
Nun hatte ich ein Testgerät von Epson bekommen, welches ich hier kurz anreißen möchte. Kurz deshalb, weil es im Bereich der Beamer so viele unterschiedliche Geräte mit variablen Möglichkeiten gibt. Epson ruft für den Epson EB-U04 derzeit via Amazon rund 599 Euro aus, hierfür bekommt man das Gerät mit 3000 Lumen und FullHD. Hier lohnen sich sicherlich Preisvergleiche mit anderen Händlern, in Blitz- oder sonstigen Angeboten war der Beamer nämlich schon für 499 bis 549 Euro zu haben.
Positiv nach dem Auspacken machte sich das Gewicht des Epson EB-U04 bemerkbar. Er ist mit den Maßen 29,7 x 24,4 x 7,7 cm nicht nur besonders kompakt, sondern mit 2,6 Kilo auch sehr leicht. Der Beamer kommt in separater Tragetasche, würde aber neben ein paar Bierflaschen auch locker in meinen Rucksack passen, wenn man den Beamer mal zu Freunden mitnehmen würde, um ein Spiel woanders zu schauen. Sicherlich kein Kriterium für einen fest installierten Beamer, für mich käme aber tatsächlich nur ein mobiles und nicht fest installiertes Gerät infrage.
Wie bei der kompletten Beamer-Range von Epson setzt man auf 3LCD-Technologie. Auch haben die meisten Geräte von Epson einen Kontrast von 15.000:1 und eine Lampenlebensdauer von 5.000 Stunden im Normal- und 10.000 Stunden im Eco-Betrieb. Der EB-U04 hat ferner ein Projektionsverhältnis von 1.38 – 1.68:1. Da es sich bei der Angabe um zwei Zahlen handelt, besitzt der Beamer ein Zoomobjektiv. Ich kann also mit dem Beamer aus einer Entfernung von 1,38 Meter ein 1 Meter breites Bild erstellen (Zoom auf Weitwinkel). Alternativ kann ich mit der Optik auf Tele aus 1,68 Meter Entfernung ein 1 Meter großes Bild auf meiner Leinwand realisieren.
Lautsprecher hat der Epson EB-U04 auch, diese sind 2 Watt stark. Folgende Anschlüsse hat der Beamer: 2x HDMI (1x MHL), VGA-in, S-Video, Composite, USB A, USB B und optional WLAN. Leider war entsprechendes WLAN-Modul bei meinem Testgerät nicht dabei, gerade das wäre eine für mich spannende Funktion gewesen.
Im Lieferumfang befindet sich nicht nur der Beamer, sondern auch ein VGA-Kabel, das Netzkabel, die Tasche und eine Fernbedienung nebst Batterien für diese. Menü ist selbstverständlich deutschsprachig und recht einfach gehalten. Sollte man sofort mit klarkommen. Einsteiger verzweifeln vielleicht am WLAN. Ist ja optional, die Einstellungen aber dennoch vorhanden. Kann zu Verwirrungen führen. Der erste Test erfolgt natürlich unter Umgehung jeglichen Lesens eines Handbuches. Wozu auch?
Zwei Watt bei den Lautsprechern ist wirklich dünn. Das ist ok, wenn man einen Meter vom Beamer entfernt sitzt, Kraft und Volumen, gerade bei Filmen oder Bässen? Fehlanzeige. Voll aufdrehen ist eh nicht, ab Stufe 7 von 10 wird der Klang etwas nervig. Externe Lautsprecher? Sind direkt nicht möglich, sodass für mich der Beamer schon etwas verloren hatte. Ich gebe nicht Summe X aus um Inhalte auf einer großen Wand zu konsumieren – und dabei Sound aus einer Blechdose zu bekommen. Ist aber nur meine Meinung und ist auch von Fall zu Fall unterschiedlich – wer mehr vom Sound will, muss halt schauen, dass er den externen Zuspieler des Beamers (Konsole, Player etc.) mit einer entsprechenden Sound-Geschichte verbindet. Vielleicht hat Epson aber auch eine andere Zielgruppe, beispielsweise die, die den Beamer an das Notebook anklememn oder Zuspieler, die zwei HDMI-Anschlüsse bieten.
| Technologie: | LCD | |
| Helligkeit: | 3.000,00 ANSI-Lumen | |
| Helligkeit (ECO): | 2.100,00 ANSI-Lumen | |
| Kontrast: | 15.000,00 : 1 | |
| Auflösung: | 1.920 x 1.200 | |
| Bildformat: | 16:10 (Native), umschaltbar auf 4:3 & 16:9 | |
| Full-HD: | ja | |
| Bilddiagonale (min): | 76,00 cm | |
| Bilddiagonale (max): | 760,00 cm | |
| Projektionsverhältnis: | 1,38 – 1,68:1 | |
| Betriebsgeräusch (ECO): | 28,00 db(A) | |
| Betriebsgeräusch (Normal): | 37,00 db(A) | |
| Objektiv: | F=1,5 – 1,7 / f=20,42 mm – 24,50 mm | |
| Lautsprecher: | intern, 2 Watt | |
| Abmessungen (BxHxT): | 297 x 77 x 244 mm | |
| Gewicht: | 2,60 kg | |
Das Bild? Interessanterweise fand ich die Schwarzwerte ok, wobei diese natürlich nicht so satt sind wie am klassischen TV. Die Grundeinstellungen in Sachen Farbe und Kontrast sind beim Beamer schon für ein gutes Ersterlebnis nutzbar, können aber auch wacker über die Einstellungen justiert werden. Entweder man greift selber zum Skalieren über die Fernbedienung oder wählt aus vorgegebenen Profilen. Die erreicht man über die Fernbedienung oder manuell.
Sehr positiv: Das Bild kann man sich auch noch gut tagsüber anschauen. Hab das Ganze sowohl im Flur, Arbeits- als auch im Wohnzimmer getestet und selbst der ECO-Modus ist noch leuchtstark genug, um „September 16 Uhr-Helligkeit“ zu übertrumpfen. Die Bildqualität würde ich an unseren Wänden (ohne Tapete) als gut bezeichnen, überzeugte mich persönlich bei entsprechendem Ausgangsmaterial. Im Flur, nur für einen kurzen Test, war ich auf „Raufaser“. Das geht für Bewegtbild, Fotos fand ich da eher ungeil. Geräusche? Deutlich hörbar, wenn man in der unmittelbaren Nähe des Beamers sitzt, nicht aber ab ca. 2 Meter und entsprechender Lautstärke 4+ auf der Skala.
Kurztest der Sonderfunktionen wie manuelle horizontale- und automatische vertikale Trapezkorrektur: Funktioniert gut, kostet aber Auflösungsqualität, da die Korrektur komplett digital erfolgt und eben nicht optisch. Die Interpolation ist aber als durchaus gut zu bewerten. Unten einmal ein paar Beispielfotos, die nicht in den besten Umgebungsvariablen entstanden. Tagsüber auf einer Raufasertapete, keine direkten Fenster, dafür Tageslicht aus vier verschiedenen Eingängen. Klick vergrößert das Bild, Zuspieler war hier im Bild einmal YouTube und ein angeschlossener Chromecast für Fotos.
Speziell für Foto-Beschauung sei gesagt: Schaut bei diesem Beamer genauer in die diversen Modi und die separierten Einstellungsmöglichkeiten, die Einstellung Kino verschweigt zahlreiche Details in Fotos. (Anmerkung: Die Fotos sind ohne angepasste Keystone-Einstellungen aufgenommen worden, da der Beamer für die Fotos testweise nach unten gestellt wurde und so von unten nach oben unangepasst abstrahlte).
Was mir am Ende des zweiwöchigen Tests in Erinnerung geblieben ist: Alles in allem ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Leicht zu bedienen. Kann Medien wie Fotos direkt vom angeschlossenen USB-Stick fressen, MP4 wollte bei mir nicht. Beherrscht einen Splitscreen-Modus. Kann also auf Signalquelle 1 Fußballspiel XY anzeigen, während man auf Anschluss 2 seinen Fußball Manager geöffnet hat. Schweres Beispiel, aber ihr wisst, was ich meine.
Definitiv ausreichend für Fußball-Übertragungen. Schwarzwerte sind ok (direkter Vergleich zur Samsung Series 9, 9500er S-UHD ist schwer zu ziehen, da gewinnt das TV-Gerät leicht – und in Vergleich zu Plasmas sollte man diesen Beamer dann eh nicht stellen), aber sicherlich nichts für Cineasten. Die schauen sicherlich eh in anderen Preisklassen. Lebenszeit der 220 Watt-Birnen ist ok (10.000 Stunden im ECO, 5.000 im Normalbetrieb) , die Ersatzlampen vergleichsweise günstig. Negativ fiel mir persönlich auf, dass es leider keinen Audio-out gab, ebenfalls hätte man das Stromkabel ruhig in länger mitliefern dürfen. Angesichts des Preises ist dies aber Jammern auf hohem Niveau.
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