Caschys Blog

NFT-Marktplatz Cent stoppt den Verkauf größtenteils

Cent ist ein bekannter digitaler Marktplatz für NFTs (Non-fungible Token), auf dem unter anderem der Twitter-Gründer Jack Dorsey seinen ersten Tweet als NFT absetzte – für 2,9 Mio. US-Dollar. Nun hat die Plattform aber vorerst das Gros der NFT-Transaktionen gestoppt. Als Begründung nennt man, dass Cent mit Fakes und Plagiaten überrannt worden sei.

So wurde vielfach Content als NFT angeboten, der den Verkäufern aber gar nicht gehörte, denn die Urheberrechte lagen bei anderen Personen oder Unternehmen. Kritiker von NFTs dürften dies belächeln, denn genau derlei Umstände wurden von ihnen lange gepredigt. Der Cent-Gründer Cameron Hejazi gesteht ein, dass es sich hier um ein grundsätzliches Problem von NFTs handele, das man lösen müsste.

Da ist man fast schon spät dran, denn 2021 wurden bereits NFTs im Wert von ca. 21 Mrd. US-Dollar verkauft. NFTs sind dabei Objekte wie Bilder, Videos, Texte, Audiodateien und Co., deren Einzigartigkeit in erster Linie durch die Blockchain erzeugt wird. Die Dateien selbst sind somit natürlich weiterhin 1:1 in unzähligen Kopien im Netz zu finden, nur ein NFT gilt dann aber als Original. Dies ist höchst umstritten und wird von einigen schlichtweg als Manipulation oder gar direkt als Betrug bezeichnet. Befürworter sehen hier schlichtweg neue, digitale Güter und Chancen für Kreative.

Das Problem ist, dass bei Cent nicht nur viele NFTs gehandelt worden sind, die gegen das Urheberrecht verstießen, sondern auch „Wash Trading“ betrieben wurde. Damit ist ein Verfahren gemeint, bei dem der Anbieter eines NFTs den Token (mehrfach), unter Vorgabe ein dritter Nutzer zu sein, selbst kauft. So wird ein höherer Wert vorgegaukelt, als derjenige, der realistisch gesehen eigentlich gegeben wäre. Laut Hejazi habe Cent daher den meisten Verkäufen erst einmal einen Riegel vorgeschoben, da es zu viele Transaktionen gegeben habe, die aus rechtlicher Sicht nicht stattfinden sollten.

Allerdings ist der Bereich, der Tweets als NFTs verkauft, bei Cent nennt sich dieser „Valuables“, noch aktiv. Ansonsten habe man versucht, betrügerische Nutzerkonten bei Cent immer wieder zu sperren, sei der Lage bisher aber leider nicht Herr geworden. Größer als Cent ist in diesem Bereich im Übrigen der NFT-Marktplatz OpenSea, den derlei Probleme jedoch genau so betreffen sollen. Dort sollen nach Angaben der Betreiber rund 80 % der dort kostenlos erstellten und angebotenen NFTs Spam, Fakes oder Plagiate sein. Auch dort sucht man bisher noch nach Lösungen.

Transparenz: In diesem Artikel sind Partnerlinks enthalten. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Partnerlinks haben keinerlei Einfluss auf unsere Berichterstattung.

Aktuelle Beiträge

Die mobile Version verlassen