Mobilfunk im Grenzgebiet: Bundesnetzagentur erlaubt höhere Sendeleistung für deutsche Netze


Wohnt ihr an einer der Außengrenzen Deutschlands? Dann könnte euch das Phänomen vielleicht bekannt vorkommen, dass ausländische Mobilfunknetze munter nach Deutschland strahlen, während man das eigene Netz vergebens sucht. Unter Umständen kann dies sehr ärgerlich sein, wenn man nicht in seinem Heimatnetz eingebucht ist. Das soll sich aber bald ändern, wie nun von der Bundesnetzangentur beschlossen wurde.

In Grenzgebieten darf nun nämlich stärker gesendet werden. Das soll dann zur Folge haben, dass Nachbarnetze nicht mehr stören, was bisher ja gerne mal der Fall gewesen ist. Während Telefónica dies als gelungenes Beispiel dafür sieht, wie der Schulterschluss von Politik und Wirtschaft gelingen kann, möchte man darauf aber auch weiter aufbauen.

Denn ein schneller Netzausbau ist aktuell nicht wirklich möglich. Die Bürokratie sorgt dafür, dass man bis zu zwei Jahre auf eine Genehmigung für einen Standort wartet. Dabei werden in den seltensten Fällen Anträge überhaupt abgelehnt. Markus Haas, CEO von Telefónica, sieht hier Spanien als Vorbild. Dort werden Genehmigungen erst im Nachhinein erteilt, man kann also erst einmal machen. Logisch, dass dies schneller geht.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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31 Kommentare

  1. Hej Scheuerchen, wir verdienen doch jetzt kein Geld mehr mit den Roaming-Gebühren. Im Gegenteil. Wir zahlen unnötig drauf, wenn sich die dummen Deutschen im Grenzgebiet aufhalten und der Nachbar mit seinem Netz zuschlägt.

    Andy, Du kannst doch da was machen, richtig?

    Und lass‘ es bitte nach Gesetz klingen! Klingt immer gut.

    Deine Telkos.

  2. Sehe ich ähnlich wie #1. Praktisch muss ich sagen dass ich oftmals in das nicht ferne Netz der Niederlande wechsle, bewußt. Da habe ich dann nämlich auch eine mobile Datenverbindung während mich mein Anbieter in Deutschland quasi offline schaltet. Der Fachbegriff nennt sich Edge.
    Was ein Armutszeugnis.

  3. Wo mich das als einziges stört, ist an der Grenze zur Schweiz, da kostet es richtig Geld. Bei den EU-Nachbarn ist mir egal, zumal die oft eine bessere Netzversorgung bieten :-).

  4. Die ersten Grenzbewohner malen schon die Plakate, um gegen die erhöhte Strahlenbelastung zu demonstrieren.

  5. Im EU-Ausland ist mir das grundsätzlich auch „Wurscht“.
    Aber aus eigener Erfahrung im Sommer am Bodensee muss ich sagen, dass das wenig witzig war als sich das Telefon (ohne Benachrichtigung per SMS!) im teueren schweizer Netz eingebucht hat, obwohl ich gute 5-6 km weit weg war

    Insofern begrüße ich das Vorhaben um die Urlaubs-Abzocke in Grenzregionen die nicht EU sind einzudämmen.

    • Und die Schweizer begrüßen dann das für sie vermutlich ebenfalls teure, dafür aber vermutlich schlechtere Netz? Ich sehe da ein Wettrösten im Grenzgebiet.

      PS: Wenn ich nicht irre, kann man Roaming im Smartphone deaktivieren.

      • Bei meinem Mi A2, ich denke das ist typisch für Android, kann ich Telefon-Roaming nicht ausschalten. Ich kann Daten-Roaming ausschalten und ein Netz fest wählen, wenn ich die automatische Netzwahl ausschalte.
        Leider gibt es dann immer Fehlermeldungen, sobald ich im Gebäude oder irgendwo anders dieses Netz nicht habe und dank O2 passiert das leider sehr häufig und nervt ziemlich.

  6. Telefonica baut also aus, statt auf oder ein. Kein Wunder, das die nie Netzempfang haben. Und der Chef verplappert sich auch noch!

    • Blacky Forest says:

      Von Radolfzell bis Friedrichshafen habe ich fast den ganzen Bodensee entlang seit 2000 tollen Empfang mit o2 (ein paar Stellen gibt es, die sind geographisch schon problematisch). LTE ist auch sehr gut verfügbar. ABER: die schweitzer Netze sind alle noch besser verfügbar, selbst in Konstanz habe ich schon österreicher Netz gehabt.
      Wie will man da per Aufbau entgegenwirken?

  7. Die höhere Sendeleistung auch gerne in den Dörfern erlauben wo sonst schlechter Empfang ist

  8. Hey! Das klingt doch super!
    Wenn wir O2 das komplette Netz in den Grenzregionen überlassen, dann gründen unsere EU-Nachbarn und die Schweiz vielleicht aus Mitleid/Ärger einen Entwicklungshilfe-Font für das deutsche Mobilfunknetz! Dann gibts keinen Grund mehr für O2 über die Kosten zu weinen und unsere Nachbarn bekommen ihr besseres Netz wieder.

  9. Waren vor ein paar Wochen spontan in der sächsischen Schweiz zum wandern und hatten uns darauf verlassen, dass wir unsere Karten auf dem Smartphone ONLINE benutzen können. – Pustekuchen! – Es gab so gut wie nur Edge – sprich: OFFLINE und wenn schon Mal 4G im Display blitzte, hieß das noch lange nicht, dass auch tatsächlich eine Datenübertragung stattfand.
    Es gilt als in der Ecke weiterhin ARD (Außer Raum Dresden).
    Das tschechische Netz war im übrigen dort auch nicht besser.
    Gleiches in den Sommerferien auch noch hinter Memmingen erlebt. Über 30km auf der Landstraße maximal Edge = OFFLINE.

    • Dafür gibt’s „Maps.me“.
      OpenStreetMaps in der Offlineversion.
      Richtig gut (insbesondere zum Wandern) und 100% offline nutzbar.
      Kostet erstmal nix, ich spende regelmässig.

      • Danke, aber Du hast das Wort „Spontan“ überlesen. Für die Offline-Variante waren wir demnach nicht vorbereitet und auch das (Nach-)Laden war mit Edge nicht möglich.
        Trotzdem ist der Empfang, wenn man diesen überhaupt so bezeichnen kann, dort unter aller S…!

  10. Ich war ja jetzt in Albanien unterwegs. Überall 4G mit guten Datenraten. 10GB Touristentarif inkl Karte und Aktivierung im Vodafone Store 8 Euro.

    Am Bodensee schalte ich mein Smartphone inzwischen aus, da ich sowieso eher die Schweiz Als O2 Empfang habe…

  11. Die Sendeleistung so so ne Sache, die EIGENTLICH Frage ist, senden die Anbieter in andere Länder stärker? Wird denen das erlaubt oder gibt es da auch Grenzwerte die einzuhalten sind UND ähneln diese unseren? Mein allein die T-Com hat in vielen Ländern auch Netze, in Rumänien wollen sie ja jetzt ihres Verkaufen, können nicht genug aus den Leuten raussaugen wie in D, dafür ist das LTE dort TOP und selbst in gammligen Kaffs ist DSL vertreten. Ok dafür haben die dann dort ehe keine Klospülung, aber die kann man ja auch ohnehin nicht Digital auslösen ;).

    Back to topic
    Wenn die anderen nicht anders senden im Grenzgebiet, also die im Ausland, dann haben die im Grenzbereich einfach nur ein BESSERE NETZVERSORGUNG, was KEINEN wundern würde, außer eben die hiesiegen Anbieter die sich die vielen vielen Antennen sparen, können/wollen.

  12. Ich finde das gut denn hier im Saarland an der französischen Grenze wurde es auch Zeit dass was passiert. Selbst 10km hinter der Grenze bucht man sich in französisches Netz ein..

  13. Ist hier an der dänischen Grenze schon spannend, wenn man auf der deutschen Seite der Flensburger Förde grundsätzlich einen Dänen aussuchen muss, wenn man am Stand auch Internet nutzen will. Von daher eine willkommene Änderung, denn vorher haben die Dänen die Deutschen einfach überstrahlt.

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