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Melitta Barista TS Smart im Test: Rundum guter Kaffeevollautomat mit Potential im smarten Bereich

Smart Home ist ein Thema, mit dem sich mittlerweile sicherlich viele von euch beschäftigen. Einige haben bereits Komponenten im Einsatz, andere suchen immer noch nach dem passenden System. Heutzutage gibt es nahezu in jedem Bereich des Hauses Geräte, die irgendetwas mit „smart“ im Namen stehen haben. Auch mein heutiger Testkandidat kommt mit so einem Titel daher, denn heute möchte ich euch meine Erfahrungen mit dem Kaffeevollautomaten Melitta Barista TS Smart näher bringen.

Kommt das Gerät zu euch nach Hause, müsst ihr mit einer ziemlich großen Kiste rechnen. Darin findet sich die große Maschine selbst, ein Milchbehälter inklusive Schlauch und Deckel, ein Welcome-Pack, das einen Reinigungstab, einen Milchsystem-Reiniger, einen Flüssigentkalker und einen Wasserfilter enthält und zu guter Letzt auch noch ein ziemliches dickes Buch mit allem Wissenswerten über den Automaten.

Technische Daten

Bevor ich euch mit meinen Erfahrungen zutexte, hier zuerst einmal alles Wichtige zur Technik in tabellarischer Form. Die kompletten technischen Details findet ihr auf der Produktseite von Melitta.

Programmierbare Brühtemperatur 3-stufig
Stufenlos programmierbare Wassermenge für Kaffee 25 – 220 ml
Verstellbarer Kaffeeauslauf 140 mm
Mahlgrad 5-stufig
Programmierbare Kaffeestärke 5-stufig
My Coffee Funktion 8 Profile
Anzahl Kaffeevariationen 21
Kapazität Wassertank 1,8 Liter
Volumen Bohnenbehälter 2x 135g
Farbe Silber
Displaytyp TFT-Farbdisplay
Artikelabmessungen 25,9 x 46,7 x 37,2 Zentimeter
Artikelgewicht 10,4 kg
Modelljahr 2018
Pumpendruck 15 bar
Besondere Eigenschaften Bluetooth, App-Verbindung, Automatic Bean Select, Schacht für Pulverkaffee
Stromverbrauch max 1.450 Watt

Die Sache mit der Einrichtung

Ausgepackt und hingestellt macht der Barista TS Smart schon einmal einen guten Eindruck. Der schwarze Klavierlack wird gut von dazu passenden silbernen Elementen, wie dem umlaufenden Rahmen, gekontert und sorgt für einen hochwertigen Look und Stimmigkeit.

Die Einrichtung im klassischen Sinne ist relativ einfach. Zuerst einmal müsst ihr die gefühlt 1000 Aufkleber beseitigen, die die Maschine transportsicher gemacht haben. Danach einschalten und den Instruktionen folgen, zu denen auch die Installation des Wasserfilters im Wassertank gehört. Dazu nehmt ihr den beigelegten schwarzen Kaffeelöffel und steckt den Adapter auf. Das dabei entstehende Werkzeug wird benutzt, um den Wasserfilter in den Tank zu schrauben, fertig. An der Maschine dann noch die Wasserhärte einstellen, die ihr mit einem, im Paket enthaltenen, Teststreifen messen könnt.

Jetzt wäre die Maschine eigentlich einsatzbereit, nachdem ihr den Wassertank aufgefüllt habt, nur fehlt eben noch der Kaffee. Dazu hat die Maschine zwei verschiedene Bohnenbehälter im Deckel. Ihr habt die Möglichkeit, entweder links eine Espresso-Bohne zu nehmen und rechts eine Crema-Bohne, oder ihr füllt einfach überall denselben Kaffee ein. Euer Ding. Wozu die zwei Bohnenkammern?

Bei der Auswahl des Getränks wählt die Maschine automatisch die dazu passende Bohne aus. Geht aber auch manuell über eine entsprechende Taste oder ganz auszuschalten im Menü. Die T Smart hat keine automatische Auswahl, sondern nur die manuelle Funktion dafür. Für Latte Macchiato, Capuccino und Espresso nimmt man normalerweise eine Espresso-Bohne, für Milchkaffee und normale Crema eine andere Sorte. Kann aber jeder machen, wie er will.

Sobald eine der beiden Kammern leer ist, meckert der Automat über das Display, damit das Mahlwerk nicht leer läuft. Hier komme ich direkt zum ersten Kritikpunkt, denn die Kammern sind meiner Meinung nach viel zu klein. Ständig ist man dabei Bohnen nachzufüllen. Der Hersteller hätte meinetwegen ruhig einen Aufbau für die Kammern wählen können, um mehr Platz zu schaffen.

Wann gibt’s denn Kaffee?

Kommen wir zu den Getränken, denn irgendwann möchtet ihr ja mal einen Kaffee in der Hand haben. An der Maschine befinden sich am oberen Rand die Bezugstasten für Espresso, Café Crema, Capuccino, Latte Macchiato, Milchschaum, heißes Wasser und eine Taste für die doppelte Menge. Über das Display könnt ihr zwischen Standard und der Intense Aroma Funktion auswählen, die für einen noch vollmundigeren Geschmack sorgen soll. Zwei Regler bieten euch außerdem die Möglichkeit, Menge und Stärke des Kaffees zu variieren, Melitta nennt das Touch & Slide Funktion. Passende Sorte ausgewählt und schon fängt die Maschine an zu brühen.

Hierbei fällt das relativ leise Mahlwerk der Barista TS Smart auf, andere Vollautomaten sind in der Tat wesentlich lauter. Außerdem fällt auf, dass das Mahlwerk auch noch mahlt, wenn hörbar keine Bohne mehr im System ist, um möglichst gründlich zu sein. Ist der Automat damit fertig, läuft der Kaffee aus dem beleuchteten und bis zu 14cm verstellbaren Auslauf direkt in eure Tasse. Möchtet ihr übrigens eine Kreation mit Milch im Glas, müsst ihr den Milchbehälter füllen und den Schlauch über eine einfache Steckverbindung am Automat und am Behälter fixieren. Kann man nichts falsch machen.

Beim ersten Probieren fiel mir auf, dass der Kaffee leicht säuerlich schmeckt. Nachdem ich etwas im Netz recherchierte, bin ich auf einen Regler an der rechten Seite der Maschine aufmerksam geworden. Über diesen kann man den Mahlgrad des Kaffees einstellen, der bei mir ziemlich grob voreingestellt war. Auf die feinste Stufe justiert, löste sich auch das Problem mit dem Geschmack des Kaffees. Egal bei welchem Getränk, abhängig von der Bohne könnt ihr mit dem Barista TS Smart einen wunderbaren Kaffee zaubern.

Übrigens: Auch Pulverkaffee kann man über den Automaten beziehen. Habe ich persönlich nie gebraucht, wozu hat man denn einen Vollautomaten?

Wenn’s schmecken soll, muss auch gereinigt werden!

Kurzum: Die Maschine meldet sich durchweg, wenn sie sich schmutzig fühlt und zeigt euch über das Display einen entsprechend idiotensicheren Guide an, was ihr tun sollt. Neben der Reinigung des Inneren, solltet ihr den Automaten ab und an mit einem Lappen abwischen, denn die glänzende Oberfläche sieht ziemlich zügig staubig aus.

Am häufigsten wird euch beim Kaffeebezug das Reinigen der Tropfschale unter die Augen kommen, neben dem Nachfüllen von Wasser (der Tank könnte wirklich größer sein) und Bohnen. Das ist einfach und geht schnell. Tasse weg, Tropfschale raus, Kaffeebehälter ausleeren, Tropfschale ausspülen, abwischen, fertig. Mehr ist das nicht und in zwei Minuten erledigt. Solltet ihr das vernachlässigen, bildet sich mit der Zeit ein ziemlich unschöner Film aus Kaffeeöl und Mahlresten, den man alleine aus hygienischen Gründen nicht im Haus haben möchte. Bei jedem Ein- und Ausschalten spült die Maschine außerdem mit Heißwasser durch, um Keimen keine Chance zu lassen. Stellt am besten eine Tasse unter den Auslauf, damit ihr die Tropfschale nicht andauernd leeren müsst.

Solltet ihr euch ein Getränk mit Milch einverleibt haben, möchte das Gerät die Easy-Cleaning-Funktion durchführen. Dazu steckt ihr den Schlauch des Milchsystems in einen der dafür vorgesehenen Anschlüsse in der Tropfschale und drückt auf Bestätigen im Display. Das System spült den Schlauch dann direkt durch. Nach einer gewissen Zeit möchte die Maschine jedoch auch das Milchsystem mit einem speziellen Reiniger durchspülen, der mit im Lieferumfang enthalten ist und für vier Reinigungen reicht. Lasst die Milch außerdem nicht zu lange im Behälter im Kühlschrank stehen, sondern spült den Behälter regelmäßig gründlich aus. Wer wenig Milchgetränke zu sich nimmt, schüttet am besten nur eine kleine Menge Milch in den Behälter und spült danach direkt wieder aus.

Einmal pro Woche solltet ihr außerdem die Brühgruppe sauber machen. Dazu nehmt ihr die Klappe an der rechten Seite der Maschine ab, entriegelt die Brühgruppe und spült diese unter fließend Wasser aus. Das Innenleben der Maschine wischt ihr aus und die Gruppe könnt ihr mit einem Küchentuch trockenwischen. Dauert knapp 5 Minuten und sorgt für eine saubere Maschine und leckeren Kaffee.

Zu guter Letzt sei noch die Entkalkung erwähnt, die euch in längeren Abständen begegnen wird. Auch hier kaut euch die Maschine alles über das Display vor. Zum Durchführen schmeisst ihr eine kleine Reinigungstablette in den Pulverbehälter, stellt einen ausreichend großen Behälter unter den Auslauf und los geht es. Nach gut einer halben Stunde ist der Prozess erledigt.

Da stand doch was mit „smart“ im Namen?

Die Barista TS Smart ist im eigentlichen Sinne keine neue Maschine, sondern nur eine aufgepeppte Version der normalen Barista TS, die mit einer App um die Ecke kommt. Im Gegensatz zu einigen Konkurrenten setzt Melitta hier auf eine Bluetooth- statt WLAN-Verbindung, was bei mir für einige Fragezeichen und bei der App für viele Verbindungsabbrüche während des Tests sorgte. Ständig verliert die Maschine den Connect zum Smartphone, was mich in der Tat wenig begeisterte.

Die Maschine bringt von Haus aus bereits eine Menge Kaffeekreationen mit, über die App könnt ihr euch aber euren ganz persönlichen Wunschkaffee bauen, den ihr aus Kaffee, Wasser und Milch mischen könnt. Weiterhin könnt ihr die Anzahl der Shots, die Temperatur, die Kaffeestärke und das Aroma auswählen und so euer Lieblingsrezept nachstellen.

Weiterhin findet ihr in der App alle Instruktionen zur Pflege der Barista TS Smart, die Einstellungen der Maschine und Verknüpfungen zum Shop oder Service.

Melitta verpasst hier meiner Meinung nach eine große Chance, denn selbst Tchibo hat mittlerweile mit der Qbo zwar eine Kapselmaschine am Markt, die jedoch per Alexa bedient werden kann. Andere Hersteller bieten für ihre Maschinen außerdem Online-Rezeptportale an, von denen ich mir Kreationen direkt an der Maschine zubereiten lassen kann. Schade, aber für das Gros der Anwender reicht die App wahrscheinlich auch aus. Zumindest der Start des Brühvorgangs kann per App gesteuert werden, die Tasse sollte dazu jedoch bereits unter dem Auslauf stehen ;-).

Mein vorläufiges Fazit zur Melitta Barista TS Smart

Mit dem Kaffeevollautomaten Barista TS Smart macht Melitta einiges richtig. Die Maschine kommt in einem angenehm edlen Gewand daher und passt damit in nahezu jede Küche, auch wenn sie nicht besonders klein ist. Einmal eingerichtet, zaubert euch das Gerät einen leckeren Kaffee in die Tasse, auch am Milchschaum gibt es nichts zu meckern. Der Bohnenbehälter und der Wassertank könnte aber etwas größer sein.

Die Reinigung geht schnell und einfach vonstatten und auch sonst gibt es wenig zu meckern. Die App bietet die Basis-Funktionen an und lässt euch euer Lieblingsrezept auf die Maschine bannen. Im smarten Bereich ist aber noch Potenzial nach oben.

Aktuell könnt ihr die Barista TS Smart für knapp 1000 Euro kaufen, die leicht abgespeckte, für viele jedoch sicher ausreichende Barista T Smart kostet 100 Euro weniger.

Was sagt ihr dazu? Nutzt ihr bereits andere smarte Kaffeemaschinen, wie beispielsweise eine Qbo oder andere Modelle von Siemens und Co.?

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