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Klage gegen Google wegen des mobilen Datenverbrauchs von Android

In den USA wurde von mehreren Benutzern eine Klage gegen Google eingereicht. Stein des Anstoßes ist, dass Android laut den Klägern rund 260 MByte an Daten über mobile Datenverbindungen an Google sende, selbst wenn das jeweilige Gerät ansonsten gar nicht im Gebrauch sei. Der Sinn und Zweck der Daten sei dabei nicht völlig klar. Die vier Kläger aus Illinois, Iowa und Wisconsin hoffen nun, dass sie eine Sammelklage einläuten können.

Der Vorwurf lautet, dass Google ohne Erlaubnis das eingeschränkte Datenvolumen anzapfe, um Informationen zu übertragen, die nicht mit der direkten Benutzung der Google-Dienste in Zusammenhang stünden. Vielmehr würden die Daten passiv im Hintergrund transferiert, auch wenn der jeweilige Nutzer komplett inaktiv bleibe. In der Klageschrift werfen die Nutzer Google vor an keiner Stelle der Nutzungsbedingungen darauf hinzuweisen, dass solche Transfers im Hintergrund das Datenvolumen belasten.

Zur Beweisführung haben die Kläger ein neues Samsung Galaxy S7 mit angemeldetem Google-Konto und Standard-Einstellungen nur herumliegen lassen. Pro Tag seien dennoch 8,88 MByte an Tagen übertragen worden. 94 % der Daten wurden zwischen dem Gerät und Google hin- und hergeschickt. 16-mal pro Stunde bzw. 389-mal am Tag seien Daten ausgetauscht worden. Die Kläger unterstellen, dass rund die Hälfte der Daten Logs gewesen seien, die z. B. die Netzwerkverfügbarkeit, offene Apps und andere Statistiken des Systems beinhalten.

Sinn hätte es laut den Klägern ergeben, wenn Google die Datentransfers verschoben hätte, bis eine Wi-Fi-Verbindung besteht. Stattdessen wurde das mobile Datenvolumen beansprucht. Nun geht an Google der weitere Vorwurf, dass es hier in erster Linie um Geldmacherei mit Werbung gehe – auch für Anzeigen, die gar nicht dargestellt würden. Denn es würden bereits Werbeanzeigen vorgeladen und auch dafür gehe Datenvolumen drauf. Google erhalte dann bereits Einnahmen nur für dieses Vorabbereithalten.

Google selbst hat die ganze Angelegenheit bisher nicht kommentiert. Mal sehen, wie sich die Lage noch entwickelt.

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