Musikstreaming fristet in Deutschland eher noch ein Schattendasein

Musikstreaming ist nicht erst seit gestern ein Thema, sondern begleitet uns schon eine paar Jahre. Dabei ist das Streamen von Musik noch gar nicht so alltäglich, wie der technisch moderne Mensch vielleicht annimmt. Gerade in Deutschland macht der Umsatz durch Streaming gerade einmal 24 Prozent aus. Downloads sind die bevorzugte digitale Form des Musikgenusses, ganz anders als in den skandinavischen Ländern oder Südkorea.

Streaming_Statista

Wie die Grafik schön zeigt, sind Downloads in den Ländern Kanada, Australien, Deutschland und USA noch weit vorne, der Streaming-Anteil ist sehr gering. In Schweden werden im Gegensatz dazu 92 Prozent der Umsätze durch Streaming erreicht, Südkorea liegt mit 91 Prozent knapp dahinter, Norwegen generiert 88 Prozent des digitalen Umsatzes durch Streaming und in Norwegen sind es immerhin noch 75 Prozent.

Warum dies so ist? Schaut man nur auf Deutschland, könnte ein sehr einfacher Grund darin liegen, dass Streaming unterwegs hierzulande nicht sehr attraktiv ist. Das liegt weniger an der Technik, als viel mehr an den verkrüppelten Datentarifen der deutschen Netzbetreiber. Wenn man schon für Inhalte zahlt, will man nicht auch noch ein Vielfaches davon ausgeben, um auch auf die Inhalte zuzugreifen. Die Länder, in denen Streaming bereits die Nase vorn hat, sind bekannt für ihre gute Infrastruktur was Internetzugänge angeht.

Da wird sich in den nächsten Jahren viel bewegen, Downloads werden weiter zurückgehen, Streaming mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Die Zahlen erklären vielleicht auch, warum Apple so spät in das Streaming-Geschäft eingestiegen ist. In der Heimat USA stellen Downloads noch eine gute Einnahmequelle dar, Apple ist mit iTunes da ja gar nicht so schlecht aufgestellt. Dass der Umschwung kommt, steht außer Frage, spannend wird nur sein, welche Anbieter sich durchsetzen werden und welche im Zuge dessen auf der Strecke bleiben. Der Markt ist groß genug, damit auch mehrere parallel überleben können, hoffentlich ist es die Zahlungsbereitschaft der Kunden auch.

(Quelle: Statista)

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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42 Kommentare

  1. Der Deutsche hält halt gerne an Traditionen fest. Auch in meinem Verwandtenkreis nutzt kaum jemand Streaming Angebote. Wenn man Ihnen aber mal Spotify zeigt sind viele sehr angetan. Denke das Apple mit seinem Marketing hier in Deutschland offene Türen einrennt. Übrigens passiert gleiches dank Netflix gerade auf dem TV Markt. Immer mehr Freunde berichten letzte Zeit das sie jetzt auch Netflix nutzen und sehr angetan sind und der ein oder andere hat zusätzlich noch Amazon Prime am Start. Allerdings bietet das lineare deutsche TV auch nur noch unterirdische Unterhaltung.

  2. Irgendwas fehlt mir bei der Statistik noch … nirgends 100% … was gibt es noch für digitale Umsätze, die hier ergänzend erwähnt werden sollten?

  3. Musikstreaming scheitert auch immer noch oft an der Infrastruktur, nicht nur an den Datentarifen. Ein Freund von mir nutzt Spotify bei der Telekom, also ohne Anrechnung auf das Volumen, und wie oft das dann aussetzt wenn man mal auf der Autobahn überland fährt ist echt traurig, das macht so keinen Spass.. Und wir haben unser Autobahnnetz auch net erst seit gestern. Im Zug kannst es komplett vergessen, lieber Musik vom internen Speicher.

  4. Ich habe reichlich Musik und kaufe alles, was mir gefällt. Grundsätzlich ist Streaming aber für mich nicht interessant, weil ich es eher unterwegs nutzen würde und da sind die extrem überteuerten Datentarife die eine Hürde und das grottenschlechte Netz auf Bahnfahrten die andere Hürde. Wenn ich nur an Hauptbahnhöfen überhaupt vernünftiges Netz habe und zwischen den Bahnhöfen „nur“ telefonieren kann, aber Datennetz ein Mythos ist, macht Streaming keinen Spaß. BTW: Mit Vodafone habe ich keinen Anbieter bei dem ich schlechtes Netz einkalkulieren muss. Das Netz ist gut… wenn man nicht mit der Bahn fährt. Das Datenvolumen in Deutschland ist Europaweit schon eine Frechheit, aber auch dafür gibt es Gründe, wie gigantische Lizenzkosten und fehlende staatliche Subventionen beim Netzausbau. Dennoch bekomme ich bei Vodafone in England für das gleiche Geld, ein vielfaches an Datenvolumen und ich denke, globale Anbieter müssen sich hier einen Vergleich gefallen lassen, denn am Ende fließt der Konzernumsatz an die Zentrale.

  5. kenne beinahe niemanden der streamt. Am Desktop ok. vl noch Zuhause im WLAN. einziger Vorteil ist der bunte Mix an Playlists. Daumen hoch dafür.

    Aber vergleicht mal bitte jemand die akkulaufzeit bei mobiler Datenverbindung und abspielen lokaler Musik? Und dabei mein ich noch nichtmal die grauenhafte netzabdeckung. Lokal kann ich stundenlang Musik abspielen und brauch ein paar Prozent Akku. probier das mal unterwegs…

  6. intelinside says:

    Wieso setzt das mobile Internet auf der Autobahn aus?
    Ich habe 10 Minuten des WM-Finales OHNE RUCKLER auf der Autobahn geschaut. Dannach habe ich gesehen was das Verbraucht und doch lieber abgeschaltet 😀
    LTE Rockt! Vorallem auf Autobahnen.

  7. Hans Trapp says:

    Sinnvolle Mobilfunkverträge / Datenvolumen fristen in Deutschland eher noch ein Schattendasein….

  8. hmm… also ich verwende Spotify Streaming über Telekom auf meinem Note 3 und ich muss sagen, dass es super ist, also keine Aussetzer oder dergleichen. Bpsw. hatte ich auf der Fahrt über 400km in den Norden keinen einzigen Aussetzer. Da war ich vom Telekom Netz doch positiv überrascht. Muss aber auch sagen, dass ich nur die normale Qualität beim Streamen eingestellt habe.

    Was den Akku betrifft halten die Smartphones ja inzwischen einigermaßen was aus, dass man auch bei intensiver Nutzung über einen Tag kommt. Insofern sind eigentlich die Voraussetzungen für das Streaming aus technischer Sicht schon durchaus vorhanden. Knackpunkt ist natürlich das Datenvolumen.

    Aber die Tatsache, dass ich mir keine Gedanken darüber machen muss, welche Playlist ich mir vorher runterladen muss ist mir echt viel Wert. Aber dieser Punkt scheint wohl kein echtes Verkaufsargument zu sein, wenn es nach der Mehrheit der Kommentare geht.

  9. Ich würde obige Grafik ja gern im Zusammenhang mit der Zahl derer, die wie ich noch Geld für richtige Tonträger ausgeben, sehen. Das Ergebnis wäre sicherlich interessant.

  10. Warum sollte ich ein Musikstück dass mir gefällt 100 Mal streamen, anstatt es einmal runterzuladen? Ressourcenverschwendung.

  11. Bei mir im Bekanntenkreis nutzen einige Spotify, ich selbst die Premium Option. Ich nutze unterwegs eigentlich nur die Offline Funktion, gerade im Auto ist das Prima, im Flugzeug eh nicht anders machbar. Ich komme damit sehr gut zurecht.

  12. Ich finde Musik-Streaming ist wie eine Festnetzflatrate, man zahlt 10 Euro im Monat aber in Wirklichkeit hört/telefoniert man nur für 3 Euro. Klar gibt es noch Hardcore-User die mehr Stunden hören/telefonieren als schlafen, aber das ist nicht die Masse.

    Mein Musik-Konsum besteht aus Radio früh und Podcast/Musik beim Sport. Dabei kaufe ich mir maximal einmal im Quartal ein neues Album und das war es. Meine Ausgaben im Jahr sind 40 Euro vs. 120 Euro mit Streaming……….wo ist da der Vorteil?

  13. @Fabian
    Genau das sehe ich auch als Problem an. Sobald wir hier mal echte mobile Flatrates und flächendeckende stabile 3G Versorgung haben kann man sich über die Nutzung eines Streaming Dienstes mal Gedanken machen. Vorher ist der Nutzen doch stark begrenzt.

  14. In einem Land mit lausiger Mobilfungdatenabdeckung und Tarifen die bereits nach wenigen Bytes auf langsamer-als-mein-erstes-Modem-Geschwindigkeit gedrosselt werden ist mobiles Streaming kein Renner. Was für eene Überraschung…

  15. Euch ist schon klar, dass bei Spotify Inhalte lokal gespeichert werden können?
    Es ist folglich – falls man den richtigen Spotifytarif hat – unnötig, unterwegs zu streamen. Ich halte das für krasse Resourcenverschwendung (genau wie Seiten, deren URL man kennt zu googlen) weil das alles auf den Servern Strom kostet durch die erzeugte Last. Kein Wunder, dass es keine ordentlichen Tarife gibt, wenn alle das tun anstatt es sich einmal lokal abzuspeichern.

  16. Ich nutze Spotify seit gut 1 1/2 Jahren. Und finde es einfach unglaublich komfortabel. Im Einsatz sind zwei Desktop Versionen (Arbeit/zu Hause) und die mobile Android Version. Sobald ich etwas hinzufüge, egal von wo…wird es synchronisiert. Bei der mobilen Version nutzte ich die Offline Funktion, synchro erfolgt über Wlan zuhause. Mittlerweile habe ich da soviel drauf…das ich so gut wie nichts an Mucke vom Rechner rüber schieben muss.

    Mobiles Streamen ist in der Tat dank der Datentarife misst. Aber wenn man es zu Hause synchronisiert ist alles top. Und wie gesagt am Desktop kann man es ohne Ende nutzen, und soviel neues Zeug entdecken. Den 10€ finde ich dafür absolut in Ordnung.

    Ich glaube das mit der Offline Funktion ist noch nicht ausreichend kommuniziert. Aktuell denken wohl die meisten, die Streamen hören…“Oh das geht auf das Datenvolumen“

  17. Ich muss auch sagen das Spotify und die anderen Anbieter gute Angebote machen + wenn man bei der Telekom ist das Spotify nicht am Datenvolumen knabbert + Offline Nutzung. Aber selbst dann höre ich einfach nicht genug Musik damit sich das rentiert, da ich beim Zugpendeln wenn dann meistens Dokus auf dem Tablet schaue oder mir Podcasts anhöre.. dazu 120 Lieblingssongs auf dem Smartphone, das reicht mir.. ich werde einfach wahrscheinlich nie zur Zielgruppe gehören 🙂

  18. besucherpete says:

    @Erik: Der Vorteil der Streaming-Dienste ist doch gerade der, dass die Inhalte NICHT lokal gespeichert werden müssen. Das passt auch gut zur Philosophie vieler Hersteller, verhältnismäßig wenig Speicher in Smartphones/Tablets zu verbauen. Das sind Internet-Devices, die dafür gemacht sind, Inhalte aus dem Internet zu beziehen.

  19. @besucherpete,

    die Hersteller verbauen nicht notorisch zu wenig Speicher in Smartphones, sondern es werden Smartphones mit wenig Speicher gekauft, weil diese günstiger sind.

    Man kann eben nicht alles haben, ohne etwas dafür zu bezahlen – da sehe ich eher das Problem in der Mentalität der Leute. Da wird dann das billigste Smartphone mit 10GB freiem Speicher netto gekauft und der billigste mobile Datenvertrag abgeschlossen und dazu wird dann dreist der Anspruch erhoben, dass man dann aber bitte alles damit machen können muss ohne Abstriche.

  20. Habe Spotify und streame NIE Musik unterwegs.
    Dazu reicht mein Volumen einfach nicht aus. Ich will ja auch in hoher Qualität hören. Das frisst unmengen an MB.
    Ich hab ne externe SD in meinem Z1c und da hab ich all meine Musik draufgepackt – also offline verfügbar.

    Selbst WENN ich ausreichend Volumen hätte… Ich bin jeden Tag 2 Stunden mit dem Zug unterwegs und habe nicht auf der ganzen Strecke LTE..

    Die Statistik oben macht Sinn.
    In den nordischen Ländern ist man bereits VIEL weiter, was mobile Datentarife angeht. Wenn ich hier in D einen Tarif möchte, sagen wir mal mit 5 GB (was fürs streamen schon wenig ist) zahl ich mich ja dumm und dämlich.
    Ich erinnere mich an eine Grafik, die gezeigt hat wieviel Volumen man in den Ländern jeweils für eine gewisse monatl. Gebühr bekommt. Und da war D ganz weit hinten.
    Finde das teilweise unter aller Sau, was die Provider für ordentliche Volumen verlangen.

  21. Eher wird ein super toller Nachfolger von MP3 erfunden, als dass das Angebot besser wird hierzulande.

    Streaming, für mich aufm bayrischen Dorf nicht möglich, da schon im nächsten Ort am zentralen Marktplatz ein Funkloch ist.

    Abrobos ausländische Netzabdeckung: Breisach Grenze F/D. Die F haben direkt an der Grenze einen Funkmasten hingestellt der bis nach Freiburg reicht, sodass man kurz vor Freiburg immernoch das F-Netz als empfohlenes stärkstes Netz bekommt. Danke deutsche Netzanbieter!

  22. @DerZello:

    > Eher wird ein super toller Nachfolger von MP3 erfunden

    Vorbis.

    Bitteschön.

  23. @Erik
    Die Modelle werden deshalb von den meisten Kunden mit so wenig Speicher gekauft weil die Hersteller auf die Modelle mit wirklich viel Speicher Margen von mehreren hundert Prozent für das Speicherupgrade verlangen. Dass da die Bereitschaft dies zu unterstützen eher gering ist kann ich durchaus nachvollziehen.
    Auch was Du über die Tarife schreibst stimmt so nicht. Es gibt schlicht keine großzügig dimensionierten Smartphone Tarife am Markt. Sobald Du mehr als 1 GB mit einer Allnet Flatrate in einem vernünftigen Netz willst wird die Luft schon dünn. Selbst nur 3 GB gibt es extrem selten und das ist schon alles andere als viel wenn man streamen möchte.
    Das hat nichts mit einer kostenlos Mentalität oder sonst was zu tun sondern es fehlt einfach an brauchbaren Tarifen.

  24. Ich kann Chris nur zustimmen. Wenn ich mir zum Beispiel die Kosten für den Handytarif bei Sonera in Finnland anschaue und mobil für 10 GB bei 150 Mbit/s LTE im Monat 19,90 EUR zahle. Alternativ für 24,90 EUR die Flatrate mit Telefon und SMS und 20 GB bei 150 Mbit/s LTE. Da kann ich über die Kosten hier in Deutschland nur weinen.

  25. @elknipso,

    also sorry, aber Vodafone bietet 8GB, die Telekom 5Gb und ich selber habe bei o2 5GB. Das ist nur das, was ich auf den ersten Blick gesehen habe, es kann durchaus sein, dass da mehr drin ist über Pakete.

    Was die Speicherpreise angeht –

    „[…] Dass da die Bereitschaft dies zu unterstützen eher gering ist […]

    >> Im Schnitt unterstützt man so viel, was ethisch zu verurteilen ist. Natürlich wird dann genau dort die Grenze gezogen, wo es den eigenen Geldbeutel betrifft, weil man nicht unterstützen will, dass Konzerne einen selber ausbeuten weil sie 90 EUR für Speicherverdoppelung verlangen. Dass ich nicht lache.
    Meine Argumentation von oben gilt weiter – wer das nicht bezahlen will, kann eben nicht damit rechnen, dass er im Komfort keine Abstriche machen muss.
    (Was nicht heißt, dass ich das Prinzip im Allgemeinen gut finde, aber die Selbstverständlichkeit, mit der hier argumentiert wird ist in meinen Augen manchmal echt beschämend – no offense)

  26. @Erik
    Soll ich mal lachen? Die Telekom möchte für 5 GB in Verbindung mit einer Allnet Flatrate 80 Euro. Das ist weit von einem vernünftigen und fairen Tarif entfernt. Abgesehen davon sind selbst 5 GB knapp bemessen für ernsthaftes Streaming. Selbst bei einer moderaten Nutzung von 2 Stunden pro Tag fallen alleine dafür schon 3,6 GB an Daten an.
    Mit Vodafone fange ich überhaupt nicht erst an, deren Datennetz ist in weiten Teilen nahezu unbrauchbar. Das hat sich zwar wohl etwas in den letzten 1-2 Jahren gebessert aber vergleichbar zur Telekom sind diese immer noch nicht. Und ja ich weiß, es gibt sicherlich regionale Gebiete in denen Vodafone mal besser darstellt als die Telekom, die Regel ist dies aber nicht.

  27. Streaming unterwegs ist Ressourcenverschwendung. Für die Umwelt, für den Traffic, für die Bandbreite. Und für den Akku.

  28. Nicht das die Angebote der Streamanbieter nicht lohnen würden. Es macht nur keinen Sinn bei der miesen Infrastruktur der Mobilfunkanbieter.

  29. @elknipso,

    ich bezahle bei o2 glaube ich 40 EUR für eine Allnetflat mit 5GB Volumen. Das netz von T-Mobile ist bedeutend besser und damit teurer. Aber es wird eben auch niemand gezwungen, 80 EUR zu bezahlen.
    Das war auch nicht deine Aussage 😉 Deine Aussage war, dass es keine Angebote gibt und das ist schlicht falsch. Dass das Netz besser ausgebaut sein könnte – klar.. aber darum ging es nicht.
    Ob ein Preis für eine Leistung angemessen ist richtet sich zudem immer nach einem Mittel bei den vergleichbaren Angeboten die wahrgenommen werden können. In Finnland oder den USA herrschen andere Rahmenbedingungen und Preisverhältnisse. Glaub mal nicht, dass man da im Schnitt günstiger leben kann. Es macht keinen Sinn sich das billigste aus jedem Land als Vergleichswert heranzuziehen.
    Und: Wenn das Netz überall Lücken aufweist dann ist es müßig sich über den Preis zu beschweren. Es ist nicht möglich mit 82738273kbps in Kleinkleckersdorf Spotify zu streamen – ist eben so und das hat weder was mit Speicherpreisen noch mit Flatratevolumen zu tun.

    Und dann kommen wir eben doch wieder zu meiner Argumentation von oben.
    Für alles andere – was technisch möglich ist – kann man bezahlen. Falls man das nicht will / kann hat man Pech. (Siehe oben, ich finde das nicht unbedingt toll, aber das ist zurzeit eben faktisch so.)

  30. @Erik
    Ich habe doch schon kurz vorgerechnet, dass selbst bei einer Nutzung von nur 2 Stunden am Tag bei mittlerer Tonqualität bereits 3,6 GB pro Monat nur fürs Streaming weg sind. Dann hat man noch nicht eine einzige Seite aufgerufen, und einen solchen Dienst auch nicht intensiv genutzt. Wirklich brauchbare Tarife mit denen man Streaming Angebote sinnvoll/intensiv nutzen kann gibt es also sehr wenige. Und die welche es gibt sind sehr teuer und das bei einem nicht gerade großzügigen Datenvolumen. Mehr wollte ich eigentlich nicht dazu sagen.

  31. @elknipso,

    nur war deine Aussage am Anfang noch eine andere…

    Und dass es aus fast allen denkbaren Gründen nicht zweckmäßig ist, seine Musik unterwegs komplett zu streamen meinte ich ja oben schon und schließe mich Florian nochmal an.
    Wenn man 5 Stunden pro Tag unterwegs, ohne WiFi, Musik hört, sollte man vielleiiiicht darüber nachdenken, sich ein Mobiltelefon mit mehr Speicher zu kaufen oder einen iPod. Wer das nicht checkt, dem kann ich leider auch nicht helfen….. Sorry. Das gibt die Infrastruktur technisch einfach nicht her, wenn das viele Leute machen.

  32. @elknipso,

    „Genau das sehe ich auch als Problem an. Sobald wir hier mal echte mobile Flatrates und flächendeckende stabile 3G Versorgung haben kann man sich über die Nutzung eines Streaming Dienstes mal Gedanken machen. Vorher ist der Nutzen doch stark begrenzt.“

    Das hatte ich nicht gelesen. Da stimme ich zu, aber ich denke, echte mobile Flatrates werden erstmal nicht kommen, ich finde es auch zweckmäßig, das nach Volumen abzurechnen, weil sonst die, die jeden Tag 10h YT-Videos gucken das auf Kosten derer machen, die kaum etwas machen. Staffelung finde ich da schon angemessen.

  33. paradoxus says:

    Erik: Finnland ist ein weitaus dünner besiedelter Flächenstaat als die BRD (die USA würde ich aus jedem Vergleich rauslassen, da sind die internen Unterschiede in Infrastruktur & Preis doch etwas anders, meist nicht billiger) und bieten eine weitaus bessere technische Infrastruktür für’s mobile und feste Internet als wir haben. Warum? Weil das politisch so gewollt ist. Weil man erkannt hat, dass Internet eben nicht nur daddeln & glotzen ist, sondern auch Bildung, Teilhabe, Wohlstand bringen kann oder dazu beitragen kann. Hierzulande gehen tolle Firmen aus der Provinz weg, weil das Internet mies ist, die regionale Politik schläft und sie éinfach nicht mehr wettbewerbsfähig sein können dort. Toll für die ländliche Region, denen die besten Köpfe & Steuerzahler dann abhauen.

  34. @paradoxus,

    das waren auch eher willkürlich gewählte Staaten.
    Aber davon abgesehen, Finnland geht es wirtschaftlich alles andere als gut, gerade weil sie großflächig falsch investiert haben. Man kann darüber streiten, wie sinnvoll ein subventionierter Breitbandausbau ist, ich selber halte das – naiv – für sinnvoll. Aber da spielen sicher viele Faktoren eine Rolle.

  35. Es geht übrigens nicht nur um die Bandbreite und die Kosten, sondern auch um das Musikangebot.

    Bei Google Play Music kann ich wenigstens meine komplette Musiksammlung (bis 50.000 Titel) kostenlos in die Cloud hochladen und ebenfalls kostenlos streamen. Gerade für Leute, die mehr als nur den üblichen Mainstream-Einheitsbrei hören, ist das ein Riesenvorteil. Denn die Streamingdienste haben eben nur ein begrenztes Angebot. Z. B. Apple Music hat noch nicht mal die Musik der Beatles unter Vertrag.

  36. @Florian,

    „[…] kostenlos […] kostenlos […]“

    soso, kostenlos ist das also alles bei google? 🙂

  37. @Florian

    ich besitze auch einige Musik, die bei keinem Streaming-Anbieter zu finden ist. Aber die kompletten Kataloge von Spotify&Co als „Mainstream-Einheitsbrei“ zu bezeichnen, ist schon unverschämt. Vor allem den vielen guten Künstlern gegenüber!

  38. @Daniel: Das ist ein falscher Umkehrschluss von Dir. Lies nochmal genau. 😉

  39. Ich nutze Spotify primär um in neue Musik reinzuhören.
    Gerade in den von mir bevorzugten Musikgenres (Metal und Electro) reicht eine 30 Sekunden lange Hörprobe bei Amazon nun wirklich nicht aus, um sagen zu können ob ein Song gefällt. Nachdem ich bei Spotifiy reingehört habe kaufe ich mir die Musik als Download bei Amazon. Manchmal gehe ich auch auf Clubkonzerte von noch nicht so bekannten Bands und kaufe mir direkt von den Bandmitgliedern Band-Merch und CDs um was als Andenken an den Abend zu haben.
    Streaming ist gerade für Unterwegs noch nicht brauchbar, wegen der schlechten Netzabdeckung außerhalb der Großstädte und dem begrenzten Datenvolumen. Außerdem hält beim Abspielen aus dem Filesystem der Akku deutlich länger, als wenn man streamt. Und die Indizierung eines Albums oder rechtliche Streitereien zwischen Labels & Künstlern hindern mich nicht daran, es trotzdem noch zu hören. Ein Album auf meiner Festplatte kann man mir nicht einfach wieder wegnehmen.

  40. So ich lade mir jetzt auf meine 64GB jede Menge Rapalben fürs Festival. Streaming heisst für mich nich streaming sondern leihalben solange der Speicher reicht

  41. paradoxus says:

    @erik Zustimmung 😉 Ich wollte Finnland auch nicht als Vorbild gelunger Infrastruktur- und Industriepolitik preisen, dafür kenne ich das Land zu wenig. Aber — da bin ich ebenfalls gerne naiv –, wenn ich sehe, wie hierzulande über die Verödung der Fläche oder von Kulturlandschaften geredet wird, gleichzeitig aber schon im vergleichsweise preiswerten (im Verhältnis zB zu Nahverkehr, Straßen, öffentlichen Einrichtungen wie Schulen etc.) Breitbandausbau und der Bereitstellung digitaler Infrastrukturen (Stichwort: e-government aber auch digitale Bürgerbibliotheken, Open-Access etc.) sich nix tut, dann tut’s mir echt weh.

  42. “ Norwegen generiert 88 Prozent des digitalen Umsatzes durch Streaming und in Norwegen sind es immerhin noch 75 Prozent.“ das zweite Norwegen sollte Finnland heißen

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