MacBook: Apple weist darauf hin, bei Kameraabdeckungen achtsam zu sein

Kurz nach Edward Snowden wurden sie zum Kassenschlager und einem beliebten Werbegeschenk: dauerhafte Kameraabdeckungen oder Aufkleber mit Schließmechanismus für Notebooks. „Klick“ – Kamera abgedeckt.

Zu eben jenen Aufsätzen gibt es nun eine Hilfeseite bei Apple. Deren Überschrift: „Ein MacBook, MacBook Air oder MacBook Pro nicht mit einer Abdeckung über der Kamera schließen“.

Warum informiert Apple? Das Schließen des MacBooks, wenn eine Kameraabdeckung daran angebracht ist, könnte das Display beschädigen. Zum Schutz der Privatsphäre seien Macs mit einer Statusanzeige für die Kamera ausgestattet, um darauf hinzuweisen, wenn die Kamera eingeschaltet ist. Grund hierfür ist der geringe Abstand zwischen dem Display und der Tastatur, welcher auf sehr geringe Toleranzen ausgelegt ist.

Das Abdecken der integrierten Kamera könnte auch den Umgebungslichtsensor beeinträchtigen und verhindern, dass Funktionen wie die automatische Helligkeit und True Tone funktionieren.

Behauptung: Das trifft nun nicht auf alle diese Abdeckungen vor, sondern eher auf die etwas dickeren mit Schiebemechanismus. Wer weiterhin seinen kleinen, hauchdünnen Aufkleber nutzt, der hat nichts zu befürchten, muss man halt nur schauen, dass man nicht den eben erwähnten Sensor mit abklebt.

Apple räumt auf der Infoseite ein, dass einige Personen in dieser Angelegenheit keine Wahl haben und von ihrem Arbeitgeber aufgefordert werden könnten, eine Kameraabdeckung zu verwenden. In diesen Fällen sagt das Unternehmen, dass die Abdeckung immer vor dem Schließen des Books entfernt werden sollte – und man eine Abdeckung einsetzen solle, die nicht dicker als ein Blatt Druckerpapier ist. Sei diese dicker, solle man sie vor dem Schließen des Books entfernen.

Randnotiz: Welche Apps Zugriff auf die Kamera haben, sieht man unter Systemeinstellungen > Sicherheit > Datenschutz > Kamera. Ist die Kamera aktiv, so sieht man ein grünes Licht neben der Linse. Apps, die erstmals Zugriff möchten, erfragen diesen vorab. Zunächst muss man Apple vertrauen, dass der Indikator wirklich nicht deaktiviert werden kann. Nutzer müssen auch darauf vertrauen, dass es keine Schwachstelle gibt, von der Apple nichts weiß, die es erlauben könnte, die Kamera zu aktivieren, ohne dass das Licht angeht.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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66 Kommentare

  1. Tja würden die Hersteller die Privatsphäre der Kunden schützen wäre vom Hersteller der Hardware gleich von Anfang eine entsprechende Abdeckung verbaut bzw. integriert.

    • Apple und Privatsphäre?

      • Klar, wenn Werbeverbände schon öffentliche Bettelbriefe schreiben, dann weiß man, dass man bei Apple gut aufgehoben ist. Selbst wenn man glaubt, dass der Konzern trotz Totalüberwachungsgesetzen vom BKA unterwandert ist.

        Also wer sonst? Mehr Privatsphäre bieten nur noch spezialisierte Anbieter wie Librem.

      • Hast du irgendwie die letzten 10 Jahre verschlafen?

        • Also mein Kommentar hatte mehr Inhalt, als die rhetorischen Fragen von Matthias und Dir. Dieses Verhalten – Wissen ist doch bekannt, wer braucht schon Fakten und Details – kenne ich von Verschwörungsmärchenerzählern.

          Können Du oder Matthias mal Inhalte nennen, ein paar Beispiele, die belegen, dass Apple in Sachen Privatsphäre… ja, was eigentlich? Äußert eure Meinung, untermauert das am besten mit aktuellen Quellen und dann können wir uns unterhalten.

          • Ich muss zugeben, nach außen hin hat Apple viel Privatsphäre, zum Beispiel das neue Clipboard Feature.
            Dass auch unter MacOS wie bei Windows 10 (zum Beispiel) viel Telemetrie gesammelt wird, das vergessen viele ganz schnell.
            Natürlich lebt Google zum Beispiel von Werbung, das tut Apple nicht, die haben ja ihre Apple Tax.
            Wer aber wirklich wert auf Privatsphäre legt, sollte keins dieser Betriebssysteme nutzen.

            Über Nachweise, dass Apple keine Telemetrie Daten sammelt, wäre ich auch froh. xd

    • Das machen die Hersteller doch auch, jedenfalls bei den Notebooks, wo es auf Sicherheit/Privatsphäre ankommt, also in der Business-Klasse. Lenovo Thinkpads z.B… Stcihwort „ThinkShutter“, Webcam-Abdeckung

      • Geil. Die Diskussion ging los mit Formulierung der Erwartung, dass Hersteller doch selbst für einen mechanischen Schutz vor der Kamera sorgen sollten und endet mit der Forderung nach Beweisen für das Sammeln von Telemetriedaten durch Apple. Trollen in Reinstform. 😀

  2. Christian says:

    Bei mir hat ein Aufkleber über der Kamera in dem Bereich die Antireflektionsschicht beschädigt, daher würde ich desse Nutzung nicht empfehlen.

    • Bei einem Gerät bei dem ich die Kamera niemals nutze habe ich vor dem überkleben an der Stelle, an der die Linse sitzt ein Stück Klebeband verkehrt herum angebracht. …so dass es an genau dieser Stelle nicht klebt.

      …falls man bedenken hat, dass die Oberfläche beschädigt wird, ist das vielleicht eine Überlegung wert.

  3. Diese Aufkleber sorgen doch im schlimmsten Fall für das Gegenteil – wenn sie über der grünen LED platziert werden, merkst du nicht, dass irgendwas in deinem System aktiv ist, was du eigentlich nicht willst. Da erscheint mir eine Lösung wie „Oversight“ zu installieren viel hilfreicher…

  4. Black Mac says:

    Die Kamera bekommt nur Strom, wenn zuerst die LED welchen bekommt. Auch sonst gilt die Kamera der neueren MacBooks als sicherheitstechnisch wasserdicht. Das ist Aluhut-Gehabe.

  5. Die Leute, die da ihre Kamera abkleben sind doch eh lost….

    • Ich gehöre wahrlich nicht zur Aluhut Fraktion aber selbstverständlich ist bei mir auch eine Abdeckung vor der Kamera.

      • So selbstverständlich ist das nicht, finde ich. Ich nutze solche Geräte und auch die Möglichkeiten die sie mir bieten, entsprechend nutze ich auch die eingebauten Kameras. Natürlich nicht ständig und rund um die Uhr, aber doch so oft, dass es mir zumindest zu lästig wäre, diese Abdeckung ständig zu entfernen.

    • Wenn Zuckerberg auf seinem Mac die Kamera und Mikros abklebt und auch der FBI-Chef es tut und dazu rät, sind doch eher die Leute , die nicht abkleben, „lost“.

      • Zuckerberg und der FBI Chef sind bestimmt ein interessanteres Ziel als „normale“ Menschen. Dass diese Personen extra vorsichtig sein müssen, sollte wohl jedem klar sein.

  6. Also ich hab nix zu verbergen…

    • Im Film Snowden regt er sich über den Satz auf, als seine Freundin ihn sagt ^^.

      Ich sehe es auch nicht so wie du – selbst wenn ich nix zu verbergen hätte, würde ich nicht ausspioniert werden wollen 😉

      Ich muss davon ausgehen, du meinst das ironisch?!

  7. Ich frage mich wie viele, meiner Meinung nach sinnloser Weise, ihre Kameras zukleben, auch die Frontkamera von ihrem Smartphone zugeklebt haben?
    PS: Wenn ich jemanden abhören möchte, dann hacke ich lieber das Mikrofon, da ich besser hören, als von den Lippen ablesen kann.

  8. Bezüglich der Randnotiz von Caschy. In den genannten Einstellungen wird bei mir FaceTime nicht aufgeführt – FaceTime funktioniert trotzdem. Dies zeigt, dass wohl nicht alle Apps dort aufgeführt sein müssen, die Zugriff auf die Kamera haben.

    • Das gilt möglicherweise nur für 3rd-party also nicht-native Applikationen?! Auf den Screenshot sind es ja Chrome, Parallels und Telegram.

      Analog dazu sind in den iOS Datenschutzeinstellungen (-> Kamera) ja auch FaceTime und iMessage eben nicht aufgeführt.

    • Wahrscheinlich werden nur nicht-native Apps aufgeführt. Analog dazu, führt iOS auch kein FaceTime oder iMessage in den Datenschutzeinstellungen auf.

  9. Ob da jetzt eine grüne LED leuchtet oder nicht, ist in manchen Fällen vollkommen egal. Da kommt es darauf an, dass die Kamera kein Bild aufnehmen kann. Ich habe das bis jetzt allerdings nur mit so Siegel-Aufklebern auf Smartphone- und Laptopkamera erlebt, die beim Entfernen kaputt gehen. Die sind wirklich dünn und sollten keinen Schaden hinterlassen.

    • Es ist doch ein sicheres und besseres Gefühl, wenn die Kamera mit einem Schgieber oder Aufkleber „dicht“ ist.
      Diesen Schutz kann keine Software deaktivieren, alles andere schon – keine Software ist sicher und es ist nur eine Frage der Zeit, bis etwas gehackt ist.

      Somit ist die Kameraanzeige über eine LED auf Dauer nicht sicher. Wenn man seinen Rechner in der Ecke allways on stehen hat und selber die meiste Zeit im Raum unterwegs ist, ohne Blick auf Rechner, sieht man ja nicht, ob die LED nun einen Zugriff (legal oder illegal) auf die Kamera anzeigt und die Kamera ungewollt aufnimmt.

    • Doppelter Aluhutträger says:

      Es geht nichts über einen physischen Schutz. Alles ist hackbar. Macht euch doch nichts vor.

      Aber ich käme nie auf die Idee mir so ein Kunstoffteil am MacBook oder dergleichen anzubringen. Ist doch klar, dass das in die Hose geht. Ein zurechtgeschnittenes Post it und fertig.

  10. Nur, dass der Indikator eben gar keiner ist. Die LED kann ausgeschaltet werden, während die Kamera läuft

    • Belege für aktuellere Geräte?

    • Ausgeschaltete LED bei laufender Kamera ging bei sehr alten Macs, die vermutlich niemand mehr irgendwo aktiv nutzt.

      „Here’s an answer I received from a former engineer at Apple who was intimately familiar with the software drivers for Mac webcams:

      ‚The original cameras had the problem that the JHU researchers detailed in the article that your linked to. Problem was that the firmware was downloaded on every boot and there was no security/encryption mechanism for verifying it. The part used was fairly common and the firmware was just in RAM (hence the loading after a cold boot), as oppose to flashed.

      All cameras after that one were different: The hardware team tied the LED to a hardware signal from the sensor: If the (I believe) vertical sync was active, the LED would light up. There is NO firmware control to disable/enable the LED. The actual firmware is indeed flashable, but the part is not a generic part and there are mechanisms in place to verify the image being flashed. […]

      So, no, I don’t believe that malware could be installed to enable the camera without lighting the LED. My concern would be a situation where a frame is captured so the LED is lit only for a very brief period of time.'“

      https://daringfireball.net/2019/02/on_covering_webcams

    • Black Mac says:

      Ist seit vielen Jahren nicht mehr so.

  11. Man könnte jetzt noch raus finden, ob die Kamera IR kann, dann könnte es nämlich sein, dass die Kamera durch den Sticker durch gucken könnte.

  12. Und wenn man die Belichtungszeit so kurz macht, dass die LED nicht wahrnehmbar ist…?

  13. Aus diesem Grund bieten Firmen die wirkliche Business-Produkte anbieten immer eine Option ohne eingebaute Kamera an.

  14. Skeptiker says:

    Dass sich die Nutzer in Zeiten von Homeoffice, Zoom- und Teams-Meetings wieder mehr Gedanken um Privatsphäre und das Vorhandensein (und den eventuellen Missbrauch) einer Webcam machen, ist doch völlig verständlich.

    Unverständlich ist tatsächlich, dass die Hersteller (zumindest bei Laptops) keine standardmäßigen Abdeckungen einbauen. Kostet natürlich mehr Entwicklungsaufwand, wäre aber ein gutes Merkmal für mehr Kundenakzeptanz, mindestens im geschäftlichen Bereich. Abkleben ist heutzutage keine wirklich sinnvolle Option, wenn man beinahe täglich in Videokonferenzen hängt.

    Und manche Hersteller erschweren durch immer schmalere Displayränder das Anbringen von Abdeckungen mit Schiebemechanismus. Dell hat zum Beispiel beim XPS 13 9370 mit FHD-Display einen Rand von 5 mm über dem Display. Schiebeabdeckungen gibt es aber nicht unter 7 mm Breite. Und wie bei Apple bekommt man auch zunehmend Probleme mit dem meist nicht vorhandenen Spielraum zwischen Displayrand und Unterteil, wo kaum noch eine Cam-Abdeckung dazwischen passt.

    So kann man sich meist nur mit Bastellösungen behelfen. Unterwegs verzichte ich meist auf eine Abdeckung, im heimischen Büro setze ich eine kleine Holzklammer über die Cam. Die Klammer ist keine Wäscheklammer, sondern ein kleines Gimmick von einer Geschenkverpackung und hat in etwa die Kraft, ein Blatt Papier festzuhalten, wenn man nicht zu scharf drauf schaut. Also keine Gefahr für Display oder Gehäuse. Und bei Teams/Zoom schnell ab- und wieder aufgesetzt.

  15. mein HP ProBook hat schon ewig eine mechanische Abdeckung für die Kamera… aber das ist ja auch nicht so ein cooles Hippster Gerät wie ein MacBook.

    • Wenn man kein MacBook sondern ein HP ProBook hat, sollte man sich in die Ecke setzen und weinen. Man wird nie wissen wie es ist, wenn man auf so viele Dinge verzichten muss. Diese Konzentration auf das Wesentliche: nur USB-C-Anschlüsse und einen Kopfhöreranschluss (wie konnte letzteres passieren?). Kein ablenkender SD-Steckplatz, keine doofen legacy USB-Anschlüsse. RJ45 ist WLAN für Weicheier und HDMI-Anschlüsse könnten dafür sorgen, dass man in Meeting selber etwas präsentieren kann. Ohne Adapter! Das sollte man unbedingt vermeiden und ein MacBook 16″ statt des neuen HP ProBook kaufen. Man bekommt weniger Ausstattung, dafür kostet das MacBook 3x so viel.

      Oder anders gesagt: wenn MacBook-Nutzer seit Jahren im Starbucks sitzen, um bei der Arbeitssimulation gesehen zu werden, ist eine dauerhaft aktivierte Kamera dann nicht ein Muss?

      • Ok, du hast mich überzeugt! Ich danke dir, das heißt ich habe all die Jahre völlig falsch gearbeitet… wie konnte ich nur die lange Zeit Geld verdienen!? Und überhaupt überleben!? Völlig verrückt diese Welt.

      • Skeptiker says:

        Brauche ich unterwegs (mit neuem Dell XPS 13; Leistungsdaten wie HP ProBook, aber viel leichter) HDMI,- Ethernet- und andere Anschlüsse? Mit modernen Menschen tausche ich unterwegs im Bedarfsfall Dateien über WLAN oder Clouddienste aus bzw. habe noch einen Adapter USB-C/USB-A dabei. Und im Büro habe ich einen einzigen (günstigen) Hub mit all den benötigten Anschlüssen, den ich über USB-C am Laptop anschließe, Aufladen via PD inklusive. Als Tastatur genügt die interne (Sondertastenbelegung via unclassified.software/de-eu), Maus (wenn im Büro) läuft über BT. Wozu also die ganzen Anschlüsse im Laptop? Ach ja, muss ich mal beim Kunden was präsentieren, geht das entweder über WLAN oder ich hab einen kleinen Hub mit HDMI-Anschluss dabei. Zusätzliche Anschlüsse am Gerät habe ich bei diesem und seinem Vorgänger nie vermisst.

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