
Der erste Schritt ist, im Paket-Zentrum Eurer Synology die Webstation – eben den integrierten Webserver auf Apache- oder nginx-Basis – zu installieren.
Wählt Ihr das Paket an, bietet man Euch direkt auch die Installation der notwendigen PHP-Umgebung an. Nehmt das Angebot ruhig an, ohne geht es – ob mit oder ohne Nextcloud – eh nicht weiter. In einem zweiten Schritt installiert Ihr noch die notwendige Datenbank-Lösung MariaDB direkt mit dazu, denn ohne Datenbankanbindung droht unser Projekt auch zu scheitern.
Nach der Installation von MariaDB solltet Ihr das Standard-Kennwort in den Optionen der Datenbank-Lösung einmal ändern, um das bekannte Standard-Kennwort in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Nutzt also die entsprechende Option, gebt Euer neues Kennwort ein und bestätigt dies einmal. Das Ganze ist wie gesagt keine Pflicht, aber Vorsicht ist ja bekanntermaßen die Mutter der Porzellankiste.
Nachdem die Vorbereitungen auf Seiten unserer Synology nun soweit abgeschlossen sind, prüfen wir den Webserver durch die Eingabe der IP unserer Synology im Browser: Die Standard-Webseite von Synology sollte nun erscheinen:
Nun schieben wir die dafür notwendigen Dateien aus der „web“-Freigabe der Synology in einen Unterordner, sofern wir meinen, diese mal aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen noch einmal zu benötigen – oder löschen Sie einfach, ganz nach Belieben.
Im nächsten Schritt holen wir uns nun das passende Installationspaket von nextcloud.com, sofern dies noch nicht geschehen ist, entpacken es und schieben den Inhalt anschließend in das nun leer geräumte Root-Verzeichnis der Synology-Web-Freigabe.
Damit der Webserver auch brav in die Freigabe schreiben beziehungsweise Nextcloud darin wirken kann, müßt Ihr nun noch in den Eigenschaften der Web-Freigabe dem http-Benutzer Lese- und Schreibrechte geben und das Ganze auch auf die jeweiligen Unterordner vererben lassen, damit auch jede Datei und jeder Ordner direkt mit den neuen Berechtigungen versorgt wird.
Stimmen die Rechte nicht, quittiert Nextcloud das beim ersten Aufruf mit einer Fehlermeldung, die zumindest auf das Thema „Berechtigungen“ hinweist:
Freut Euch aber nicht zu früh, denn auch wenn die Berechtigungen stimmen, gibt es erst einmal eine Warnmeldung in Sachen „open_basedir“-Parameter innerhalb der auf Eurer Synology liegenden php.ini-Konfigurationsdatei.
Da diese nicht direkt zu editieren ist (zumindest nicht ohne Umwege), schauen wir auch hier in den Eigenschaften der Web Station nach den PHP-Einstellungen und ersetzen dort den Eintrag im Parameter „open_basedir“ durch den Wert „none“:
Übernehmt Ihr die Änderung und aktualisiert Ihr anschließend das Fenster, in dem die Nextcloud-Installation bis gerade noch scheiterte, könnt Ihr nun Euren Administrations-Benutzer samt Kennwort, die Datenbankanbindung (in diesem Fall MySQL/MariaDB) sowie die zu der Datenbank gehörenden Daten eingeben. Der Standardbenutzer ist hier „root“, das Kennwort habt Ihr weiter oben ja schon auf einen Euch bekannten Wert zurückgesetzt.
Der Name der Nextcloud-Datenbank liegt in Eurer Verantwortung – ich habe sie an dieser Stelle völlig simpel ebenfalls „nextcloud“ genannt. Das Feld für den Datenbank-Host sollte mit „localhost“ vorausgefüllt sein – auch das paßt hier, ist der „localhost“ nun mal Eure Synology, wo in Zukunft die Daten Eurer privaten Cloud liegen sollen. Gesagt, getan – nun müßte alles passen und nach abgeschlossener Installation sollte die Anmeldung mit den administrativen Zugangsdaten möglich sein:
Im Zuge dessen solltet Ihr auf der Web-Freigabe im Ordner „config“ noch einmal Hand an die „config.php“ legen und dieser mitteilen, auf welche Hostnamen Sie zu lauschen hat. Zu erledigen ist das in dem Array „trusted_domains“ – meine Synology heißt intern „nas“ und extern hat sie ihren eigenen Hostnamen. Unterscheidet sich beim Aufruf von Nextcloud der Host von dem oder denen in der Konfigurationsdatei, quittiert das Frontend genau diesen Fehler und lässt auch eine Anmeldung nicht zu – das gab es übrigens auch schon bei den letzten ownCloud-Versionen.
Diese Etappe ist damit in Sachen Installation auf der Synology beendet, die Reise aber noch längst nicht zu Ende: Wollt Ihr auch über das Internet Eure Nextcloud-Instanz aufrufen können (und das sollte schon der Sinn und Zweck hinter dieser Übung sein), so stehen noch die Themen Firewall-/Port Forwarding ebenso auf der Agenda wie das passende Zertifikat für Eure Verbindung, die idealerweise über Port 443 (SSL) nach aussen horcht.
Das ganze Konstrukt funktioniert zwar auch ohne ein entsprechendes Zertifikat (respektive mit einem selbst-signierten), solange muss man dann aber mit den Browser-Fehlermeldungen bezüglich der Gültigkeit des Zertifikats leben. Der Funktionalität tut das keinen Abbruch, setzt Eurer Installation dann aber auch optisch das i-Tüpfelchen auf. Ich hoffe, dieser Artikel – wenngleich auch der Spaß erst nach der Installation wirklich anfängt – hilft dem ein oder anderen, das Thema private Cloud einmal aktiv(er) anzugehen und freue mich auf Eure Kommentare!