Klipsch The Three II angehört: Frischer Sound im Vintage-Look

Multiroom-Lautsprecher, moderne und akkubetriebene Bluetooth-Lautsprecher, zahlreiche Kopfhörer – ich habe schon viel gehört und recht viel auch wechselnd im Einsatz – zum Leidwesen meiner Familie. Nun kam doch einmal etwas anderes hier an, nämlich der „Klipsch The Three II“. Klipsch ist eine 1946 in den USA gegründete Firma, die sich seit Bestehen um Lautsprecher kümmert. 2010 wurde Klipsch aber übernommen, unter Beibehaltung des Namens. Die Firma, die sich Klipsch geschnappt hat, hört auf den Namen Audiovox und da hat man einige Marken unter der Fittiche, beispielsweise auch Jamo, Oehlbach und Magnat.

Der „The Three II“ versucht die Vergangenheit mit der Moderne zu verknüpfen – das zeigt sich bereits an seinem Aussehen mit Echtholz-Finish, welches unverkennbar dem Look der 1950er- oder 1960er-Jahre nachempfunden ist. Als ich den Klipsch The Three II anschloss, sprach mich meine Frau gleich auf den schicken Lautsprecher an. Auch ich finde ihn optisch sehr gelungen, aber so etwas ist ja sehr subjektiv. Die Verarbeitung ist super, ich mag die Symbiose der Materialien, das Ganze ist ein sauber verarbeiteter Blickfang, der die Umgebung merklich aufwertet.

Der Klipsch The Three II ist für den stationären Einsatz gedacht, wird also nicht über einen Akku, sondern die Stromleitung mit Energie versorgt. Dennoch kann man ihn natürlich an unterschiedliche Orte mitnehmen. Er hat zwar eine gewisse Größe, ist aber dennoch mal eben von A nach B mitzunehmen und unterschiedliche Zuspieler werden ja unterstützt.

Was etwas schade ist: Der Klipsch The Three II kostet um 370 Euro (UVP um 449 Euro), verknüpft also optisch die Vergangenheit mit Anschlüssen der Moderne, zieht das aber meines Erachtens nicht konsequent durch. Denn bereits ohne den Sound zu bewerten, störte mich etwas. Der Lautsprecher unterstützt lediglich Bluetooth (mit aptX) als drahtlose Zuspielmöglichkeit.  Hier hätte ich gerne auch AirPlay gesehen. Die Eingänge lassen sich auf Wunsch über die Elemente auf der Oberseite des Lautsprechers einstellen, alternativ funktioniert dies über eine im Lieferumfang enthaltene Fernbedienung, die auch aus der Ferne für Soundsteuerung und Lautstärkeregelung sorgen kann.

Was ansonsten unterstützt wird? Vielleicht für einige wenige ein echtes Highlight. Denn neben 3,5-mm-Audio und USB Typ B findet sich ein Anschluss für Plattenspieler. OK, kein Hexenwerk, Cinch findet sich fast überall – der Klipsch The Three II bietet aber auch einen echten Phono-Vorverstärker, sodass man die alte Plattensammlung wiederbeleben kann, ohne zusätzliche „Hardware“ abseits des Standard-Plattenspielers. Für mich aber kein Highlight, ich schwenkte schon auf CDs um, als Platten noch in waren und dasselbe machte ich mit digitalen Musikdateien. Sprich: Ich habe immer schnell für mich alte Technik abgeschafft.

Kommen wir zum Sound des Klipsch The Three II, den ich also mittels Bluetooth von unterschiedlichen Quellen und über den 3,5-mm-Anschluss getestet habe. Wer Geräte über USB anschließt, der kann einen Digital-Analog-Wandler nutzen, der digitale Signale von per USB angeschlossenen Geräten mit bis zu 192 KHz und 24 Bit aufbereitet. Drahtlos über den iMac habe ich nicht getestet, denn leider verwendet der iMac dann lediglich SBC.

Klipsch will mit dem The Three II „Stereosound“ liefern, was angesichts der Kompaktheit und der Tatsache, dass der Sound aus lediglich einer Ecke kommt, nur bedingt funktioniert. Der Sound als solcher wirkte auf mich erst gewöhnungsbedürftig, da der Bass hier definitiv nicht Überhand nimmt, wie es bei vielen Lautsprechern ja mittlerweile ab Werk der Fall ist. Da muss man sich fast wieder neu eingewöhnen. Wenn man sich dann Titel von Queen anhört, dann hat man schon das Gefühl, bei irgendwelchen Aufnahmen dabei zu sein, das wirkte auf mich sehr platziert, dann eben auch der Bass, der ja eine sehr dezente Rolle in „I want to break free“ einnimmt, aber ja dennoch integraler Bestandteil ist.

Aber auch Hörer anderer Musikrichtungen und Gruppen dürften zufrieden sein mit dem, was der Klipsch The Three II abliefert – auch Hip Hop wird sauber und platziert wiedergegeben, ohne gleich direkt krawallig mit überspitztem Bass zu nerven. Beim Test des Lautsprechers habe ich einmal wieder gemerkt, wie unterschiedlich Musik klingen kann, wenn man sich mal wieder etwas genauer auf sie einlässt, wenn man viele Genres genauestens unter die Lupe nimmt. Auch ohne App und Equalizer scheint Klipsch da viel richtig zu machen und holt einiges aus dem doch noch als kompakt zu bezeichnenden Lautsprecher.

Das Haar in der Suppe habe ich ja schon genannt, mir fehlt bei solchen Lautsprechern auch ganz einfach mal AirPlay. Vielleicht hätte man auch einfach mal in dieses Modell einen Assistant verbauen sollen, so müsste ich, falls gewollt, einen Nest Mini oder einen Echo Dot an den 3,5-mm-Eingang anschließen. Das ist schade – ebenso die Tatsache, dass der The Three II sich nicht mit anderen Lautsprechern im WLAN koppeln lässt. So bleibt er am Ende ein Lautsprecher, der zwar extrem guten Sound hat, aber nicht besonders günstig (wenn man den Vorverstärker eben nicht braucht) ist und konnektiv so wirkt, wie sein Äußeres: etwas Vintage.

> Produktseite Klipsch The Three II

Gefällt dir der Artikel? Dann teile ihn mit deinen Freunden.

caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

Neueste Beiträge

Mit dem Absenden eines Kommentars stimmst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.

7 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag!

  2. „Klipsch will mit dem The Three II „Stereosound“ liefern, was angesichts der Kompaktheit und der Tatsache, dass der Sound aus lediglich einer Ecke kommt, nur bedingt funktioniert. “ Soll bedeuten, dass es (wie bei fast allen kompakten Lautsprechern dieser Bauart) an Stereobreite bzw. ordentlicher Bühne fehlt? Ich frage mich, ob man, selbst wenn Platz sparen eine Vorgabe ist, nicht mit einem Paar Aktiv-Lautsprecher besser bedient ist. Z.B. https://www.nubert.de/nupro-a-100/577/

  3. @pio
    Hab ähnliche Aktivboxen als Computerlautsprecher. Gibt’s auch etwas kleiner mit Airplay. Lässt sich vermutlich auch mit dem neuen Cube über Alexa steuern.
    https://de.kef.com/products/lsx?gclid=EAIaIQobChMIiqn0mLe85QIViOh3Ch1GcQQJEAAYASAAEgLD8_D_BwE

  4. Guter Beitrag. Ganz ehrlich: ich brauche kein Airplay, aber für so viel Geld sollte das drin sein. Dann hätten sie lieber auf den Vorverstärker verzichten sollen, den kann man ja bei Bedarf gerne zusätzlich anschließen, wenn der Plattenspieler nicht schon einen hat. Das Design ist natürlich nett, aber irgendwie brauche ich sowas einfach nicht.

  5. @Caschy: Wenn Dir Airplay schon öfter gefehlt hat: Gibt es keinen generischen Airplay Receiver, die Du nutzen könntest?

  6. Hallo Martin , leider baut Apple die Airport Express 2. Gen. ja nicht mehr, die kann – nach einem Firmware-Update – sogar das neue airplay 2 -Protokoll. Da hatte Apple ein eigentlich schon abgekündigtes produkt im Sinne der Nachhaltigkeit nochmal signifikant nachgebessert. Leider nur noch über eBay oder so zu haben. Schade . .

  7. Hallo Caschi, was für eine ‚Treiberbestückung hat die Box? Auch das für Klipsch typische hochtonhorn?

Schreibe einen Kommentar zu Andreas Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Du willst nichts verpassen?
Neben der E-Mail-Benachrichtigung habt ihr auch die Möglichkeit, den Feed dieses Beitrags zu abonnieren. Wer natürlich alles lesen möchte, der sollte den Hauptfeed abonnieren. Alternativ könnt ihr euch via E-Mail über alle neuen Beiträge hier im Blog informieren lassen. Einfach eure E-Mail-Adresse hier eingeben, dann bekommt ihr 1x täglich morgens eine Zusammenstellung. Mit dem Absenden willigst du unserer Datenschutzerklärung und der Speicherung von dir angegebener, personenbezogener Daten zu.