LG: Schlechte Quartalsergebnisse wegen Krise der mobilen Sparte

Bei LG dürften die Ergebnisse des vierten Quartals 2018 für Kopfzerbrechen sorgen. Zwar tut man wie üblich in der offiziellen Pressemitteilung größtenteils so, als sei alles total dufte, doch schaut man genauer hin, sprechen die Zahlen eine andere Sprache. Denn erstmals seit zwei Jahren müssen die Südkoreaner insgesamt keine schwarzen, sondern rote Zahlen ausweisen. Verantwortlich ist zu großen Teilen die mobile Sparte.

Im Gesamtjahr 2018 nahm LG ca. 54,4 Mrd. US-Dollar ein und kam auf einen Gewinn von 2,4 Mrd. US-Dollar. Damit beginnt der Hersteller dann auch geschickt in seiner Pressemitteilung und spricht von einem Anstieg um 10 % gegenüber 2017. Verantwortlich sind die gut laufenden Abteilungen für Home Entertainment und Haushaltsgeräte.

Schaut man sich das vierte Quartal 2018 an, sieht es da aber schon anders aus. Hier flossen Einnahmen in Höhe von 13,99 Mrd. US-Dollar, die um 7 % niedriger lagen als im gleichen Zeitraum 2017. LG nennt selbst die mobile Sparte als Verursacher dieses Rückgangs. Besser sah es da bei der LG Home Appliance & Air Solution Company aus, welche im Gesamtjahr 2018 17,17 Mrd. US-Dollar umsetzen konnte bzw. 3,84 Mrd. US-Dollar im vierten Quartal. Das entspricht Anstiegen von 5 bzw. 3 % im direkten Vergleich mit dem Vorjahr.

Auch bei der LG Home Entertainment Company sieht es gut aus: Einnahmen über 14,37 Mrd. US-Dollar im Gesamtjahr und 4,04 Mrd. US-Dollar im vierten Quartal 2018. Im ganzen Jahr erreichte man daher einen Rekordgewinn von 1,35 Mrd. US-Dollar, wofür man vor allem die OLED-TVs im Premium-Segment verantwortlich macht.

Tja und bei der LG Mobile Communications Company gehen die Blicke dann stumm gen Boden. 2018 erwirtschaftete man Einnahmen über 7,08 Mrd. US-Dollar und im vierten Quartal 1,51 Mrd. US-Dollar. Im Jahr musste man deswegen einen Verlust von 700,65 Mio. US-Dollar hinnehmen. 5G soll es da laut LG nun in diesem Jahr unter anderem richten.

Die LG Vehicle Components Company kommt 2018 auf 3,8 Mrd. US-Dollar an Einnahmen, was gegenüber 2017 einem satten Anstieg um 28 % entspricht. Im vierten Quartal nahm man 1,24 Mrd. US-Dollar ein – das beste Quartal der Abteilung überhaupt. Dann wäre da eben noch die LG Business-to-Business Company welche 2018 auf 2,13 Mrd. US-Dollar an Einnahmen bzw. im vierten Quartal 530,1 Mio. US-Dollar kommt.

LG hat nun insgesamt im vierten Quartal 2018 dennoch rund 72,5 Mio. US-Dollar Verlust gemacht. Da tröstet der eingangs genannte Gewinn im Gesamtjahr zumindest ein wenig. Nun muss LG seine mobile Abteilung aber wieder auf Kurs bekommen. LG spricht zwar allgemein davon, dass der Smartphone-Markt gesättigt sei, doch wer etwa erst Monate nach der internationalen Veröffentlichung in Deutschland mit einem Flaggschiff um die Ecke kommt, muss sich nicht über schlechte Verkaufszahlen wundern.

Nun muss man abwarten, wie und ob LG 2019 insbesondere im mobilen Markt die Kurve bekommt. Die vielfach kritisierte Update-Politik, die ich schon am eigenen Leib erfahren durfte, spielt da sicherlich auch eine Rolle.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Peter Auch Lustig says:

    Komisch.

  2. Ich sehe schwarz für die Koreaner, die werden von den China Handys brutal verdrängt, in allen Bereichen.

  3. Dabei sind die Geräte meist echt Klasse gelungen (bin mit meinem V30 hochzufrieden). Aber mit verkorkstem Timing, unsinniger Preispolitik und quasi-abwesenden Softwareaktualisierungen machen sie sich echt selbst das Geschäft kaputt.

  4. Bauen welche der besten Handys, aber nur weil der Ruf nicht so groß ist wie bei Samsung haben sie echte Probleme… sehr Schade. Aber insgesamt geht es der Smartphone-Industrie ja nicht so gut

    • Die machen was? Die letzten Modelle kamen mit einigen Monaten Verspätung in Europa raus. Das V40 zum Beispiel wird jetzt präsentiert und stellt mit Hardware aus 2018 zu einem Preis aus 2019 ein denkbar schlechtes Angebot dar.

      Die haben einfach den Zug verpasst und zuviele Fehlentscheidungen getroffen bzw. zu langsam gehandelt.

  5. Ich bin auch der Meinung das es nicht an den Geräten selbst liegt, sondern an der Preispolitik und an dem falschen Zeitpunkt der Einführung. Die Einschränkungen in der Hardware, auf verschiedenen Märkten hat auch nicht unbedingt geholfen. LG schafft es auch nicht sich von der Konkurrenz abzuheben. Ich denke momentan sind die nur noch dabei, die Verkaufszahlen werden nicht die besten sein. Wenn man überlegt wie schnell dass das geht, heute noch top, morgen bist du schon Out.

  6. Obwohl mir die lg G und V Modelle immer gefallen haben, hat es mir eine in meine Tasche geschafft, weil es nicht verfügba oder im Vergleich zu teuer war. Und die beiden LG flex, die wir in der Familie hatten waren nach 20 Monaten gleichzeitig hinüber. LG Jan irgendwie keine smartphones. Hat aber tolle Fernseher

  7. Mein G4 war 2x wegen SuddenDeath beim Service. Dazu noch die Tatsache dass keine Updates kamen. Das G4 war mein erstes und letztes LG Smartphone. Mit dem OLED-TV bin ich hingegen sehr zufrieden. Scheint also tatsächlich ein Spartenproblem bei LG zu sein.

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