Mobilitätsdaten: Verbraucherzentrale fordert mehr Kontrolle für die Nutzer

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) fordert, dass Nutzer mehr Kontrolle über den Umgang mit ihren Daten erhalten, die durch vernetzte Fahrzeuge erhoben werden. Derzeit würden die Hersteller in jenem Bereich eine Datenhoheit genießen, die beendet werden müsse. Leider diskutieren die Zuständigen laut den Verbraucherschützern seit mittlerweile mehr als fünf Jahren fruchtlos herum. Endgültige Entscheidungen der EU-Kommission wurden mehrfach verschoben.

Mittlerweile heißt es, im Frühsommer 2023 werde es einen Beschluss geben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verlangt, dass der Datenzugang wettbewerbsfreundlich und fair geregelt werde. Man wünscht sich einen sogenannten „Mobilitätsdatenwächter“, der es ermögliche, dass Kunden in einer Art digitalem Cockpit einsehen bzw. entscheiden dürfen, welche Daten zu wem transferiert werden.

Aktuell bestehe weitgehend der Zustand, dass die Fahrer gar nicht einsehen und damit wissen könnten, an wen ihre Daten fließen und zu welchen Zwecken sie genutzt werden. Daher sei keine informierte Entscheidung darüber möglich, ob man dem zustimmen möchte oder eben nicht. Das Ziel: Eine Zustimmung zur Verarbeitung von Daten durch den Hersteller oder die Weitergabe an Dritte solle beliebig oft erteilt und auch wieder widerrufen werden können.

Es soll also eine Unterteilung zwischen Datentreuhänder (Zugang zum Fahrzeug, Datenweiterleitung) und Mobilitätsdatenwächter (Autorisierung) geben. Der vzbv hat dazu auch ein Gutachten bereitgestellt. Mal sehen, ob die Verbraucherschützer mit ihrem Konzept Gehör finden.

In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten, wir kennzeichnen ihn daher als Werbung. Durch einen Klick darauf ge­lan­gt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir ei­ne kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

5 Kommentare

  1. Das wird spannend, die Frage, wem die im Fahrzeug erzeugten Daten gehören, ist ja schon länger in der Diskussion.
    Ich bin der Meinung, wenn ich selbst mit meinem Eigentum Daten erzeuge, dann gehören die auch mir. Wer auch immer die haben will, kann sie gerne von mir kaufen oder gegen eine andere Leistung eintauschen, aber ich bestimme darüber.
    Sieht die Industrie natürlich anders, und die Lobbyverbände werden da schon gehörig Druck machen.

  2. „Derzeit würden die Genießer in jenem Bereich eine Datenhoheit genießen“

    Kleiner Tippfehler?

  3. Hallo! „Derzeit würden die Genießer in jenem Bereich eine Datenhoheit genießen, die beendet werden müsse.“ Was wollte uns wohl der Dichter damit sagen?

    • André Westphal says:

      Hab ich geändert, keine Ahnung, was ich vorher stehen hatte, aber mein Korrektur-Tool schlug mir offenbar „Genießer“ vor und geistesabwesend hab ich es wohl angenommen und dann übersehen :-D.

  4. Fahrt Oldtimer, mit echten Instrumenten, Baudenzügen , hydraulik, ohne App, ohne Touchscreen und ohne Fahrassistenten. Damit sind schon eine Menge Daten die ihr zwangsläufig in modernen PKW erzeugt nicht mehr vorhanden. Und Systeme die elektronische Mautstellen , Tankstellen mit e-Cash und so weiter sollten schon jetzt unter eine datenschutzkonforme Rechtsprechung fallen. Aber das haben wir uns mit teil-autonomem Fahren, Autos die rollende Computer sind statt echter Fahrzeuge in eigener Hoheit und auch mit dem e-Auto-hype selber eingebrockt. Allerdings: nicht nur vom PKW erzeugte Daten sind verkehrsbezogene Daten – dazu gehören auch Fahrkarten für Bus, Bahn, Tram usw. – auch da wird durch e-ticketing im Grunde der Fahrgast „gläsern“ Da freue ich mich über das 49-Euro -ticket – das zeige ich vor wenn es abgefragt wird, es wird aber nicht festgehalten wann ich wo für wielange ein öffentliches Verkehrsmittl nutze. Denn auch die Daten von e-ticketing sind letztlich Bewegungsprofile , nichts Anderes .

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Es werden alle Kommentare moderiert. Lies auch bitte unsere Kommentarregeln:

Für eine offene Diskussion behalten wir uns vor, jeden Kommentar zu löschen, der nicht direkt auf das Thema abzielt oder nur den Zweck hat, Leser oder Autoren herabzuwürdigen. Wir möchten, dass respektvoll miteinander kommuniziert wird, so als ob die Diskussion mit real anwesenden Personen geführt wird. Dies machen wir für den Großteil unserer Leser, der sachlich und konstruktiv über ein Thema sprechen möchte - gerne auch mit Humor.

Du willst nichts verpassen?

Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren.