einen Akku nutzt.
Bei mir waren dies immer so um 20 Kilometer, allerdings getestet auf meist ebenem und asphaltiertem Feldweg bei wechselnder Geschwindigkeit. Falls das nicht reicht, so kann man optional eine zweite Batterie (Standardbatterie: 187 Wh, Motornennleistung 700W) erwerben, die die grundsätzlich machbare Reichweite auf bis 45 Kilometer erhöht. Das Fahrgefühl fand ich dank der Federung vorne und hinten super, es macht einfach Spaß, mit dem Roller durch die Gegend zu brausen. Ich habe mich nie unsicher auf dem Gerät gefühlt, stand sicher und fest auf dem Trittbrett, auch bei plötzlichem Abbremsen.
Ja, aber: Wie eingangs erwähnt. Es kann für jemanden etwas sein. Muss aber nicht. Letzten Endes hängt die Anschaffung eines Ninebot Segway ES2 von verschiedenen Faktoren ab. Hat man Bedarf oder möchte man sich das Gerät einfach aus Spaß kaufen? Dann zugeschlagen – aber bitte erst, wenn die gesetzlichen Bestimmungen in Deutschland auch gegeben sind – denn sonst hat man teures, aber verbotenes Elektrospielzeug in der Garage stehen. Des Weiteren muss man schauen, dass man so einen Elektroroller nicht zu jeder Jahreszeit nutzen kann. Zertifiziert ist der Ninebot Segway ES2 nach IP 54. Kennziffer 1 sagt: Vollständiger Berührungsschutz, Schutz gegen Staubablagerungen im Innern, während die 4 für Schutz gegen Sprühwasser steht.
Der Akku in der Lenkstange selber ist noch einmal nach IP 67 abgesichert, allerdings sollte der Roller nicht dauerhaft durch das Wasser oder so gefahren werden. Ich habe bisher aber einige Pfützen mitgenommen – problemlos.Übrigens: Wer jetzt schon – trotz unsicherer Lage – kauft, der plane einen Zukauf ein. Die Klingel 😉 Die ist nicht im Lieferumfang, obwohl sie doch einfach dazugehört.
Ansonsten: Macht mir Spaß und ist im Stadtgebiet und sicher auch auch auf dem Land mit nicht so extremen Entfernungen eine tolle Sache. Sobald wir in Deutschland Rechtssicherheit in diesem Thema haben, wird der zweite Elektroroller angeschafft, dessen sind wir uns in der Familie sicher.
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