
Beispiel: In den USA gibt es die auch hierzulande recht bekannte Fair-Use-Regelung. Stark vereinfacht gesagt, erlaubt das Fair-Use-Prinzip urheberrechtlich geschützte Inhalte in einem gewissen Rahmen ohne die Erlaubnis einzuholen in eingeschränktem Rahmen zu verwenden. Ein Beispiel wäre ein Film-Reviewer, der in einem YouTube-Video Ausschnitte aus einem Trailer oder sogar aus dem weiteren Film zeigt. In Deutschland wäre jenes ohne explizite Erlaubnis nicht erlaubt. Denn bei uns fehlt eine derartige Regelung für Filme und TV-Serien.
Natürlich schränkt das auch hierzulande die Möglichkeiten ein: Selbst Memes zu erstellen, welche vielfach Bilder aus TV-Serien und Filmen nutzen, ist ohne Fair-Use genau genommen mindestens bereits in einer rechtlichen Grauzone beheimatet. Allerdings gibt es nicht nur im Bezug auf das Internet Einschränkungen: Formal gesehen dürfen etwa Lehrer in vielen Ländern der EU streng genommen keine kommerziellen Filme zeigen, weil das Urheberrecht derartige, öffentliche Vorführungen ebenfalls ohne Erlaubnis untersagt.
Im Herbst plant die EU-Kommission sich mit einer Reform der Urheberrechtsvorschriften zu befassen. Natürlich zerren hier aber mehrere Parteien mit eigenen Interessen herum. Große Rechteinhaber und Verwertungsgesellschaften etwa haben wenig Interesse an einer Reform und auch für Anwälte, welche mit Abmahnungen ihr Geld verdienen, ist die aktuelle Rechtslage eher zu bevorzugen. Mozilla unterstützt laut eigenen Aussagen hingegen eine ernsthafte Reform und hofft über eine Petition Unterstützer zu finden. Zu finden ist die Petition (in englischer Sprache) direkt hier.
Mozilla fordert spezielle Ausnahmen für nutzergenerierte Inhalte (User Generated Content Exception) sowie eben ein EU-Pendant zur US-Fair-Use-Regel. Letzteres kann ich selbst auch nur befürworten: Ich hatte selbst einmal überlegt aus reinem Spaß mit Freunden einen Film-Review-Kanal auf YouTube zu starten. Abseits dessen, dass jener Bereich ohnehin überlaufen ist, hielt mich damals auch die Rechtslage ab. Denn in Deutschland ist es extrem schwierig Trailer, Videomaterial aus Filmen und sogar Screenshots einzubinden, ohne sich gleich in die Nesseln zu setzen.
Man darf gespannt sein, was man zum Thema in den nächsten Monaten noch hört. Die Teilnahme an Mozillas Petition ist sicher schon einmal nicht das schlechteste Signal.