Netflix siegt offenbar über VPN- und Unblocking-Anbieter

Netflix Artikel LogoAnfang des Jahres gab es viel Rummel darum, dass Netflix deutlich stringenter gegen VPN-Lösungen vorging. Netflix ist ein Dorn im Auge, dass dadurch z. B. Nutzer aus Deutschland das US-Angebot abonnieren und nutzen konnten. Bzw. dürfte weniger Netflix selbst als dessen Partner hier auf Abhilfe gedrängt haben. So muss Netflix für unterschiedliche Länder mit den Studios auch unterschiedliche Lizenzabkommen aushandeln. Folglich haben die Vertriebe kein Interesse daran, dass eben z. B. deutsche Anwender auf den US-Content zugreifen. Mittlerweile kristallisiert sich dabei heraus, dass Netflix wohl über die VPN- und Unblocking-Anbieter obsiegt hat.

So gaben sich die Unblocking-Anbieter zwar anfangs noch kämpferisch, viele haben aber mittlerweile kapitulieren müssen. UFlix etwa hat bereits offiziell das Handtuch geworfen. Netflix reagiere zu schnell, so dass es nicht möglich sei, technisch und wirtschaftlich die Regionalsperren dauerhaft weiter auszuhebeln. So blockiere Netflix neue Netzwerke mittlerweile im Stundentakt. Das klang im März noch anders, als UFlix davon sprach definitiv weiter zu kämpfen und nicht einmal ins Schwitzen zu geraten.

Ähnlich ist es Unblock-Us ergangen. Zuerst bot der Dienst noch Workarounds an, kommunizierte aber immer weniger mit den Nutzern und gab dann stillschweigend auf. Wo die Website von Unblock-Us etwa früher noch damit warb, dass man durch die Nutzung auf Netflix-Angebote in aller Herren Länder zugreifen könnte, fehlt heute jeglicher Hinweis darauf. Auf der Facebook-Page, auf welcher Kunden ihrem Ärger über die Probleme mit Netflix Luft machten, fehlt mittlerweile auch jegliche Spur der hitzigen Diskussionen.

Auch die Kanadier von UnoTelly haben aufgegeben. Sie warben früher mit dem Netflix-Border-Hopping, weisen heute aber darauf hin, dass genau jenes untersagt sei. Auch hier ignorierte man Anfragen von Kunden und versuchte sich im Schweigen. Drangeblieben ist der türkische Anbieter Getflix. Jener ermögliche laut eigenen Aussagen immer noch erfolgreich ausländische Netflix-Angebote zu nutzen.

Allerdings findet man auch hier in den gängigen Social-Media-Kanälen zahlreiche Kundenbeschwerden, welche anderes berichten. Offenbar hilft aktuell nur quasi monatlich den Unblocking-Anbieter zu wechseln, wenn man relativ abgesichert auf Netflix-Angebote anderer Länder zugreifen möchte. Für den durchschnittlichen User lohnt sich der Aufwand aber sicherlich nicht.

Getflix behauptet unterdessen an einer neuen Lösung zu arbeiten, die Netflix“unmöglich blockieren“ könne. Ob das Ziel erreicht wird, steht aber in den Sternen. Schließlich spuckte auch UFlix anfangs ähnliche Töne. Letzten Endes bleibt dem durchschnittlichen Nutzer wohl nur zu hoffen, dass Netflix möglichst viel Content international anbietet.

(via CBC)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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26 Kommentare

  1. Deshalb TTIP! Man versucht durch Handelsabkommen die Grenzen und Steuern zu aufzuheben… ist die Lobby der Filmindustrie doch zu stark?!?

  2. Kein Vorwurf an Netflix, die müssen ihre Lizenzvereinbarungen beachten und durchsetzen. Liebe Filmindustrie, hast du immer noch nicht gemerkt, daß die Fans dann auf unlizensierte Quellen ausweichen? Die sind zuverlässig, schnell und kostenlos, und bieten alle Programme auf einer Webseite zum Download an.

  3. Andreas Heitzer says:

    Wäre ich ein Anbieter, wie NETFLIX und wäre gezwungen, länderspezifische Lizenzen zu erwerben, dann würde ich dem Lizenzanbieter aber was husten.
    Der für den Kunden komfortabelste Weg wäre, eine weltweite Lizenz und somit keine Länderbeschränkung mehr.
    DAS wäre dann echte Globalisierung!

  4. Wolfgang Denda says:

    @Andreas Heitzer
    Wie hiessen noch mal die Anbieter, die Linzensierungen missachteten und die es nicht mehr gibt?

  5. André Westphal says:

    @ Andreas Heitzer

    Oft geht es aber nicht anders, da nunmal die Rechte international unterschiedlich verteilt sind. Guck z. B. mal bei „Die Tribute von Panem“: In Deutschland hat z. B. Studiocanal die Rechte, in Italien z. B. Universal und in den USA Lionsgate. Das ist bei mehr Filmen so kreuz und quer verteilt, als man denkt.

  6. Hab als es angefangen hat meinen Netflix Account gekündigt. Ein Kunde tut ihnen zwar nicht weh, finde es jedoch schade wegen den tollen Eigenproduktionen. Z.b. kommt heute nach 2 Jahren (dank) Netflix neue Black Mirror Folgen. Aber – kommen sie heute direkt auf Netflix CH? Keine Ahnung, daher kriegt weiterhin mein Usenet Provider die Knete und Sonarr hat die Geschichte bis ich zuhause bin geladen und meine Kodi DB aktualisiert, gegessen. Global juhee.

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