Nach Google will auch Yahoo verschlüsselte E-Mails anbieten

Von Google wissen wir seit längerer Zeit, dass das Unternehmen eine auf PGP basierende Verschlüsselung für alle Gmail-Nutzer anbieten will. Das System soll einfach sein, den Nutzer nicht überfordern, E-Mails für Dritte allerdings unlesbar machen. Yahoo möchte nun ebenfalls einen solchen Service anbieten, bereits 2015 soll die Verschlüsselung stehen. Das betrifft mehr Nutzer, als man allgemein vielleicht glauben mag, Ende 2013 vermeldete ComScore 273 Millionen Yahoo-Mail-Nutzer, Google kann hier 366 Millionen vorweisen.

Yahoo

Die Verschlüsselung von E-Mails ist auch ein Stück Aufklärung, wie Alex Stamos von Yahoo erklärt. Nutzer müssen verstehen, dass zwar die Inhalte der Mails für keinen einsehbar sind, wohl aber der Sender, Empfänger und Betreff. Etwaigen legalen Problemen sieht man allerdings gelassen entgegen. Verglichen mit LavaBit, einem kleinen Crypto-Mail-Service, der zugemacht hat, nachdem ein Gericht die Offenlegung der Schlüssel verlangte, sind Yahoo und Google in einer ganz anderen Position.

Ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen mit einer Armee von Rechtsanwälten, die nur scharf darauf sind, mit so einer Sache bis zum Supreme Court (Verfassungsgericht) zu gehen, hat da wohl weniger zu befürchten, als es ein kleiner Anbieter wie LavaBit hat.

Zudem werden die Schlüssel bei den von Google und Yahoo genutzten Techniken nicht bei den Unternehmen liegen, somit könne man diese gar nicht herausgeben. Google und Yahoo werden das Verschlüsselungs-Feature optional gestalten, das heißt, dass es vom Nutzer erst aktiviert werden muss, wenn es verfügbar ist.

Wenn nun noch Microsoft mit einsteigt, dürften die größten Mail-Anbieter alle künftig Verschlüsselung anbieten. In wie weit diese Verschlüsselung dann aber auch durch das Ausspionieren durch Geheimdienste schützen wird, wissen wohl nur diese selbst. Nur weil etwas theoretisch nicht knackbar ist, muss es in der Praxis nicht genauso aussehen.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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8 Kommentare

  1. Und die deutschen Anbieter werden dumm aus der Wäsche gucken. Eine eigene PGP-Implementierung wird United Internet (1&1, GMX, web.de) garantiert nicht anbieten, denn sie wollen ihr „sicheres“ DE-Mail an den Mann bringen.

  2. Und 90% davon sind Fake- und Spamtussi-Accounts 🙂

  3. Mh… ich werfe mal wieder Posteo.de in den Ring… nicht kostenlos. Seit ich dort bin keinen Spam mehr und Ruhe im Postfach.

  4. Was ist denn ein legales Problem? Gegenteil von illegalem Problem?

  5. Irgendwie habe ich noch meine Zweifel, dass die Schlüssel nicht bei Google und Yahoo bleiben. Wie wollen die dann die E-Mails auf werberelevante Inhalte durchsuchen?

    Ansonsten gut. Finde Yahoo-Mail vor allem wegen den Wegwerfadressen gut.

  6. @Kevin: Der Betreff wird nicht verschlüsselt.

  7. @Sebastian: ein legales Problem ist ne 1:1 Übersetzung von „legal problem“ aus dem englischen

  8. Ich finde diesen Schritt sehr erfreulich. Ich glaube langsam das Google und Yahoo von der NSA angepisst sind und nun um Nutzer kämpfen. Nach den ganzen Enthüllungen hat Yahoo und Google (und die anderen) ziemlich an Trust verloren.

    Wann die deutschen Anbieter sowas anbieten? Ich glaube gar nicht, denn dann wäre auch das TKÜV hinfällig.

    Gruß

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