Mikrotransaktionen in Fahrzeugen: BMW bietet Sitzheizung im Abonnement

Gamer kennen das Leid: Auch nach dem Kauf eines Vollpreisprodukts, soll dem Kunden weiter das Portemonnaie geleert werden. Da folgen Angebote für DLCs, Mikrotransaktionen oder Abonnements. Was bei Spielen gut funktioniert, könnte auch bei Fahrzeugen klappen, denken sich mittlerweile die Hersteller. Das deutsche Unternehmen BMW geht dabei den nächsten Schritt in die Zukunft: In einigen Ländern bietet man etwa nun an, die Sitzheizung freizuschalten – für eine monatliche Zahlung von umgerechnet ca. 18 Euro.

BMW bietet dabei auch die Chance, direkt für ein Jahr zu abonnieren, was dann 180 Euro kostet. Wer sich drei Jahre bindet, zahlt 300 Euro. Wer immer einen warmen Sitz wünscht, kann einmalig 415 Euro blechen. Möglich sind derartige Buchungen wohl beispielsweise in Südkorea, dem Vereinigten Königreich, Neuseeland und Südafrika. Aber auch in Deutschland gebe es das „Sitzheizungs-Abonnement“ laut The Verge beispielsweise.

Seit 2020 nutzt BMW die Möglichkeit, ausgewählte Funktionen in Fahrzeugen hinter Bezahlschranken zu packen. Zu Einzelheiten äußert sich der deutsche Autohersteller aber selten. Das verwundert nicht, denn potenzielle Käufer haben den Schachzug bisher sehr negativ aufgenommen. Ich selbst bin gespalten: Grundsätzlich kann es schon sinnvoll sein, einige Funktionen einfach in allen Varianten eines Modells zu verbauen, was die Produktion vereinfacht. Statt dann beim Kauf des Autos direkt die passenden Upgrades auf Schlag wählen zu müssen, könnte man so auch nachträglich als Kunde neue Optionen hinzubuchen. Von der gewonnenen Flexibilität profitiert man dann auch als Fahrer.

Allerdings wird es eben kritisch, wenn dieses Prinzip im Grunde für versteckte Preiserhöhungen genutzt wird bzw. die Funktionen eben ohnehin integriert sind und nur per Software freigeschaltet werden. So verfährt BMW offenbar beispielsweise teilweise auch mit beheizten Lenkrädern, der Möglichkeit über die integrierten Kameras des Autos Aufnahmen anzufertigen und mehr. Tja, was denkt ihr denn über diese Verfahrensweise?

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110 Kommentare

  1. Ich freue mich schon auf die Hacks um alles freizuschalten.
    Oder Erpressungen. „Dein Auto fährt erst wieder wenn Du X,XXX Bitcoin an folgende Adresse sendest.“
    Mal im Ernst, dass ist absolute Scheisse.
    Wir dann auch ein EOL eingebaut? Nach 8 Jahren fährt das Auto dann einfach nicht mehr?

    • EOL wird es über kurz oder lang durch die Zulassungsanforderungen durch die UNECE R 155 sowieso geben. Da geht es um Cyber-Security , die Hersteller und Zulieferer müssen u.A. mit Security Patches dafür sorgen, dass ein Fahrzeug verkehrssicher bleibt. Das gibt es jetzt auch schon, in der Luft- und Raumfahrt, Militär und Medizintechnik z.B. – mit entsprechend hohen Kosten, allerdings bis jetzt nicht bei einem Consumer-Produkt wie Fahrzeugen. Die Hersteller werden nicht für ewige Zeiten Updates liefern, solange niemand dafür bezahlt.
      Da kann man sich dann mehrere Szenarien ausdenken. Im schlechtesten Fall gibt es keine Patches mehr und das KBA entzieht irgendwann die Zulassung. Alternativ zahlt man dauerhaft für einen Update-Service oder, das ist aus meiner Sicht die Richtung in die es geht, es gibt Fahrzeuge nur noch zur Miete.

      • Mit einem Abonnement zahlt man dann auch die Sitzung in Fahrzeugen, wo sie eingebaut aber nicht freigeschaltet würde.

  2. Ein Grund mehr nicht mehr Autos von solchen Herstellern zu kaufen….

    • Der Erstkäufer ist bei BMW sehr sehr oft jemand, der ein Firmenfahrzeug least. In den Leasingpaketen für Firmen wird es sicher Sonderkonditionen geben, z.B. 3 Jahre all inclusive. Ist also für den Firmenkunden egal, angeschmiert ist eher der Gebrauchtwagenkäufer, der bei BMW dann schön doppelt zur Kasse gebeten wird.

    • Warum? Weil dir zusätzlich zum bestehenden Modell weitere Optionen angeboten? Ist Auswahl jetzt schlecht für den Kunden?

      • Mark-Ingo Thielgen says:

        Ich glaube, Du hast nicht verstanden, worum es hier geht. Die Hardware ist schon komplett vorhanden und wird sicherlich auch schon über den Kaufpreis oder die Leasingraten bezahlt. Für die Nutzung dann noch einmal extra zur Kasse gegebenen zu werden – im perversesten Fall per Abo – ist reine Abzocke.

        Was kommt als nächstes? Zwei eingeblendete Werbefilmchen bevor der Wagen losrollen kann? Oder die Türen gehen erst nach einem: „Diese Fahrt wurde ihnen präsentiert von Doktor Xlyxdorfers Magenbitter.“ auf?

        • Mehmet B. says:

          Musste erst kurz auflachen *sarkastisch*. Das ist einfach nicht mehr normal. Die Inflation reicht ja nicht. Ich habe das Gefühl, dass alle Hersteller/Firmen gerade durch Preisanhebungen warm geworden sind und sich noch weiter trauen, wie das Beispiel hier. Unfassbar!!!!

    • Sehe ich ebenfalls so, das empfinde ich als unseriös und unverschämt.

  3. Marc Hahn says:

    Also der Shitstorm auf ifun.de ist bemerkenswert. Ich bin gespannt, wie es hier weitergeht.
    Ich persönlich halte nichts von Abonnements in diesem Bereich. Wo bleibt da die Nachhaltigkeit, von der alle sprechen?
    Wenn BMW sich da nicht mal ein Eigentor geschossen hat.

  4. Ich fände das interessant für Funktionen, die man nicht dauerhaft braucht. Z.B. eine aktuelle Navikarte von Südspanien bräuchte ich höchstens mal im Urlaub, warum sowas nicht für einen Monat freischalten.
    Bei Funktionen wie der Sitzheizung bin ich allerdings nicht dafür, das ist eingebaute Hardware. Das impliziert bei mir sofort auch die Frage, wer dafür verantwortlich ist, dass die Hardware funktioniert. Wenn die Sitzheizung mal kaputt ist und ich die im Abo habe, wer bezahlt dann eine eventuelle Reparatur? Ich als Besitzer der Hardware, oder BMW, die die Hoheit über die Nutzbarkeit der Hardware haben?

    • Wenn die gemietete Sitzheizung kaputt geht muss sie der Vermieter kostenfrei reparieren. Natürlich wird BMW dann einfach das Abo kündigen.

  5. Bockwurst says:

    Viele BMW Fahrer können sich nicht einmal das „Fahrtrichtungsanzeiger-Abonnement“ leisten, was soll der Unsinn?

  6. Dann sind Autos irgendwann in Zukunft mit einfach allem ausgestattet und die jeweilige (Komfort)funktion wird per Software gegen Entgelt (einmalig oder im Abo) freigeschaltet.

    Ein Paradies für Hacker, ich kaufe mir nur die Basisversion ohne alles und lasse dann für kleines Geld alles auf dem Schwarzmarkt freischalten.

    Hat Sony so ähnlich doch auch mal bei irgendeinem hochpreisigen Modell einer Videokamera gemacht, gab ganz schnell eine gepatchte Firmwareversion die aus dem Basismodell die „Vollversion“ generiert hat.

    • Nur ist das Auto Always Online, somit kann man manipulierte Firmware erkennen. Wenn die Onlineverbindung gekappt ist startet das Auto nur im Notbetrieb.

      • Gibts sicher auch Hacks, um die Verbindung zu Faken. Oder der Hack umgeht gleich die Notwendigkeit immer online zu sein. Ich warte schon auf BeamerbreakOS.

    • Die aufpreispflichtigen Funktionen sind bei BMW schon länger abgesichert. Freischaltung nur per Fahrzeug individuellen Token welches online freigeschaltet wird.

      Die Zeiten von lokaler Freischaltung sind schon lange vorbei.

    • Mark-Ingo Thielgen says:

      Ich hatte lange Zeit einen Mini (auch von BMW), da war ein Kartenupdate für’s Navi irrwitzige kompliziert und teuer. Es konnte nur in der „Fachwerkstatt“ installiert werden. So einfach umgehen konnte man dies nicht. Und das bei einen Auto, das nicht ständig online und unter Werkskontrolle war, so wie es heutige Modelle sind.

      Seite diesem Auto achte ich stets darauf, dass das Infotainment-System eines Wagens serienmäßig mit Android Auto und Apple Carplay daher kommt. (Kleiner Hinweis am Rande: Auch diese Option lässt sich BMW mittlerweile extra bezahlen…)

      • NoMoreGemanCars says:

        Hab VW Golf 7…die wollen für die Aktivierung von Apple CarPlay ebenfalls knapp 200€ zzgl. Werkstattkosten. Kann nur in der VW Fachwerkstatt gemacht werden, da Gerätenummer des Discover Media abgeglichen wird und VW dann online aktiviert.

        Die nächste Karre ist ein Asiate. Deutsche Automobilhersteller sind zwischenzeitlich für mich keine Option mehr. Teuer, schlechter ausgestattet und geringe Garantie (2 Jahre).

  7. MoshPitches says:

    Bei Softwareupgrades kann ich das noch nachvollziehen. Features wie die FSD-Funktionen bei Tesla, sehe ich noch irgendwo ein. Das sind ja lediglich Software-Funktionen.
    Aber in dem Fall von BMW hat der Käufer ja bereits die Hardware gekauft. Die Sitzheizung wurde buchstäblich bereits bezahlt und dafür dann ein zweites Mal bezahlen zu müssen ist schon dreist.

    • Im Falle von Teslas „FSD“ hast du die Hardware ebenfalls gekauft, das ganze Sensorsetup inkl. Rechenreinheit bekommst du ja nicht geschenkt.

    • BMW lernt hier „vom besten“ – Tesla hat die nachbestellbare Sitzheizung schon länger

      • DerEineDa says:

        die nachbestellbare Sitzheizung ist aber nur bei älteren Modellen verfügbar, bei neuen ist es einfach verbaut

        • Mark-Ingo Thielgen says:

          Wobei man bei Tesla auch gelegentlich für Optionen zählt, die gar nicht verbaut werden…

      • Ja aber ist soweit auch das einzige neben FSD.

        Zudem bekommst du bei Tesla für einmalig 300€ Lenkradheizung + hintere Sitzbank.
        Die vordersten Sitze sind immer inklusive

  8. „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“

  9. Bei den Ramsch-Preisen, die BMW aufruft, müssen die aber eben auch nach anderen Möglichkeiten suchen, um noch Geld zu verdienen. 😉

    Was kommt dann eigentlich als nächstes? Der Tankdeckel öffnet nur bei aktiven Abo? Das eh schon überteuerte Navi-System bietet die Zieleingabe jeweils nur nach Zahlung eines kleinen Obolus? Fenster lassen sich nur schließen, wenn man ein Klima-Abo abgeschlossen hat?

    • Tankdeckel natürlich nicht, aber die Schnellladefähigkeit ist vom abgeschlossen Abo abhängig. In der Basisversion z.B. nur 3kW und 300kW nur mit entsprechenden Abo. Evtl. kann man schnellladen für einen einzelnen Ladevorgang freischalten wenn das Abo zu teuer ist.

  10. Für grundlegende Dinge wie eine Sitzheizung ist das eine Frechheit. Solange es die Möglichkeit einer Einmalzahlung gibt (und diese im gleichen Rahmen liegt wie üblich für das Extra) aber gerade noch so ok, wenn auch Image-schädlich. Sinn könnte es z.B. in Zukunft für hochautomatisierte Fahrfunktionen machen. Wenn ich nur täglich 5km zur Arbeit fahre kaufe ich mir den Autobahnpilot nicht für viele tausend Euro Aufpreis. Aber wenn ich dann doch mal die Strecke Hamburg-München und zurück machen muss kann ich mir den Luxus für ein Wochenende ja gönnen.

    • Wieso grundlegend? Wohnt nicht jeder in kalten Teilen der Welt. BMW verkauft weltweit und gibt schon in Europa genügend Länder ohne Bedarf an einer Standheizung

      • Eine Sitzheizung ist eine Grundfunktion die in den billigsten Autos vorhanden ist. Genauso gut könnte BMW eine Abogebühr für den rechten Seitenspiegel einführen.

        Ich fürchte aber der übliche BMW Käufer ist dumm genug auch dies noch mit sich machen zu lassen.

  11. Das sollte man den Autoherstellern um die Ohren hauen und von Verbraucherzentralen im Rahmen von Verbandsklagen prüfen lassen.
    Der ganze Mist wird eingebaut, womit sowohl das Gewicht des Fahrzeugs als auch die Anzahl der fehleranfälligen und damit zu wartenden Teile erhöht wird. Also Mehrverbrauch und höhere Wartungskosten zu Lasten der Käufer, ohne dass die vielleicht davon wissen, dass das Geraffel schon eingebaut ist, obwohl man es nicht nutzen will.
    Was kommt als nächstes? Wohnwagen, die schon mal vormontiert sind und die man ja für 1000,- Euro im Monat mieten, aber nicht abmontieren kann?

  12. Sehr gut! Immer wenn so etwas über Software realisiert wird, dauert es nicht lang bis zum ersten Crack. Heisst: warme Ärsche für lau für alle!

    • Bockwurst says:

      Sollte man dann allerdings nach ablauf der Garantie/Gewährleistung erst cracken. Dürfte sonst beim nächsten Service auffallen.

      • Bei einer Sitzheizung sehe ich jetzt nicht so ein großes Problem. Einfach die Zuleitung zum Sitz suchen, ein externes Steuergerät dran und das ganze mit einem zusätzlichen Schalter und dem Bordnetz verbinden. Schon hat man das Abo umgangen. Womöglich gibt’s in Zukunft das sogar als fertiges Kit im Netz zu bestellen.
        Alternativ einfach den Crack aus einem Internet Forum aufspielen und fertig.
        Die Frage ist, was soll der Service sagen und Unternehmen? Das Auto gehört schließlich dir (sofern abbezahlt und nicht geleast). Und solange es sich nicht um sicherheitsrelevante Teile handelt, wird auch der TÜV nichts sagen.
        Sollte sich die BMW Werkstatt quer stellen, dann geht man halt zu einer freien Werkstatt.
        Letztendlich betrifft das Abo nur die ersten Jahre des Fahrzeuges. Später nach Ablauf der Garantie und Leasing kann man solche Sachen problemlos machen.
        Hab mit VCDS an meinem VW auch schon ne Menge freigeschaltet. Beim Werkstattbesuch hat das niemanden interessant.

  13. WTF? Es bleibt zu hoffen, dass die Marketing- und Produktstrategen der Automobilkonzerne merken, dass sie auf dem Holzweg sind. „Mein“ Auto mit allen möglichen Kram voll packen, was zu zusätzlichem Gewicht führt und ich darf es nur gegen Gebühr nutzen. Aber das geilste Beispiel ist ja wohl eine Sitzheizung im Jahreabo, wo man sie in Deutschland vielleicht 5 -6 Monate nutzt. Die merken ja wohl die Einschläge nicht mehr…

  14. Wo genau ist da jetzt der Aufreger? Wer hat die Sitzheizung per Abo bucht, hat sie offensichtlich vorher nicht bezahlt. Welcher Hersteller bietet ein Winterpaket denn kostenlos an? Entweder direkt bezahlen oder später buchen. Ist doch ganz einfach.

    • Krümelmonster says:

      Natürlich hat er die vorher bezahlt. Die Hardware ist eingebaut in Form von Heizelementen. Üblicherweise ist es so, dass nicht bestellte Extras auch nicht vorhanden sind. Bei BMW kalkuliert man anscheinend aber so, dass es für die Hardware im Rahmen der hohen Verkaufspreise immer reicht und man für die Nutzung zusätzlich abkassieren will.

      Aber „Premium“-Kunden wollen scheinbar gerne über den Tisch gezogen werden, als Bestandteil des Markenerlebnisses.

      • Du wärst überrascht, WAS alles schon eingebaut ist und nur über eine Checkbox in der Software oder einen extra Knopf freigeschaltet wird.

    • Meinst du denn wirklich, dass BMW dir die Hardware, die sie verbauen, schenkt?
      Das ganze Modell ist überhaupt nicht zu rechtfertigen. Die Sachen werden eingebaut, daher hat BMW keine niedrigeren Kosten, wenn du die Sitzheizung nicht nimmst (bzw. aktivierst). Die werden sich das aber trotzdem bezahlen lassen, also bezahlt jemand, der die Sitzheitzung nutzen will, doppelt und jemand, der sie nicht nutzen will, bezahlt für nichts.
      Dass so ein Modell überhaupt legal ist, ist beeindruckend.

      • BMW hat vielleicht keine niedrigeren Materialkosten. Dafür aber deutlich weniger Aufwand im Einkauf, bei der Lagerung und Zusammenbau der Autos, weil es halt nur noch 1 Sitz mit 5 verschiedenen Bezügen gibt und nicht jeden Mal mit oder Mal ohne Sitzheizung. Da fallen die paar Heizdrähte nicht weiter ins Gewicht.Gleiches gilt für z.B. das Lenkrad in Sachen Lenkradheizung. Es sind ja alles Dinge, die entweder eh in der Software vorhanden sind oder nur einen marginalen Materialaufwand verursachen und durch die Standardisierung locker eingespart werden.

      • „(…)Die Sachen werden eingebaut, daher hat BMW keine niedrigeren Kosten, wenn du die Sitzheizung nicht nimmst (bzw. aktivierst).“

        Natürlich sind die Kosten für BMW niedriger. Statt einen Kabelbaum für Fahrzeuge ohne und einen für solche mit Heizung vorzuhalten und zwei Arten von Sitzen zu entwickeln, zu lagern und zum richtigen Auto zu bringen, gibt es einfach nur noch ein Fahrzeug mit allem und die Funktionen werden über die SW freigeschaltet.
        Je weniger Teile, desto weniger Kosten.
        Die eigentlichen Kosten (Heizelemente im Sitz etc.) fallen dagegen nicht ins Gewicht.

        • Mark-Ingo Thielgen says:

          Das in der oberen Mittelklasse und darüber, also den Marktsegmenten, in denen sich BMW bewegt, schon seit über zwei Jahrzehnten elektronische BUS-Systeme statt klassischer Kabelbäume verlegt sind, ist an Dir vollkommen vorbei gegangen, oder?

          • Da kennt sich jemand aus, oder?
            Seltsam das zu Beginn von Putins Krieg die in der Ukraine gefertigten Kabelbäume für die deutsche Automobilindustrie knapp wurden. Es sind immer noch mehrere hundert Meter Kabel in Form von Kabelbäumen im Auto verbaut, denn der Strom muss ja irgendwie zu den elektrischen Verbrauchern gelangen. Über den BUS laufen die Steuersignale und die Kommunikation. Allerdings geht das auch nicht drahtlos…

    • Und wenn der Wagen weiterverkauft wird?
      Hier wird vermutlich ein Account genutzt, der eben die Heizung freigeschaltet hat und der neue Besitzer muss diese nochmals freischalten?

      -> Nochmal Geld an den Hersteller 😉

  15. Ist ein solches Abonnement von Funktionen nach deutschem Recht mit dem Mieten von Gegenständen gleich zu stellen?
    Imho gibt es bei gemieteten Gegenständen nämlich Besonderheiten bei der Gewährleistung zu beachten.

  16. Bibabutzemann says:

    War da nicht auch mal was mit Apple CarPlay im Abo?
    Notiz für’s Protokoll: BMW ist raus…

    • Krümelmonster says:

      Ja und darüber dürfte man bei Apple seinerzeit nicht glücklich gewesen sein. BMW hat die dauerhafte Freischaltung später natürlich als Geschenk an die Kunden „verkauft“.

  17. Bekomme ich eigentlich auch einen Benzinkosten-Zuschuss, wenn ich die ganzen Funktionen – die natürlich auch ein Mehrgewicht mit sich bringen – wenn ich sie nicht abonniere und mit mir herum schleppe? Nein Danke!

  18. FindIchGut says:

    Seht es doch mal aus anderer Perspektive: Wenn eine Mietsache defekt ist, muss der Hersteller für die Reparatur aufkommen.
    Wegen mir kann man alle Features so umgestalten, wenn ich das Basisauto dafür um einen angemessenen Preis günstiger kaufen kann.

    • Mögliches Szenario: sie werden dir einfach die Miete erlassen und wenn du einen warmen Popo haben möchtest – darfst du auf eigene Kosten reparieren, um dann wieder mieten zu können….

    • Oder im Kleinstgedruckten steht, das Du nur die Lizenz zum Heizen erwirbst, für die Funktionstüchtigkeit der dafür notwendigen Hatdware – die Du mit dem KFZ erworben hast – selbst verantwortlich bist. Aber da sichert einen dann ja wie bisher auch das optionale und kostenpflichtige „Garantiepaket“ ab.

  19. Hoffentlich stirbt BMW daran.
    Es ist eine Frechheit, die kaum zu überbieten ist.
    Der entsprechende Entscheider gehört rausgeworfen. Allein die Idee hätte für eine sofortige Versetzung in eine Postition ohne Entscheidungsbefugnisse führen müssen.

    Irgendwo hätte jemand merken MÜSSEN, was das für eine beschissene Idee ist.

    Vermutlich werden die Leute das aber leider mit sich machen lassen. Falls dieser Fall eintritt, wird es hoffentlich Klagen geben. Etwas zu verkaufen, das man hinterher an den Käufer vermietet ist einfach nur dreist.
    Dann noch die Umwelt. Sper Leistung.

    • Verstehe den Aufschrei nicht. Ich habe ja weiterhin die Wahl das ganze fix als Serienausstattung zu bestellen.

      Und wenn ich halt nur 3 Monate im Jahr die Sitzheizung brauche, habe ich so die Möglichkeit auch nur für die 3 Monate zu zahlen. Muss dann jeder für sich ausrechnen und überlegen was für ihn besser ist.

      • Ja und der KFZ-Hersteller weiß wann weer die Sitzheizung nutzt — zusammen mit Kreditkartendaten , Geo-Position usw. Nein ich bin für Oldtimer: Autos die nicht nach Hause telefonieren und wo alles mechanisch ist , eine Getriebe-automatik oder Servolenkung ist das höchte der Gefühle an zulässiger „Automation“. Mit all dem anderen quatsch – Fahrerassistenzsysteme – bleibt mir vom Halse, weer sein Fahrzeug nicht selber beherrsch soll zu fuß gehen .

        • Naja, ABS und ESP halte ich schon für sinnvoll. Funfact: 99% der Leute, die angeben ihr Fahrzeug zu beherrschen, tun es nicht wenn es drauf ankommt.

      • Du hast ja eben nicht die Wahl. Es wird in dein Auto eingebaut. Fertig.

  20. Rein betriebswirtschaftlich halte ich diese Strategie gar nicht für so unsinnig. Bei dieser Methodik kann die Produktion zunehmend standardisiert werden und damit Kosten senken, da die Autos ja nachträglich erst per Software an den Käufer individuell angepasst werden. Zudem kann man so größere Stückzahlen der Einzelteile bei den Zulieferern abnehmen, was den Einzelpreis wahrscheinlich auch senken wird.
    Diesen Trend zur Vereinheitlich der Produktion kann man ja schon länger in der Autobranche verfolgen, indem immer mehr Ausstattungspakete oder -linien vorgegeben werden anstatt einzelne Dinge in der Konfiguration buchbar zu erlauben.

    Bzgl. der Kostenübernahme bei Reparaturen der abonnierten Services ist natürlich auch ein interessanter Punkt…

    • Ich sehe das mehr als Investment in die Weiterentwicklung der Software. Wobei ich aber auch zu denen gehören würde die sich das „Hacken“. Ein Auto mit so einen System was mir die Hosen ausziehen will..nein. Langsam wäre ich fast für ein Opensource Auto. Das wäre doch mal was für „Volkswagen“ ;P

      • Opensource Auto? Wo man Komponenten tauschen kann und auch Fremdhersteller nutzen kann?
        Gibt’s doch schon lange!

        Nennt sich Fahrrad 😉

      • Mark-Ingo Thielgen says:

        Eine Sitzheizung braucht keine Software.

        • Auch die Sitzheizung wird ohne Software in einem modernen Auto nicht funktionieren. Wenn die Kapazität der Stromversorgung für große Verbraucher, wie z.B. die Sitzheizung, nicht ausreicht, dann wird softwaremäßig der Stromverbrauch auf die „lebenswichtigen“ Funktionen verteilt und die Sitzheizung abgeschaltet bis wieder genug Strom da ist.

      • Es gibt durchaus Leute, die z.B. an open source autonomem Fahren arbeiten. Da wird dann das Steuergerät der Servolenkung gehackt, damit man nicht nur bei 3 km//h den Einparkassistenten lenken lassen kann, sondern auch bei höheren Geschwindigkeiten Lenkeingriffe per Software möglich sind. Ganz prima, wenn das Ding durch einen Softwarefehler bei 180 einen Volleinschlag macht.

      • verstrahlter says:

        (v)AuWeh hat das schon so ähnlich (wenn auch ein klein wenig schlauer) seit/vor fast einem Vierteljahrhundert veranstaltet.
        U.a. Kurvenlicht, MP3-Fähigkeit und ggf. noch so einiges mehr waren auch da hardwaretechnisch möglich, aber nicht pauschal freigeschaltet. Konnte direkt mitbestellt / teurer nachträglich in der Werkstatt geschaltet / mit einem entsprechenden Gerät selbst administriert werden; nur Abo ging nicht.

        Wenn das jetzt nach zwei Jahren unter dem Radar ausgerechnet in Zeiten akut gewünscht und gerne proklamierter Rohstoffachtsamkeit stärker in den Fokus gerät und BMowehoweh den Finanzakrobaten auf die Füsse fällt … dann verdient Pech gehabt!
        Aber scheinbar ist man sich einig darin, den Planeten und jefliche Moral kurz vor dem Exitus zu sehen, und Alle langen ein letztes Mal kohleabzocktechnisch nochmal so richtig zu; durch u.A. ausbleibende Sauerstoffexporte aus der Ukraine dürfte sowas im Suff der virtuellen Genualität bestimmt problemlos zu rechtfertigen sein. Ein Unternehmen mehr für die schwarze Liste, um das man sich keine Gedanken mehr machen muss. ;o)

    • Wenn es betriebswirtschaftlich einen Sinn ergibt, stellt sich mir die Frage, weshalb man die Einsparung nicht einfach an den Kunden weitergibt. Es sollte doch einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz bedeuten, wenn man ein vollausgestattetes Auto zu einem akzeptablen Preis verkauft.
      P.S.: Nebenbei BMW war für mich spätestens seit der Geschichte mit CarPlay aus dem Rennen. Ich mache keine Geschäfte mit Partnern, die mir Dinge teuer verkaufen wollen, die eigentlich nichts kosten.
      Autokauf ist (für mich) eben auch Vertrauenssache.

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