Neuer Anlauf: Intel mit Atom-Prozessor für Smartphones

Intel hat in den letzten beiden Jahren eine sehr große Aufholjagd an den Tag gelegt, wenn es um die Präsenz der Prozessoren in Tablets geht. Gerade in günstigen Windows-Tablets findet man die Prozessoren sehr häufig vor, aber auch in Android-Hardware hat sich der Hersteller seinen Platz erkämpft. Diese Vorgehensweise will man nun anscheinend in Smartphones wiederholen. Wer sich erinnert, es gab mit dem Motorola Razr-i bereits einmal ein Android-Smartphone mit Intel-Prozessor. Dieses war seinerzeit auch richtig gut, führte aber nicht zum großen Erfolg.

Intel_Atom_X3

Das soll sich jetzt ändern, Intel hat sich dafür wieder den Bereich der Günstig-Geräte ausgesucht. Mit dem Intel Atom X3 (SoFIA) liefert man einen SoC, der gleichzeitig mit Grafikeinheit und 3G-/LTE-Modem daherkommt. Es handelt sich um einen 64 Bit Muti-Core-Prozessor, der für den Einsatz in Smartphones, Phablets und kleinen Tablets gedacht ist. Auch ein Bild-Prozessor, Audio- und Power-Management sind integriert.

Partner für dieses Vorhaben gibt es auch bereits. 20 Hersteller konnte Intel überzeugen, Designs für den Intel Atom X3 zu liefern, darunter auch Asus und Jolla. Da der Markt mit günstigen Geräten aktuell am stärksten wächst, hat man sich sicher den richtigen Bereich ausgesucht. Spannend wird, ob hier nur Android-Geräte zum Einsatz kommen, oder eventuell auch Windows Phone-Smartphones. Immerhin haben Intel und Microsoft eine langjährige Geschichte der Zusammenarbeit und Microsoft ist ja auch eher im Niedrigpreis-Bereich unterwegs.

Außerdem gibt es auch noch den Intel Atom X5 und X7 (bisher bekannt als CherryTrail), beides SoCs für größere Tablets oder kleinere 2-in-1-Geräte. Diese sollen in Mittelklasse- und Premium-Geräten ihren Einsatz finden. Die Prozessoren können für Android oder Windows verwendet werden. Sie basieren ebenfalls auf 64 Bit-Architektur und können auch mit der Advanced LTE-Technologie eingesetzt werden. Wir werden also in nächster Zeit nicht mehr nur zahlreiche Tablets mit Intel-Prozessoren sehen, sondern auch Smartphones, vorerst aber wohl nicht in High-End-Geräten, die weiterhin mit ARM-Prozessoren bestückt sein werden.

(Quelle: Intel)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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6 Kommentare

  1. Da ist der Weg ja nicht mehr weit zum Smartphone mit Intel Prozessor, Windows 10 und einer Docking Station, die daraus einen Schreibtisch-PC macht.

  2. War da nicht mal irgendwas bezüglich Intel CPUs in Androidgeräten, was das entsperren der Bootloader etc. quasi unmöglich macht? Hab da mal bei irgend einem Gerät – weiß leider nicht mehr welchem, nur das es ein Tablet war – was dazu gelesen. Die Community fand das Tablet wohl an sich sehr ansprechend, auch vom Preis, aber eben nicht von den Modding-Möglichkeiten.

  3. Der Name „Atom“ ist verbrannt!

  4. @kandid
    Definitiv, das sehe ich auch so. Damit tut sich Intel keinen Gefallen.

  5. Zum Thema „Premium-Geräten“. Intel und Apple, das wäre doch mal interessant oder ?

  6. @Chiffre – Das Smartphone als Desktop-Ersatz ist technisch ohne Probleme möglich. Canonical hat es bereits gezeigt, wenn auch mit Ubuntu als OS.

    Für einen Großteil der Privathaushalte und auch viele Unternehmen wäre das auch genau die richtige Lösung, nur steht sich hier die Industrie meines Erachtens selbst im Weg … schließlich würde damit ein bereits tot gesagter Markt quasi final zu Grabe getragen, wenn man den Kunden eine solche Lösung anbietet.

    Mit einem einzigen Gerät, das sowohl Smartphone, als auch Desktop PC (damit potentiell auch dessen kleinen Bruder Notebook) ersetzt, wäre zwar vielen Verbrauchern ernsthaft geholfen, aber die Hersteller von Hard- und Software würden sich einen Teil ihrer „Wertschöpfungskette“ selber abschaffen … und da es anscheinend vielen Unternehmen an der Fantasie fehlt, aus einer solchen Entwicklung wieder neue Werte zu schaffen … aber Google und Microsoft sind ja schon mal auf einem guten Weg, vielleicht noch zu unseren Lebzeiten 😉

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