Netflix organisiert Content deutlich komplexer als öffentlich sichtbar

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Netflix bietet Abonnenten zahlreiche Kategorien an, in welche die Inhalte organisiert sind. Das ist erstmal alles andere als ungewöhnlich, denn bei allen Streaming-Anbietern kann man nach Filmen und Serien auch über Genres / Kategorien suchen. Dass Netflix intern ein noch deutlich vielschichtigeres Kategoriesystem anwendet, das für die Nutzer nach außen hin unsichtbar bleibt, dürfte ebenfalls kaum jemand ernsthaft überraschen. Dennoch ist es spannend, dass wir aktuell einen kleinen Einblick darauf erhalten, wie der Streaming-Gigant seine Inhalte hinter den Kulissen sortiert. Dabei gelangt Netflix sogar zu derart spezifischen Bezeichnungen wie „Gory Movies based on Real Life“.

Netflix nimmt also sehr feine Abstufungen vor, was natürlich auch der Analyse der Konsumgewohnheiten dienlich sein dürfte. So differenziert man etwa zwischen „Visually-striking Biographical Dramas“, „Visually-striking Cerebral Dramas“ und „Visually-striking Cerebral Movies“. Wobei die letztgenannte Kategorie, auch wenn sie auf den ersten Blick durch den Begriff „Movies“ allgemeiner wirken mag als „Dramas“, deutlich mehr Einträge enthält. Wer Netflix abonniert hat und sich einmal durch die Bereiche wühlen will, erhält unter diesem Link Zugriff auf die Fein-Kategorien. Über einige Unterteilungen kann man wirklich überrascht sein.

netflix screenshot Es sei darauf hingewiesen, dass der Trick an sich nicht neu ist – vor einigen Jahren sickerten bereits ähnliche Links zu den endlosen Subkategorien bei Netflix durch. Der Streaming-Anbieter hat seitdem aber weitere Verfeinerungen integriert. Interessant ist dieser kleine Einblick hinter die Kulissen allemal und er zeigt, wie differenziert bei Netflix und Co. mit Content umgegangen wird. Ich persönlich möchte jedenfalls nicht entscheiden, in welche Sparten man beispielsweise einen Streifen wie „Tree of Life“ oder „Birdman“ quetscht.

(via DerStandard)

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Kommt mir merkwürdig vor. Zwei gleiche Kategorien mit je nur einem Eintrag…

    African-American Crime Documentaries (1)
    African-American Crime Documentaries (1)

  2. So differenziert man etwa zwischen „Visually-striking Biographical Dramas“, „Visually-striking Cerebral Dramas“ und „Visually-striking Cerebral Movies“. Wobei die letztgenannte Kategorie, auch wenn sie auf den ersten Blick durch den Begriff „Movies“ allgemeiner wirken mag als „Dramas“, deutlich mehr Einträge enthält.

    Hä? Also ich verstehe jetzt, dass „Movies“ allgemeiner wirkt und auch mehr Einträge enthält, richtig? Macht doch nur Sinn, oder stehe ich gerade auf dem Schlauch?
    Schreibe schon den ganzen Tag an meiner Thesis rum und kann auch sein, dass ich einfach Quetschbanane bin…! 😀

  3. @rfreierpeter Bist keine Quetschbanane, hast Recht.

  4. Läuft Netflix bei euch auch so bescheiden die letzte Zeit? Komme kaum noch auf 720p, von 1080p ganz zu schweigen. Das Bild bleibt bei 288 oder 384. An meiner Leitung (Unitymedia in NRW) dürfte es nicht liegen,amazon, YouTube ect läuft ganz normal.

  5. Was, außer einem Schädelhirntrauma, ist denn bitte ein Cerebral Drama?

  6. Das hat niemand bei Netflix so eingeordnet, ihr könnt davon ausgehen, dass das das Ergebnis von Netflix‘ Big Data ist.
    Man kann in seinen Profilen ja seine Vorlieben anhand sehr viele Adjektive angeben, diese und die Bewertungen von gesehen Filmen gemessen über eine exorbitante Zahl von Nutzern über lange Zeit –> feingranulare Filmliste wie im Link.

  7. @Sam, bei mir läuft Netflix total geschmeidig, volle Auflösung und keine Laggs. Bin bei Kabel Deutschland

  8. Wow, da bieten sie ihre Webseite auch auf Deutsch an, schaffen es aber nicht das Kategoriesystem zu übersetzen. Respekt. Es ist nicht sehr intuitiv erkennbar, was man sich unter visual-striking vorstellen muß, wie ich finde. Und ich bin nicht anglophob, spreche gerne englisch und auch viel (beruflich, wenn auch wenig Alltagsenglisch)

  9. @Bee Gee: Im Englischen wird „cerebral“ unter anderem verwendet, um Dinge zu bezeichnen, bei denen man das Gehirn anstrengen muss. Ein „cerebral movie“ ist also ein Film, bei dem man mitdenken muss.

    @Fraggle: Warum sollen sie Kategorien, die nur für den internen Gebrauch zu sein scheinen, übersetzen?
    Oder anders: Intern werden halt immer die englischen Bezeichnungen verwendet. Und nur dann, wenn so eine Bezeichnung dem Kunden angezeigt werden soll, wird anhand der Spracheinstellung des Kunden die jeweilige Übersetzung angezeigt. Die verlinkte Liste ist aber eben nicht die Endkundenliste, sondern die interne Struktur.

  10. @Fraggie
    „Visual-Striking“ wäre wahrscheinlich ein Film wie „The Great Gatsby“
    Also visuell eindrucksvoll.

  11. André Westphal says:

    @ptr War ein Versehen, die Drama Sparte hat mehr Einträge – also nicht die letzt-, sondern die erstgenannte. Ändere ich gleich :-).

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