Musikvideo zeigt die Kunst der Retusche

Egal ob auf Plakatwänden, in Filmen oder auch bei einfachen Dingen wie Profilbildern, Menschen wenden gerne Techniken an, um Bilder besser aussehen zu lassen. Models werden Makel, wie etwa nicht vorhandene überflüssige Pfunde wegretuschiert, die Haut wird verfeinert und so weiter. In einem Musikvideo (Boggie – Nouveau Parfum) wird das Ganze sehr eindrucksvoll thematisiert. Im Video sieht es aus, als würde das graue Mäuschen während des Stücks zum strahlenden Model, in er Tat wurden allerdings 4 Videos mit unterschiedlichen Make-Ups und Frisuren gedreht, danach mit After Effects der Eindruck des direkten Bearbeitens geschaffen. Zeigt schön wie krank unsere Gesellschaft doch ist und wie viel Wert auf eine perfekte Optik gelegt wird. Traurig, oder?

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

26 Kommentare

  1. Dazu fällt mir immer nur ein: Die Menschen wollen betrogen werden.
    Auf jeden Fall ein tolles Video!

  2. Mein täglich Brot. Aber ich interveniere oft wenn Kundenwünsche ausarten. Die Mädels & Frauen haben viel zu viele unnötige Komplexe – unserer Medienlandschaft sei Dank. Der Hammer war eine kleine schmale 8-jährige (!) letzte Woche die sich „zu fett“ fand. 🙁

  3. mich würde mal interessieren mit welchen Programmen sowas im professionellen Bereich in Sachen Foto (einfach nur Photoshop, Lightroom) und vor allem Video gemacht wird?

  4. Echt ist besser. By the way: Ich liebe jedes Pfund an Dir 😉

  5. Warum traurig? einmal Botoxen usw. und alles ist gut…..

  6. @Puh

    Ich behaupte mal, dass du zu 90% einfach auf die Quelle klicken musst (ja das ist ein Link) und du kommst dann zu den Quellen in denen das Video, Bild etc. angegeben ist.

  7. @ mops. Ja, Photoshop und Lightroom!

  8. Das ganze Thema ist schon bedenklich, ganz klar. Allerdings ist das Video selbst auch stellenweise gefaked, insziniert und manipuliert. Sieht man z.B. als das linke Auge dupliziert und gespiegelt wird. Das ist nach dem nächsten Zoom wieder weg, wie auch manch andere Änderungen – müsst mal genau hinsehen. Die Botschaft kommt aber ganz klar rüber, keine Frage!

  9. Michael_cgn says:

    Super Video, in einigen Jahren sicher alltägliche Arbeit für uns Gestalter … und dann braucht es auch nicht mehr ein ineinander faken …

  10. Das Userinterface von dem Programm ist sehr gut gemacht, sicher es ist ein Fake aber es gefällt.

  11. und? das ist total „normal“. Jeder, wirklich JEDER lässt sich von schönheit und „kleider machen leute“ beeinflussen. das ist nunmal so, wer das abstreitet dass ihm sowas egal wäre lügt.

  12. Es ist ein Irrglaube, dass es ein Phänomen unserer Zeit sei, dass Aussehen sehr verändert wird, um einem Ideal zu entsprechen. Das gibt es schon seeeehr lange. Früher hat man z.B. Frauen in Korsetts gestopft, was im Gegensatz zu Photoshop reale körperliche Probleme brachte. Frauen haben giftiges Belladonna geschluckt, um ihre Pupillen größer werden zu lassen. Leute liefen alle mit Perücken rum und beschmierten sich ihr Gesicht dick mit Zeugs usw. usf.
    Das Gegenteil ist also richtig: Die Idee, dass es am besten sei, wenn man einen Menschen „natürlich“ zu sehen bekommt, ist eine ausgesprochen neue Idee, auf die bis vor ein paar Jahrzehnten außer ein paar Freaks niemand gekommen wäre!

  13. @mops

    Für Video- und Filmmaterial gibt es eine ganze Menge Programme, mit denen sich die Aufnahmen manipulieren lassen, u.a. After Effects, Nuke, Flame, Fusion, …

    Allerdings ist die Nachbearbeitung bei Bewegtbild nicht ganz so einfach, wie es hier gezeigt wird.

  14. ich würde mich schon freuen, wenn die Android App bei Klick auf ein Video nicht abschmiert…

  15. Hans Wurst says:

    @Puh
    Man, dann benutz halt die mobile Seite! Für den Blog hier braucht man doch wohl nicht ernsthaft eine App.

  16. In der Wirklichkeit ist die Realität eben doch ganz anders 😉

  17. Gutes Make-Up und gute Beleuchtung und ordentlicher Weißabgleich von vornherein… und nix bleibt, an dem man herumnörgeln könnte. Wenn man das hinterher korrigieren will/muß… so what?

    Und Demnächst in allen Kochzeitschriften: Keine hochglanz Food-Design-Köstlichkeiten, sondern matschige verkochte Hausmannskost… auch auf dem Titelbild.

    Wirklich?

  18. und was ist da nun an der Meldung so neues dran ?
    sagt jetzt nicht wirklich „Wow das hab ich gar nicht gewusst“ das heutzutage wissentlich so getürkt wird …lol
    das macht doch mittlerweile jeder ambitionierte Hobbyfotograf/-filmer mit seinen privaten Portraits /Videos um sich selbst in die Tasche zu lügen …

  19. porscheproletos says:

    Und ich wundere mich warum Michelangelo keine fetten Schweine in seinen Statuen verewigt hat. Da Vinci war ja mal mindestens genau so ein impertinentes Arschloch. Jeder der auf einen einigermaßen ordentlichen Look achtet, ein widerlicher Faker der nur oberflächlich ist. Sport ist ja bekanntlich auch nur die Vorstufe zum Faschismus und der goldene Schnitt das Joch der Menschheit. Lasst uns alle einfach nur noch schwabllig in Jogginganzügen durch die Gegend laufen und Torte in uns schaufeln, denn Hässlich ist bekanntlich das neue Schön.

    Erst wenn wir den perfekten androgynen Einheitsmenschen im mausgrauen Maoanzug haben, scheint die Welt nach Ansicht einiger Extremisten lebenswert. Sorry, geht mal in die Psychatrie. Körperbewusstsein hat sicherlich nichts damit zu tun, Menschen anzuhimmeln die sich nicht im Griff haben. „Gephotoshopped“ werden nämlich in der Regel ohnehin eher Menschen die bereits einen gewissen Look haben, seltener Menschen die nur durch ihre s.g. inneren Werte glänzen. Software gibt den Fotos in der Regel nur den letzten Schliff. Und ob eine Frau eine graue Maus ist oder nicht, dass hängt in der Regel eher von ihrem Umfeld ab. Bekanntlich kann irgendwie fast jeder einigermaßen gut ausschauen der sich nicht gehen lässt. Und ja, schöne Dinge prinzipiell schön zu finden ist eine evolutionäre Geschichte, jetzt hier aber noch Biounterricht zu machen würde zu weit führen.

    Wenn eine 8jährige Gewichtsprobleme hat, hat das sicherlich weniger mit Medien zu tun. Da seh ich eher Eltern in der Verantwortung, die ihren Kindern nicht helfen, die Umwelt zu verstehen sondern sie sich quasi selbst überlassen. Erziehung ist doch heute schon bei den meisten ein Fremdwort. Und nein, erziehen und lehren bedeutet eben nicht ein Kind vom Fernseher betreuen zu lassen und es im Minutentakt mit Limonade oder anderem klebrigen Zuckerzeug wie Fruchtzwerge, Frosties oder Monte abzufüllen. Da fängt übrigens für mich die Verantwortungslosigkeit an.

    Wenn ein Mädel kotzend über dem Klo hängt, steht in der Regel das Elternhaus hinter diesem Drama, genau wie in dem Fall, wenn es mit 10 Jahren 60 kg und mehr wiegt. Ist halt einfacher auf schlanke und gesunde Menschen zu verweisen, auf die Medien, die Aliens oder was weiß ich was, anstatt die eigene Verantwortung zu akzeptieren. Hochglanzmedien haben damit genau so viel zu tun, wie das Egoshooter Amokläufer züchten. Dieses Mimimimi über die Medien, die weiß Gott genug Scheiße bringen, in Bezug auf Optik ist lächerlich, dann müsste man im Grunde jeden antiken Künstler damit inkriminieren.

  20. Manchmal frage ich mich, was auf dieser Welt den überhaupt noch wirklich ist und was nicht…. irgendwann wird es möglich sein Leute auf der Straße direkt zu retuschieren 😉 Was für eine heftige Welt…

  21. @Affiliate-Marketing123

    Früher haben wir uns die Mädels mit Alkohol retuschiert ?

  22. Sysadmin Margarethe says:

    Coolster clip zum Thema, seit dem Dove Retouch Spot. Am Ende wirkt sie vor dem weißen Hintergrund etwas verbrannt, die Tonwerte sind stark verrissen, aber dennoch gelungen, so macht man das 😉 Ich finde den Trend zur Authentizität gut, Poren und Falten müssen unbedingt noch sichtbar sein nach der Photoshop Session, sonst wirds zu sehr In-Touch…

    @Nemo: Ja, vermochte Hausmannskost sieht nicht lecker aus. Wir mussten tatsächlich mal für ein Kochbuch jedes Gericht 4-8 Stunden nachretuschieren, trotz super Fotograf. Nach zweimaligen Proofen gibts dann irgendwann. Die Realität ist einfach nicht mehr gut genug für Werbezwecke. Ich bin gespannt ob irgendwann wieder Echtheit im allgemeinen Geschmacksempfinden einkehrt. Angenehm wäre es.

  23. @mops

    adobe suite und wenn’s noch etwas 3D sein soll maya, 3dsmax, zbrush. sind zumindest die tools die ich vor jahren genutzt habe.

  24. Traurig und schön anzusehen zugleich. 😉

  25. @ mk.
    Ja das stimmt auch wieder 😉 Aber es gibt doch auch so genannte natürliche Schönheiten, auch in unserer Zeit noch (zum Glück kann ich da aus Erfahrung sprechen 😉