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macOS 10.15.5: So funktioniert die neue Batteriezustandsverwaltung

Apple hat ein Update für das aktuelle Betriebssystem macOS Catalina veröffentlicht. Es kommt mit einigen Neuerungen daher. macOS 10.15.5 dürfte vor allem auch für Besitzer eines unterstützten MacBooks (MacBook Pro mit Thunderbolt 3, also MacBooks ab 2016 oder das Air ab 2018)  interessant sein, denn mit dem Update führt Apple eine Funktion ein, wie das System den Akku verwaltet. Die Funktion hört auf den Namen Batteriezustandsverwaltung. Diese Funktion wurde laut Apple entwickelt, um die Lebensdauer der Batterie eines Mac-Notebooks zu verbessern.

Alle wiederaufladbaren Batterien sind Verschleißkomponenten, und ihre Leistung nimmt mit zunehmendem Alter ab. Und ihr Alter wird nicht nur durch die Zeit bestimmt. Die Lebensdauer einer Batterie hängt von ihrem chemischen Alter ab, das von Faktoren wie dem Temperaturverlauf und dem Ladezyklus beeinflusst wird. Da die Batterie deines Notebooks chemisch altert, wird ihre Ladekapazität immer geringer.

Kleiner Reinholer, was Ladezyklen überhaupt sind. Das sind nicht einfach Dinge wie „einmal voll aufladen und wieder leer machen, danach wieder voll aufladen“. Beispielsweise könntest du an einem Tag 75 % der Batterie­kapazität verbrauchen und sie über Nacht wieder vollständig aufladen. Wenn du am nächsten Tag 25 % verbrauchst, dann wurden insgesamt 100 % entladen und die beiden Tage ergeben zusammen einen Lade­zyklus. Es kann quasi mehrere Tage dauern, bis ein Ladezyklus abgeschlossen ist. Die Kapazität jeder Batterie verringert sich nach einer gewissen Anzahl an Aufladungen. Mit Lithium-Ionen-Batterien verringert sich die Kapazität minimal mit jedem abgeschlossenen Ladezyklus.

Mit anderen Worten: Wird das MacBook häufig über weite Strecken entladen und dann wieder vollständig aufgeladen, oder wird es meistens voll geladen und an das Stromnetz angeschlossen (so wie ich es oft mache, wenn ich eben nicht unterwegs bin)? Im letzteren Fall ist es wahrscheinlicher, dass das Battery Health Management die volle Kapazität ein wenig unterschreitet, um die langfristige Lebensdauer des Akkus zu verlängern.

Die Funktion „Batteriezustandsverwaltung“ in macOS 10.15.5 wurde laut Apple also entwickelt, um die Lebensdauer deiner Batterie zu verlängern, indem die Geschwindigkeit, mit der sie chemisch altert, verringert wird. Hierzu überwacht die Funktion den Temperaturverlauf und die Ladezyklen der Batterie. Das Ganze ist ja auch in iOS zu finden und nennt sich dort „Optimiertes Laden der Batterie“.

Das Ganze soll langfristig natürlich den Akku schonen, kann aber auch unter Umständen kleine Nachteile haben. Während die Batteriezustandsverwaltung der langfristigen Lebensdauer deiner Batterie nützt, kann sie auch die Zeit verringern, die dein Mac mit einer Batterieladung läuft, wenn Kapazitätsgrenzen gelten. Geht man also auf eine längere Reise und geht davon aus, dass keine Steckdose in der Nähe ist, an der man andocken kann, dann sollte man die Funktion deaktivieren. Das geht so:

Wenn du sie deaktivieren möchtest, folge diesen Schritten:

  1. Gehe in die „Systemeinstellungen“ und klicke auf „Energie sparen“.
  2. Klicke auf „Batteriezustand“.
  3. Deaktiviere „Batteriezustandsverwaltung“ und klicke auf „OK“.
  4. Klicke auf „Deaktivieren“.

In Bildform:

Zusätzlich dazu gibt es nun eine Anzeige des Batteriezustands in der Systemeinstellung „Energie sparen“, die darauf hinweist, wenn ein Batterieservice erforderlich ist.

In Kurzform: Optimiertes Laden wird eure Gewohnheiten analysieren. Wer meist am Kabel hängt, wird feststellen, dass das Gerät nicht ganz voll geladen wird, um den Akku zu schonen. Normalerweise solltet ihr keine Einschränkungen haben, dafür aber einen Akku, der länger hält. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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12 Kommentare

  1. Was ich an dieser Funktion gut finde, ist die Automatisierung. Meiner Erfahrung nach wird alles, was einen Usereingriff erfordert, der über ein simples Ja / Nein hinaus geht, häufig ignoriert. Man darf nicht vergessen, dass extrem viele User „casual“ sind, also Alltagsnutzer ohne wirklichen Einblick in ihr System. Die sind schnell überfordert mit zu vielen Informationen und Entscheidungen.

    Apple traue ich zu, dass solch ein Akkumanagement auf Dauer positiv für den User und das Gerät sind. Von meinem Thinkpad kenne ich ähnliche, manuelle Funktionen, die man aber erst einmal verstehen muss. Das ist hier nicht unbedingt anders, aber Apple analysiert eben den Nutzer, das ist der Unterschied.

    Nebenbei sind Akkus und ihre Lebensdauer meines Erachtens gar nicht mehr das große Problem. Jüngere Geräte (bis 5 Jahre alt) laufen meist immer noch mit bis zu 70-/ 80 % ihrer Kapazität. Ich habe in letzter Zeit selten einen Akku gesehen, der wirklich kaputt ist. Selbst mein 7 Jahre altes T430 hat immer noch etwas über 60% der ursprünglichen Kapazität.

    • Genau das. Wetten, dass aber jetzt genug ankommen mit „omg wie schlecht, bei XY kann ich diese Funktion aber voll customizen“.

  2. Ist es nicht so, dass wenn ich mein MBP dauerhaft am Strom habe, der Akku davon nicht betroffen ist, also quasi ein Passthrough geschieht? Wäre nett zu wissen, da ich neu im MBP Bereich bin. 🙂

    • Das hat nichts mit „MBP Bereich“ zu tun. Wenn der Akku dauerhaft bei 100% hängt ist das für die Lebenserwartung nicht gut völlig unabhängig von Ladezyklen.

      Für dauerhafte „Lagerung“ (und ein Dauerbetrieb vom Laptop am Netzteil ist nichts anderes) wäre eine Begrenzung auf 80% oder 90% beim Aufladen gut. Halte es für zweifelhaft ob die neue Batteriezustandsverwaltung sowas erlaubt, und manuell eingreifen kann man nicht da Apple seinen Nutzern soviel Kontrolle nicht überlassen kann um das Geschäft mit Ersatzakkus nicht zu gefährden.

      • Lies mal den Artikel.

        • @Kalle: Falls du damit „Im letzteren Fall ist es wahrscheinlicher, dass das Battery Health Management die volle Kapazität ein wenig unterschreitet, um die langfristige Lebensdauer des Akkus zu verlängern.“ meinst, das ist reine Spekulation des Authors und durch nichts was Apple von sich gegeben hat gedeckt.

          iPhone hat mit iOS 13 ja auch ein „Smart“ Charging gekriegt. Funktioniert bei mir überhaupt nicht und manuell einstellen darf man nichts.

  3. Bei meinem MacBook aus 2017 erscheint der neue Button „Batteriezustand“ nicht.
    Update 10.15.5 ist erfolgt.

  4. Ein Macbook Pro 13 aus 2015 hat die Funktion dann auch nicht?

  5. Das Update/Feature kommt mir beim „neuen“ gebrauchten MBP 13“ 2019 mit 80 Ladezyklen auf dem Buckel extrem gelegen 😀

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