
Im Markt für Fernsehgeräte dominieren aktuell die Betriebssysteme Android TV / Google TV, Tizen (Samsung) und webOS (LG). LG Electronics hat da nun große Pläne für seine Plattform, wie in Südkorea berichtet wird. Demnach wolle das Unternehmen die Zahl seiner Partner in den nächsten Jahren verzehnfachen, um webOS schließlich an über 200 Hersteller zu lizenzieren. Außerdem wird man den Fokus darauf legen, auch nach dem TV-Verkauf Monetarisierungen durchzuführen.
Der Trend geht in die gleiche Richtung, wie im mobilen Segment: Laut LG könne man sich nicht mit dem reinen Verkauf von Geräten über Wasser halten. Es sind kontinuierliche Einnahmeströme notwendig – durch den Verkauf von Apps, Zusatzfunktionen und Werbung. Details dazu, wie die große Werbe-Offensive ausfallen könnte, gibt es noch nicht. Klar ist aber, dass LG sein Personal entsprechend aufstockt.
In eine ähnliche Richtung geht ja auch River OS, ein anderes TV-Betriebssystem von LG, das Werbung als zentrales Fundament nutzt. LG will sich mehr und mehr zu einer Software-Firma umgestalten. Als Vorbilder sieht man da offenbar Apple und Google. Zuletzt konnte LG die Marktanteile von webOS von 12,4 auf ca. 13,8 % steigern, während Samsungs Tizen von 24,3 auf 21,4 % fiel. Allerdings sorgt die steigende Inflation für mehr Preisbewusstsein bei Käufern im Bereich der nicht lebensnotwendigen Güter – zu denen nun einmal auch Fernseher zählen. Beliebig die Preise erhöhen kann man also nicht. Stattdessen sucht man nach anderen Chancen, Einnahmen zu generieren.
Das passt eben auch der Werbeindustrie, da sich über das lineare Fernsehen immer weniger Nutzer erreichen lassen. Die direkte Einbindung von Werbung in die TV-Software begeistert hier quasi alle – bis auf die meisten Kunden, nehme ich an. Dieser Fokus auf Werbung und die Auswertung von Nutzerdaten hatte sich übrigens schon länger abgezeichnet. Anfang 2021 stieg LG etwa bei Alphonso ein, einer Firma, welche die Daten von TV-Nutzern auswertet.
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