Microsoft Surface Pro X: Tests bescheinigen weiteren Entwicklungsbedarf

Die Dämme sind gebrochen und die ersten Tests des neuen Microsoft Surface Pro X trudeln ein. Vorgestellt wurde dieses Tablet Anfang Oktober 2019 – es nutzt einen neuen ARM-Prozessor, der eigens von Microsoft und Qualcomm entwickelt wurde, den SQ1. Leider bescheinigen die ersten Reviews dem Gerät noch viele Probleme, so dass etwas mehr Entwicklungszeit für Hard- und Software dem Surface Pro X eventuell gutgetan hätte.

Dabei haben die Redmonder ohnehin lange an einem derartigen Tablet gebastelt. Das Surface Pro X soll zeigen, dass Windows on ARM im Alltag funktionieren kann. Laut beispielsweise The Verge gelinge das aber leider nur bedingt. Man vergibt am Ende 6,5 von 10 Punkten und bemängelt etwa Kompatibilitätsprobleme mit vielen Apps, den hoch angesetzten Preis und die für ein ARM-Gerät zu kurzen Akkulaufzeiten. Außerdem arbeite das Tablet angesichts des Preises im Alltag zu lahm. Gefallen fand man immerhin am Design und dem Bildschirm sowie dem Stylus.

Am Ende sei das Surface Pro X aktuell im Alltag aber noch nicht die Erfahrung, die man sich wünsche – eben auch wegen der Probleme mit vielen Programmen. Wer das Surface Pro X kaufe, hoffe im Grunde darauf, dass in Zukunft irgendwann einmal die Kompatibilität perfekt sein werde. Gerade die Vergangenheit des Windows-Ökosystems zeige aber, dass diese Wette mehr als riskant sei, so The Verge. Man denke nur an die Metro-Oberfläche oder das Tamtam um UWP-Apps zurück.

Auch Engadget urteilt da nahezu identisch. Nun denn, auch hier bemängelt man die App-Kompatibilität und die zu geringe Performance, was man doppelt schwer gewichten muss, denkt man an den hohen Verkaufspreis. Hingegen lobt man das Design und die Verarbeitung, das verlässliche und schnelle LTE sowie das Tastatur-Case. Am Ende sei es Microsofts Fehler, für ein aktuell noch sehr experimentelles Tablet den hohen Preis von jenseits der 1.000 US-Dollar bzw. Euro zu verlangen. Deswegen sei derzeit einfach guten Gewissens keine breite Empfehlung möglich.

Bei Gizmodo wiederholt sich dieses Schema, denn man ist auch dort vom Design sehr begeistert. Mehr Lob hat man auch noch für die schmalen Ränder um den Screen, die Dual-USB-Anschlüsse und auch Windows Hello übrig. Abermals ist es die fehlende oder fehlerhafte Kompatibilität zu vielen Apps, welche für Kritik sorgt. Zudem sei die Leistung angesichts des Preises eben nur „in Ordnung“ und das Fehlen eines Kopfhöreranschlusses nerve. Ergänzend wünscht man sich, dass Microsoft den Anschluss für Surface Connect streiche und stattdessen lieber einen weiteren Port für USB Typ-C integriere.

Noch etwa deutlicher wird man bei CNet, welche das Microsoft Surface Pro X als „Work in progress“ titulieren. Es sei aktuell ein zu großes Problem, dass viel Software auf dem Surface Pro X nicht laufe, weil es eben einen ARM- statt eines x86-Chip nutzt. Wer vor allem mit Web-Anwendungen arbeite, habe damit zwar keine Probleme, doch dann sei es wiederum schwierig den Preisunterschied zu seinem Chromebook zu rechtfertigen. Da Surface Pro X biete da natürlich das bessere Design und die hochwertigere Verarbeitung, trotzdem falle es schwer, sich viele Kunden vorzustellen, die mit dem Surface Pro X im Alltag wirklich besser fahren, als etwa mit dem ausgereifteren Surface Pro 7.

 

Okay, ich denke, ihr habt es herausgelesen: Das Surface Pro X biete laut den ersten Tests ein fantastisches Design, endlich USB Typ-C und sei für unterwegs dank des geringen Gewichts und LTE ein tolles Gerät. Doch die Inkompatibilität zu vielen Apps mache einem dieses Tablet etwas madig. Ich denke mit den Start-Problemen könnte mancher leben, wenn denn der Verkaufspreis geringer ausfiele.

So könnte es für Microsoft durchaus weiterhin schwierig bleiben Kunden und Entwickler von der Zukunft von Windows on ARM zu überzeugen. Oder was denkt ihr?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Also genau wie das Galaxy Fold ein Prototyp, den man sich von abenteuerlustigen Kunden teuer bezahlen lässt. Dazu die Inkompatibilitäten.

    Wer halbwegs rational denkt, nimmt stattdessen ein gut gereiftes iPad Pro.

    • Kann ich nur unterschreiben. Und wer als Sparhansel unterwegs ist, kann auch ein aktuelles normales Ipad nehmen das den Pencil unterstützt und VIEL Geld sparen (ist ja nicht so häufig bei Apple). Was die Tastatur angeht, ich habe mich gegen die von Apple entschieden und für die bei der C’t besprochene Zagg Flex Tastatur entschieden, da ich sie hauptsächlich mit dem Iphone verwende und nur manchmal mit dem Ipad. Die Tastatur ist mit beiden gekoppelt und man kann mit Tastendruck hin- und her schalten.

      • Apple taugt nur als Multimedia Spielzeug, zum Arbeiten ist das nichts.
        Außer man bewegt sich ausschließlich im Apple Kosmos, aber den muss man lieben. Praktisch ist anders, denn für alles und jedes benötigt man extra Kabel, extra Lösungen, extra Programme, extra tralala.
        Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen warum auf Apple immer das Hohelied der Produktivität gesungen wird. Überall Umstände und Barrieren.

        • Sagt der, der so etwas noch nie benutzt hat. Ja es hat etwas gedauert, aber mit IpadOS ist der Datenaustausch ERHEBLICH besser geworde (habe einen KameraAdapter mit 200GB uSD Karte für den Datenaustausch), aber auch davor gab es schon die App Documents bei Readdle (kostenlos) mit den hervorragenden zusätzlichen Bezahlapps um PDF zu editieren und redigieren. Dazu noch GoodNotes für handschriftliche Notizen und ein paar andere Apps und Du kannst unterwegs Kreise um den Laptop tanzen.

  2. Ich habe ein Surface Pro 7, mit dem ich extrem glücklich und zufrieden bin.
    Bevor ich es angeschafft habe, hatte ich alle möglichen Tablets angeschaut, inklusive Apples IPad Pro. Letztlich sind das aber alles nur Multimedia Spielzeuge, mit sehr eingeschränktem Anwendungsbereich. Apple umso mehr, auf Grund von IOS,welches mit nahezu nichts kompatibel ist.
    Also habe ich das Surface angeschafft und das tut seinen Dienst hervorragend.
    Ich bin absolut überzeugt davon, für unterwegs gibt’s nichts besseres, für meine Einsatzzwecke.
    Das X ist sicherlich optisch toll, aber ich brauche das nun mal wirklich zum Arbeiten und kann mir keine Experimente leisten. Vielleicht klappt es beim Nachfolger, erstmal bin ich versorgt.

    • Hallo Markus,

      ich habe auch das neue Surface 7 und bin mit dem Display sehr unzufrieden. Bisher hatte/habe ich noch das Surface 4, das ein mega Display hat. Zum Surface 7: Öffne den Datei-Explorer im Vollbildmodus. Schalte das Surface 7 aus (nicht komplett, sondern nur, dass der Bildschirm aus geht). Jetzt wieder einschalten. Ganz kurzzeitig (so für ca. eine halbe Sekunde) ist das Display super HELL. Und plötzlich verdunkelt es sich „leicht“ – obwohl ALLE Optionen ausgeschaltet sind (ich mache hiermit schon mehrere Tage mit jedem MS-Support herum). Ist das bei dir auch so? Da ich auch noch mein altes Surface 4 habe: Beide nebeneinander mit 100% Helligkeit: Das Display vom Surface 4 ist deutlich heller – irgendwie klarer.
      Aber regelt das Surface 7 bei dir auch nach dem Einschalten die Helligkeit herunter? Falls ja, warum????

      • Wenn ich mich richtig erinnern kann, dann ist das Intels Energiesparfunktion, die man deaktivieren kann. Entweder über Intels App im Windows Store oder per kleines Programm, dass sich auf Github (https://github.com/orev/dpst-control) finden lässt.

        Wenn wir aneinander vorbei sprechen, dann Kommentar einfach überlesen 🙂

        • Die Intel App habe ich bereits ausprobiert um die Energiesparfunktion zu deaktivieren. Hat leider nichts gebracht. Auch dpst-control hat nichts gebracht. Immer noch das Selbe beschriebene Verhalten direkt nach dem Einschalten und v.a. das Display bleibt „leicht dunkler“ als das tolle Display des Surface 4.

  3. Kann mit dieser Tastatur und dieser Kippvorichtung nichts anfangen. Gerade weil ich mobil nicht immer den perfekten Untergrund habe.

    Entweder ein richtiges 2-in-1-Gerät mit einer Tastatur-Dockingstation und damit auch einen festen Stand für das Display. Oder halt ein Laptop (ggf. mit Touch – wie z. B. das Yoga X1).

    Zumindest wenn es um das produktive Arbeiten geht. Da helfen mir auch nicht ein paar hundert Gramm weniger Gewicht nicht.

  4. Microsoft hat schon ein paar Versuche mit nicht x86 gemacht und alles wieder aufgegeben.
    Ich würde dafür keinen Cent ausgeben.

  5. Das Ergebnis musste eigentlich allen klar sein, die nicht auf das Prinzip Hoffnung setzen.
    Dass Windows Legacy Anwendungen nicht auf Stromsparen oder Hintergrundaktivitätbeschränken ausgelegt sind, war schon vorher klar.
    Dass auch ARM nicht zaubern kann und die Akkulaufzeit in die Knie geht, wenn man da normale Windows Legacy-Anwendungen im Hintergrund nudeln lässt, war auch klar.
    Und dass ARM nicht in der Leistungsliga aktueller Intel-Prozessoren mitspielt ist auch hinlänglich bekannt.

    Viele Menschen setzen ihre Hoffnungen auf ARM, weil er bei optimierten iOS und Android Apps scheinbar große Leistungen bringt. Der Unterschied liegt allerdings nicht in der scheinbaren Unfähigkeit von Intel, sondern in den höheren Ansprüchen, die Nutzer an Windows Anwendungen haben und der fehlenden Optimierung von Legacy-Anwendungen an Stromsparmodelle.

  6. Gerhard Weileder says:

    Alles blabla. Niemand und der Autor dieses Artikels auch nicht hat das Tablett in der Hand gehabt. Lauter Wahrscheinlichkeitstheoretiker….

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