Ich hatte in der letzten Zeit die Möglichkeit, einen Blick auf das neue „Netgear Orbi Wi-Fi 6E“-Set zu werfen. Auch bekannt als RBRE960. Das wurde Ende letzten Jahres vorgestellt und ist vollgepackt mit aktueller Technik. Das „Orbi Quad-Band Mesh Wi-Fi 6E System“ fügt das neu verfügbare 6-GHz-Wi-Fi-Band hinzu, um Quad-Band-Technologie mit schnelleren Internetgeschwindigkeiten für mehr Geräte gleichzeitig mit weniger Störungen und Wartezeiten zu liefern.
Mit dem bisher leistungsstärksten Orbi-System unterstützt Netgear so Multi-Gigabit-Internet im ganzen Haus und verbessert die Wi-Fi-Leistung. Das neue „Orbi Quad-Band Wi-Fi 6E System“ baut auf dem“ Orbi Tri-Band Wi-Fi 6 System“ (RBRE960) auf, indem es ein viertes Band für das 6-GHz-Wi-Fi hinzufügt.
Geräte, die auf den 2,4-GHz- und 5-GHz-Wi-Fi-Bändern laufen, werden mit der Orbi RBKE960-Serie eine Verbesserung der Abdeckung und höhere Geschwindigkeiten von bis zu 30 Prozent erfahren, da das System über ein verbessertes Wi-Fi-Funk- und Antennendesign im Vergleich zum vorherigen Flaggschiffmodell, der Tri-Band Orbi RBK850-Serie, verfüge, so Netgear.
Neben der höheren Wi-Fi-Geschwindigkeit wurde auch der Anschluss für die Internetverbindung auf bis zu 10 Gigabit aufgerüstet – die schnellste Internetgeschwindigkeit, die derzeit oder in naher Zukunft verfügbar ist. Zusätzliche 2,5-Gigabit-Ethernet-Ports wurden auf dem Router und den Satelliten hinzugefügt, um Kunden mit neuen Multi-Gigabit-Ethernet-Geräten eine Option für kabelgebundene Verbindungen zu bieten. Das „Orbi Wi-Fi 6E“ 3er-Pack (RBKE963) biete dabei eine Abdeckung von bis zu 600 Quadratmetern.
Wie schaut das aber in der Realität aus? Ich werde hier natürlich nicht mit Messungen theoretischer Art ums Eck kommen, denn jede Wohnung und jedes Haus ist anders. Des Weiteren kommt es immer darauf an, wo man etwas aufbaut und wo man Dinge anschließen möchte. Von daher gibt’s was zum Orbi selbst und zu ein paar Dingen, die mir so auffielen.
Das Orbi-Set holt man aus dem Karton und wird von den doch schon großen, wenn auch nicht hässlichen Geräten begrüßt. Das komplette Gehäuse ist aus Kunststoff gefertigt worden. Dies ist natürlich immer Geschmackssache. In der vorderen Einbuchtung befindet sich übrigens auch eine LED, die den Status des Routers und des Satelliten anzeigt. Die Farben sind bei Router und Satellit unterschiedlich. Ich habe die verschiedenen Stadien einmal in eine Tabelle übernommen:
| LED Farbe | Router | Satellit |
| Weiß pulsierend | gebootet und am Synchronisieren mit dem Satelliten | gebootet und am Synchronisieren mit dem Router |
| Weiß | Router wird gerade zurückgesetzt | – |
| Blau | – | Verbindung mit Router ist gut |
| Orange | – | Verbindung mit Router nicht super aber ok |
| Magenta | Verbindung mit dem Internet kann nicht hergestellt werden | Sync fehlgeschlagen |
| aus | synchronisiert – alles normal | synchronisiert – alles normal |
Der potenzielle Käufer muss natürlich schauen, was er so machen möchte. In meinem Falle musste ein Satellit da aufgebaut werden, wo zwar eine Steckdose vorhanden ist, aber kein ordentlicher Aufstellungsort. Sprich: Es sieht einfach nicht gut aus, wenn man einen Satelliten auf den Boden stellen müsste, weil nichts anderes vorhanden ist. Bei anderen Mesh-Systemen findet man vielleicht auch kleinere Set-Modelle, die in eine Steckdose passen. Die haben dann aber vermutlich nicht die Leistung eines Orbi-Satellitens, klar.
Die Einrichtung des Routers selbst erfolgt über die App. Er kann auch an bestehende Router angeschlossen werden und dort selbst im Router- oder Access-Point-Modus arbeiten. Das Problem hierbei ist, dass der Orbi im Router-Modus zwingend ein weiteres Netz aufspannt, sofern euer alter Router nicht direkt das Bridgen unterstützt. Im Access-Point-Modus würdet ihr euch kaputt lachen, denn dann funktioniert von den Netzwerkfunktionen fast gar nichts mehr. Klassisch ist das natürlich anders gedacht. Der Router besitzt einen WAN-Port, um ins Internet zu kommen. Ihr könnt das Orbi-System also auch als Modem verwenden, sofern euer Anschluss dies so erlaubt. Sagen wir es mal so: Einen 10-GBit-Port in den Router zu packen, hat schon etwas. Vielleicht kann man dies in Deutschland ja in 5+ Jahren auch mal nutzen.
Satelliten lassen sich schnell und einfach verbinden. Dafür gibt’s eine Sync-Taste (dazu etwas in den ersten Stichpunkten unten). Das ist bequem und einfach. Netgear versucht euch mit dem Produkt „Netgear Armor“ ein Abo aufzudrücken, dafür gibt’s dann u. a. eine intelligente Kindersicherung.
In der App findet ihr, neben der Übersicht über alle Geräte, die entweder per WLAN oder Kabel mit dem Netzwerk verbunden sind, auch Informationen zur Konnektivität zwischen Router und Satellit. Weiterhin könnt ihr einen Geschwindigkeitstest vornehmen, die WLAN-Daten mit anderen teilen, das Gast-WLAN aktivieren oder euch die Statistik zum hoch- oder heruntergeladenen Datenvolumen ansehen, wenn gewünscht.
Detaildinge zu den Netzwerkeinstellungen regelt man aber über die Weboberfläche, da dürften auch ambitionierte Nutzer fündig werden, um ihr Netz einzurichten. Die Oberfläche bietet zig Funktionen, da dürfte fast jeder Netzwerker glücklich werden. Letzten Endes hat sich Netgear in vielen Jahren nicht wirklich entwickelt, um sein System auf den Routern für alle Nutzerklassen einfacher und bedienbarer zu machen. Das kann Fluch und Segen sein.
Der erste Benchmark ist für mich immer: Wie viel Abdeckung bringt der Hauptrouter ohne Erweiterung im Vergleich zu meiner jetzigen FRITZ!Box? Hier hatte ich in der Breite, auf einer Ebene, tatsächlich eine bessere Abdeckung als mit meiner 6690 von AVM und auch bessere Geschwindigkeiten. Auf anderen Etagen war es dann nur leicht besser, sodass ich einen Satelliten hätte setzen müssen, um mehr Räume mit schnellem Internet versorgen zu können. Vorteil AVM: Hier könnte ich relativ schnell und kostengünstig einen Mesh-Baustein kaufen, um das Netzwerk an einer Steckdose zu erweitern.
Letzten Endes schaffte es aber auch das „Orbi Wi-Fi 6E Quad-Band-Mesh-System (RBKE963)“ nicht, alle meine Wünsche zu befriedigen, obwohl die Abdeckung mit drei Satelliten im Haus hervorragend ist. Sie ist aber eben nicht so einfach zu erweitern wie bei anderen Mesh-Sets, wo ich „mal eben“ einen zusätzlichen Repeater mit Switch hinknallen kann, um 5 Geräte per LAN einzubinden. So etwas muss man ja unter Umständen auch bedenken. Das ist zumindest mein persönliches Problem, auf welches ihr auch treffen könntet.
Geht man nicht von meinen Platzierungsproblemen aus und hat das System eingerichtet, so läuft es nicht nur rasend schnell, sondern in meinem Test auch sehr stabil. Netgear erlaubt neben den Netzwerken für 2,4 GHz, 5 GHz und 6 GHz auch ein Gäste-WLAN auf beiden Bändern sowie ein reines IoT-Netzwerk, welches ebenfalls 2,4 GHz, 5 GHz oder beides nutzen an. Das ist vielleicht ganz praktisch, sofern ihr Kameras oder anderes Smart-Home-Geraffel wie den Staubsaugerroboter vom Rest des Netzwerkes trennen wollt. Für fortgeschrittene Anwender sicherlich auch wissenswert, dass die Geräte einen Ethernet Backhaul haben, ihr also etwaige LAN-Verkabelung vom Router zum Satellit über den 2.5G-Port nutzen könnt. Alle Funktionen sind auch hier beschrieben.
Die ersten Eindrücke des Testens:
- Die Sync-Taste dürfte mehr Feedback geben, wenn sie gedrückt wird. Tut sie nämlich nicht und das empfand ich als unschön.
- Die Satelliten ließen sich einfach einrichten, schrieb ich. Das ist richtig. Allerdings konnte ich es auch nach 5x resetten nachvollziehen, dass stets eine Fehlermeldung kommt, sie seien beim Einrichten nicht verbunden worden, obwohl sie das waren.
- Die Orbis sind definitiv auch für den professionellen Einsatz zu gebrauchen, die Geschwindigkeit von Geräten – kabellos wie kabelgebunden – ist fantastisch. Da muss man keine Angst mehr vor der „Drahtlosigkeit“ haben.
- Ich persönlich empfinde diese Kombination zwar als professionell und brauchbar, doch bin ich der Meinung, dass man damit auch etwas unflexibel ist – und das zu einem Preis, der sehr hoch ist.
- Unterm Strich bleibt, dass Interessierte auf Preisverfall hoffen sollten – oder sich vielleicht anderweitig umsehen. Als Vergleich: Ich mag mit meiner FRITZ!Box und deren Mesh-Repeatern vielleicht etwas langsamer unterwegs sein. Davon merke ich aber im Alltag nichts – und dennoch bin ich wesentlich flexibler, ohne dabei so tief in die Tasche gegriffen zu haben.
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