Markt für Fernseher wächst leicht trotz Corona-Krise

Trotz der Corona-Krise ist in Deutschland der Markt für Fernsehgeräte im Zeitraum Januar bis Mai 2020 leicht gewachsen. Dafür dürfte aus meiner Sicht auch die Veröffentlichung zahlreicher neuer TV-Modelle und der damit verbundene Abverkauf der Geräte aus dem letzten Jahr verantwortlich sein. Deutlich wird auch der Trend hin zu smarten Geräten.

Mit „smart“ ist gemeint, dass die Fernseher ab Werk zahlreiche Apps und / oder zusätzliche Dienste mitbringen – etwa Funktionen zur Steuerung des Smart Homes. Laut Deutsche TV-Plattform wurden jedenfalls im Zeitraum Januar bis Mai 2020 in Deutschland etwa 2,7 Mio. Fernsehgeräte verkauft. Der Marktanteil der Smart-TVs liegt mittlerweile bei 85 %.

 

Dürfte aber niemanden wundern, oder? Schließlich gibt es kaum noch TVs, die ohne derlei Zusatzfunktionen auskommen. Selbst wenn man also gar nicht beabsichtigt sie zu nutzen, weil man beispielsweise einen Amazon Fire TV 4K oder Ähnliches dranhängen möchte, bekommt man die Features zwangsweise mitgeliefert.

Auch der Trend hin zu größeren Diagonalen hält an: 58 % der verkauften Geräte wartete mit 50 Zoll oder mehr auf. Seit 2012 wurden nun übrigens knapp 40 Mio. Smart-TVs verkauft. Davon unterstützen über 90 Prozent den Standard HbbTV und somit die Nutzung interaktiver Dienste über den Red Button auf der Fernbedienung.

Spannend, dass die Corona-Krise die Fernseherkäufe also hierzulande nicht eingedämmt hat. Doch vielleicht hat mancher Zwangs-Stubenhocker dann gerade deswegen mal zu einem neuen TV gegriffen, wenn andere Unterhaltung Mangelware gewesen ist?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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13 Kommentare

  1. „ Doch vielleicht hat mancher Zwangs-Stubenhocker dann gerade deswegen mal zu einem neuen TV gegriffen, wenn andere Unterhaltung Mangelware gewesen ist?“

    Klasse kombiniert Sherlock… natürlich liegt es daran, da gibt es doch keine Zweifel, auch wenn das bei dir so klingt.

    Sperr die Leute ein und dann wundern, wenn sie sich mehr Unterhaltung gönnen? Ist doch klar wie Kloßbrühe

    • @ Dennis

      seh ich genauso, ist doch wenig überraschend wenn auf einmal alle in der Fam 24 Std 7 Tage die Woche daheim sind, das dann neue Fernseher gekauft werden und der alte dann als 2,3,4 in der Wohnung landet.

      Ich finde es halt schade, daß man halt nur wenige Tv`s noch ohne „smart“ bekommt, weil 3 bis 5 Jahren mit eingestelltem Software Support sind sie dann eben doch nicht mehr so „smart“

      • 3 bis 5 Jahre? Nach meiner Erfahrung kann man froh sein wenn es 6 Monate Updates gibt, und wenn dann was danach kommt macht es die integrierten smart Funktionen derart langsam, dass man freiwillig einen Fire TV Stick anschließt.

        • Christian says:

          Nicht nur das. Die smarten TVs zerschießen dann auch gerne Mal den TV gänzlich oder aber verlangsamen den Start etc etc. Würde es auch meiden wo ich kann. Man ist mit externem Gerät viel unabhängiger

        • Keine Ahnung welche Marken du bisher hattest. Mein Samsung von 2016 bekommt nach wie vor Updates, sowohl System- als auch App-Updstes.

    • Vor 4-5 Wochen habe ich schon auf irgendeiner Seite eine Marktanalyse gesehen, dass der TV-Markt eben wegen der Corona-Kriese gewachsen ist. Das war sogar mit Verkaufszahlen der entsprechenden Monate unterlegt.

      Also nicht trotz, sondern wegen der Corona-Kriese wäre der richtige Titel.

      • André Westphal says:

        Kommt auf die Perspektive an, sage ich mal: Das Geld saß da bei vielen Menschen deutlich weniger locker, da eher um den Arbeitsplatz gebangt wurde. Trotzdem wurde aber mehr Geld für TVs ausgegeben.

        Kausale Zusammenhänge sind sowieso immer sehr, sehr schwierig herzustellen, da es bei so einem Markt etliche konfudierende Variablen gibt. Eher liegt dann eine Korrelation vor als ein Kausalzusammehang – den könnte es geben, vielleicht liegt aber auch noch irgendwo ein anderer, unbeachteter Faktor.

        • Nicht allen Menschen ging es plötzlich schlecht, manche Branchen haben sogar von der Krise profitiet, so wie inner eigentlich, zb Telekommunikationsunternehen.
          Auch in Kriegszeiten gibt es Gewinner in der Wirtschaft.

          Nicht alle Menschen sind Messebauer… und eben diese Menschen kaufen Fernseher. Da muss man kein Doktor für sein, dass ist hier keine Raketenwissenschaft…

        • Es gibt aber auch viele die Spuren keine Einbußen durch Corona und nochmal viele die in der Industrie arbeiten. Die waren dann für 80 Prozent ihres sowieso schon üppigen Nettolohns komplett zu Hause, manche auch für 100 Prozent, und hatten Langeweile und suchten Beschäftigung.

      • Ihr vergeßt dabei aber, daß die Herstellungsprozesse aufgrund von nicht Endverbraucherlieferungsproblem und Einschränkungen bzw. Kurzarbeiterzeiten auf der anderen Seite reduziert war.

  2. Haben auch wegen Corona ein Teil des nicht benötigen Urlaubsgelds für einen neuen TV+Soundbar verwendet. Wenn man nicht mehr ins Kino kann, soll es ja wenigstens zu Hause schön sein

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