Künstliche Intelligenz: Microsoft Research zeigt Aufzug, der das Ziel bereits kennt

Teilweise ist es erschreckend und faszinierend zugleich, wenn man sich anschaut, was die Zukunft so alles bringen wird. Nach dem Versandhändler, der Waren bereits verschickt, bevor sie bestellt werden, kommt nun Microsoft Research mit einem Aufzug daher, der weiß, in welches Stockwerk man befördert werden will. Peter Lee, Leiter von Microsoft Research, erzählte in einem Bloomberg Interview davon.

Gut 3 Monate hat man ein Programm das Verhalten der Aufzugnutzer beobachten lassen, wie sich die Menschen verhalten, wenn sie einen Aufzug nutzen. Dazu wurden Sensoren in den Bereichen um die Aufzüge genutzt. Nach der Lernphase wurde, ohne weitere Programmierung, das System sich selbst überlassen und steuerte die Aufzüge nach dem Willen der Nutzer, ohne dass diese etwas tun mussten.

Lee erklärt das auch anhand eines konkreten Beispiels: Wenn die Umgebung weiß, dass es Essenszeit ist und man sich am Vortag darüber unterhalten hat, dass man sich mit einem Kollegen aus dem zweiten Stock zum Essen trifft, weiß der smarte Aufzug, wenn man das Büro Richtung Aufzug verlässt, dass er einen im zweiten Stock absetzen muss, ohne dass man noch etwas tun muss.

Das Ganze kann natürlich nur funktionieren, wenn ein System genügend Informationen erlangt hat. Lee geht sogar noch einen Schritt weiter und erklärt, dass in Zukunft Computer und Smartphones nicht mehr aktiv bedient werden müssen. Computer werden im Sinne des Nutzers handeln, ohne dass dieser selbst die Befehle anstoßen muss.

Der Part mit dem Aufzug beginnt im eingebetteten Video bei 2:40, wer Zeit für das ganze Video hat, sollte es sich anschauen, ist recht interessant. Die Vorstellung, dass Technik die nächsten Schritte von einem kennt, bevor man dies selbst tut, ist allerdings schon etwas creepy.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. creepy Trift es. da bekommt das Wort Absturz eine ganz neue Bedeutung 😉

    Aber das sieht man ja auch an das von google gekaufte Heizungssystem Nest. Ich habe in Erinnerung dass dieses auch das heiz Verhalten des Besitzer studiert und dann nach
    1-2 Wochen völlig alleine entscheidet welche Temperatur wohl angemessen zu sein hat.

    Solange SIE nicht Irgendwann UNS zum existieren brauche… ^_^

  2. Eike Justus says:

    Das ist keine „Künstliche Intelligenz“, das ist allenfalls ein selbstlernendes System. Gääähn.

  3. Und wenn ich mich dann aber entscheide, statt Essen zu gehen doch noch mal ins Lager im Keller zu gehen? ich finde, dass ist mal wieder ein Beispiel dafür, dass nicht alles, was technisch machbar ist auch Sinn ergibt. Schon klar, es ist nur ein Beispiel aber ich merke bei mir gerade, dass ich immer mehr nach dem Grenznutzen schaue und bei immer mehr Gadgets oder Apps merke: das bringt mir nichts bzw. der Aufwand etwas einzusetzen ist grösser als der Nutzen.

  4. Sparbrötchen says:

    Das Prinzip der vorausschauenden Fahrstühle kennen einige sicher schon aus
    The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy

    http://absolutelypointless.net/hhgttg/guide_s.html

    SIRIUS CYBERNETICS CORPORATION
    Elevators: Modern elevators are strange and complex entities. The ancient electric winch and „maximum-capacity-eight-persons“ jobs bear as much relation to a Sirius Cybernetics Corporation Happy Vertical People Transporter as a packet of mixed nuts does to the entire west wing of the Sirian State Mental Hospital.

    This is because they operate on the curious principle of „defocused temporal perception.“ In other words they have the capacity to see dimly into the immediate future, which enables the elevator to be on the right floor to pick you up even before you knew you wanted it, thus eliminating all the tedious chatting, relaxing and making friends that people were previously forced to do while waiting for elevators.

    Not unnaturally, many elevators imbued with intelligence and precognition became terribly frustrated with the mindless business of going up and down, up and down, experimented briefly with the notion of going sideways, as a sort of existential protest demanded participation in the decision-making process and finally took to squatting in basements sulking.

    Und wer The Restaurant at the End of the Universe gelesen hat, weiß auch wozu das führt. [es folgt jetzt kein Spoiler]

  5. Ich halte die Idee, dass Computer, Smartphones usw. schon im voraus selbständig handeln für völligen Blödsinn. Selbst auf der Enterprise muss man dem Bordcomputer direkt Anweisungen geben!
    Ich will lieber sinnvolle Funktionalität, die ich selbst auf Knopfdruck oder meinetwegen per Sprache aktivieren kann. Da brauch ich dann auch keine persönlichen Daten an die Computer weitergeben.

  6. Das ist verblüffend. Ein selbstlernendes System als Aufzug.

  7. Altborschtel says:

    Super! Dann muß ich nicht mehr im Aufzug 1x!! einen!! Knopf drücken!

  8. Wie kann man nur so blöd sein, gerade an einem Stück Technik, das für viele Leute eh schon mit Angst und Beklemmung verbunden ist, sebstlernende Systeme vorzustellen, die einem die Befehlsgewalt nehmen?
    Mal davon abgesehen: Fängt man dann erst an, mit dem Lift zu diskutieren, wenn man mal woanders hin will? Und welchen Nutzen hat das, wenn mehr als ein Mensch einsteigt? Gibt’s dann erst eine Lotterie, wer heute das Erstfahrrecht gewonnen hat?
    Ein Paradebeispiel für völlig überflüssigen Mist, einen öffentlichen Fahrstuhl gehen meine Lebensgewohnheiten und Daten einen feuchten Kehricht an.
    Es sollte sich wirklich jeder ernsthaft Sorgen um die Verbreitung seiner biometrischen Daten machen. Das zeigt dieses Beispiel.

  9. Namenlos, weil Cookies gelöscht... says:

    Nun, dann kommen jetzt halt noch ein paar tolle low-budget Gruselschocker Filme, in denen seltsame und ungelöste -aber höchste irritierende- Dinge in Aufzügen geschehen, auf uns zu 😎
    Toll! Ich mag Trash!
    Abbuzze (1996)
    Abwärts (1984)
    Fahrstuhl des Grauens (1983)
    Devil – Fahrstuhl zur Hölle (2010)
    um nur einige zu nennen…

  10. Ich finde das so schlecht nicht – natürlich ist es für den Einzelnen kein Problem den Knopf zu drücken, da sehe ich auch keinen Handlungsbedarf. Aber damit lässt sich sicher auch die Effizienz des ganzen Systems steigern: so könnten vor dem Essen die Aufzüge die Wartestellung in Richtung der Büro-Etagen verlagern, nach dem Essen dagegen in die Kantinen-Etage. Auch die Optimierung der Haltepunkte ist sicher möglich.

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