Logitech weist bald die CO2-Bilanz auf seinen Produkten aus

Nachhaltigkeit ist in aller Munde, auch wenn nach Fridays for Future aktuell die Corona-Krise eher zum Trend-Thema geworden ist. Doch Umwelt- und Klimaschutz für eine sichere Zukunft sind Themen, die dadurch nicht an Bedeutung verlieren – ganz im Gegenteil. Logitech will deswegen schon bald die CO2-Bilanz auf seinen Produkten bzw. vielmehr deren Verpackungen ausweisen.

Logitech sei laut eigenen Aussagen damit das erste Elektronikunternehmen, das seinen Kunden dieses Maß an Transparenz biete. Erste Verpackungen mit deren Auszeichnungen werden noch in diesem Jahr verwendet. Man hoffe, dass andere Hersteller nachziehen, denn für Kunden schaffe man so gemeinsam mehr Transparenz und erleichtere eventuell auch die Kaufentscheidung im Zweifelsfall.

Logitech zieht den Vergleich zu Kalorienangaben bei Lebensmitteln: Dem Kunden müsse bewusst sein, um welche Mengen es gehe. Nur so seien auch die Auswirkungen etwas greifbarer. Logitech unterstütze dabei laut eigenen Aussagen das Pariser Klima Abkommen und verpflichtet sich, seinen CO2-Fußabdruck zu begrenzen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen und verkündete, dass das Unternehmen bis 2030 ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werde.

Um die Verlässlichkeit der CO2-Angaben zu gewährleisten, arbeitet Logitech mit Partnern zusammen – unter anderem Natural Capital Partners, iPoint Group sowie einem unabhängigen Institut, das die CO2-Auswirkungen auf Produktebene nach den entsprechenden DEKRA-Zertifizierungsstandards verifiziere und validiere. Logitech übermittelt dafür Informationen zur CO2-Bilanz seiner Produkte. Über einen Online-Zugang erhalten die Partner Zugriff auf die genutzte Methode und entsprechende Protokolle des Unternehmens für die Bemessung des CO2-Fußabdrucks sowie die Kommunikations- und Kennzeichnungsstandards gemäß der Normen ISO 14067 und ISO 14026.

Mal sehen, ob da nun andere Unternehmen ähnlich vorgehen. Was haltet ihr von dem Schritt von Logitech? Ist das für euch eher eine reine Image-Maßnahme oder tatsächlich ein wertvoller Schritt in die richtige Richtung?

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. layerbreak says:

    Ich finde es gut. Sei es wegen Image oder andere Beweggründe. Am Ende zählt doch, das ein Unternehmen anfängt. Es steigert Schritt für Schritt das Verständnis und bringt es in aller Bewusstsein.

  2. Schöne Idee, aber mal ehrlich im Elektronikbereich glaube ich kaum, daß jemand „nur“ wegen weniger Co2 eine teurere und vlt. auch noch schlechtere Maus /Tastatur kaufen wird .

    Gerade im hart umkämpften Elektronikbereich zählen wohl ehr Preis und die dafür gebotene Leistung.

    Auf der anderen Seite hat das für mich so ein Beigeschmack von „selbst auf die Schulter klopfen“. Ich mein ist gut für die Umwelt wenn jetzt ein Wettkampf der Hersteller losgeht „wer braucht am wenigsten Co2“. Sehe das aber kritisch, weil wer zahlt die Energiewende? Ja richtig der kleine Mann!!!

    Auch kann ich mir gut Vorstellen, daß sich dann eben Logitech hinstellt und sagt „Wir haben ja, aber die Kunden haben nicht“ umso demEndverbraucher die Schuld zuzuschieben.

    Ferner möchte ich auch zu bedenken geben, daß sich viele rein aus monitären Gründen Umweltschutz nicht leisten können wie sie es vlt. wollen.

    „Wer wenig hat, kann wenig ausgeben!!“

    • Die Umweltbilanz auszuweisen bedeutet ja nicht, dass man darauf irgendwie Rücksicht nehmen muss.

      Wer z.B. keine Probleme mit dem Gewicht hat achtet ja auch nicht auf Kalorienangaben bei Lebensmitteln.

      Wenn irgendjemand ein Problem mit seiner Umweltbilanz hat kann er jetzt nachlesen was er da zu kompensieren hat, kauft die Kompensation online und fertig. Scheint mir weit vernünftiger als dass sie die Produktion an sich verändern.

      • Genau der richtige Vergleich mit der Nährstoffangabe auf Lebensmitteln.
        Personen, die es interessiert, können es sich angucken und alle anderen können es ignorieren und haben keinen Nachteil dadurch.

        Aber Hauptsache man kann sich über „Schulschwänzer“ und FFF echauffieren… Mache scheinen echt Probleme zu haben.

        • Naja ist halt einfacher als selbst was zu tun und der Spiegel macht die eigene Untätigkeit nochmal deutlicher, da muss man halt meckern statt zu sagen, scheiße die haben recht, ich sollte mal was tun.

  3. Onkel Wanja says:

    Wenn Qualität und Preis stimmen ist mir die CO2 Bilanz völlig egal. Ob es wirklich Menschen gibt die Mäuse und Tastaturen wegen einer guten CO2 Bilanz kaufen?

  4. Ich halte es für wesentlich sinnvoller das Produkt an sich nachhaltiger zu gestalten als irgendwelche Werte auf die Verpackung zu kleben. Dieser Co2-Footprint bezieht sich mit Sicherheit auch auf eine gewisse Lebenszeit des Produkts. Und die ist bei Logitech in den letzten Jahren in vielen Fällen niedriger als der Kunde und sicherlich auch der Produzent es sich wünschen. Ich kaufe für ein großes Unternehmen die Peripherie ein und kann aus eigener Erfahrung berichten, dass Logitech in den letzten Jahren ein großes Problem mit der Langlebigkeit seiner Produkte hatte. Wir sind aus diesem Grund zu anderen Herstellern gewechselt. Im Ansatz ja ganz nett, dieses Label. Vor dem Hintergrund der frühzeitigen Obsoleszenz aber aus meiner Sicht heraus der falsche Ansatz.

    • So wie ich es verstanden habe, geht es hier mehr um den CO2-Footprint, welcher bei der Produktion der Geräte anfällt. Der Stromverbrauch wurde ja bisher schon angegeben (zumindest der maximale).

      Die Lebensdauer an sich erzeugt ja kein CO2. Lediglich das häufigere Kaufen des Produkts erzeugt immer wieder die ausgewiesene Menge CO2. Aber die Lebenszeit ändert erstmal nichts an diesem Wert.

      • Ich habe damals meine Logitech G15 Tastatur nach sieben (!) Jahren entsorgt, weil ich etwas neues wollte. Dabei war sie keinesfalls defekt, eine gründliche Reinigung hätte es auch getan, dann wäre sie wahrscheinlich weitere sieben Jahre gelaufen. Die Mäuse waren auch kaum tot zu kriegen.
        Heute sieht es ein wenig anders aus.
        Die G910 war nach genau zwei Jahren defekt, beim Antippen mehrerer Tasten kamen die Buchstaben doppelt und x-fach. Schrott, wenn man keine Ersatzteile kaufen und basteln will/kann.
        Wegen meiner derzeitigen Maus, G502 Lightspeed wireless, musste ich schon innerhalb eines Jahres zwei mal zum Mediamarkt fahren, um sie umtauschen zu lassen. (defekte Schalter, beim einfachen Drücken der linken und rechten Maustaste kamen Doppelklicks, Halten war auch kaum möglich) Das waren 100 km und zwei Packungen Schrott. Ich gehe nicht davon aus, dass ich diese Maus noch lange nach Ablauf der Gewährleistung nutzen kann.
        Rein von der Leistung her waren beide Geräte absolute Spitzenklasse. Leider gefällt mir das anscheinend jetzt von Logitech bevorzugte „Mietmodell“ nicht besonders. (Eingabegerät für 150 Euro kaufen -> 24 Monate nutzen -> wegwerfen, weil defekt -> neues kaufen) Die CO2-Bilanz dürfte auch schlecht ausfallen – egal, wie umweltschonend die einzelnen Teile nun hergestellt werden.

        Und auch wenn das nicht zum Thema gehört: die G HUB Software nervt nur noch. Nach Updates stürzt sie häufig ab, Neuinstallation mit Bereinigung hilft nur zeitweise, wenn man seine Makros sichern will, darf man damit in die Cloud (tolle Sache, wenn man mal ein sehr häufig genutztes Passwort für alle möglichen Eingabemasken verfügbar halten möchte)
        Während die Haltbarkeit schlechter wird, werden die Preise immer besser. Die neueste Tastatur kostet schon über 200 Euro. (wäre eine Überlegung wert, wenn man sich sicher sein könnte, dass die auch fünf Jahre hält – aber so bestimmt nicht!)
        Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, aber zumindest was Tastatur angeht, ist sie gefallen. Die Ansprüche wurden ein wenig runtergeschraubt, vor mir steht jetzt eine Sharkoon SGK5 für 40 Euro. Software speichert die Einstellungen unter „AppData“, Makros werden lokal in einer Datei gespeichert, die man einfach sichern und beliebig wieder verwenden kann. Passt. Bye Logitech.

        • Das mit der Cloud ist tatsächlich vollkommener Unsinn. Hab nicht schlecht gestaunt als mir meine Tastatur gesagt hat ich solle mich einloggen. 😀

          Die Applikation hat aber keine Ausnahme in meiner Firewall und kommt deshalb eh nicht ins Netz. G HUB hab ich abgeschaltet. In meine Anwendungsfall funktioniert die Tastatur danach nicht irgendwie schlechter oder so.

          Macht trotzdem natürlich einen sehr schlechten Eindruck.

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