Meizu Zero: Smartphone ohne Anschlüsse gibt sich eigenwillig

Gestern hatte ich aufgegriffen, dass Meizu ein Smartphone plant, das man als erstes „holeless“ Modell der Welt bewerben will. Gemeint ist damit, dass Aussparungen und Anschlüsse komplett fehlen. Nun ist das Gerät offiziell. Das mobile Endgerät nennt sich Meizu Zero und nutzt unter anderem ein Super-AMOLED-Display mit 5,99 Zoll Diagonale und 2.160 x 1.080 Pixeln als nativer Auflösung.

Des Weiteren bietet das Smartphone laut den bisher herausgerückten Daten den Qualcomm Snapdragon 845 als SoC sowie Meizus Android-Überzug Flyme 7. Welche Android-Version genau im Hintergrund werkelt ist leider noch offen. Zu den weiteren bekannten Eckdaten zählen eine Hauptkamera mit 12 + 20 (Telephoto) Megapixeln und eine Frontkamera mit 20 Megapixeln und Unterstützung für Face Unlock. Außerdem ist Wireless Charging an Bord. Geht man nach den Produktbildern, dann ist das Meizu Zero offenbar auch resistent gegen Wasser – nach Schutzklasse IP68, sagt das Unternehmen.

Spannend: Meizu macht „holeless“ beim Zero tatsächlich wider Erwarten komplett zum Motto. Denn der Hersteller verzichtet auch auf den Anschluss für 3,5-mm-Audio, einen SIM-Slot und sogar auf USB. Stattdessen verlässt man sich auf eSIM und besagtes Wireless Charging. Ähnlich wie HTC beim U12+ verwendet Meizu außerdem keine klassischen Tasten für Lautstärke und Power, sondern druckempfindliche Pendants. Davon war ich beim U12+ alles andere als angetan. Bleibt also zu hoffen, dass Meizus Lösung im Alltag besser funktioniert.

Wer mit dem Meizu Zero Musik hören möchte, wird als Folge der fehlenden physischen Anschlüsse auf Bluetooth setzen müssen. Für mich wäre das kein Problem, viele von euch dürften das aber als K.O.-Kriterium ansehen. Leider hat Meizu zu Preis und Veröffentlichungsdatum des Zero-Smartphones heute noch keine Angaben gemacht. Klar ist, dass es offiziell zunächst in China an den Start gehen wird.

Zu einem beliebten Importgerät dürfte sich das Meizu Zero aufgrund der eSIM wohl nicht entwickeln. Technisch ist das Smartphone ein interessantes Experiment, denn das Design weiß durchaus zu gefallen. Zumal Meizu auch den Fingerabdruckscanner direkt in den Bildschirm integriert. Trotzdem gibt es aber über und unter dem Bildschirm schmale Rahmen, was etwas in Frage stellt, ob da wirklich keine reguläre Frontkamera hinpasste. Letztere soll ja unter dem Display stecken.

Meizu verwendet auch seine Technik mSound 2.0, welche dafür sorgt, dass die Vorderseite als Lautsprecher dient. Ähnlich arbeitet beispielsweise auch das Vivo Nex, das ich letztes Jahr getestet habe. Insgesamt ist das Meizu Zero sicherlich aus technischer Sicht ein interessantes Modell. Ob es auf dem Markt auch viele Kunden erreicht, muss die Zeit zeigen.

Update (24.01.2019):

Entgegen vorheriger Gerüchte scheint die Frontkamera wohl doch traditioneller Art zu sein. Vor dem Release hatte es Gerüchte gegeben, dass Meizu die Cam in irgendeiner Form unter das Display hieven könnte. Das war aber offenbar Wunschdenken.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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11 Kommentare

  1. Martin Deger says:

    Ist etwas seiner Zeit voraus. Es gibt ja noch genug Anwendungen, für die ein Kabel notwendig ist (Android Auto, Kopfhörer im Flugzeug, generell laden und gleichzeitig das Telefon nutzen).

    Bin aber gespannt, wie gut die Kamera unter dem Bildschirm funktioniert.

    • Kopfhörer im Flugzeug darfst du per Bluetooth verbinden, das ist rechtlich definitiv unproblematisch, und sollte auch bei den meisten (wenn nicht sogar allen) Airlines garkein Thema sein, wird sogar oft erwähnt das es erlaubt ist ;).

      Bei den anderen Anwendungen stimme ich dir vollkommen zu, wenn man das Telefon beim Ladden nicht verwenden kann, das ist natürlich doof… und unterwegs erst recht, immer mit dem Wireless Charger xD

      • Martin Deger says:

        Davon wusste ich nichts. Ich bin bis vor 5 Jahren sehr viel geflogen (bestimmt 100 Flüge pro Jahr mit verschiedensten Fluglinien) und da war es definitiv nicht erlaubt; jetzt fliege ich nur noch vielleicht zehn Mal im Jahr und ich nahm einfach an, dass es immer noch so ist. Also eine kurze Recherche gestartet: Es kommt auf die Fluglinie an, und teilweise sogar auf den Flugzeugtyp. Also am besten vorher noch einmal nachschauen. Aber es hat sich wohl tatsächlich in den letzten Jahren dahin geändert, dass Bluetooth mehr und mehr erlaubt wurde. Es gibt ja inzwischen auch viele Flugzeuge, in denen es ein WLAN-Netz gibt, daher sollte Bluetooth tatsächlich unproblematisch sein.

  2. Ein Ding was die Welt nicht braucht

  3. Yeah, endlich traut sich mal wer was. Auf alle Anschlüsse zu verzichten ist doch wenigstens mal konsequent und wenn das für jemanden passt, toll. Für mich isses nix, ich bin vom Wireless-Laden weg (zu lahm, zu heiß) und meine Kabelkopfhörer will ich auch nicht missen.

  4. „Trotzdem gibt es aber über und unter dem Bildschirm schmale Rahmen, was etwas in Frage stellt, ob da wirklich keine reguläre Frontkamera hinpasste. Letztere soll ja unter dem Display stecken.“

    Wer sagt das? Natürlich ist eine reguläre Frontkamera vorhanden, die eben genau in diesem Rahmen oberhalb des Displays steckt. Alles andere wäre doch eine mittlere „Sensation“. Die Technik ist noch nicht soweit, und das solltet ihr als Technik Blog ja auch wissen

    • +1

      Ich denke auch, dass André sich hier etwas auf seine initiale Interpretation versteift:
      „Gestern hatte ich aufgegriffen, dass Meizu ein Smartphone plant, das man als erstes „holeless“ Modell der Welt bewerben will. Gemeint ist damit, dass Aussparungen für die Frontkamera fehlen.“

      Eine zugegebenermaßen kurze Recherche meinerseits hat ebenfalls nichts dergleichen ergeben. Ich gehe also davon aus, dass mit „holeless“ einzig die nicht vorhandenen Anschlüsse gemeint sind, die Kamera aber „fairly normal“ ist.

      Bin mir aber nicht sicher & würde gern noch Andrés Meinung zu der These lesen 🙂

      • André Westphal says:

        Vorab stand in einigen Quellen, dass Meizu die Kamera ohne Aussparung unter den Bildschirm hieven würde – offiziell gibts aber nun gar keine Angaben zu dem Thema. Vermutlich wirds also nun doch ne traditionelle Cam.

  5. Stephan Funke says:

    Fällt für mich weniger wegen der fehlenden Anschlüsse an sich aus – damit kann man heute ganz gut leben. Sondern weil ich bisher noch keine Flash-Option via BT gesehen habe. Und nen Androiden, den ich nich flashen kann, will ich nicht. Als Mittel of last resort wäre ich ohne diese Möglichkeit schon manchmal aufgeschmissen gewesen.

    Andererseits ist man beim Konzept konsequent – ob das was bringt, ist ne andere Frage. Macht aber auf jeden Fall das Schützen vor Wassereindringen und die allgemeine Konstruktion einfacher.

  6. „Klingt aber natürlich eher irreführend, denn Löcher hat das Gerät natürlich trotzdem – etwa für den USB-Anschluss. Trotzdem könnte es sich hier um ein technisch spannendes Smartphone handeln.“

    Da war sich wohl jemand zu sicher. 🙂

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